Warum stille so viel nur so kurz?
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- jela
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Re: Warum stille so viel nur so kurz?
Ja bei uns wurde im GVK auch einen ganzen Abend nur übers Stillen gesprochen. All die anfänglichen Probleme wurden erklärt und gesagt dass diese kein Abstillgrund bedeuten müssten und es wurde auch ein Heftchen mitgegeben.
Die einen haben schon am selben Abend gesagt: "na, also wenn ich dann solche schmerzenden Brustwarzen habe oder eine Brustentzündung habe, dann werd ich sicher abstillen. Wenns klappt, ok, aber sonst muss man ja nichts erzwingen" - Das war von vielen die Einstellung.
Am ersten GVK-Treffen nach 2-3 Monaten haben ALLE gestillt! Ich freute mich sehr und war ehrlich gesagt sogar erstaunt!
Am zweiten Treffen nach 5-6 Monaten haben von zwei ganz abgestillt (die eine weil sie Medikamente nehmen musste wegen Krankheit, die andere weil sie einfach nicht mit dem Stillen klarkam und nun mit Flasche viel glücklicher ist) die andern haben alle schon mit Brei oder Milchpulver begonnen Mahlzeiten zu ersetzen. Ich war die einzige die zu dem Zeitpunkt noch vollgestillt hat obwohl mein Baby das zweitälteste von allen (4-6 Monate alt) war!!
Das nächste Treffen ist im Januar geplant, dann werden alle Kinder rund 1 Jahr alt sein - ich gehe davon aus, dass ich die einzige sein werde die noch stillt - zumindest nach Bedarf. Vielleicht hat es höchstens 1-2 Mütter, die noch morgens/abends stillen, aber das wird man ja ausser wenn man nachfragt kaum mitbekommen...
Ich finde das Problem liegt viel mehr DARIN, dass man nicht aufgeklärt wird, dass Stillen VIELMEHR ist als Nahrung. Alle denken Flasche ist fast so gut und spätestens nach einem halben Jahr hat man ja viel fürs Baby getan indem man es anfangs gestillt hat, aber nun reichts ja auch.
Für mich persönlich ist Flasche und Stillen kaum zu vergleichen, weil mir das Stillen nach Bedarf im Alltag SOOOOO viel erleichtert. Das kann man mit Flasche gar nicht ersetzen. Denn die Geborgenheit an der Brust ist weder mit Schnuller noch mit Flasche vergleichbar - höchstens mit Tragetuch, aber auch das nützen ja die meisten Mütter nicht! Wenn von diesen enormen Vorteilen jede Frau wüsste, würden vielleicht auch mehr stillen?!?
Grüsse
jela
Die einen haben schon am selben Abend gesagt: "na, also wenn ich dann solche schmerzenden Brustwarzen habe oder eine Brustentzündung habe, dann werd ich sicher abstillen. Wenns klappt, ok, aber sonst muss man ja nichts erzwingen" - Das war von vielen die Einstellung.
Am ersten GVK-Treffen nach 2-3 Monaten haben ALLE gestillt! Ich freute mich sehr und war ehrlich gesagt sogar erstaunt!
Am zweiten Treffen nach 5-6 Monaten haben von zwei ganz abgestillt (die eine weil sie Medikamente nehmen musste wegen Krankheit, die andere weil sie einfach nicht mit dem Stillen klarkam und nun mit Flasche viel glücklicher ist) die andern haben alle schon mit Brei oder Milchpulver begonnen Mahlzeiten zu ersetzen. Ich war die einzige die zu dem Zeitpunkt noch vollgestillt hat obwohl mein Baby das zweitälteste von allen (4-6 Monate alt) war!!
Das nächste Treffen ist im Januar geplant, dann werden alle Kinder rund 1 Jahr alt sein - ich gehe davon aus, dass ich die einzige sein werde die noch stillt - zumindest nach Bedarf. Vielleicht hat es höchstens 1-2 Mütter, die noch morgens/abends stillen, aber das wird man ja ausser wenn man nachfragt kaum mitbekommen...
