Es ist Zeit, abzustillen. Nur wie???

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Baumknutschende
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Es ist Zeit, abzustillen. Nur wie???

Beitrag von Baumknutschende »

Hallo allerseits.

Ich möchte meine Tochter jetzt so langsam abstillen. Spätestens zum zweiten Geburtstag soll es geschehen sein.

Ich fühle mich nicht mehr wohl damit, so gebunden zu sein. Manchmal nervt es mich so sehr, dass sie mich damit von irgendetwas abhält, dass ich regelrecht wütend werde. Sie haut und tritt mich dabei, wie sie lustig ist und schert sich herzlich wenig darum, wie ich das finde.
Seit ich diesen Entschluss gefasst habe, kann ich wieder entspannter mit ihr umgehen und merke, dass ich mich ihr konzentrierter zuwende.

Das Problem an der Sache: Sie betrachtet die Brust als ihr Eigentum! Es ist für sie Gesetz, dass sie sie bekommt, wenn sie es so will. Sie hat es ja auch nicht anders gelernt.. :lol: . In den seltensten Ausnahmefällen schaffe ich es, sie von der Idee zu Stillen abzubringen, ohne dass sie weint.
Sie ist das totale Mama-Kind, wenn nachts der Papa ankommt, um sie wieder in den Schlaf zu schunkeln, rastet sie regelrecht aus. Schreit sich um den Verstand, bis sie bekommt, was sie will... Bisher war das so, wenn ich abends/nachts mal weg war. Danach hat sie's ja bekommen. Sie hat dabei schon über eine Stunde jeden Anflug von Müdigkeit bekämpft, um ihren Willen durchzusetzen.
Andererseits: Neulich war ich einen ganzen Tag weg, von morgens acht bis abends sieben (puh, waren das Schmerzen!) und sie hat nicht einmal nach "Tsi" gefragt!!! Also kann sie wohl ganz gut ohne leben... Als ich dann mit fiesem Milchstau auf Erleichterung gewartet habe, dockte sie nach 2 min. Stillen ab und wollte nicht mehr... :shock: Nächtliches Dauernuckeln hat das Problem behoben...

Sie stillt derzeit morgens zum Aufstehen, mittags und abends zum Einschlafen, nachts 3-4 mal und tagsüber zwischendurch, wenn sie irgendwen anderes Stillen sieht... :lol:

Wie fange ich jetzt an, sie abzustillen, ohne das große Drama auszulösen?!?!?!?!? Ich habe keinen Plan! Macht es Sinn, mit der Nacht anzufangen? Das ginge derzeit aber nur mit "Gewalt" und das möchte ich eigentlich vermeiden... :roll: Ich habe mir mal einen Mix ersponnen....
- viel Pfefferminztee trinken, um weniger Milch zu produzieren
- meiner Tochter erklären, dass die Brust jetzt bald "alle" ist...... (oder so ähnlich)
- versuchen, Stillmahlzeiten zu verhindern und alternative Kuschelzeiten mit Fingerspielchen etc zelebrieren...
(wie bekomme ich sie nur in den Schlaf?????)

Was sagt ihr dazu? Könnte das gehen - relativ sanft? Hätte die Hoffnung, dass sie so von selbst auf die nächtliche Stillerei verzichtet. (Seit sie nicht mehr in unserem Bett schläft, ist die Frequenz schon deutlich weniger geworden.)
Habt ihr Tipps für mich? Will noch die örtliche Stillgruppe besuchen, um mir Expertinnentipps vor Ort zu holen, aber vielleicht habt ihr schonmal ein paar Denkansätze für mich?

Danke im Voraus... Hoffnungsvolle Grüße!
Wir sind soooo verliebt *04. Juli 2007

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Baumknutschende
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Re: Es ist Zeit, abzustillen. Nur wie???

Beitrag von Baumknutschende »

Übrigens isst und trinkt sie mittlerweile wirklich viel tagsüber. Ich habe ernsthaft das Gefühl, dass es sich "nur" noch um Gewohnheit handelt... Denke halt nicht, dass ich ihr Interesse mit Sättigung schmälern könnte / müsste.
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Iris
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Re: Es ist Zeit, abzustillen. Nur wie???

