So wenig Stillhilfe für frischgebackene Eltern

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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wunderpflanze
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So wenig Stillhilfe für frischgebackene Eltern

Beitrag von wunderpflanze »

Ich hab mit einem befreundeten Paar unterhalten, die eine neun Wochen alte Tochter haben. Sie wohnen weiter weg, darum haben wir uns nun das erste Mal gesehen.
Die Mama stillt nicht, weil es nicht ging - so der Arzt, das KH und die Hebi.
Der Hauptgrund soll wohl der KS zwei Wochen vor Termin gewesen sein. Da wäre die Brust noch nicht vorbereitet gewesen. Und es wäre auch schon in der SchwaScha vermutet worden, weil die Brust wohl nicht größer geworden ist. Mmmh ...
Im KH wollte man die Milchproduktion anregen durch Abpumpen (ob das viel bringt?) - das war der Mama aber so unsymphatisch dass es vermutlich schon deshalb nichts bringen konnte.

Was mich aber fast zum Streiten angeregt hat - die beiden können ja nix dafür, haben ja nur auf ihre erfahrene Hebi (die den Beruf seit 25 Jahren ausübt) gehört ... (
Ich fand meine Hebi im Großen und Ganzen auch super - sie hat auch bestens aufs Stillen vorbereitet. Aber dann wars halt nicht mehr so - als sie mir empfohlen hat Tee mit Traubenzucker zu geben.)
Man soll nur alle drei Stunden stillen (kennt man ja). Begründung dieser Hebi: Das Kind soll erstmal wirklich richtig Hunger bekommen, denn dann trinkt es auch richtig und schläft nicht nach zwei Nucklern wieder ein. Charlotte z.B. hatte aber nach zwei Stunden Hunger ... Wenn sie das bei ihr so gemacht haben, dann war da mit dem Milcheinschuss nicht viel zu holen - nehm ich an :roll:
Stillen nach Bedarf soll man ja auch nur ganz am anfang bis die Milch dann da ist - dann müssen die drei Stunden reichen.
Außerdem ist ja sowieso alle paar Jahre alles ganz anders. Naja, so unrecht hat sie da wohl nicht - sind halt dann vermutlich Modeerscheinungen (Flasche ist halt bequemer für Mama weil dann der Papa nachts auch mal machen kann).
Hebammen sind nunmal der erste Ansprechpartner nach der Geburt - aber wie mir scheint kennen sich die wenigsten aus. Ich hab ja keine Ahnung von der Hebi-Ausbildung - finde aber schade, dass Stillen da nicht auf dem aktuellen Stand ist. Ich glaub dazu gabs sicher schon mehr als einen Fred. :oops: :wink:

Gut, sie sind derzeit mit dem Luxus gesegnet, dass die Kleine nur alle 5-6 Stunden Hunger hat und auch dementsprechend lange schläft. Wir haben lange Zeit nachts stündlich und später alle zwei Stunden gestillt. Aber wer weiß, dass kann sich ja bei ihnen auch noch alles ändern ...

Die Kleine schläft in der Wiege neben dem Elternbett. Selbstverständlich darf man nicht schon bei jedem Weinen hinrennen - das müssen die Kleinen schon lernen ...

Ich halte mich ja üblicherweise raus - andere sollen machen wie sie es wollen. Aber es schwierig in so einem Gespräch übers Stillen - da muss ich dann schon was dagegen sagen. :oops:

Ach, musste ich jetzt nur mal erzählen.
Fällt mir echt schwer, wenn ich das höre und hab dann einfach das Gefühl dass ich mich (und Stillen) verteidigen muss. :oops:
Liebe Grüße
A. + C. (Juli '06) + M. (Juni '09)
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daifuku
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Re: So wenig Stillhilfe für frischgebackene Eltern

Beitrag von daifuku »

Genau das ist der Grund, warum ich eine Stillberaterinnen-Ausbildung mache. :wink: Mir ging und geht es wie dir, ich finde es unsäglich schade, dass es oft einfach nur an der Unterstützung und Motivation hapert und es dann (natürlich) oft nicht klappt, obwohl so viele Frauen gern stillen würden.
LG von Alex



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wunderpflanze
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Re: So wenig Stillhilfe für frischgebackene Eltern

Beitrag von wunderpflanze »

Überlegt hatte ich mir die Ausbildung auch schon ... :wink:
Liebe Grüße
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Kloesschen
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Re: So wenig Stillhilfe für frischgebackene Eltern

Beitrag von Kloesschen »