Ich finde das Problem liegt viel mehr DARIN, dass man nicht aufgeklärt wird, dass Stillen VIELMEHR ist als Nahrung. Alle denken Flasche ist fast so gut und spätestens nach einem halben Jahr hat man ja viel fürs Baby getan indem man es anfangs gestillt hat, aber nun reichts ja auch.
Für mich persönlich ist Flasche und Stillen kaum zu vergleichen, weil mir das Stillen nach Bedarf im Alltag SOOOOO viel erleichtert. Das kann man mit Flasche gar nicht ersetzen. Denn die Geborgenheit an der Brust ist weder mit Schnuller noch mit Flasche vergleichbar - höchstens mit Tragetuch, aber auch das nützen ja die meisten Mütter nicht! Wenn von diesen enormen Vorteilen jede Frau wüsste, würden vielleicht auch mehr stillen?!?
Grüsse
jela

- kruemel09
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Re: Warum stille so viel nur so kurz?
Naja, solche Hefte bzw. Bücher hatte ich auch und trotzdem war ich am Anfang sehr verunsichert, als z.B. der Milcheinschuss erst nach 72 Stunden kam (wir haben dem Zwerg Fencheltee geben müssen, weil die Schwestern auf der Wochenstation uns so verrückt gemacht haben wegen Austrocknen). Und auch das andere - oft trinken, wunde Brustwarzen etc. - das habe ich erst richtig realisiert, als es passiert ist. Da hat mir alles vorheriges Lesen nicht viel geholfen. Wenn ich in dem Moment nicht meinen Mann und meine Kusine (die Stillberaterin ist) zur Seite gehabt hätte, hätte ich vielleicht auch schnell abgestillt.chrissi hat geschrieben:Ach, eigentlich müsste JEDE Frau in der Schwangerschaft schon am Anfang ein Heftchen über´s Stillen mitbekommen. Wo alles drinsteht, über die Sachen die passieren können, wie man sie erkennt und was man dagegen machen kann, das Prinzip von Angebot und Nachfrage erklären und vor allem dass es auch Phasen gibt in denen das Kind halbstümdlich trinken kann. Damit sie genug Zeit zum Lesen hat bis es dann da ist. Ich denke dann ließe man sich nicht so leicht verunsichern. Ich hab den Große nicht stillen können weil ich und die Betreuenden keine Ahnung hatte. Diesmal-mit entsprechendem Vorwissen-stille ich seit 5 Monaten voll. Also funktioniert stillen nicht immer " natürlich", aber wenn man drauf vorbereitet ist kan man die klippen umschiffen, die größte ist ja die "meine-milch-reicht-nicht-mehr-Klippe" beim Wachstumsschub, kein Wunder dass da so mancher auf die Idee kommt "Tüte leer" und Flasche zufüttert
Mir war auch nicht klar, dass das Stillen so gut beruhigen kann.jela hat geschrieben:Ich finde das Problem liegt viel mehr DARIN, dass man nicht aufgeklärt wird, dass Stillen VIELMEHR ist als Nahrung. Alle denken Flasche ist fast so gut und spätestens nach einem halben Jahr hat man ja viel fürs Baby getan indem man es anfangs gestillt hat, aber nun reichts ja auch.
Und wenn ich das jetzt so lese - nach den Startschwierigkeiten habe ich oft gesagt, ich stille die 6 Monate voll und gut ist. Ich denke, ich habe geglaubt, dass es dann Brei und Tee/Wasser gibt und ich gar nicht mehr stillen muss
Und inzwischen ist der Zwerg 8 Monate und wird fast noch vollgestillt
- Skoura
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Re: Warum stille so viel nur so kurz?
