Das war bei mir definitiv nicht der Fall. Ich hatte keine Hausgeburten geplant, weil ich mal ein tolles natürliches Schmerzerlebnis haben und daran wachsen wollte. Im Gegenteil, ich hatte große Angst vor Schmerzen, aber noch mehr Angst hatte ich vor dem Ausgeliefertsein, und die Gefahr, ausgeliefert zu werden, erschien mir im KH ungleich höher. Einschlägige Erfahrungsberichte von Müttern mit KH-Geburten bestätigten dies eigentlich durchweg. Es war also, zumindest bei der ersten Geburt, vor allem eine "egoistische" Entscheidung, um unangenehme Gefühle gerade zu umgehen!vielleicht ist aber auch unser schmerz-, leistungs-, bewältigungsprinzip und härte zu sich selbst, prüfungen bestehen, gestärkt aus erfahrungen hervorgehen, auch unter anderem geprägt, erlernt und weitergegeben usw.
Erst unter/nach der Geburt wurde mir dann klar, wie stark ich dadurch geworden war. Das war ein unglaublich mächtiges Erlebnis, für das ich ewig dankbar sein werden. Es war aber wirklich nicht so intendiert.
Ich weiß, diese Argumentation führt zu nichts, aber ich muss den Spruch doch dalassen: Wer es nicht erlebt hat, kann es nicht nachvollziehen. Daher kommt wohl teilweise auch das Aneinandervorbeireden hier im Thread. Wenn man Schmerzen nur negativ besetzt, KANN man es sich einfach nciht vorstellen, dass jemand das als positiv empfinden kann. Das hat nichts mit Härte zu tun, sondern einfach mit mehr Selsbt-Bewusstsein und einem verbesserten Körperempfinden. Außerdem verliert Angst ihren Schrecken, wenn man ihr ins Auge blickt und weiß, man überlebt auch starke Schmerzen, einfach aus sich heraus. Ich finde es sehr positiv, nicht mehr bei jedem Ziepen in Panik zu verfallen, deswegen bin ich nicht hart und abgestumpft. Vielleicht wird Schmerz in unserer Kultur ja auch zu negativ besetzt?




