Pro Reli Volksabstimmung

Moderator: Marla84

Was kreuzt ihr am Wochenende an?

Umfrage endete am 29.04.2009, 13:40

Ja
6
32%
Nein
13
68%
Ich gehe nicht hin.
0
Keine Stimmen
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 19

Yolanthe
gehört zum Inventar
Beiträge: 422
Registriert: 13.03.2009, 16:04
Wohnort: Berlin

Re: Pro Reli Volksabstimmung

Beitrag von Yolanthe »

Lovis hat geschrieben:Ich werde mit nein stimmen.

Ich bin der Meinung, in einem säkularen Staat hat Religion an staatlichen Schulen in der Form, wie ich evangelischen Religionsunterricht kennen gelernt habe, nicht während der "normalen" Unterrichtszeit zu suchen. Ich wurde nicht über die Religion informiert, sondern missioniert (hat aber nichts gebracht :twisted: ).

Räume zur Verfügung stellen, ok (also wie der Volkshochschule oder der Musikschule), meinetwegen wegen Gemeinnützigkeit auch fianzielle Vorteile. Aber in den Stundenplan gehört das nicht. Vermittlung von Wissen über Religionen und Werten und Co ist wichtig, sollte meiner Meinung aber zumindest in der (öffentlichen) Schule neutral bzw. auf Grundlage der "Werte" des Staates (also z.B. die Grundrechte) vermittelt werden.

Religiöse Unterweisungen gehören nicht in die Schule, sondern in die religösen Einrichtungen (dabei auch in konfessionelle Schulen). Und wenn die Kirchen Angst haben, das dann keiner mehr kommt, sollten sie vielleicht was ändern, aber nicht verlangen, dass Religion ordentliches Schulfach "außerhalb der Randstunden" (wie Bischof Huber sagte) wird.

Wer befürchtet, dass die fundamentalistischen Vertreter der Religionen so schlechter kontrolliert werden können, sollte meiner Meinung nach bedenken, dass es im Zweifel immer ein Hinterzimmer gibt, um solche Thesen den Kindern zu vermitteln. Mal davon abgesehen, dass Werte eigentlich in jedem Schulfach "nebenbei" vermittelt werden sollten.
Ich muß hier Lovis voll zustimmen.

Wenn das Elternhaus religiös geprägt ist, werden die Eltern schon das ihre tun, um ihren Kindern ihre Religion zu vermitteln. Ob das jetzt im Kindergottesdienst, in der Koranschule oder daheim passiert, bleibt sich letztendlich gleich.

Wessen Eltern in einer Sekte sind, wird auch auf die eine Linie eingeschworen, an die die Eltern glauben, so hirnrissig diese auch sein mag.

Kinder, deren Eltern Atheist sind, oder keine aktiven Kirchgänger o.ä. sind, müssen doch nicht zwangsweise missioniert werden, nur damit die christl. Kirchen (und um diese geht es doch hauptsächlich!) neue Mitglieder bekommen!
Mir wird ganz anders, wenn ich höre, daß im Religionsunterricht gebetet wird... *grusel*
Dort soll man mMn über die jeweilige Religion informieren, aber doch nicht missionieren!!! Außerdem gibt es auch im Religionsunterricht (zumindest hier in Berlin) mehrheitlich Kinder, die keiner christl. Kirche angehören. Warum sollen die dann beten? Ich versteh's nicht.

In der alten Schule meiner Tochter ist sogar das Erntedankfest als Fest christl. Ursprungs verkauft worden- da fällt mir echt nix mehr zu ein.
Ach ja, und die Jesus-Bildchen malen... gab es dort auch.

Ich hab meiner Tochter gesagt, daß es mehrere Religionen gibt und ihr die Unterschiede erklärt (auch zu früher und heute, Stichwort Inquisition).
Sie weiß, daß ich nicht an Gott glaube und auch nicht, daß es ihn überhaupt gibt. Wäre dann eher Nihilist als Atheist.

Wenn sie später Interesse an Religionen zeigt, werde ich ihr einige Bücher dazu geben oder mit ihr in die Bibo gehen. Von mir aus auch in den Gottedienst.
Liebe Grüße von Yolanthe
mit großem Fische-Mädchen (03/2001) und kleinem Stier (05/2008)
Benutzeravatar
fruba
ModTeam-Trageberatung
Beiträge: 7643
Registriert: 08.02.2009, 11:18

Re: Pro Reli Volksabstimmung

Beitrag von fruba »

Ein klares nein am Sonntag.

