Tandemstillen - Problem

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davisalo
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Tandemstillen - Problem

Beitrag von davisalo »

Hmm, mein Problem ist ein wenig komplex ... Ich hoffe, Ihr könnt mir folgen - und vielleicht hat wer ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir Tipps geben ... Ich hoffe vor allem, dass Ihr mich nicht für total unmöglich haltet ...

Irgendwie bin ich total meinen Hormonen auf den Leim gegangen: Ich wollte soooo sehr gerne Tandem stillen und war schon richtig traurig, als in der Schwangerschaft die Milch recht frühzeitig weg blieb und ich befürchtete, dass meine Tochter sich deswegen zwangsweise abstillt. Dem war aber nicht so: Sie stellte zwar immer wieder fest: "Milch ist all", aber saugte trotzdem. Weniger als zuvor; aber immerhin.
Früher waren wir das absolute Still-Dream-Team!!! Und sie brauchte es. Dringend. Daher tat es mir schon weh, dass eben die Milch so abrupt weg blieb ...
Egal war es mir, dass damit ihr Saugen mir richtig weh tat. Es war ja doch dennoch richtig schön - weiterhin. Und ich hoffte so sehr und freute mich darauf, dann zwei Stillkinder zu haben ...

Schwierig wurde es dann schon vor der Geburt, als das Stillen immer wieder zu Wehen führte und ich sie zwangsweise abweisen musste, weil so eine halbstündige Dauerwehe ganz schön Aua macht :mrgreen: ... Na ja, das habe ich auch nur einmal so lange ausgehalten. Ich wurde da immer weniger leidensfähig ...

Tja - und nach der Geburt kam dann, was ich immer wieder gelesen, aber nie geglaubt hatte: Sie war plötzlich riesig; ich konnte sie gar nicht mehr an meiner Brust haben. Die "gehört" doch dem Baby ...
Nun ja - ich hatte gehofft, dass dies nur eine Phase ist. Dummerweise blieb es so: Ihr Stillen tut mir weh; schon weil es ja momentan so heiß ist, kann ich sie nicht beide an mir haben. Sie will aber auch immer stillen, wenn die Kleine stillt (und die Kleine stillt - wie einst meine Große - eigentlich dauerhaft ...; daher kann ich sie jetzt auch nicht darauf vertrösten, sie anschließend zu stillen, weil die Kleine eigentlich nur schläft, wenn sie im Tuch ist - und dann kommt die Große nicht an die Brust ...).

Mir fällt die Situation jetzt so dermaßen schwer: Es ist einfach nicht mehr schön, nicht mehr stimmig für mich. Am liebsten würde ich sie abstillen - was ich ihr aber ja jetzt nicht antun kann. Das würde unser Verhältnis ja endgültig zerstören - und sie erst ... Allerdings sagt das nur mein Kopf. Ansonsten bauen sich in mir immer wieder Aversionen gegen meine bis vor kurzem soooo geliebte Tochter auf. Es ist kaum zu glauben ... (Ich sehe auch ansonsten plötzlich so viele Dinge, die mich an ihr stören.=
Ich finde das so schrecklich: Eine so wunderbare Stillbeziehung kann doch nicht so zu Ende gehen ...
Aber ich kann mich (leider) auch nicht so verstellen, dass sie nicht merken würde, dass was nicht okay ist. Ich weise sie schon mal ab, wenn's gar nicht mehr geht, mir zu unangenehm wird oder zu sehr weh tut. Aber ich reagiere auch genervt,, wenn sie mich um Milch bittet. Teilweise merke ich richtig, dass sie Angst hat, mich zu fragen. Andrerseits verhält sie sich oft unmöglich, spiegelt mir so mein Verhalten - während sie früher echt "Traumkind" war ... Das erschwert natürlich kreislaufmäßig auch mir wieder, ihr die Liebe zu schenken, die sie braucht.

Irgendwie ist deshalb auch ansonsten ein richtiger Knacks in unsere einst so geniale Beziehung geraten ... Ich kann das gar nicht richtig beschreiben.

