nun schreibe ich doch mal hier. Eigentlich dachte ich, es erledigt sich von selbst.
Ann ist heute 20 Tage alt. Sie ist mit 2810g, 48 cm bei 40+0 geboren, nach Einleitung, weil kaum noch Fruchtwasser da war. Geburt war ok, 2 h nach der ersten richtigen Wehe wurde sie am Abend in der Wanne geboren, alles bestens.
Sie wollte weder im Kreißsaal noch in der Nacht an die Brust. Erstens kam ihr ständig das Fruchtwasser hoch, zweitens war sie für die Brust auch zu hektisch und schaffte das Andocken nicht. Am nächsten Tag legte ich sie auch immer wieder an, aber es klappte nicht. Sie war sehr unruhig und suchte immerzu. Außerdem fror sie ständig, trotz Kleidung und Körperkontakt. Wir begannen auf der Wochenstation mit Flaschenfütterung, die sie gierig und schnell in einem leerte. Sie konnte nun endlich auch mal ne Stunde schlafen und fror nicht mehr ständig. So waren wir bei Anlegen, Flasche, Abpumpen alle 3 Std. gelandet. Früher meldete sie sich nicht und war auch nicht wach zu bekommen. Milcheinschuss hatte ich in der Nacht vom 2. auf den 3. Lebenstag. Gewichtsabnahme war bis 2640g, am 3. Tag aber schon wieder 2690g. Da sind wir dann heim.
Zuhause haben wir zunächst so weitergemacht, weil Anlegen einfach nicht klappte. Sie kann bis heute die Brustwarze nicht im Mund halten. Sie saugt an, zieht 4-5x, macht dann Pause und dabei flutscht sie ihr wieder raus. Andocken war ewig überhaupt auch das Problem. Es dauerte mehrere Minuten, bis sie es schaffte und wenn es dann nach den paar Zügen wieder vorbei war, musste sie ja wieder suchen. So kamen wir zu Stillhütchen, der mir erst als der Durchbruch erschien. Sie hält damit die Brustwarze auch unter Sog, wenn sie Pausen macht und saugt auch wirklich. Es ist zumindest immer Milch im Hütchen und ich höre sie auch schlucken, allerdings nicht so wie an der Flasche. Andocken hat aber immer noch lange gedauert. Das Zungenbändchen war auch sehr kurz und ist aber nun gelöst. Dann klappte es auch mit dem Andocken endlich besser und schneller.
Ab ca. dem 10. LT trank sie nach dem Stillversuch weniger Flasche, teilweise schlief sie dann auch, sodass wir nach und nach weniger Flasche fütterten. Am 14. LT hatte sie 2860g, also Geburtsgewicht erreicht. Das war der erste Tag ohne Flasche. Seitdem stillen wir nur noch und es fühlte sich alles gut an. Heute war die Hebamme wieder zur Gewichtskontrolle da und da waren es nun nur noch 2790g, also abgenommen.
Nun weiß ich auch nicht so recht, wie ich weitermachen soll.
Ann trinkt tagsüber meist alle 2-3 Std. Sie schafft es nun schnell anzudocken. Bei den ersten Zügen muss ich die Luft anhalten, weil es wehtut, dann aber fühlt es sich ok an. Abends stillt sie oft ewig am Stück oder oft hintereinander, dafür schläft sie dann nach 0 Uhr auch mal 4 oder auch 5 Stunden. Die einzelne Stillmahlzeit dauert lange (?), mind. 2 x 20 min mit Wickeln dazwischen. Sie dockt nicht selbst ab, sondern ich beende es irgendwann und dann schläft sie auch, entweder so oder oft auch im Tuch. Sie wirkt insgesamt zufrieden. Ich finde es so auch völlig ok, da ich den ganzen Tag nur mit Ann zuhause bin und mich da ganz nach ihr richten kann.
Die Windeln sind regelmäßig nass. Ich habe ehrlich keine Ahnung mehr, wie nass die wohl sein müssen. Wir haben Stoffwindeln und die sind mind. 8x nass. Aber tropfen tun sie nun nicht. Der Urin ist ganz hell. Stuhlgang war vor einer Woche mehrfach am Tag und ist dann seltener geworden, nur jeden zweiten Tag. Gestern und heute hatte sie aber schon. Und er sieht wie normaler MuMi-Stuhl aus.
Ann ist 3 cm in den 3 Wochen gewachsen. Sie friert immer noch viel, wenn es nicht gerade so heiß ist wie vor ein paar Tagen. Sie hat heute Strampler, Strümpfe und Wollschühchen an den Füßen, damit die warm sind.
Sie hat keinen Flüssigkeitsmangel (von der Hebamme auch nochmal bestätigt).
Wir stillen weiterhin mit Stillhütchen, in denen ich auch die Milch sehen kann. Ich spüre auch regelmäßig den Milchspendereflex, auch ohne Stillen. Abpumpen kann ich auch noch und Auslaufen tu ich auch, also Milch ist da. Allerdings ist es weniger geworden, weil ich nur noch 1-2x pro Tag gepumpt habe, weil ich ja auf ihre Menge reduzieren wollte und nicht noch Superkuh für den Kühlschrank sein will. Pumpen ist auch kein Problem. Das habe ich bei Linn 13 Monate gemacht und kann ohne Stillen vorher 200 ml in 15 min pumpen. Stillen konnte ich Linn nie, weil ihre Saug- und Schluckstörung zu heftig ist. Sie wird bis heute über Sonde ernährt. Aber übers Pumpen und Sondieren habe ich sie 7 Monate vollge"stillt" und dann langsam durch Beikost ergänzt/ersetzt.
Aus der Flasche trinkt Ann recht schnell 80-100 ml. Ein BES habe ich hier. Da seh ich zwar, dass sie auch was mit ansaugt, aber es geht nicht sonderlich schnell. Wie schnell muss das damit gehen? Ich habe keine Ahnung, ob sie dann noch genug aus der Brust saugt, nicht dass die Milch dann zurückgeht?
Es fühlt sich nicht so schlecht an alles. Ich bin versucht zu sagen, dass das Wiegen einen nur verrückt macht und wir einfach weitermachen sollten. Aber eben war ich so frustriert, dass ich ihr die Flasche gegeben habe, die sie auch trotz vorher 30 min Stillen völlig leer getrunken hat (90 ml). Diese Mengen trinkt sie an der Flasche immer und sie bleiben auch drin.
Was fällt Euch dazu ein?
LG
Nellie