Äh, ja, logisch, deshalb ist doch (so dacht ich) im Wassergeburtszimmer auch immer ein Bett, damit man erst in die Wanne geht, wenn das Baby tatsächlich kommen will?!fruba hat geschrieben:wenn man schaut wie lange eine Geburt so braucht ist eben das Problem das kaum jemand 12 Stunden in einer Badewanne liegen möchte/kann.
Dann jetzt mal mein Neukölln-Bericht. Achtung, lang!! Wie schon gesagt war ich mit dem Verlauf der Geburt wirklich sehr zufrieden.
Wir kamen irgendwann abends im Kreißsaal an und wurden von einer unheimlich sympathischen Hebamme und einer Hebammenschülerin begrüßt. Letzte kümmerte sich so lange um mich, bis die Hebamme zur Untersuchung kam. Die Aufnahme war total entspannt, irgendwie gar nicht so krankenhausmäßig, wie ich es mir vorgestellt hatte. Natürlich wurde ein CTG geschrieben, nicht lange allerdings, denn das Ding konnte keine Wehen finden, was mit dem Kommentar "Naja, spinnt das Teil wohl wieder, sie wären ja nicht hier, wenn sie keine hätten..." abgetan wurde.
Es ist auf jeden Fall ein Punkt, den man bedenken sollte. Es ist ein Lehrkrankenhaus und man wird (nach Möglichkeit) eben auch mal von Schülerinnen/Schülern untersucht. Dies kann man natürlich auch ablehnen, ich habe aber auch die doppelten Untersuchungen gern zugelassen, weil ich es wichtig finde.
Die Geburt zog sich ja ewig in die Länge, Ärzte habe ich insgesamt nur zwei Mal gesehen. Einmal, als die Herztöne des Zwerges bedrohlich abfielen, da waren sie aber so schnell wieder weg, wie sie da waren. Und dann einmal zur PDA. Die restliche Zeit wurde ich nur von den Hebammen betreut, die zugegebenermaßen viel Zeit hatten.
Morgens gab es dann Schichtwechsel, das neue Team war auch sehr sympathisch, ich habe es aber nur kurz gesehen und dann kam der nächste Wechsel... Ich wurde nämlich gefragt, ob ich bereit wäre, als Abschlussprüfungsgeburt für eine angehende Hebamme zu fungieren. Mir wars egal (nach 28 schlaflosen Stunden hätten die wohl alles mit mir machen können
Routineeingriffe gab es nicht. Obwohl die Fruchtblase ewig nicht platzen wollte und den Zwerg daran hinderte, vollkommen ins Becken zu rutschen, wurde sie nicht gesprengt. Man wollte nicht in den Verlauf eingreifen, solange noch ein Fortschritt sichtbar war. Geschnitten wurde nicht, Einlauf gabs nicht, Rasur auch nicht. Bevor ich nen Blasenkatheter bekam, wurde ich noch zweimal auf die Toilette geschickt, obs vielleicht doch ohne klappt.
Nach der Geburt bekam ich den Zwerg gleich auf den Bauch, ich wurde gefragt, ob ich stillen wollte, habe das Anlegen gezeigt bekommen, der Zwerg wollte aber nicht.
An einer Stelle wars aber auch etwas ungünstig, dass es dort eben so gaaaar keine Routinemaßnahmen zu geben scheint. Der Zwerg wurde mit grünem Fruchtwasser geboren. Der KiA wurde verständigt und befand, Kind sähe gesund aus und es gäbe keinen Anlass zu weiteren Handlungen. In anderen KKHs (OZK z.B.) wäre bei der Diagnose grünes Fruchtwasser routinemäßig der Mageninhalt abgesaugt worden. Sicher nicht immer nötig, UNS hätte es jedoch eine Menge Ärger erspart.
Wegen des ganzen grünen Zeugs, was er geschluckt hatte und leider den Magen verklebte, konnte er nichts bei sich behalten und wir lagen nach 2 Tagen wieder drin im KKH. Diesmal auf der Neonatologie ... und das war der pure Horror.
Letztlich würde ich aber jederzeit wieder nach Neukölln zur Entbindung fahren. Hauptsächlich dafür entschieden habe ich mich wegen dem dortigen Umgang mit Einleitungen. Es gibt keinen Stichtag, an dem eingeleitet wird, sondern man kommt ab ET alle 2 Tage zur Kontrolle und erst, wenn es Anlass zur Sorge gibt, wird eingeleitet. So ging eine Bekannte auch schon mal 18 Tage über Termin... Und mir war das sehr wichtig, weil ich wusste, ich war 7 Tage zu früh datiert worden und wollte nie und nimmer aus Prinzip und damit eigentlich zu früh eingeleitet werden.