Kann mir wer folgen - und eigene Erfahrungsberichte liefern? Bin nur ich so unmöglich - so undankbar für diese tollen ersten drei Jahre. "Werfe" ich das alles einfach weg bzw. begehe "Verrat" an ihr wegen der Kleinen? Oder sind diese Gefühle doch noch ein Stück normal?
Wie kann es - für uns beide - gut weitergehen?
Liebe Grüße
davisalo mit zwei Mädels: D (2007) und S (2010)
davisalo
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Re: Tandemstillen - Problem

Beitrag von davisalo »

So - muss mir nochmal selber "antworten": Hatte vergessen, anzuklicken, dass ich bei Antworten benachrichtigt werden will und habe keine Ahnung, wie ich das anders noch nachträglich hinbekomme als durch diesen "neuen Beitrag" ... Sorry fürs Off-topic-Geschwafel ...
Liebe Grüße
davisalo mit zwei Mädels: D (2007) und S (2010)
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posy
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Re: Tandemstillen - Problem

Beitrag von posy »

Zuerst einmal: Ich kann das alles sehr gut nachfühlen! Meine Erfahrung ist nicht so viel anders. :?
Soweit ich das beurteilen kann, hast Du keinen Knacks. Eure Stillbeziehung hat sich eben stark verändert und Ihr müsst beide damit umgehen lernen.
Aber es wird einen harmonischeres Ende geben! Ganz sicher!

Ich schreibe einfach mal, was mir so einfällt - vielleicht passt irgend etwas davon für Dich.

Tandem-Stillen ist eine ganz große Sache: Die Zuwendung, die du zwei Kindern schenkst, die Kraft, und nicht zuletzt die Liebe.
Das hat mich mehr Kraft gekostet, als ich vorher gedacht habe, weil ich nur unglaublich harmonische Tandem-Still-Geschichten gehört habe.

In der Schwangerschaft hat sich das Stillen auf Einschlafstillen und selten mal tagsüber reduziert. Das ging gut, weil ich keine Schmerzen dabei hatte und die Momente der Innigkeit sehr genossen habe. Mit der Geburt abstillen wollte ich keinesfalls, um keine negativen Gefühle dem neuen Geschwister zu provozieren.

Ich hatte damit gerechnet, dass sie öfter stillen will, wenn sie das Baby stillen sieht und kam damit auch ganz gut zurecht. Nur beide gleichzeitig stillen wollte ich nie, damit ich mich immer auf das Kind konzentrieren kann, was gerade stillt. Davon habe ich einmal eine Ausnahme gemacht, in einer ganz verfahrenen Situation, die ich durch das Stillen entkrampfen wollte, was völlig daneben ging. :cry: Schlimm für uns alle drei.
Nach drei oder vier Wochen habe ich wieder reduziert auf das Einschlafstillen, das wurde dann aber auch sehr wichtig für die Große. Dann fing es aber auch langsam an, mir unangenehm zu werden: Ein leichter Widerwille gegen das Stillen, gegen die Vehemenz, mit der gefordert wurde, und dann auch Schmerzen beim Stillen. Eine Weile habe ich mich über Wasser gehalten, indem ich Vorgaben gemacht habe, wie langgestillt wird. Das ging mal besser, mal weniger gut. :?
Ganz schlimm war es, wenn die Große stillte und im Nebenzimmer das Baby weinte. mein Drang, zum Baby zu gehen, und natürlich der verzweifelte Versuch der Großen, mich bei sich zu behalten - puh...

Und so begann ich, immer öfter zu sagen, dass das Stillen mir weh tut und ich das nicht mehr lang kann. Die Große fing an zu handeln und als sie selbst vorschlug: "An meinem 3. Geburtstag höre ich auf," war ich froh. Das habe ich aufgegriffen und wir haben es quasi ins Bett-Gehen-Ritual aufgenommen. "Wenn ich Geburtstag habe, hören wir auf. Aber jetzt darf ich noch stillen!"

Der dritte Geburtstag kam und ich brachte sie ins Bett, sie sagte: "Ich möchte stillen!" und ich antwortete: "Aber jetzt bist Du doch drei. Du hast gesagt, wenn du drei bist, hören wir auf." Und - o wunder - das reichte.
Ja, sie fragt ab und zu, ob sie Stillen darf - mit einem schelmischen Grinsen. Manchmal ist sie traurig. Das nehme ich auf und tröste sie. Aber das Argument, dass es mir weh tut, hat gewirkt. Ich bin sehr beeindruckt, wie sie das geschafft hat!
Sie ist jetzt sehr aufmerksam zu meinen Brüsten und sie stillt ihre Stofftiere verstärkt. Aber keine Neidgefühle dem Kleinen gegenüber, was mich verwundert, aber natürlich dankbar annehme.

So, eine lange Geschichte - entschuldige!

Wenn Du noch Kraft hast, wäre mein Rat, zuerst zu reduzieren und die Stillgelegenheiten dann ganz betont anzugehen.
Und vielleicht nicht mehr beide gleichzeitig zu stillen. Möglicherweise kannst Du die Große damit locken, dass Du Dir Stillzeit ganz für sie nimmst? Dass sie Dich ganz für sich hat?

