hat hier jemand im westend entbunden?

Moderator: Marla84

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nkruemel
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Re: hat hier jemand im westend entbunden?

Beitrag von nkruemel »

fruba hat geschrieben:wenn man schaut wie lange eine Geburt so braucht ist eben das Problem das kaum jemand 12 Stunden in einer Badewanne liegen möchte/kann. :wink:
Äh, ja, logisch, deshalb ist doch (so dacht ich) im Wassergeburtszimmer auch immer ein Bett, damit man erst in die Wanne geht, wenn das Baby tatsächlich kommen will?!

Dann jetzt mal mein Neukölln-Bericht. Achtung, lang!! Wie schon gesagt war ich mit dem Verlauf der Geburt wirklich sehr zufrieden.

Wir kamen irgendwann abends im Kreißsaal an und wurden von einer unheimlich sympathischen Hebamme und einer Hebammenschülerin begrüßt. Letzte kümmerte sich so lange um mich, bis die Hebamme zur Untersuchung kam. Die Aufnahme war total entspannt, irgendwie gar nicht so krankenhausmäßig, wie ich es mir vorgestellt hatte. Natürlich wurde ein CTG geschrieben, nicht lange allerdings, denn das Ding konnte keine Wehen finden, was mit dem Kommentar "Naja, spinnt das Teil wohl wieder, sie wären ja nicht hier, wenn sie keine hätten..." abgetan wurde. :lol: Muttermund war erst 3,5 cm offen, also wurden wir nochmal spazieren geschickt. Nach ner Stunde hatte ich keine Lust mehr, was auch okay war, und ich durfte in die Wanne. Weil gähnende Leere im Kreißsaal herrschte, durfte ich mir das Vorwehenzimmer schenken und gleich ins Geburtszimmer mit grooooßer Wanne ziehen. Mir wurde "meine" Hebammenschülerin vorgestellt, die mich wirklich während der gesamten Zeit betuddelte und einfach da war. Das war angenehm. Für mich, für jemand anderen sieht das vielleicht ganz anders aus.

Es ist auf jeden Fall ein Punkt, den man bedenken sollte. Es ist ein Lehrkrankenhaus und man wird (nach Möglichkeit) eben auch mal von Schülerinnen/Schülern untersucht. Dies kann man natürlich auch ablehnen, ich habe aber auch die doppelten Untersuchungen gern zugelassen, weil ich es wichtig finde.

Die Geburt zog sich ja ewig in die Länge, Ärzte habe ich insgesamt nur zwei Mal gesehen. Einmal, als die Herztöne des Zwerges bedrohlich abfielen, da waren sie aber so schnell wieder weg, wie sie da waren. Und dann einmal zur PDA. Die restliche Zeit wurde ich nur von den Hebammen betreut, die zugegebenermaßen viel Zeit hatten. :mrgreen: Ich wurde sehr ermutigt, immer mal eine andere Position auszuprobieren als nur auf dem Bett zu liegen, worauf ich aber absolut keine Lust hatte. Auch sonst wurde mir fast nichts vorgeschrieben. Nur mit der Wasserflasche rannten sie buchstäblich hinter mir her. *lach* Und nach der Herztonsache wollten sie dann schon ein wenig sicher gehen und ich sollte ab und an mal in eine bestimmte Position damit sie kurz (!) das CTG-Ding, was allerdings schon die ganze Zeit um war, aber schnurlos ist, mal wieder "auf Empfang" bringen konnten. Oft haben sie deswegen aber wirklich nicht genervt sodass auf den Audrucken die meiste Zeit eigentlich nix zu sehen war. :roll:

Morgens gab es dann Schichtwechsel, das neue Team war auch sehr sympathisch, ich habe es aber nur kurz gesehen und dann kam der nächste Wechsel... Ich wurde nämlich gefragt, ob ich bereit wäre, als Abschlussprüfungsgeburt für eine angehende Hebamme zu fungieren. Mir wars egal (nach 28 schlaflosen Stunden hätten die wohl alles mit mir machen können :lol: ) und besser hätte ich es nicht treffen können. Die Hebammenschülerin war super gewissenhaft, es war ja auch immer die Hebammenprüferin zur Kontrolle da ... und: beide waren die ganze Zeit bei uns.