Ich weiss genau was Du meinst, in der Klinik wo ich Gabriel entbunden habe war es richtig grausam! Er lag auf Intensiv und ich durfte ihn dann stillen (nach 1 Woche). Die Schwester stand neben mir die Hütchen schon in der Hand, da mit meiner Brust ein stillen nicht möglich wäre :shock: Wenn man nicht selber ganz genau weiss wo es lang geht hat man wirklich verloren!
Viele Liebe Grüße das Kloesschen mit der großen Schwester 06/07 und dem kleinen Bruder 02/09, einem kleinen Wunder 09/10 und einem Baby 02/2013 uuuund noch einem 02/2018) :sling:

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AmysMom
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Re: So wenig Stillhilfe für frischgebackene Eltern

Beitrag von AmysMom »

Ja, ich weiß was du meinst. Das Krankenhaus, in dem ich war, war da relativ kompetent. Meine Nachsorge-Hebamme... na ja. Hier nur ein paar Stichpunkte:

- UNBEDINGT an beiden Seiten stillen, aber FRÜHESTENS nach 15 Minuten die Seite wechseln, weil erst nach 10 Minuten die fette Milch kommt.
- Tee oder Wasser aus dem Fläschen geben, wenn es warm draußen ist.
- Stillhütchen (Fairerweise muss ich sagen, dass die wirklich bei unserem Problem geholfen haben. Allerdings gab es keine Unterstützung bei der Stillhütchen-Entwöhnung. Das kam auch von mir alleine.)
- Stillzeiten notieren, damit wir einen Überblick haben (worüber und wozu, das frag ich mich heute noch :?: )

Wir hatten viel Glück, dass wir viel instinktiv richtig (also anders) gemacht haben und so größere Probleme nicht enstanden sind.

Heute bin ich auch der Meinung, dass es üblich sein sollte, dass Hebammen nicht die stillberatenden Funktionen mit ausüben, sondern das den Expertinnen überlassen sollten. Es sollte auch auf jeder Entbindungsstation eine Stillberaterin anwesend sein und den Wöchnerinnen zu Seite stehen.
Liebe Grüße
F.

mit SchnubbelSchnu (08/2008), WuselPusel (04/2011) und WuschelPuschel 08/2014

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rhapsody
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Re: So wenig Stillhilfe für frischgebackene Eltern

Beitrag von rhapsody »

Ich weiß auch was Du meinst! Ich selber habe zum Glück in einem sog. 'stillfreundlichen KH' entbunden, wo die Stillberaterin zu jeder frischgebackenen Mama kommt und wo möglichst nicht zugefüttert wird. Falls das Baby doch noch zusätzlich was braucht, wirds auf gar keinen Fall mit Flasche zugefüttert sondern mit Löffelchen oder kleinen Bechern.
ABER bei meiner Nachbarin hier zu Hause war es tatsächlich so, dass ihre Nachsorgehebamme zum Abstillen geraten hat, nach nur 2 Wochen, da sie (angeblich) zu wenig Milch hatte. Fand ich da (sie hat 3 Wochen vor mir entbunden) schon total schlimm, da war wohl kein Rat bezüglich oft Anlegen usw. sondern gleich Pre zufüttern und dann Abstillen.
Wobei ich den Eindruck aus meinem Bekanntenkreis gewonnen habe, dass die Mamas, die WIRKLICH stillen wollen, auch mehr dahinter bleiben und nicht gleich einem Rat bezüglich Abstillen folgen. Kann das aber nicht wirklich beurteilen, da es bei uns zum Glück super geklappt hat, ist nur so ein Eindruck von mir.
Rhapsody mit Koboldsohn 10/2008, Koboldtochter 06/2011 und Babykobold 02/2014
Trageberatung in Stuttgart (Clauwi GK)

Wenn Kinder mit einer Bitte kommen, wollen sie immer zwei Dinge gleichzeitig: Das Eis und Kontakt. Sie kommen gut ohne das Eis aus, aber nicht ohne Kontakt." Jesper Juul
aida1903
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Re: So wenig Stillhilfe für frischgebackene Eltern

Beitrag von aida1903 »

hallo,
eigentlich bin ich ganz bei dir.
ich bin unheimlich traurig, dass wir es (mit sehr ähnlicher hebammenberatung...) nicht hinbekommen haben mit dem stillen.
ich bin halt auch davon ausgegangen, dass die hebamme sich auskennt, hatte keine ahnung, dass es stillberaterinnen gibt.
das hab ich erst rausgefunden, als es für uns knapp zu spät war.