Höre auf Deinen Bauch und verlange Dir nichts ab, was nicht geht. Deine Tochter merkt das und es geht wieder los mit beiderseitigen Aggressionen und Aversionen.

Das Wichtigste ist immer, dass man mit größtmöglicher Klarheit Änderungen einführt. Das merkt Deine Große dann und kann sich besser darauf einstellen.

Es wird besser!
Liebe Grüße von Nina mit dem großen (05/07), dem mittleren (10/09) und dem kleinen Tragling (2/2013)
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finn
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Re: Tandemstillen - Problem

Beitrag von finn »

Huhu,
ich kann Dich so gut verstehen. Habe gerade Deinen Text gelesen und hab mich daran total wieder erkannt. Ich dachte auch, Tandemstillen ist toll, aber dann... es hat mich nur noch genervt und ich war unglücklich damit, wollte nicht mehr usw...
Ich habe 3 Monate durchgehalten und dann gings einfach nicht mehr. Ich hatte einfach nur noch negative Gefühle gegenüber dem Stillen des Großen, beide auf einmal stillen ging schon gleich gar nicht (das hatte ich mir auch so schön vorgestellt), da bin ich schier durchgedreht (warum... keine Ahnung...).
Wir haben dann aufgehört, als der Große etwas über 3 Jahre alt war. Ich hatte es schon eher auch mal versucht, aber da hat das Abstillen gar nicht geklappt und ich habe mich dann nochmal angestrengt und versucht, mich über diese Stillmomente mit dem Großen zu freuen und sie zu geniessen. Das habe ich noch eine Weile hinbekommen, aber es ging dann einfach nciht mehr. Ich weiß gar nicht mehr genau, wie wir dann genau aufgehört haben (dabei ist es erst 7MOnate her), ich glaube, ich habe dann einfach gesagt, ab morgen ist Schluss (klar, erst mal haben wir reduziert, von vollstillen und Essensverweigerung nach der Geburt zu 2-3 x täglich, nachts hat er zu diesem Zeitpunkt schon länger durchgeschlafen). Und er hat es, als es mir wirklich ernst war, akzeptiert, es war dann kein Problem mehr.
Jetzt war ich glaube ich ein bisschen wirr, so in etwas war unsere, doch ein wenig traurige Geschichte. Ich bin ziemlich traurig darüber, dass ich das Stillende so ein bisschen versaut habe, ich war oft ungeduldig, ach ja, und ich habe z.B. auch die Stilldauer sehr reduziert, habe dann immer gesagt, dass er nur kurz darf, ich habe es einfach nur schwer ausgehalten, dass mein plötzlich so großes Kind bei mir trinkt und wollte eigentlich nur den Kleinen stillen..... Naja... wie gesagt, ich dachte dann, so bringt es auch nichts mehr.
Wie gerne hätte ich ihn wirklich selber aufhören lassen... aber ging einfach nicht. Er war erst schon sehr traurig, aber unser Verhältnis hat sich ganz schnell neu aufgebaut und wurde dann viel viel viel besser, als wie ich noch gestillt habe.

Das mit dem "Knacks in Eurer genialen Beziehung" kann ich auch nur zu gut verstehen, dieses Gefühl hatte ich auch, ich habe tagelang geheult, weil ich so traurig war, mit dem Geschwisterchen meinem großem Kind soviel genommen zu haben, eben auch unsere perfekte Beziehung, das Stillen, die Ruhe, die volle Aufmerksamkeit.....
Ich glaube aber, dass das, zumindest hier mit dem Stillen gar nicht soviel zu tun hatte, sondern generell mit der neuen Situation, wir mussten uns alle umstellen und neu orientieren.
Bei mir kam der Knackpunkt, als ich Fotos aus den letzten Wochen angeschaut habe und gesehen habe, dass mein großer SOhn eigentlich total glücklich aussieht - daraus habe ich geschlossen, dass er gar nicht so sehr leiden kann, wie ich und wie ich es ihm unterstellt habe.