Routineeingriffe gab es nicht. Obwohl die Fruchtblase ewig nicht platzen wollte und den Zwerg daran hinderte, vollkommen ins Becken zu rutschen, wurde sie nicht gesprengt. Man wollte nicht in den Verlauf eingreifen, solange noch ein Fortschritt sichtbar war. Geschnitten wurde nicht, Einlauf gabs nicht, Rasur auch nicht. Bevor ich nen Blasenkatheter bekam, wurde ich noch zweimal auf die Toilette geschickt, obs vielleicht doch ohne klappt.

Nach der Geburt bekam ich den Zwerg gleich auf den Bauch, ich wurde gefragt, ob ich stillen wollte, habe das Anlegen gezeigt bekommen, der Zwerg wollte aber nicht. :roll: Irgendwann kam die U1, natürlich im Zimmer, der Papa stand dabei. Vor jeder Maßnahme wurde gefragt. ("Sollen wir ihn waschen? Ansonsten würde Papa ihn nur kurz etwas vom Blut befreien." :wink: , "Soll er Vit. K bekommen?") Nach der U wurde er vom Papa angezogen, zu mir gebracht und wir wurden allein gelassen. Ich bekam noch Mittagessen gebracht und dann nach 3 h ambulant entlassen.

An einer Stelle wars aber auch etwas ungünstig, dass es dort eben so gaaaar keine Routinemaßnahmen zu geben scheint. Der Zwerg wurde mit grünem Fruchtwasser geboren. Der KiA wurde verständigt und befand, Kind sähe gesund aus und es gäbe keinen Anlass zu weiteren Handlungen. In anderen KKHs (OZK z.B.) wäre bei der Diagnose grünes Fruchtwasser routinemäßig der Mageninhalt abgesaugt worden. Sicher nicht immer nötig, UNS hätte es jedoch eine Menge Ärger erspart.

Wegen des ganzen grünen Zeugs, was er geschluckt hatte und leider den Magen verklebte, konnte er nichts bei sich behalten und wir lagen nach 2 Tagen wieder drin im KKH. Diesmal auf der Neonatologie ... und das war der pure Horror. :roll: Wenn du DAS auch noch hören willst, sag Bescheid. :wink:

Letztlich würde ich aber jederzeit wieder nach Neukölln zur Entbindung fahren. Hauptsächlich dafür entschieden habe ich mich wegen dem dortigen Umgang mit Einleitungen. Es gibt keinen Stichtag, an dem eingeleitet wird, sondern man kommt ab ET alle 2 Tage zur Kontrolle und erst, wenn es Anlass zur Sorge gibt, wird eingeleitet. So ging eine Bekannte auch schon mal 18 Tage über Termin... Und mir war das sehr wichtig, weil ich wusste, ich war 7 Tage zu früh datiert worden und wollte nie und nimmer aus Prinzip und damit eigentlich zu früh eingeleitet werden.
Liebe Grüße von nkruemel ( 04/82 )
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Re: hat hier jemand im westend entbunden?

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Jula82 hat geschrieben:@Sandküste: Was ist denn halbambulant?
so nannten die das - ich wollte gleich nach Hause, aber einmal hatten wir gritzegrünes Fruchtwasser und einmal wegen der Diabetes. Meine Hebamme meinte, wenn dann doch was sei, könnte es sein, dass das Kind aufgenommen wird, ich aber nicht. Das wollte ich auf k einen Fall - so frisch entbunden die Tage auf einem Stuhl verbringen.....also blieben wir nach der Geburt am NAchmittag die NAcht und sind nach dem Frühstück gegangen. Aus dem Kreißsaal kam ich eh erst am Abend - war also wirklich nur die Nacht.
Als ich morgens mit meinem KInd auf dem Arm zum Frühstücksraum gehenw ollte, raunzte man mich gleich an, ich solle den Wagen benutzen, so könne ich doch eh nicht frühstücken. Ich meinte nur "Ach, was glauben sie, was ich m it Baby auf dem Arm alles kann" 8)
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Re: hat hier jemand im westend entbunden?

