Mit einem Jahr dann schlich sich bei mir das Gefühl ein, dass etwas nicht stimmt. Der Arztbesuch ergab die ernüchternde Diagnose: Eisenmangeanämie, mit Folgen: Entwicklungsverzögerung, extreme Müdigkeit. Ich war erschrocken. Da ich keinen Brei gab, konnte ich ja auch kein Flesich geben... und nun sowas.
Hier im Forum schrieb ich dann enttäuscht, dass das ganze ja doch nicht klappt, und dass ich beim zweiten Kind garantiert den klassischen Breiweg gehen werde - um auch Flesisch geben zu können. Auf den Einwand, dass der Eisenmangel bei Luisa bestimmt auf die Frügeburtlichkeit zurückzuführen sei, und dass ich noch so viel Fleisch hätte geben können, und es kaum was genützt hätte... den überlas ich zum grössten Teil. Mein zweites Kind isst Brei, soviel war klar. Und seither las ich hier kaum mehr mit.
Mein zweites Kind war da, mein zweites Kind war 6 Monate alt - und kriegte Brei. Anfangs ass er ihn einigermassen. Aber dann... nach vielleicht einer Woche, begann er den Kopf wegzudrehen, sobald ich mit dem Löffel kam. Fünf Löffelchen, das wars dann. Und sobald das wichtigste drin war, nämlich Fleisch, verweigerte er alles. Ne, nicht der auch noch. Ich ging zur Mütterberatung, und schilderte dort mein "Problem". Die Antwort - so klar wie ernüchternd: "Sie haben ein so gutes Gefühl für die Bedürfnisse Ihrer Kinder. Was sagt Ihnen denn Ihr Gefühl?" Hmmmmm.... was sagte es mir bloss.....? Nach einigen Tagen musste ich mir eingestehen, dass es mir eigentlich sagte, dass es nur einen guten Weg gab, das Kind an Beikost heranzuführen. Fleisch hin oder her. die Mütterberaterin meinte dazu: "wissen Sie, solange es für Sie innerlich nicht stimmt, Brei zu geben, wird Ihr Sohn bestimmt auch keinen Brei essen. Sie müssen das tun, was für Ihr Gefühl stimmt. Ihr Sohn zeigt Ihnen nur, dass der Weg, den Sie bis jetzt gewählt haben, nicht natürlich ist."
Das sass. Und - ich musste gestehen - sie hatte recht.
Und jetzt?
Ja, jetzt gibts Fingerfood. Der Kleine sitzt auf meinen Knien und klaut ab meinem Teller... Und ich bin bekehrt. Ich weiss wieder, was ich zu tun habe: Auf mein Gefühl hören.
(Jan.06), Sonnenschein
(Juni 08) 