Beitrag von Iris »

Liebe Baumknutschende,
ich sortier mal, was ich verstanden habe:
Du fühlst dich gebunden durch dein Kind? Oder durch das Stillen?
Du kannst mal weg und Dein Kind kommt dann auch ohne dich zurecht.
Und doch hält sie Dich von etwas ab. Wovon?
Ich habe noch nicht ganz klar, was eigentlich Dein Problem ist. Daher die Fragen oben.
Meine Gedanken:
Vielleicht ist es weniger das Stillen, als das Gefühl, am Kind zu kleben. Auch abgestillt wirst Du an Dein Kind gebunden sein. Du wirst Dir dann allerdings andere Methoden der Beruhigung suchen müssen.
Ist es vielleicht möglich, dass Du Dir mehr Freiräume schaffst? Die Zeiten ohne Dich verkraftet Dein Kind ja prima ohne Stillen. Und nachts wirst Du dann vielleicht etwas nachhelfen müssen, wenn Du das denn willst.
Abstillen muss ja nicht abrupt geschehen. Du könntest z. B. die Stillzeiten, die Dich am meisten nerven, durch anderes ersetzen. Und das sind tatsächlich, wenn ich es richtig verstanden habe, die in der Nacht. Viele hier haben gute Erfahrungen mit dem nächtlichen Abstillen nach Gordon gemacht.
Tagsüber könntest Du versuchen herauszufinden, was jeweils hinter dem Stillwunsch steckt. Ist es bloße Langeweile, hilft meist ein (gemeinsames!) Beschäftigungsangebot. Ist es das Bedürfnis nach Nähe, kann Kuscheln das Richtige sein - oder eben doch Stillen...
Bitte versteh meine Antwort jetzt nicht als Versuch, dich unbedingt vom Abstillen abzuhalten. Dein Kind ist alt genug, das zu verkraften. Wenn es für Dich stimmt, dann tu's. Ich habe nur nochmal nachgehakt, um klar zu kriegen, was Du Dir davon versprichst bzw. ob Abstillen Dein Problem löst. :wink:
Iris mit Großer -10/05- und Kleiner -02/08- , erzogen und geimpft
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Baumknutschende
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Re: Es ist Zeit, abzustillen. Nur wie???

Beitrag von Baumknutschende »

Danke für Deine Antwort, Iris.
Ich bin schon gewohnt, dass ich in diesem Forum eher wenig Resonanz bekomme. Schade, denn das verleidet's mir, obwohl es mir, gerade zu Anfang, sehr viel gegeben hat... :roll: Vielleicht sind meine Beiträge nicht Forumskonform genug...?! Aber naja, zum Thema.

Ich habe, als ich den Beitrag abgesendet habe schon bereut, dass ich mich bereits dafür gerechtfertigt habe. Das möchte ich nicht und das muss ich auch nicht. Es ist meine Intuition, die mir zu verstehen gibt, dass es mir, meiner Gesundheit und der Beziehung zu meiner Tochter guttun wird, wenn ich sie abstille. Langsam, aber sicher. Ich habe ja nicht geschrieben, dass ich das von heute auf morgen schaffen will und sie deshalb drei Tage durchbrüllen muss! Im Gegenteil - und gerade deshalb dachte ich, ich könnte hier wohlwollende Unterstützung erfahren und Tipps von Müttern, die ihre Kinder auch liebevoll entwöhnen konnten... Oder gibt es die hier nicht, weil alle noch stillen??

Das Schlafprogramm nach Gordon kannte ich schon, war aber nicht mehr so präsent - danke für den Link. Aber ich denke halt, dass es nicht die Lösung für uns sein wird. Scheitert schon daran, dass meine Kleine die erste Nachthälfte verpennt und erst in der zweiten stillen will (also in der "Sperrzeit"). Und überhaupt, das macht's ja auch nicht möglich, dass der Papa sie mal in's Bett bringt oder ich sogar mal über Nacht wegbleibe... Ja, dass muss sein - nicht heute oder morgen, aber bald.

Ich liebe meine Tochter unheimlich und würde mir wünschen, dass sie möglichst gar nicht leidet. Deshalb mein Gedanke an das "Überlisten" - dass ich ihr tags wie nachts erkläre, die Brust sei bald "alle", dass ich sie weiter kurz stillen lasse und dafür sorge, dass mein Körper weniger Milch produziert. Dann könnte ich ihr vielleicht die "Ablehnung" meinerseits ersparen?!
Weiterhin habe ich gerade heute von einer Freundin gehört, dass so viele Erfolg mit der Ekel-Methode hatten, indem sie etwas nicht sehr schmackhaftes auf die Brustwarze schmieren und das Kind dann die Brust von sich aus ablehnt......?! Was ist davon zu halten? Das würde dann vermutlich sehr schnell gehen, oder?

