wasserratte hat geschrieben:Jusl, darf ich nochmal daran anknüpfen:
Erst wenn daran manipuliert wird, können später Probleme auftauchen, z.B. bei Babys, deren Stillbedürfnis häufig mit einem Plastiknuckel (=Kontakt zum Ding!) statt mit Stillen (=Kontakt zum Menschen!) beantwortet wird.
Ist das erwiesen?
Ich sehe um mich herum nur Babys mit Schnullern und ehrlich gesagt beneide ich manchmal ihre Mütter drum. Denn Kolja nimmt und hat keinen und wenn er unglücklich ist - meist wenn er müde ist und einschlafstillen möchte und ich aber grad nicht kann - denke ich mir, Mensch nähme er einen Schnuller, wäre er doch besser dran.
Oder im Auto etc. Wo eben Schnullerkinder zufrieden nuckeln und womöglich noch alleine einschlafen muss mein Kleiner weinen, weil ich ihn eben nicht stillen kann.
Ich sehe also in dieser Beziehung die positiven Aspekte des Schnullers - würde mich aber freuen, wenn Du mich über die negativen Folgen aufklären könntest!
Danke!!!
Abgesehen von den Risiken, die der Schnuller so oder so birgt (Saugverwirrung und geringe Gewichtszunahme in den ersten Lebenswochen, Soor und schiefe Zähne später ) kommt es mit Sicherheit darauf an, WIE der Schnuller eingesetzt wird. Wird der Ruf nach Zuwendung auch mit Zuwendung beantwortet (Mama nimmt Baby auf den Arm z.B.) UND das Baby kann dann auf Mamas Arm noch etwas schnullern, eben als Brust-Ersatz in dem Moment, spricht ganz sicher nix dagegen!
"Zustöpseln" des Babys ist im Gegensatz dazu aber leider immer noch üblich; ich seh das echt oft, dass ein Baby im Maxicosi nach Mama ruft und stattdessen der Nuckel geflogen kommt
In besonderen Not-Situationen, wie einer langen Autofahrt z.B., finde ich das vertretbar. Aber tagtäglich viele Male... lieber nicht.
Ob problematische Zusammenhänge erwiesen sind, ist eine sehr gute Frage. Ich weiß, dass z.B. Suchttherapeuten oft wissen wollen, ob der Suchtkranke als Baby gestillt wurde oder nicht

. Hier spielt möglicherweise die Etablierung von Ersatz-Befriedigung eine Rolle. Außerdem gibt es Hinweise auf z.B. Sprachentwicklungsstörungen bei häufigem und langem Schnullergebrauch.
In der Ausgangsfrage ging es ja darum, ob "Stillen zum Trost eigentlich zu essgestörtem Verhalten führen" kann. Dies ist nachweislich nicht der Fall. Denn Stillen mach Bedarf ist keine "Ersatz-Befriedigung" - sondern die "tatsächliche Befriedigung" der Bedürfnisse menschlicher Babys
LG,
Julia