Und ich dachte schon, ich spinne...
Elina ist noch nicht ganz 5 Monate alt, aber auch sie würde mir am liebsten das Essen klauen. Buchstäblich.
Heute hab ich ein Eis essen wollen... kaum führte ich es zu meinem Mund, kreischte sie los. Als ich es ihr spasseshalber vor die Nase hielt, grabschte sie es sich und wollte es sofort in den Mund stecken
Ich habe sie natürlich nicht gelassen - Vanilleeis ist nun nicht gerade der ideale Beikoststart

Aber so ging das Spiel weiter... Immer, wenn ich essen wollte, wurde sie richtig grantig. Kam das Eis in ihre Nähe, versuchte sie sofort, es zu greifen und zu essen. Ich glaub, so schnell hab ich noch nie ein Eis verdrückt, denn sie wurde richtig wütend, weil sie nix abbekam.
Normalerweise lasse ich sie beim Essen immer etwas untersuchen. Ein Stück Brot, ein Stück Gurke, irgendwas "Fingerfoodartiges"... angelehnt an das BLW-Konzept, mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass sie ja ohnehin nichts davon in den Magen bekommt, aber so die Dinge ganz natürlich kennenlernt.
Ich selbst esse gern Obstgläschen ab dem 4. Monat - auch da schaut sie immer und will auch was abhaben, am liebsten von meinem Löffel - sie versucht meine Hand zu greifen und samt Löffel zum Mund zu führen, oder will gleich den Löffel klauen (was ich wegen Kariesgefahr nicht zulasse, sondern ihr dann lieber einen eigenen Löffel anbiete).
Auch Elina ist eine ganz aktive Maus, sie kann schon fast krabbeln und sitzt auch schon überraschend fest und gerade (wenn auch noch nicht selbstständig), wie die Ärztin bei der U bemerkte. Sie ist ständig in Bewegung.
Ich selbst weiss nun garnicht recht, was ich davon halten soll. Einerseits fühlt es sich für mich richtig an, ihr weiterhin Essen in die Hand zu geben (solange es nicht gerade Eis ist... *g*) - wie gesagt, im Magen landet ja doch nichts (da isst sie über den Tag verteilt wohl mehr Dreck und Staub als sie Nahrung aus der Gurke saugen kann), und so fängt sie eben genau dann an zu essen, wenn sie dazu bereit ist. Andererseits verunsichert mich z.B. eine Freundin, die mir in sarkastischem Ton sagt, dass Elina ja "ach so beikostreif" wäre, wenn sie mir am liebsten auf den Teller springen würde, und eben generell die Sache mit den mindestens 6 Monaten vollstillen und der langsamen Heranführung wegen Allergiegefährdung und und und...
Ich will auf jeden Fall weiter stillen, so viel wie möglich. Aber ich will meinem Kind auch ermöglichen, sich am Essen zu versuchen, wenn es dazu bereit ist. Am liebsten würde ich einfach nach meinem Gefühl handeln - aber ich bin mir unsicher, ob mein Gefühl wirklich die Mutter-Kind-Bindung ist, die instinktiv merkt, was das Kind möchte und braucht, oder doch nur meine eigene Ungeduld und Neugier auf das Essens-Kapitel? Oder gar meine Unwissenheit, die Zeichen richtig zu deuten?
Seufz...