Besonders unfair fand ich das mir die Kirche 2mal geschrieben hat das ich doch mit ja stimmen solle. Schreibt die auch an Atheisten? Dadurch bin ich kurz davor auszutreten. :evil: Für mich gehört Religion, bzw. religiöse Erziehung nicht in den Schulunterricht. Ich bin ganz klar für Ehtik. Ich kann auch nicht nachvollziehen wie z.B. die katholische Kirche etwas von Werte übermitteln, Nächstenliebe, etc. labern kann ob hätte es keine Verfolgung andersgläubiger Christen. etc. gegeben.

Unsere heutigen Werte, soziale Einstellung, etc. kommt sicherlich nicht aus der Bibel.

Ich möchte keinen mit meinen Ansichten verletzen, ich denke jeder kann in seiner Freizeit gerne in die Kirche gehen, etc. Aber eine gewisse Bildung und kritischen Umgang mit Religion sollte jedem Kind beigebracht werden.

Ich bin froh in der Schule in der 12-13. Klasse einen tollen Religionslehrer gehabt zu haben. Der hat nach der ersten Klassenarbeit ganz klar gesagt, das es nicht mehr geht in der Klausur irgenetwas von der liebe Gott wird es schon richten und wir haben uns alles lieb zu schreiben. Wir mussten dann Texte analysieren,... Der beste Satz von ihm war "Gott gibt es nicht, vielleicht irgendeine Energieform oder so" 8) . Die Kombination Religions und Mathelehrer ist halt optimal.
Glücklich mit drei Kindern 2009, 2011 und 2016.

Hoffnung und Zuversicht verstecken sich manchmal wie die Sonne hinter einem Berg - und obwohl man sie nicht sieht, trotzdem ist es hell.
Benutzeravatar
Hauptstadtkind
alter SuT-Hase
Beiträge: 2790
Registriert: 30.08.2007, 17:18

Re: Pro Reli Volksabstimmung

Beitrag von Hauptstadtkind »

fruba hat geschrieben: Besonders unfair fand ich das mir die Kirche 2mal geschrieben hat das ich doch mit ja stimmen solle. Schreibt die auch an Atheisten?
Nee, glücklicherweise nicht.

Alle, die ich kenne und mit denen ich mich unterhalten habe, wählen NEIN (und das ist auch gut so).

Was im Westteil der Stadt größtenteils gewählt werden wird, ist klar :roll: . Ich hoffe, der Osten beteiligt sich gut.
mit Großkind (7) und Kleinkind (3)

Es kommt nicht darauf an, wo jemand steht. Wichtiger ist, in welche Richtung er blickt. (Terry Pratchett)
Aschenputtel
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1069
Registriert: 29.02.2008, 13:18

Re: Pro Reli Volksabstimmung

Beitrag von Aschenputtel »

