Stillrhythmus - warum verändert sich der eigentlich?

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Erika
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Stillrhythmus - warum verändert sich der eigentlich?

Beitrag von Erika »

Hallo allerseits,

ich frage mal hier im Stillforum, weil es mehr eine Still- als eine Schlaffrage ist.

Mein Junge ist knapp 7 Monate alt und wird noch voll gestillt.

Ab ca. 4 Wochen schlief er an etwa 5 Tagen die Woche nachts 6-10 Stunden am Stück, die eine oder andere Nacht wollte er nachts einmal was gegen 2 Uhr trinken. Seit er 5 Monate alt ist, will er jede Nacht einmal etwas trinken und seit etwa 3 Wochen wacht er auch nachts im 3 Stunden Rhythmus auf und will an die Brust. Diese Entwicklung ging damit einher, dass er tagsüber vom 2 Std. Rhythmus auf längere Abstände gewechselt ist. Dafür jetzt aber eben auch nachts seine Nahrung beansprucht. Ich weiß, dass das bei vielen Kindern so ist.

In den gängigen Ratgebern steht ja immer, duchschlafen (6 Std. am Stück) ab 10. Woche, es steht aber nie etwas davon da, dass sich das auch wieder ändert. Ich mache mir keine Sorgen um ihn, wüsste aber gerne, warum das so ist. Hat dafür jemand eine Erklärung?
LG
Erika

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daifuku
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Re: Stillrhythmus - warum verändert sich der eigentlich?

Beitrag von daifuku »

Ja, klar! :) Das nächtliche Stillen ist nicht unbedingt Nahrungsaufnahme, sondern dient zur Beruhigung. Gerade um den Halbjahresgeburtstag entwickeln sich die Kleinen so rasant - Mobilität, Wahrnehmung, Sprache und die ZÄHNCHEN... :roll: Da würden wir auch schlecht schlafen, glaub's mir. :wink: Nimm's hin, es wird wieder besser - spätestens, wenn alle Zähnchen da sind, also so mit 2. :mrgreen:
LG von Alex



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Traumwind
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Re: Stillrhythmus - warum verändert sich der eigentlich?

Beitrag von Traumwind »

Durchgeschlafen hat meine Tochter erst ein einziges Mal. ;-) Ansonsten sind wir Tag wie Nacht in einem stänidg wechselnden Stillrhythmus, der zwischen 1-2,5 Stunden Abstand pendelt.

Dein Sohnemann weiß nicht, was in irgendwelchen Ratgebern steht und daher bestimmt er seinen Rhythmus selbst und immer wieder aufs Neue. Mach Dir keine Gedanken darum. ;-) Wir hatten jetzt auch die letzten beiden Wochen wirkliche Horrornächte und ich kam auf dem Zahnfleisch daher. Meine Kleine hat wirklich jede halbe Stunde nach der Brust verlangt. Aber seit 3 Nächten gehts wieder und ich darf mal wieder mehr als ne Stunde am Stück schlafen. ;-)
Mama³

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Erika
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Re: Stillrhythmus - warum verändert sich der eigentlich?

Beitrag von Erika »

Danke für Eure Antworten.

Ich bin wirklich nicht beunruhigt und es geht mir auch (noch) nicht über meine Kräfte. Ich schlafe halt tagsüber mal.

Dass es mit der rasanten Entwicklung zu tun hat, konnte ich mir schon denken. Würde es aber gerne noch genauer wissen, gibts dazu irgendwelche Erkenntnisse?
- Weiß jemand, was am kindlichen Schlafverhalten anders ist, dass sie aufwachen und nicht wie Erwachsene und größere Kinder einfach "nur" stark träumen, wenn sich das Gehirn differenziert und viel Neues verarbeitet wird?
- Weiß jemand, warum sie dann nachts immer stillen wollen und nicht Hochnehmen, Zuspruch oder Saugen ausreicht? Damit lassen sie sich in anderen Situationen doch auch der Nähe vergewissern.

Ich würde gerne mehr darüber lernen, wie Kinder "ticken", nur deshalb hatte ich gefragt. Versteht Ihr, was ich meine?
LG
Erika

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Traumwind
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Re: Stillrhythmus - warum verändert sich der eigentlich?

Beitrag von Traumwind »

Also wissenschaftlich fundierte Aussagen kann ich Dir nun nicht geben. Aber Babys haben ja noch viel mehr Instinkt als wir. Wir wissen, dass wir in unseren Häusern sicher sind, dass uns nichts passiert. Babys nicht. Babys Gene sind in der Urzeit stecken geblieben und da war regelmässiges aufwachen, "kontrollieren" wo man ist, was los ist, das pure Überleben. Deswegen ist ein verfrühtes Durchschlafen eines Kindes eigentlich eher unnatürlich und wird nur von unserer zivilisierten Gesellschaft gerne angestrebt.
Das ist auch oft ein Grund, weshalb Babys schreien, wenn man sie ablegt. Liegen lassen hat damals den sicheren Tod für so ein wehrloses Menschlein bedeutet. Daher geben sie ein Signal und machen das nicht, weil "sie ganz genau wissen, wie sie mit uns umspringen können".

Was das stillen betrifft, so ist stillen ja auch nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern Mama tanken,Mama riechen, Sicherheit fühlen, Wärme und Geborgenheit. Das ist einfach effektiver, als nur hochnehmen, ein wenig schuckeln oder ähnliches. Es beruhigt einfach. Meine Tochter lässt sich, wenn sie sich weh getan hat, nicht z.B. nicht durch simples hochnehmen beruhigen. Sie brauch für 1 oder 2 Minuten die Brust und dann ists wieder gut. Meinen ungestillten Sohn hingegen konnte ich trösten, indem ich ihn geknuddelt habe. Das hat ihm gereicht.
Erika hat geschrieben:oder Saugen ausreicht?
Meinst Du damit saugen am Schnuller? Ich denke, das reicht nicht. Ist ja schließlich kein Original und an einem Plastikding rumsaugen ersetzt nun mal nicht Mamas Brust. Meiner Maus reicht es oft in unruhigen Nächten, wenn ich sie herziehe, sie ein wenig nuckeln kann und sie mich hat. Mittlerweile brauch ich sie kaum noch herziehen, wenn sie meine Nähe brauch, dann kommt sie hergerkabbelt. :) Das ist aber auch erst seit 2 oder 3 Nächten so, aber unheimlich entlastend.

Welches Buch mir im Übrigen bei solchen Sachen sehr geholfen hat, zu verstehen war: In Liebe wachsen von Gonzales. :)
Mama³

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