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Aditi hat geschrieben:danke du süße :oops:
am liebsten würde ich deinen geburtspool kaufen und zu hause entbinden *kicher*
naja, man kann ja mal träumen...

nachdem ich grad nochmal 2h bei den gestose-frauen gelesen habe, fürchte ich, wird es wohl doch eher eine der empfohlenen kliniken für risikogeburten (oder so), sprich virchow, charite mitte oder neukölln :roll:
nach dem 19.12 (großer ultraschall) weiß ich dann mehr *zitter*

wenn jd. zu den genannten noch was beizutragen hat, ich wäre da sehr interessiert.
DANKE euch allen.
ich hatte beim ersten Kind eine Gestose -a ber nur eine leichte und gut im Griff.
Hast Du denn Anzeichen? Du hattest HELPP?
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Talgaro
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Re: hat hier jemand im westend entbunden?

Beitrag von Talgaro »

nkruemel hat geschrieben:
fruba hat geschrieben:wenn man schaut wie lange eine Geburt so braucht ist eben das Problem das kaum jemand 12 Stunden in einer Badewanne liegen möchte/kann. :wink:
Äh, ja, logisch, deshalb ist doch (so dacht ich) im Wassergeburtszimmer auch immer ein Bett, damit man erst in die Wanne geht, wenn das Baby tatsächlich kommen will?!
Ich war zweimal im Geburtshaus und nicht im Krankenhaus, aber die Wanne ist ja auch gerade in der Eröffnungsphase toll! Ich habe mich im Geburtshaus sofort in die Wanne gelegt und bin erst zu den Geburten raus (auf eigenen Wunsch), die positiven Wirkungen (aufgekockertes Gewebe durch das warme Salzwasser) halten wohl noch so 2 Stunden an - hab ich mal gelesen. Nur zum Ende hin in die Wanne setzen find ich merkwürdig und bevor ich da selbst raus wollte hätte mich auch keiner zwingen dürfen, die Wehen waren im Wasser wesentlich angenehmer!
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Re: hat hier jemand im westend entbunden?

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

ich fand die Wanne nicht so toll - ich war bei zwei GEburten vorher drin und konnte die Wehen aber an "LAnd" besser verarbeiten - Geburt direkt im Wasser ist für mich persöniich nichts
beim 3. Kind war ich gar nicht im Wasser, hatte absolut kein Verlangen danach - aber nach Bewegung
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Jula82
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Re: hat hier jemand im westend entbunden?

Beitrag von Jula82 »

Von den drei "Risikokrankenhäusern" find ich Neukölln am besten. Hat auch meine Hebamme damals gesagt. Ich wär allerdings ins Virchow gegangen, weil das nur fünf Minuten mit dem Auto von hier ist.

Badewanne: Fand ich persönlich sehr gut! Hab bestimmt vier oder fünf Stunden dringelegen. Von Ende Eröffnungsphase bis kurz vor dem Finish. Leider waren dann meine Presswehen irgndwann nicht meh so toll bzw. wurden nicht stärker, sodass ich aufs Bett gescheucht wurde (wo man mir dann den Wehentropf angedreht hat :? ). Zum Glück war ich durch das lange Liegen in der Wanne so schön aufgeweicht, dass nix gerissen ist oder so. Na gut, vielleicht wärs das auch so nicht, aber ich schiebs immer gern da drauf.
Liebe Grüße
Julia

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Re: hat hier jemand im westend entbunden?