Anne hat geschrieben:Alle, die ich kenne und mit denen ich mich unterhalten habe, wählen NEIN (und das ist auch gut so).
Was im Westteil der Stadt größtenteils gewählt werden wird, ist klar :roll: . Ich hoffe, der Osten beteiligt sich gut.
Ich denke, der Osten wird wohl genauso wählen, oder? Das Thema ist wohl schon durch bei Euch...
fruba hat geschrieben: Unsere heutigen Werte, soziale Einstellung, etc. kommt sicherlich nicht aus der Bibel.
Stimmt rein geschichtlich nicht. Unsere abendländische Kuktur ist ganz wesentlich davon bestimmt, so haben sich viele für uns maßgebliche Philosophen (Kant, ...) mit Religion auseinandergesetzt, natürlich auch in kritischer Weise (Feuerstein, Marx,...). Es gibt natürlich noch andere Einflüsse, z.B. hellenistisch-römische, germanische, ...
Yolanthe hat geschrieben:Mir wird ganz anders, wenn ich höre, daß im Religionsunterricht gebetet wird... *grusel*
Dort soll man mMn über die jeweilige Religion informieren, aber doch nicht missionieren!!! Außerdem gibt es auch im Religionsunterricht (zumindest hier in Berlin) mehrheitlich Kinder, die keiner christl. Kirche angehören. Warum sollen die dann beten? Ich versteh's nicht.
Na, so schlimm ists auch wieder nicht! :)
Aber was Du beschreibst ist auch eher ein religionswissenschaftlicher Unterricht. Ich weiß jetzt nicht, was bei Euch in Berlin zur Abstimmung steht, das konnte ich aus den eigangs gegebenen Abstimmungsmöglichkeiten nicht erkennen. :wink:
Aber das ist auf jeden Fall inhaltlich was anderes als konfessionell gebundener Religionsunterricht, bei dem Kinder einer Konfession teilnehmen. Wenn Du nicht willst, dass Deine Tochter betet, dann kannst Du sie natürlich auch nicht in den Religionsunterricht schicken, das ist klar. Sie wird ja dann vermutlich auch keiner Konfession angehören, sprich nicht getauft sein...
Talgaro hat geschrieben:...
Ja, alles nicht so einfach und ich glaube auch wirklich schwer mit anderen Bundesländern zu vergleichen: Berlin ist nunmal nicht Bayern gerade was die Religion angeht.
Na ja, wir rennen auch nicht alle im Dirndl und in der Lederhosn auf grünen Wiesen rum und gehen recht stockkatholisch jeden Sonntag in die Kirche... :D
Aber ich seh ein, dass in Eurem "Schmelztiegel" besondere Gegebenheiten vorherrschen...
Talgaro hat geschrieben:... Ich habe übrigens eine liebe Freundin, die sich sehr in ihrer Gemeinde engagiert (Gethsemanegemeinde) und die sagt, sie will für ihren Sohn lieber den Unterreicht in "ihrer" Gemeinde, weil sie da die Leute kennt und weiß was gemacht wird, als irgendeinen eventuell demotivierten Relilehrer alles kaputt machen zu lassen (bitte nicht übelnehmen, aber leider gibts ja in jedem Fach auch schlechte Lehrer, die einem wirklich das Fach vermiesen können - auch in Ethik, klar, aber für sie ist das eine schlimme Vorstellung).
Ja, versteh ich, aber so gehts natürlich auch, mal extrem gedacht, den Anhängern deS Milli Görus-Verbandes, der nachgewießen verfassungsfeindliche Absichten hegt...
Liebe Grüße, Aschenputtel, Schnupse (08/07) kleine Schnucke (06/13), zwei Sternchen (08/14 und 01/15) und Strahlemann (05/16)
Meine Babys sind ohne Hilfsmittel geboren, (langzeit)gestillt, (langzeit)familiengebettet, (langzeit)getragen, nicht geimpft, nicht bebreit, unbeschnullert und teilzeitwindelfrei bzw. stoffgewickelt.
maryam
hat viel zu erzählen
Beiträge: 227
Registriert: 07.03.2007, 15:22
Wohnort: Berlin

Re: Pro Reli Volksabstimmung

Beitrag von maryam »

ich als Muslima werde auch für Nein stimmen.Den ich denke für die Religiöse Erziehung meines Kindes sind wir als Eltern zuständig.
Ich selber bin ja hier im Deutsch Sprachigen Muslimkreis aktiv.Wir sind eine Gemeinde in der ein großer Teil der Mitglieder konvertiert sind.Unsere Umgangssprache ist ganz selbstverständlich Deutsch.Wir arbeiten gerde was Moscheeführungen betrifft mit mehreren Schulen zusammen.Die zum Teil seit Jahren immer wieder im Rahmen des Ethik Unterrichtes zu uns kommen.
Die Ethik Lehrer die ich kennen gelernt habe sind sehr bemüht den Kindern unabhängig von ihrer persönlichen Meinung eine große Bandbreite zu vermitteln.
Ich finde es sehr wichtig gerde in einer Stadt wie Berlin wo wir nun mal mit all unseren unterschieden aber auch großen Gemeinsamkeiten zusammen leben.
Denn das kann ja auch ein Ergebniss des Ethik Unterrichtes sein dasein Sohn bekommt man fest stellt das es Gemeinsamkeiten gibt auf die wir unsere Gesellschaft weiter bestehen lassen können.Tür an Tür friedlich miteinander leben können.