Aaaalso, ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn mit dem Stillen so negative Gefühle verbunden sind, dann geht es einfach nicht mehr. Mein Sohn war traurig, ich war traurig, aber ich glaube, das wären wir egal in welcher Abstillsituation gewesen, aber dann als ich klare Gedanken und klare Worte gefunden hatte und er nicht mehr gestillt hat, waren wir auch schnell wieder neu glücklich :D
Das wird wieder gut, alles!
Liebe Grüße von mir mit den Jungs (12/06 und 10/09)
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Sabsi
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Re: Tandemstillen - Problem

Beitrag von Sabsi »

Ansatzweise verstehe ich Deine Gefühle schon. Auch meine Dreijährige ist zur Zeit (haha, eigentlich geht die Phase nun schon ziemlich ewig...) teilweise ziemlich "schwierig". Stark am Provozieren, am Ausprobieren, worum ich bitte wird ignoriert, Verbote extra gemacht usw., wenn sie ihren Rappel hat. Das ist mal gefühlt den ganzen Tag der Fall und mal nen ganzen Tag gar nicht. Wenn sie dann nach so einem Rappel zu mir kommt und stillen will, dann kann ich das manchmal auch nicht haben, ihr diese Nähe zu geben. Dann sag ich ihr das aber ganz ehrlich "Du, weißt Du, Du hast eben dies das und jenes, und da möchte ich jetzt nicht stillen. Lass uns xyz, und stillen können wir dann später wieder, okay?" und meistens akzeptiert sie das ganz gut. Aber ich kann das Großkind-Stillen auch gut dafür nutzen, unsere Nähe wiederzufinden, nach einem Tag, an dem wir so gar nicht richtig miteinander einig waren. Das sind unsere Momente, nur für uns beide, wenn der Kleine schläft oder beim Papa im Arm gut versorgt ist, und das tut ihr gut, das merke ich. Aber genauso stärkt es auch das Band zwischen uns, das sich vielleicht durch den KiGa, ganz sicher aber durch die Geburt des Bruders ein bisschen gelockert hat.
Ja, sie IST groß gegenüber meinem Baby, und es ist was ganz anderes, ein Kind von drei Jahren zu stillen statt einem von wenigen Wochen, keine Frage. Anders, aber nicht weniger schön. Sie versteht und akzeptiert es (meistens), wenn ich gerade nicht kann oder nicht mag. Sie fragt lieb "Mama, darf ich?" und seit kurzem "bestellt" sie eine Seite, die sie dann später trinken mag. Heute, als wir aus dem KH heimkamen, war meine eine Brust fest und schmerzhaft (ich habe wegen beginnender Erkältung Plazentanosoden genommen...) und da hat sie mir den Stau einfach weggetrunken - ich weiß nicht, ob das der Kleine geschafft hätte, sicher aber nicht in der kurzen Zeit und quasi "auf Knopfdruck", denn wenn der nicht will, dann trinkt er nicht mal nen Anstandsschluck ;)

Wir profitieren also beide von unserer andauernden Stillbeziehung, und ich bin froh darüber, dass ich jetzt wieder ganz entspannt dem freiwilligen Abstillzeitpunkt entgegensehen kann. In der oder den ersten Woche/n nach der Geburt sah das auch teilweise anders aus, ich weiß nicht, wann Deine Kleine geboren ist, vielleicht gibst Du Euch dreien einfach noch ein bisschen Zeit?

Liebe Grüße,
Sabsi
... das Leben geht weiter weil es muss ... es hält nicht an ... nur weil Du stehen bleibst ...

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nwsurgeon
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Re: Tandemstillen - Problem

Beitrag von nwsurgeon »

Hallo davisalo,
ich kann Deine Schilderung sehr gut nachvollziehen, denn mir geht es sehr ähnlich.
Ich stille jetzt seit 10 Monaten Tandem, meine Große wird im Oktober 4 Jahre alt.
In der Schwangerschaft war das Stillen sehr schmerzhaft, aber ich wollte meiner (damals noch) kleinen die Nähe gönnen. Das wurde von ihr auch reichlich genutzt, mit stillen mehrmals pro nacht und Tags über immer mal wieder, zur Begrüßung, zum Kuscheln, für den kleinen Hunger zwischendurch. Ich habe mich auch sehr auf das Tandemstillen gefreut.
Zu Anfang lief es auch ganz gut, vor allem während des Milcheinschusses war die Große eine große Hilfe. Allerdings war mir das gleichzeitig stillen sehr unangenehm, deshalb mußte die Große dann oft warten bis sie Milch haben durfte. Das war dann sehr hart, wenn sie schrie und nach Milch weinte während ich die Kleine stillte. Stressig war zusätzlich, dass die Große immer Milch wollte wenn die Kleine was bekam und noch zwischendurch. Nachts haben sie im Wechsel getrunken und ich bekam gar keinen Schlaf mehr (trotz Familienbett). Dann habe ich Notbremse gezogen und meine Große auf den Abendlichen Einschlafschluck reduziert. Das war zu Anfang sehr hart und ist auf massiven Widerstand gestoßen, aber ich konnte einfach nicht mehr. Gleichzeitig wurde mein Widerwille sie zu stillen immer größer. Es war mir einfach unangenehm und vorm Schlafen gehen dachte ich manchmal: "Und jetzt muß ich die Große auch noch stillen, kann sie nicht einfach ohne einschlafen." Es wurde zu einem richtigen Kampf (und ist es auch bis heute manchmal).
Ich habe dann ein sehr gutes Buch gelesen (leider nur in Englisch):
"Adventures in Tandem Nursing: Breastfeeding During Pregnancy and Beyond " von Hilary Flower (Autor)
Das löst zwar nicht alle Probleme, aber es hilft einem zu verstehen woher diese negativen Gefühle kommen und sie auch zu akzeptieren.
Gewonnen haben wir ein sehr gutes Vater-Tochter-Verhältnis.
Und ich sage meiner Tochter einfach wenn ich keine Lust habe Milch zu geben, außerdem begrenze ich es oft zeitlich indem ich bis 5 zähle (mal von Anfang an, mal fange ich erst nach einer Weile mit Zählen an, und das Zähltempo kann man auch noch variieren). Wenn ich gar keine Vorgabe mache hört sie manchmal früher auf als ich denke und manchmal glaube ich sie mag die Milch auch gar nicht mehr so gerne, aber das würde sie natürlich nie zugeben.