Iris, ich hoffe, Du fühlst Dich von keinem meiner Sätze angegriffen... :idea: Das wollte ich nämlich nicht.
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Iris
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Re: Es ist Zeit, abzustillen. Nur wie???

Beitrag von Iris »

Baumknutschende hat geschrieben:Ich bin schon gewohnt, dass ich in diesem Forum eher wenig Resonanz bekomme. Schade, denn das verleidet's mir, obwohl es mir, gerade zu Anfang, sehr viel gegeben hat... :roll: Vielleicht sind meine Beiträge nicht Forumskonform genug...?!
Du, im Moment ist es hier insgesamt etwas ruhiger, wohl weil das Forum durch den Serverumzug gerade so langsam läuft - bitte bezieh die geringe Resonanz nicht auf Dich. Außerdem werden Abstillfragen häufig auch im LZS-Forum verhandelt, für das ich Dich soeben freigeschaltet habe.
Ich habe, als ich den Beitrag abgesendet habe schon bereut, dass ich mich bereits dafür gerechtfertigt habe. Das möchte ich nicht und das muss ich auch nicht. Es ist meine Intuition, die mir zu verstehen gibt, dass es mir, meiner Gesundheit und der Beziehung zu meiner Tochter guttun wird, wenn ich sie abstille. Langsam, aber sicher. Ich habe ja nicht geschrieben, dass ich das von heute auf morgen schaffen will und sie deshalb drei Tage durchbrüllen muss! Im Gegenteil - und gerade deshalb dachte ich, ich könnte hier wohlwollende Unterstützung erfahren und Tipps von Müttern, die ihre Kinder auch liebevoll entwöhnen konnten... Oder gibt es die hier nicht, weil alle noch stillen??
Du musst dich für nichts rechtfertigen. Wenn Du Dir Deiner Sache sicher bist, dann ist das doch völlig o.k.
Das Schlafprogramm nach Gordon kannte ich schon, war aber nicht mehr so präsent - danke für den Link. Aber ich denke halt, dass es nicht die Lösung für uns sein wird. Scheitert schon daran, dass meine Kleine die erste Nachthälfte verpennt und erst in der zweiten stillen will (also in der "Sperrzeit"). Und überhaupt, das macht's ja auch nicht möglich, dass der Papa sie mal in's Bett bringt oder ich sogar mal über Nacht wegbleibe... Ja, dass muss sein - nicht heute oder morgen, aber bald.
Du musst Dich ja auch nicht sklavisch an Gordon halten. Ich habe es auch anders gemacht, z. B. zunächst mal das Einschlafstillen aufgegeben. Mir erschien es nicht logisch, dass abends alles so sein soll wie vorher und nachts dann plötzlich die Änderung auftritt. Mir hat es sehr geholfen, dass mein Mann in der Zeit nächtens für meine Tochter da war. So war es auch für sie leichter zu verstehen, dass es keine Brust gibt.
Ich liebe meine Tochter unheimlich und würde mir wünschen, dass sie möglichst gar nicht leidet. Deshalb mein Gedanke an das "Überlisten" - dass ich ihr tags wie nachts erkläre, die Brust sei bald "alle", dass ich sie weiter kurz stillen lasse und dafür sorge, dass mein Körper weniger Milch produziert. Dann könnte ich ihr vielleicht die "Ablehnung" meinerseits ersparen?!
Na ja... Manche Kinder stillen auch "trocken", d. h. es muss nicht sein, dass die weniger werdende Milch sie vom Stillen abhält. Überhaupt glaube ich auch nicht, dass die Milchmenge darunter sehr stark leidet - die Häufigkeit des Anlegens macht mehr aus als die Länge der einzelnen "Mahlzeit". Trotzdem ist die Methode an sich nicht schlecht, aber eher aus erzieherischen Gründen: Du zeigst damit Deiner Tochter, dass Du das Stillen regulierst und sie Dich nicht okkupieren darf, wann und wie lange sie will.
Viele Mütter machen auch gute Erfahrungen damit, mit dem Kind feste Zeiten auszuhandeln, wann gestillt wird. Z. B. morgens nach dem Aufwachen und vor oder nach dem Mittagsschlaf etc. und eben nicht mehr ganz nach Belieben.
Weiterhin habe ich gerade heute von einer Freundin gehört, dass so viele Erfolg mit der Ekel-Methode hatten, indem sie etwas nicht sehr schmackhaftes auf die Brustwarze schmieren und das Kind dann die Brust von sich aus ablehnt......?! Was ist davon zu halten? Das würde dann vermutlich sehr schnell gehen, oder?
Ja, diese Methode ist tatsächlich bekannt. Ich persönlich würde das nicht gern machen, weil ich mir - wie Du :wink: - einen friedlichen Abschied wünsche. Ich hätte Sorge, dass dieser doch recht plötzliche Abschied für das Kind die schönen Zeiten an der Brust entwertet. Aber das ist sicher Ansichtssache.
Irgendwo habe ich mal von einer sanfteren Abwandlung gelesen: Die Mutter hat sich die Brustwarzen mit Pflaster überklebt und gesagt, dass die Brust krank ist und viel schlafen muss. Damit kann man z. B. erklären, dass ab jetzt nur noch selten gestillt wird und nachts z. B. gar nicht.
Iris, ich hoffe, Du fühlst Dich von keinem meiner Sätze angegriffen... :idea: Das wollte ich nämlich nicht.
Nö, ich hatte beim Lesen eher befürchtet, dass ich völlig an Dir vorbeigeschrieben habe. Aber mir ging es tatsächlich darum herauszufinden, wie sicher Du Dir Deines Abstillwunsches bist. Bei mir war es so, dass ich in dem Moment, wo wir tatsächlich aufgehört haben, ganz sicher war, dass ich nicht mehr stillen wollte. Dann ging es erstaunlich leicht.
Iris mit Großer -10/05- und Kleiner -02/08- , erzogen und geimpft
Lovis
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Re: Es ist Zeit, abzustillen. Nur wie???