Beitrag von nkruemel »

Talgaro hat geschrieben:aber die Wanne ist ja auch gerade in der Eröffnungsphase toll!
DAS ist ja nun Geschmackssache... :wink: Aber gut, ich schreibs mal anders, hatte den zweiten Halbsatz vergessen. Wollte lediglich ausdrücken, dass man, nur weil man eine Wassergeburt möchte, ja nicht genötigt wird, die ganze Zeit über in der Wanne zu hocken.
nkruemel hat geschrieben:Äh, ja, logisch, deshalb ist doch (so dacht ich) im Wassergeburtszimmer auch immer ein Bett, damit man erst in die Wanne geht, wenn das Baby tatsächlich kommen will bzw. damit man zwischen Wanne und Bett etc. hin- und herwechseln kann wie man möchte?!
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Re: hat hier jemand im westend entbunden?

Beitrag von Talgaro »

Na klar Geschmackssache, wie eine Wassergeburt ja auch.
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Re: hat hier jemand im westend entbunden?

Beitrag von Aditi »

ich komm echt nicht jeden tag zum schreiben leider *grummel*

danke für den tollen bericht!
was ist den OZK?

und ja der neonatologiebericht interessiert mich sehr, da hab ich auch schon 3 wochen verbracht, und bei meiner diagnose möglicherweise nicht zum letztenmal :roll:

warum bekommt man denn einen blasenkather bei einer spontangeburt?? *grusel* hattest du wenigstens ne pda, mir haben sie den blasenkatheter vor der narkose gelegt, man war ich da sauer "frau x. , wir haben ihnen doch gesagt, wir stehen unter zeitdruck." na danke, die paar sekunden , grrr

ich hab das gefühl, diese risiko-kliniken sind alles lehrkrankenhäuser, dem kann man wohl nicht ausweichen.
ich fands recht grausam, weil bei mir mehrmals täglich blut abgenommen wurde, meist von studenten , die´s nicht besonders konnten, ich sah aus wien drogenjunkie im endstadium. und ich hab eh schon ne nadelphobie, die ist seitdem nicht besser geworden :roll:
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Re: hat hier jemand im westend entbunden?

Beitrag von nkruemel »

Macht ja nix, ICH kann warten. :mrgreen:

Das OZK ist das Oskar-Ziethen-KH in Lichtenberg, kommt für dich eh nicht in Frage, aber die meisten, die hier in Köpenick auf eine angeschlossene Kinderklinik "bestehen", entbinden dort, daher kenne ich seeehr viele Berichte über Geburten dort und es fiel mir spontan als Beispiel ein. *g*

Den Bericht schreib ich dann, wenn der Zwerg schläft.

Den Blasenkatheter brauchte ich leider, weil die nicht platzen wollende Fruchtblase, die mein Kleiner mit dem Kopf vor sich herschob, so ungünstig auf einige Nerven drückte, dass ich auch ohne PDA kein Gefühl mehr für die Blase hatte, also weder merkte, dass die rappelvoll war, noch in der Lage war, sie zu leeren. Damit die volle Blase aber nicht noch zusätzlich den "Weg nach draußen" behinderte, wurde ich eben katheterisiert, sogar mehrmals. Vorher haben sie aber echt alle Tricks versucht und dann auch noch einige Zeit gewartet, bis die PDA saß, nachdem ich nach dieser ohnehin verlangt hatte. Und: sie haben gefragt, ob sie "dürfen"; hätte ich verweigert, hätten sie es gelassen.

Stimmt, das Blutabnehmen ist bei Studenten echt so ne Sache und ich finde, das sollte man auch verweigern dürfen irgendwann (wobei mich auch schon "Profis" grün und blau gestochen haben...). Bei den Untersuchungen hat sich bei mir eigentlich keine ungeschickt angestellt oder mir weh getan, was halt stören kann (mir wars in meinem Gemütszustand echt vollkommen egal), ist eben die Tatsache, dass man grundsätzlich zweimal untersucht wird ... einmal von der Schülerin, einmal von der Hebamme.
Liebe Grüße von nkruemel ( 04/82 )
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