Sandküste hat geschrieben:Mein Baby abends schreien zu lassen - nein, das käme für m ich absolut nicht in Frage
Ich denke, jedes Kind hat diese 24-Stunden-Betreuung auch gehabt - und warum soll ich sie dem jeweils jüngsten Kind nicht gönnen. Ich denke, das kleinste Kind ist in diesem Fall am bedürftigsten.
Ich meine ja auch nicht, dass man das Baby einfach schreien lässt, sondern der erste Schritt für mich wäre auch, es MIT Baby zu machen. Wenn das aber nicht geht bzw. das größere Kind dann zu kurz kommt, muss man nach anderen Lösungen suchen. Natürlich ist das kleinste Kind am bedürftigsten, aber seine Bedürfnisse kann auch mal für eine kurze Zeit der Papa versuchen zu befriedigen, oft geht es ja gar nicht immer nur ums Stillen, sondern einfach um Nähe, Beruhigung bei Unwohlsein (Blähungen) o.ä. Das Baby hat auch eine 24-Stunden-Betreuung, wenn es beim Papa ist

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Als meine beiden mittleren Kinder Babys waren, war ich abends überwiegend allein und MUSSTE so beim Baby bleiben und seine Bedürfnisse an die erste Stelle setzen, denn eine Alternative gab es nicht außer allein schreien lassen. Aber gut war das nicht für die größeren Geschwister, so manches Insbettbringen der Großen fiel sehr unruhig und kurz aus, weil das Baby schrie (vor allem damals beim zweiten Kind). Ich hatte oft ein schlechtes Gewissen und das Gefühl, dass das größere Kind, das ja auch noch sehr klein war, zu sehr zurückstehen muss und mehr Mama bräuchte. Am WE, wenn mein Mann da war, war es auch nicht viel besser, denn das Baby wollte dann meistens kaum beim Papa sein (H. im ersten Jahr gar nicht), also gab es auch dann keine Exklusivzeit mit Mama, sondern höchstens mit Papa, was aber nicht dasselbe ist.
Genau aus dieser Erfahrung heraus und natürlich weil mein Mann jetzt zu Hause ist, habe ich es dieses Mal anders gehandhabt. Denn ich finde, dass man sehr aufpassen muss, dass die größeren Kinder nach der Geburt des Babys nicht zu kurz kommen, denn das Baby bekommt -berechtigterweise- so viel Mama durchs Stillen, Tragen und Familienbett, das kommt sowieso nicht zu kurz.
Ist das größere Kind noch sehr jung, dann ist das sicher nicht so einfach. Aber mit drei Jahren haben meine das schon sehr gut verstanden.
Und ICH hätte sie auch nie in Ruhe zu Bett bringen können, wenn das Baby verzweifelt weint - denn das weiß eben nicht, dass ich wiederkomme.
Verstehen ja, aber das ändert nichts am Bedürfnis nach einer Kuschelzeit mit Mama. Wenn das Baby beim Papa verzweifelt weint und er es nicht beruhigen kann, wird die Mutter es sicherlich wieder zu sich nehmen. So etwas war bei uns aber die Ausnahme, wenn ich merkte, es klappt mit den beiden nicht, habe ich den großen Kindern erklärt, dass ich zu Hannah muss und der Papa weitermacht. Aber im allgemeinen hat mein Mann es recht gut geschafft, sie zu beruhigen, man muss es nur beiden zutrauen...

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Stef, vielleicht versucht Ihr es erst einmal so, dass Du Leni ins Bett bringst (bettfertig kann Dein Mann sie ja vorher machen) und Emilia beim Papa bleibt. Wenn er sie dann gar nicht beruhigen kann und Leni noch nicht schläft, muss dann doch "getauscht" werden und der Papa bleibt bei ihr, auch wenn ihr das vielleicht nicht so gut gefällt. Aber dass sie halt die erste ruhige Vorlese- und Kuschelzeit mit Dir hat.