Irgendwie bin ich total meinen Hormonen auf den Leim gegangen: Ich wollte soooo sehr gerne Tandem stillen und war schon richtig traurig, als in der Schwangerschaft die Milch recht frühzeitig weg blieb und ich befürchtete, dass meine Tochter sich deswegen zwangsweise abstillt. Dem war aber nicht so: Sie stellte zwar immer wieder fest: "Milch ist all", aber saugte trotzdem. Weniger als zuvor; aber immerhin.
Früher waren wir das absolute Still-Dream-Team!!! Und sie brauchte es. Dringend. Daher tat es mir schon weh, dass eben die Milch so abrupt weg blieb ...
Egal war es mir, dass damit ihr Saugen mir richtig weh tat. Es war ja doch dennoch richtig schön - weiterhin. Und ich hoffte so sehr und freute mich darauf, dann zwei Stillkinder zu haben ...
Schwierig wurde es dann schon vor der Geburt, als das Stillen immer wieder zu Wehen führte und ich sie zwangsweise abweisen musste, weil so eine halbstündige Dauerwehe ganz schön Aua macht
Tja - und nach der Geburt kam dann, was ich immer wieder gelesen, aber nie geglaubt hatte: Sie war plötzlich riesig; ich konnte sie gar nicht mehr an meiner Brust haben. Die "gehört" doch dem Baby ...
Nun ja - ich hatte gehofft, dass dies nur eine Phase ist. Dummerweise blieb es so: Ihr Stillen tut mir weh; schon weil es ja momentan so heiß ist, kann ich sie nicht beide an mir haben. Sie will aber auch immer stillen, wenn die Kleine stillt (und die Kleine stillt - wie einst meine Große - eigentlich dauerhaft ...; daher kann ich sie jetzt auch nicht darauf vertrösten, sie anschließend zu stillen, weil die Kleine eigentlich nur schläft, wenn sie im Tuch ist - und dann kommt die Große nicht an die Brust ...).
Mir fällt die Situation jetzt so dermaßen schwer: Es ist einfach nicht mehr schön, nicht mehr stimmig für mich. Am liebsten würde ich sie abstillen - was ich ihr aber ja jetzt nicht antun kann. Das würde unser Verhältnis ja endgültig zerstören - und sie erst ... Allerdings sagt das nur mein Kopf. Ansonsten bauen sich in mir immer wieder Aversionen gegen meine bis vor kurzem soooo geliebte Tochter auf. Es ist kaum zu glauben ... (Ich sehe auch ansonsten plötzlich so viele Dinge, die mich an ihr stören.=
Ich finde das so schrecklich: Eine so wunderbare Stillbeziehung kann doch nicht so zu Ende gehen ...
Aber ich kann mich (leider) auch nicht so verstellen, dass sie nicht merken würde, dass was nicht okay ist. Ich weise sie schon mal ab, wenn's gar nicht mehr geht, mir zu unangenehm wird oder zu sehr weh tut. Aber ich reagiere auch genervt,, wenn sie mich um Milch bittet. Teilweise merke ich richtig, dass sie Angst hat, mich zu fragen. Andrerseits verhält sie sich oft unmöglich, spiegelt mir so mein Verhalten - während sie früher echt "Traumkind" war ... Das erschwert natürlich kreislaufmäßig auch mir wieder, ihr die Liebe zu schenken, die sie braucht.
Irgendwie ist deshalb auch ansonsten ein richtiger Knacks in unsere einst so geniale Beziehung geraten ... Ich kann das gar nicht richtig beschreiben.
Kann mir wer folgen - und eigene Erfahrungsberichte liefern? Bin nur ich so unmöglich - so undankbar für diese tollen ersten drei Jahre. "Werfe" ich das alles einfach weg bzw. begehe "Verrat" an ihr wegen der Kleinen? Oder sind diese Gefühle doch noch ein Stück normal?
Wie kann es - für uns beide - gut weitergehen?