Beitrag von Lovis »

Die harmloseste Variante wäre wohl "nicht anbieten, nicht ablehnen" und dabei genug Ablenkung bieten. Ansonsten würde ich wohl versuchen, relative feste Zeiten einzuführen und außerhalb der Zeiten andere Sachen (und sei es eine Umarmung) anzubieten, um zu zeigen, dass Du nicht sie als Mensch ablehnst, sondern nur gerade nicht stillen willst (also bei Tränen oder Wutanfällen fürs Kind da sein und ggf. trösten). Meines Wissens funktioniert Gordon's Methode doch auch so in der Art, oder?

Die Milchmenge zu reduzieren muss nicht unbedingt was bringen, es gibt genug Kinder, die während einer Schwangerschaft "trocken" weiterstillen.

Mein Wissen zum Abstillen ist allerdings mehr theoretisch. Der Große hat sich in der nächsten Schwangerschaft abgestillt (mit 11 Monaten, ich hätte gern weiter gestillt), die Große hat mit knapp 1,5 Jahren tagsüber schon nicht mehr gestillt (wir haben "Mahlzeiten ersetzt" und ich war tagsüber auch nur wenig da, da vollzeit arbeitend) und war ganz abgestillt, nachdem ich sie nachts abstillte (Papa hat die Nacht mit ihr verbracht, sie getröstet und Getränke angeboten - ich war zu fertig, wollte eigentlich nicht ganz abstillen - das ist aber ne längere Geschichte). Und die Kleine stillt immer noch sehr viel, wenn ich da bin (arbeite wieder vollzeit), ein Ende ist nicht in Sicht. Ich fühle mich durch das Stillen aber insgesamt auch nicht belastet.

Die "Ekel"-Methode finde ich ziemlich fies und würde sie wohl eher nicht machen.
Liebe Grüße, Cornelia

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milkshake
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Re: Es ist Zeit, abzustillen. Nur wie???