Wir als Eltern erziehen unser Kind aber im Religiösen Sinne.Mein Sohn bekommt es mit wenn wir b.s.w Beten aber auch weiter lernen und diskutieren
Mein Sohn Sami ist am 29.01.07 geboren.
Mein zweiter Sohn Adam ist am 09.08.16 geboren.
Benutzeravatar
Hauptstadtkind
alter SuT-Hase
Beiträge: 2790
Registriert: 30.08.2007, 17:18

Re: Pro Reli Volksabstimmung

Beitrag von Hauptstadtkind »

Aschenputtel hat geschrieben:
Anne hat geschrieben:Alle, die ich kenne und mit denen ich mich unterhalten habe, wählen NEIN (und das ist auch gut so).
Was im Westteil der Stadt größtenteils gewählt werden wird, ist klar :roll: . Ich hoffe, der Osten beteiligt sich gut.
Ich denke, der Osten wird wohl genauso wählen, oder? Das Thema ist wohl schon durch bei Euch...
Ne, die meisten Kirchensteuerzahler sitzen im Westen und viele der Christen sind ProReli. :wink:

Es geht darum, dass die Initiative will, dass die Eltern (die Schüler haben das ja nicht zu entscheiden :roll: ) ab der 7. Klasse wählen müssen: Entweder Ethik oder Religion. So sitzen die Schüler einer Klasse dann in zwei Räumen und lernen getrennt. Wenn man das will, stimmt man mit ja.

Bisher hat man hier Ethik als Pflichtfach und kann Religion zusätzlich dazu wählen (und so BEIDES) machen. Alle Schüler (egal welcher Religion angehörig) sitzen in einem Raum und diskutieren gemeinsam. Wenn man will, dass das so bleiben soll, stimmt man mit nein.

Ich denke einfach, dass die beste Lösung ein NEIN und die Verbesserung des Ethikunterrichts (den Religionen mehr Platz einräumen und NEUTRAL informieren) ist.

In einem Gymnasium in Friedrichshain durften die Schüler "wählen":
81% ProEthik
19 % ProReli

Es kam raus, dass viele Eltern gar nicht verstehen, was genau die Initiative ProReli will und mit JA stimmen.Es würden viele einfach aus Versehen das Falsche ankreuzen.

Dummerweise wurde dem Senat jetzt verboten für ProEthik zu werben, weil dann die Chancengleichheit der Initiative verletzt werden würde. Ah ja... :roll: Chancengleichheit ist also, dass nur ProReli für sich werben darf.
mit Großkind (7) und Kleinkind (3)

Es kommt nicht darauf an, wo jemand steht. Wichtiger ist, in welche Richtung er blickt. (Terry Pratchett)
Lösche Benutzer 1828

Re: Pro Reli Volksabstimmung

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Ich zahle gerne meine Kirchensteuer - was ist daran verkehrt?

Den Religionsunterricht zu verbessern wäre ja auch noch eine Möglichkeit, oder?

Mir fällt auf, dass die meisten hier scheinbar ziemlich negativ der Religion gegenüberstehen- oder täuscht das?
Yolanthe
gehört zum Inventar
Beiträge: 422
Registriert: 13.03.2009, 16:04
Wohnort: Berlin

Re: Pro Reli Volksabstimmung

Beitrag von Yolanthe »

Nee, Sandküste, das täuscht (zumindest bei mir) nicht.

Wenn ich mir alleine die Bibel durchlese, sind da soviele Widersprüche... und schließlich berufen sich die Protestanten auf das "geschriebene Wort". Da erscheinen mir Märchen oft glaubwürdiger.

Ich mag auch mehr das Rationale. Das einzigen Male, in denen ich nach Gott "gerufen" habe, waren:
1. Bei meiner 2. praktischen Führerscheinprüfung (Gott, lass mich bestehen!) und
2. bei der Geburt meiner Tochter (Gott lass mich sterben).
Wäre es jetzt zynisch zu sagen, daß beides nicht funktoniert hat (letzteres zum Glück dank Reanimation)?

Für mich hat die Religion in der Schule nicht viel verloren. Ergänzend zum Ethikunterricht- von mir aus, aber als Alternative dazu? NEIN!

Ob der Reli-Unterricht verbessert wird? In welche Richtung denn? Dass es auch andere (gleichberechtigte) Religionen gibt und nicht nur die "Ungläubigen/Andersgläubigen"? Da fehlt mir echt die Phantasie zu.