Die "Brustschimpfphase"
Ein besonderes Kapitel bildet die schwierige "3-Monats-Phase" (die bei vielen Kindern später auftritt als die Bezeichnung vermuten lässt), die sehr anschaulich in der Fachpublikation der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung "Stillen und Muttermilchernährung", Ausgabe 2001, S. 67 beschrieben wird: "Die meisten Frauen berichteten von Blähungen in dieser Zeit, in der das Kind gerade beim Stillen untröstlich zu weinen anfängt - die "Brust-Schimpf-Phase", wie es die Psychoanalytikerin Melanie Klein nennt. Frauen, die sich damit befasst hatten, empfanden deren Erklärungsmodell besonders entlastend: Das Kind trinkt, setzt ab, weint wütend, will nicht trinken. Statt in Schweißausbrüche, Ratlosigkeit und Wut zu verfallen, regt das Klein'sche Modell zum Verständnis dessen an, dass das Kind nach drei Monaten zu "begreifen" beginnt, dass es nicht mehr eins mit der Mutter ist, sondern die Brust etwas ist, was nicht zu ihm, sondern zur Mutter gehört. Sie kann den Milchquell geben oder entziehen. Diese traurige Entdeckung setzt das Baby durch das "Anschimpfen" der Brust - wie eine erste Pubertät - selbst in Szene, und auf diese Weise übt es die erste Eigenständigkeit ein. Frauen, die diese Situation - das Kind ist hungrig, trinkt, setzt ab, schreit wütend los, lehnt die erneut angebotene Brust ab - nach diesem Denkansatz verstehen, schaffen es leichter weiterzustillen. Denn sie verarbeiten das abweisende Gebrüll und Verhalten nicht als Kritik an Milch, Menge, Nippel, Brust, Halteposition oder Stillsituation, sondern als einen ersten Schritt auf dem Weg, das eigene Selbst zu entdecken.
Ein besonderes Kapitel bildet die schwierige "3-Monats-Phase" (die bei vielen Kindern später auftritt als die Bezeichnung vermuten lässt), die sehr anschaulich in der Fachpublikation der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung "Stillen und Muttermilchernährung", Ausgabe 2001, S. 67 beschrieben wird: "Die meisten Frauen berichteten von Blähungen in dieser Zeit, in der das Kind gerade beim Stillen untröstlich zu weinen anfängt - die "Brust-Schimpf-Phase", wie es die Psychoanalytikerin Melanie Klein nennt. Frauen, die sich damit befasst hatten, empfanden deren Erklärungsmodell besonders entlastend: Das Kind trinkt, setzt ab, weint wütend, will nicht trinken. Statt in Schweißausbrüche, Ratlosigkeit und Wut zu verfallen, regt das Klein'sche Modell zum Verständnis dessen an, dass das Kind nach drei Monaten zu "begreifen" beginnt, dass es nicht mehr eins mit der Mutter ist, sondern die Brust etwas ist, was nicht zu ihm, sondern zur Mutter gehört. Sie kann den Milchquell geben oder entziehen. Diese traurige Entdeckung setzt das Baby durch das "Anschimpfen" der Brust - wie eine erste Pubertät - selbst in Szene, und auf diese Weise übt es die erste Eigenständigkeit ein. Frauen, die diese Situation - das Kind ist hungrig, trinkt, setzt ab, schreit wütend los, lehnt die erneut angebotene Brust ab - nach diesem Denkansatz verstehen, schaffen es leichter weiterzustillen. Denn sie verarbeiten das abweisende Gebrüll und Verhalten nicht als Kritik an Milch, Menge, Nippel, Brust, Halteposition oder Stillsituation, sondern als einen ersten Schritt auf dem Weg, das eigene Selbst zu entdecken.
... mit großer Tochter (11/08) und kleiner Tochter (04/11)
- mellmull
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Re: Warum stille so viel nur so kurz?
Danke Skoura fürs erklären...(puh, Gotts sei Dank blieb das bei uns aus)
Liebe Grüße von Melli
Verplüscht und zugenäht
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L-Mama
- ist nicht mehr wegzudenken
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- Registriert: 11.09.2009, 16:09
Re: Warum stille so viel nur so kurz?