Beitrag von milkshake »

ich glaube "überlisten" ist doof, das könnte genau nach hinten losgehen, weil du sie damit ja eigentlich nicht ernst nimmst - und das willst du ja.

ich habe bisher ímmer gute erfahrungen damit gemacht, meinem kind die dinge zu erklären wie sie sind. warum nicht bei der wahrheit bleiben? sie spürt es ja eh :wink: also, versuch deinen wunsch nach abstillen positiv zu formulieren und sag ihr daß du nicht mehr stillen magst. vielleicht nimmt sie es ja viel besser auf als erwartet?
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Bettina
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Re: Es ist Zeit, abzustillen. Nur wie???

Beitrag von Bettina »

Hm, für mich klingt all das nach einem Problem der eigenen Definition.
"Ich will frei sein, kann es aber nicht." Sei gewiss, wie Iris es schreibt, so lange Du Mutter von kleinen Kindern bist, bist Du nicht frei, es sei denn, Du betrachtest Dich selbst frei von jeglicher Mutterschaft. Auch wenn Du abends mal wegbleiben kannst, weil das Töchterlein keine Brust mehr nimmt, Du wirst den ganzen Abend an Dein Kind denken und sorgenvoll einen friedlich geplanten Abend abbrechen, um wieder in den Fürsorgebereich Deines Kindes zu kommen. ;) (Übrigens geht meine Freundin abends Schwimmen, obwohl ihr vier Monate altes Kind noch voll stillt, es ist manchmal eine Sache von ureigensten Bedürfnissen, die man mit sich vereinbaren kann, wenn man erfahrener ist - es ist ihr drittes Kind! ;) Ich kann das heute noch nicht. :roll:)
Ich fand Abstillen auch nicht einfach, aber das war es dann, als ICH soweit war, aber das ist etwas, was man selbst erst dann fühlt, wenn es soweit ist. Der Stillfrust ist dabei NICHT entscheidend.
Liebe Grüße
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Steff
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Re: Es ist Zeit, abzustillen. Nur wie???

Beitrag von Steff »

Ich verstehe ganz genau was du meinst.
Mir geht es seit längerem genauso. Ich fühle mich angebunden, weil ich eben nicht gerade auf der Couch sitzen und stillen will, sondern etwas tun wollte, dass ich nun mit Hummeln im Po verschieben muss. Ich konnte noch nie gut gezwungenermaßen stillsitzen. Und das hat nichts mit der Tatsache zu tun, dass man natürlich durch ein Kleinkind gebunden ist.
Ich fand stillen auch noch nie besonders schön. Anfangs hatte ich blutige Brustwarzen und starke Schmerzen, dann war es nur noch unangenehm, was auch etliche Monate andauerte, dann war's ok und als ich mit 6 Monaten auch mal Beikost statt Brust anbieten konnte, war ich erleichtert. Ich hab's für meine Tochter getan, aber nicht für mich.
Jetzt bin ich wieder schwanger und die Milchmenge hat sich drastisch reduziert. Stillen ist wieder unangenehm.
Ich hab's so gemacht, dass ich sie tagsüber so gut es ging abgelenkt hab, damit sie nur so dreimal trank. Seit 5 Tagen läuft sie und seitdem ist eh tagsüber alles spannender als stillen. Weil kein Milchspendereflex mehr kommt und nur noch wenig Milch war sie ein paar Tage ziemlich sauer und wollte dauernuckeln, das hab ich aber nicht ertragen ihr dann stattdessen immer Wasser angeboten. Erst hat sie getobt, dann aber das Wasser angenommen. Gestern hat sie den ganzen Tag nicht gestillt und kam auch Abends nicht auf die Idee einschlafgestillt werden zu wollen. Sie nimmt aber auch nen Schnuller. Der hatte bis vor kurzem keine große Bedeutung, aber nun immer mehr seitdem die Brust nicht mehr das für sie ist was sie mal war. Nachts wollte sie immer trinken. Sie hat sonst immer getrunken bis der sprudelnde Milchstrom durch den Milchspendereflex abgeflaut war und dann weitergepennt. Jetzt sprudelt aber nix mehr. Irgendwann hat sie dann freiwillig Wasser haben wollen und konnte danach eng mit mir kuschelnd weiterschlafen. Das enge kuscheln die ganze Nacht ist wohl der Ersatz fürs stillen (das ich nur im sitzen kann). Aber das ist mir wesentlich lieber.
Letzte Nacht wurde sie dann auch nur zweimal wach und hat Wasser getrunken. Als die Milch merklich weniger wurde hat sie halbstündlich bis stündlich gestillt, bis ich dann auf die Idee mit dem Wasser kam und darauf achtete, dass sie kurz vorm schlafen immer noch eine Banane gegessen hat, weil sie ihren nächtlichen Hunger nicht mehr durch Milch stillen konnte.

