Ich muß hier Lovis voll zustimmen.Lovis hat geschrieben:Ich werde mit nein stimmen.
Ich bin der Meinung, in einem säkularen Staat hat Religion an staatlichen Schulen in der Form, wie ich evangelischen Religionsunterricht kennen gelernt habe, nicht während der "normalen" Unterrichtszeit zu suchen. Ich wurde nicht über die Religion informiert, sondern missioniert (hat aber nichts gebracht).
Räume zur Verfügung stellen, ok (also wie der Volkshochschule oder der Musikschule), meinetwegen wegen Gemeinnützigkeit auch fianzielle Vorteile. Aber in den Stundenplan gehört das nicht. Vermittlung von Wissen über Religionen und Werten und Co ist wichtig, sollte meiner Meinung aber zumindest in der (öffentlichen) Schule neutral bzw. auf Grundlage der "Werte" des Staates (also z.B. die Grundrechte) vermittelt werden.
Religiöse Unterweisungen gehören nicht in die Schule, sondern in die religösen Einrichtungen (dabei auch in konfessionelle Schulen). Und wenn die Kirchen Angst haben, das dann keiner mehr kommt, sollten sie vielleicht was ändern, aber nicht verlangen, dass Religion ordentliches Schulfach "außerhalb der Randstunden" (wie Bischof Huber sagte) wird.
Wer befürchtet, dass die fundamentalistischen Vertreter der Religionen so schlechter kontrolliert werden können, sollte meiner Meinung nach bedenken, dass es im Zweifel immer ein Hinterzimmer gibt, um solche Thesen den Kindern zu vermitteln. Mal davon abgesehen, dass Werte eigentlich in jedem Schulfach "nebenbei" vermittelt werden sollten.
Wenn das Elternhaus religiös geprägt ist, werden die Eltern schon das ihre tun, um ihren Kindern ihre Religion zu vermitteln. Ob das jetzt im Kindergottesdienst, in der Koranschule oder daheim passiert, bleibt sich letztendlich gleich.
Wessen Eltern in einer Sekte sind, wird auch auf die eine Linie eingeschworen, an die die Eltern glauben, so hirnrissig diese auch sein mag.
Kinder, deren Eltern Atheist sind, oder keine aktiven Kirchgänger o.ä. sind, müssen doch nicht zwangsweise missioniert werden, nur damit die christl. Kirchen (und um diese geht es doch hauptsächlich!) neue Mitglieder bekommen!
Mir wird ganz anders, wenn ich höre, daß im Religionsunterricht gebetet wird... *grusel*
Dort soll man mMn über die jeweilige Religion informieren, aber doch nicht missionieren!!! Außerdem gibt es auch im Religionsunterricht (zumindest hier in Berlin) mehrheitlich Kinder, die keiner christl. Kirche angehören. Warum sollen die dann beten? Ich versteh's nicht.
In der alten Schule meiner Tochter ist sogar das Erntedankfest als Fest christl. Ursprungs verkauft worden- da fällt mir echt nix mehr zu ein.
Ach ja, und die Jesus-Bildchen malen... gab es dort auch.
Ich hab meiner Tochter gesagt, daß es mehrere Religionen gibt und ihr die Unterschiede erklärt (auch zu früher und heute, Stichwort Inquisition).
Sie weiß, daß ich nicht an Gott glaube und auch nicht, daß es ihn überhaupt gibt. Wäre dann eher Nihilist als Atheist.
Wenn sie später Interesse an Religionen zeigt, werde ich ihr einige Bücher dazu geben oder mit ihr in die Bibo gehen. Von mir aus auch in den Gottedienst.