aber ein satz von dir stört mich. der ist für mich und auch andere "flaschenmamas", die ich kenne,
nämlich sehr verletzend:
wunderpflanze hat geschrieben:(Flasche ist halt bequemer für Mama weil dann der Papa nachts auch mal machen kann).
ja, flasche kann auch papa oder oma oder sonstwer mal geben. und sicher ist das für einige der grund, flasche zu geben.
aber für viele ist das eben kein grund. sie wollten stillen und konnten nicht. und kriegen dann immer gesagt, sie würden
flasche geben, weils ja bequemer sei. 1.) geben viele aus ganz anderen gründen die flasche und 2.) ist es überhaupt
nicht bequem! im gegenteil, es ist verdammt umständlich!
es ist schön, dass auch der papa den zwerg füttern kann, und beide genießen das. aber - abgesehen von der gesundheit,
der wichtigkeit der stillbeziehung etc. - würden wir auch aus bequemlichkeit dankend darauf verzichten, wenn wir uns
dafür den ganzen fläschchenumstand sparen könnten.

sorry- ist etwas wirr geworden. aber das musste jetzt mal raus, weil ich so oft höre, ich würd ja nur aus bequemlichkeit
flasche geben :evil:
von manchen als vorwurf, von manchen als beifälliges "ist ja auch viel bequemer so!" - weiss gar nicht, welche version ich
schlimmer find...

viele grüße
aida + flaschenkind basti
Beste Grüße
Aida
- der Große (09.2008) #stubenhocker
- der Zwocki (03.2012) #placestogothingstodo
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wunderpflanze
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Re: So wenig Stillhilfe für frischgebackene Eltern

Beitrag von wunderpflanze »

aida1903 hat geschrieben:aber ein satz von dir stört mich. der ist für mich und auch andere "flaschenmamas", die ich kenne,
nämlich sehr verletzend:
wunderpflanze hat geschrieben:(Flasche ist halt bequemer für Mama weil dann der Papa nachts auch mal machen kann).
:oops: Sorry, so wars nicht gemeint ...
Ich hab nur auch Mütter kennengelernt, für die genau das der Grund gegen das Stillen war.
Mir ist klar, dass das nicht bei allen der Fall ist - war wirklich nicht böse gemeint ... *aufknienumverzeihungbitte*
Liebe Grüße
A. + C. (Juli '06) + M. (Juni '09)
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Re: So wenig Stillhilfe für frischgebackene Eltern

Beitrag von wunderpflanze »

Was ich mir noch wegen Stillberaterinnen überlegt habe ...
Das eigentlich Problem ist ja, dass die Hebamme die erste Ansprechpartnerin ist - oft schon seit dem GebVorKurs.
Wenn nicht die Hebi - wen dann sollte man fragen.
Viele wissen gar nicht, dass es Stillberaterinnen gibt - wird ja auch nicht unbedingt schon im GebVorKurs erzählt (erlebe ich grad selbst).
Und dann kommt ja noch dazu - die Hebi kommt ... sie ist da für Fragen. Die Stillberaterin muss ich erstmal anrufen - wenn ich schon eine gefunden habe.
Ich bin damals glücklicherweise auf SuT gestoßen. Hab aber lange vergeblich nach einer Stillgruppe gesucht - dabei gab es eine um die Ecke von LLL - stand aber nicht auf deren Homepage. Einmal hab ich auch eine AFS-Stillberaterin angerufen und hatte mir richtige Hilfe (am besten zuhause) erwartet - sie hat mir per Telefon die Dinge erzählt, die ich schon im Internet gefunden hatte.

Und wie Ihr ja auch schon schreibt - fangen viele Dinge schon im KH an, wo man nicht oder falsch beraten wird. Ist kein Vorwurf an die Leute dort, die sicher mehr als genug zu tun haben und selbst auch keine Ahnung vom Stillen. Ist halt nur schade, dass es in den wenigsten KHs Stillberaterinnnen gibt.
Liebe Grüße
A. + C. (Juli '06) + M. (Juni '09)
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Re: So wenig Stillhilfe für frischgebackene Eltern

Beitrag von wunderpflanze »

aida1903 hat geschrieben:im gegenteil, es ist verdammt umständlich!
Das glaub ich Dir sofort und absolut. Ich bin ehrlich froh, dass ich mich damit nicht beschäftigen musste.

Nochmal - ich wollte niemanden angreifen und es war auch mehr auf die Modeerscheinung bezogen ... :oops:
Liebe Grüße
A. + C. (Juli '06) + M. (Juni '09)
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