Ich hab mir immer vorgenommen die zwei Jahre voll zu machen. Konnte mir aber nicht wirklich vorstellen 3 oder 4 Jahre zu stillen.
Jetzt habe ich schon ein schlechtes Gewissen wenn ich an die WHO-Empfehlung denke, denn sie ist jetzt 17 Monate alt.
Ich denke wenn ich nicht schwanger wäre, würde ich auch noch weiterstillen.
Ich wollte es auf mich zukommen lassen. Nun hat es sich so entwickelt, dass ich eigentlich nicht mehr möchte, aber ein total schlechtes Gewissen dabei habe.
Ich hatte auch geplant Tandem zu stillen. Aber dazu müsste ich sie noch bis August durchnuckeln lassen. Da ich wieder eine anstrengende Risikoschwangerschaft habe, erhoffe ich mir auch ein wenig nächtliche Erholung wenn sie nicht mehr stillt.
Und eben, ab August werde ich wieder absolut angebunden sein.
Ich würde zu gerne vorher nochmal ins Kino gehen. Ich war bisher noch nie ohne meine Tochter weg.
Als ich letztens nen Kotzabend hatte und mich ins Bett gelegt hab sind die Kinder beim Papa auf der Couch eingeschlafen und da ist sie auch ganz ohne Einschlafstillen eingepennt. Es geht also. Siehe auch gestern Abend.
Darum denke ich ist es für sie jetzt auch nicht schlimm, wenn ich es weiter ausschleichen lasse, sie nicht aktiv darauf bringe und sie eben selbst nicht dran denkt. Aber das schlechte Gewissen und ein bischen Wehmut sind doch da. Verzwickt.

Jedenfalls finde ich muss es beiden damit gut gehen und ausschleichen lassen und ablenken finde ich die netteste Lösung für's Kind. Vielleicht tagsüber soviel unternehmen, dass sie gar nicht auf die Idee kommt stillen zu wollen.
Naja und bei uns war ja der Auslöser eben, dass die Milch so zurückgegangen ist.
Vielleicht ist da die Idee mit Pfefferminz- und Salbeitee gar nicht so abwegig.

Liebe Grüße,
Steffi
Sohn 01/05 - Tochter 08/07 - Tochter 08/09 - Sohn 08/11
purzel2008
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Re: Es ist Zeit, abzustillen. Nur wie???

Beitrag von purzel2008 »

Bettina hat geschrieben:Auch wenn Du abends mal wegbleiben kannst, weil das Töchterlein keine Brust mehr nimmt, Du wirst den ganzen Abend an Dein Kind denken und sorgenvoll einen friedlich geplanten Abend abbrechen, um wieder in den Fürsorgebereich Deines Kindes zu kommen. ;) (Übrigens geht meine Freundin abends Schwimmen, obwohl ihr vier Monate altes Kind noch voll stillt, es ist manchmal eine Sache von ureigensten Bedürfnissen, die man mit sich vereinbaren kann, wenn man erfahrener ist - es ist ihr drittes Kind! ;) Ich kann das heute noch nicht. :roll:)
Hm, als meine Tochter (1. KInd) 4 MOnate alt war, konnte ich abends auch problemlos zu Sport gehen. Oder auch mal ins Kino mit meinem Freund, wenn seine Mutter aufgepasst hat. Das geht jetzt seit einiger Zeit nicht mehr, da sie nur bei mir ohne viel Geschrei einschläft und oft schon nach 1,5-2 Stunden das erst mal wiede wach wird. Ich fühle mich dadurch sehr angebunden! Natürlich ist man als Mutter eines kleinen Kindes an dieses gebunden und das ist ja auch richtig so, aber ab und zu mal ein paar Stunden außer Haus und für sich sein tuen trotzdem sehr gut! Wenn man abends mal weggeht und das Kind vom Vater, der Oma oder auch einem guten und vertrautem Babysitter betreut wird, heißt das nicht, dass man sich von seiner Mutterschaft lossagt, finde ich.
lg von s. mit 05/08, 11/09 und 06/16
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