Danke auch!
L.ist 14 Wochen und entweder noch eins, oder es bleibt aus, oder es kommt noch...
Eine Riesenhilfe wird mir das dann sein. Lieben Dank!
L.ist 14 Wochen und entweder noch eins, oder es bleibt aus, oder es kommt noch...
Eine Riesenhilfe wird mir das dann sein. Lieben Dank!
- lil_Amlie
- gut eingelebt
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Re: Warum stille so viel nur so kurz?
Gut, jetzt müsste man wissen was man unter kurz/lang versteht!
Meine längste Stilldauer war leider nur ca. 8 Wochen! Ich fands kurz.
Jetzt stille ich immernoch und meine Maus ist jeute 2 Monate, und ich möchte mindest 6 monate stillen, das heißt nicht das ich dann aufhören will, nur hoffe ich das ich es überhaupt bis zum 6. lebensmonat schaffe!
Meine längste Stilldauer war leider nur ca. 8 Wochen! Ich fands kurz.
Jetzt stille ich immernoch und meine Maus ist jeute 2 Monate, und ich möchte mindest 6 monate stillen, das heißt nicht das ich dann aufhören will, nur hoffe ich das ich es überhaupt bis zum 6. lebensmonat schaffe!
- mellmull
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Re: Warum stille so viel nur so kurz?
aber warum denkst du denn, schaffst du das nicht ?lil_Amlie hat geschrieben:nur hoffe ich das ich es überhaupt bis zum 6. lebensmonat schaffe!
Liebe Grüße von Melli
Verplüscht und zugenäht
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- lil_Amlie
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Re: Warum stille so viel nur so kurz?
Weil ich leider schon beim ersten Prob aufgegeben hatte! Wusste ja nicht das man sooo viele Möglichkeiten hat und man nicht aufgeben sollte! Vor kurzem dachte ich auch wieder das ich nicht mehr kann, ich hörte nicht auf sie anzulegen und was soll ich sagen, ich stille noch!!!!!!!!!mellmull hat geschrieben:aber warum denkst du denn, schaffst du das nicht ?lil_Amlie hat geschrieben:nur hoffe ich das ich es überhaupt bis zum 6. lebensmonat schaffe!
- mellmull
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Re: Warum stille so viel nur so kurz?
Na das ist doch richtig klasse, dann passt Du ja hier zum Thema. Ich hab auch vieles nicht gewusst am Anfang und jeder redet ja immer nur von 6 Monaten und das man froh sein kann wenn man das schafft.
..............und ich dachte auuch alle LZS-Mamis haben nur Jesuslatschen und lange verflizte Haare...........
........und stillen ihr Kind bis zum Bauer-sucht-Frau-Alter.
Aber auch ich hab plötzlich gar nicht gemerkt, wie alt meine Kleine plötzlich ist und ich bin noch keine Langzeitstillerin. Aber nun kann ich mir vieles leichter vorstellen.
Und das anhimmeln , kuscheln und trösten so niedlich sein können wusste ich auch nicht.
..............und ich dachte auuch alle LZS-Mamis haben nur Jesuslatschen und lange verflizte Haare...........
Aber auch ich hab plötzlich gar nicht gemerkt, wie alt meine Kleine plötzlich ist und ich bin noch keine Langzeitstillerin. Aber nun kann ich mir vieles leichter vorstellen.
Und das anhimmeln , kuscheln und trösten so niedlich sein können wusste ich auch nicht.
Liebe Grüße von Melli
Verplüscht und zugenäht
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- tania
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Re: Warum stille so viel nur so kurz?
tut es ja auch. eines tages..mellmull hat geschrieben:Baba hat geschrieben: (achtung, ironisch)
Ich dachte, man stillt halt 6 Monate voll und danach hört das dann irgendwie von selbst auf.![]()
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ich auch so ungefähr......
tania mit sohn *09 und sohn *12