Wenn ich alleine an den Fall des 9jährigen vergewaltigten Mädchens denke, an dem Ärzte eine Abtreibung vorgenommen haben... *kopfschüttel*
Was fällt der kathol. Kirche dazu ein? Exkommunikation.
Die leben doch im finstersten Mittelalter! Alleine die Meinung des papstes zu Verhütungsmitteln und Aids.
Klar schützt Enthaltsamkeit vor Schangerschaft- aber wie realistisch ist das ab einem gewissen Alter?
Genauso schützt Enthaltsamkeit vor Aids- nur, wer kann schon sagen, daß der Partner nie fremd geht.
Wenn DANN jemand stirbt (Aids oder weil zu krank für Schangerschaft/Geburt), isses "gottgewollt".
DAS verstehe ich beim besten Willen nicht. Wenn das nicht zynisch ist, weiß ich auch nicht mehr. :roll:
Liebe Grüße von Yolanthe
mit großem Fische-Mädchen (03/2001) und kleinem Stier (05/2008)
Lösche Benutzer 1828

Re: Pro Reli Volksabstimmung

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Oh, ja, das klingt verbittert :-(

Ich bin auch nicht bibelfest, ich gehe selten in die Kirche, ich bin wohl nach alten Standards kein guter Christ.
Aber ich sehe auch das schöne, das Gute, das die Kirche schafft. Und das möchte ich auch für meine Kinder.
Yolanthe
gehört zum Inventar
Beiträge: 422
Registriert: 13.03.2009, 16:04
Wohnort: Berlin

Re: Pro Reli Volksabstimmung

Beitrag von Yolanthe »

Sandküste hat geschrieben:Oh, ja, das klingt verbittert :-(

Ich bin auch nicht bibelfest, ich gehe selten in die Kirche, ich bin wohl nach alten Standards kein guter Christ.
Aber ich sehe auch das schöne, das Gute, das die Kirche schafft. Und das möchte ich auch für meine Kinder.
Was heißt verbittert? Ich nenne das realistisch.
Ich kann doch nicht die Vergangenheit (Inquisition, Zwangsmissionierung der Heiden...) der Kirche völlig außen vor lassen?
Außerdem hat mMn die christl. Kirche nicht viel "eigenes" geschaffen, ganz im Gegenteil, die Urkirche hat sehr sehr viel von den heidnischen Kulten übernommen (jungfräuliche Geburt, Auferstehung, "Oster"feuer, ...). Teilweise sind im 3. und 4. Jh. nach Chr. sehr viele christl. Feiertage absichtlich auf doe zeitgleich stattfindenden heidnischen Feste terminiert worden, um den Gläubigen auch was "bieten" zu können, also um der Attraktivität der heidn. Kultfeiern etwas entgegen setzen zu können.
Dann kommt noch dazu, daß viele Dogmen der Kirche in der Ursprungszeit gar nicht bestanden haben, bzw. rege diskutiert worden (die arianischen Christen in der Antike und die Katharer im Mittelalter seien hier mal als Beispiel genannt). Auf irgendeiner Synode ist dann festgelegt worden, was die "Schäfchen" zu glauben haben. Von der Ursprungsidee der jüdischen Sekte (und das war das Christentum mal!) um Jesus (so es ihn denn gegeben hat) mit Nächstenliebe, Vergebung, Armutsgebot... etc. ist in jedem folgenden Jahrhundert weniger übrig geblieben. Warum wohl? Nicht zukunftstauglich?

Warum wohl war im Mittelalter die Kirche der größte Grundbesitzer in Europa???

Ehrlich gesagt, sehe ich nichts gutes, was die Kirche schafft. Das ist meine private Meinung und ich will damit auch niemandem zu nahe treten.
Sicher ist ein Weihnachtsgottesdienst nett anzusehen. Aber ich gehe auch nur meinem Freund zuliebe mit.
Und die Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche sehe ich auch nur als Anreiz, in der Gemeinde seine freie Zeit zu verbringen.
Gab es sowas vor 100 Jahren?
Liebe Grüße von Yolanthe
mit großem Fische-Mädchen (03/2001) und kleinem Stier (05/2008)
Antworten

Zurück zu „Berlin und Brandenburg“