Aber auch ich muß Dir sagen, dass unsere Stillbeziehung nicht mehr so ist wie vor der Geburt der Kleinen und ich freue mich auf den Tag an dem sich die Große entscheidet sich abzustillen, auch wenn ich traurig über das Ende bin. Das ist jetzt widersprüchlich, aber ich denke Du kennst das Gefühl: Ich will nicht Stillen, ich will nicht Abstillen, eigentlich will ich die alte Stillbeziehung zurück, aber ich fürchte, die kommt nicht mehr zurück (Mist jetzt muß ich heulen, weil mich gerade meine eigene Erkenntnis umhaut).
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Re: Tandemstillen - Problem

Beitrag von posy »

Ja, dieses widersprüchliche Gefühl hatte/habe ich auch.
Dazu kommt, dass ich immer davon augegangen bin, dass wir ein anderes, harmonischeres Ende finden könnten, eins, das von ihr ausgeht.
Nun war es bei uns ja nicht dramatisch, und der Zeitpunkt war ja immerhin quasi von ihr gewählt - aber trotzdem. :cry:

Aber ich bin jetzt froh und erleichtert und usre Mutter-Tochter-Beziehung ist seither leichter, klarer, anders schön geworden.
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Re: Tandemstillen - Problem

Beitrag von Nudelsuppe »

Ich kann deine Gefühle verstehen, obwohl es mir anfangs nicht so ging, inzwischen hab ich manchmal keine Lust mehr aufs Tandem Stillen, aber ich spüre gerade dass die große sich tatsächlich allein abstillt, denn sie stillt inzwischen nicht mehr jeden Tag, zwischendurch auch mal einige Tage nicht. Es wird und mein Ziel scheint greifbar (ihr das selbst Abstillen zu ermöglichen).

Worauf ich aber hinaus wollte, seit einigen Wochen hat sie es für sich entdeckt, dass ich ihr den Rücken krabbel zum Einschlafen, da driftet sie super schnell in den Schlaf. Vielleicht wäre das auch eine Idee? Dass ihr versucht eine Massage einzubauen als ins Bett bring Ritual? Um so leichter auszuschleichen.

Ich denke auch dass die Theorie "reduzieren und irgendwann den klaren Wunsch äußern" ein guter Weg ist, die großen verstehen ja auch schon ganz viel.
Liebe Grüße.
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irmaladouce
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Re: Tandemstillen - Problem

Beitrag von irmaladouce »

Hallo,

Ich bin sehr froh diesen Thread entdeckt zu haben. Mich beschäftigt das Thema Tandemstillen gerade sehr (1. Kind zweieinhalb. und bin gerade in der 22 SSW). Falls es bei uns aufs Tandemstillen hinauslaufen würde, würden wir ziemlich sicher vor einer ähnlichen Problematik stehen.
Ich bin mir bei uns gerade nicht sicher, ob sich meine Tochter gerade von selbst abstillt (möchte es nicht verschrein ;) bzw. mir gerade die Milch wegbleibt. Nunja, in ein paar Tagen weiss ich mehr.

Was mich interessieren würdet. Falls ihr euch entscheiden könntet: Würdet ihr euch bewusst fürs Tandemstillen entscheiden, od. doch lieber eure Größeren vor der Geburt des Geschwisterchens abgestillt wissen?

Liebe Grüße
Irmi
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Sabsi
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Re: Tandemstillen - Problem

Beitrag von Sabsi »

Ich würde es bewusst wieder so machen und tandemstillen :)
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