Gewichtsverlust und die Hebamme stresst mehr, als dass sie hilft…

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Betty82
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Gewichtsverlust und die Hebamme stresst mehr, als dass sie hilft…

Beitrag von Betty82 »

Hallo zusammen,

Ich hab mich heute hier neu registriert und finde aktuell nicht die Zeit, mich in Ruhe vorzustellen. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Wochen das mal nachholen kann.

Ich habe am 17. Dezember unsere Tochter per Kaiserschnitt in Vollnarkose entbunden. Die Entbindung war an 39 + 6
Ursprünglich war mein Kaiserschnitt an diesem Tag für morgens geplant. Da es im OP einige Umplanung gab, hatte ich um 6:00 Uhr früh die letzte Mahlzeit (Kakao-Drink) und dann den ganzen Tag weder Speise noch Getränke. Ich bekam auf Station in der Wartezeit zwei Infusionen und im Kreissaalbereich dann auch noch mal 2-3 Infusionen.

Unsere Tochter war bei der Geburt 50 cm groß und wog 3100 g. Direkt nach der Geburt hat sie zwar geatmet, aber der Sauerstoffgehalt ist etwas abgesackt. Daher musste sie kurz Sauerstoff bekommen. Wir hatten zuvor Colostrum gesammelt, welches sie bekommen hat, während ich noch aufgewacht bin. Direkt nach dem aufwachen habe ich sie auf die Brust bekommen und habe die ganze Nacht mit nackter Haut gebondet und sie immer wieder gestillt.

Die Schwangerschaft war eigentlich unkompliziert. Allerdings hatte ich eine insulinpflichtige Schwangerschaftsdiabetes. Die Blutzuckerkontrollen bei mir und beim Baby im Krankenhaus waren allerdings unauffällig.

Der Gewichtsverlauf unserer Tochter ist wie folgt:
17.12. war 3100g
18.12. war 3000g
19.12. war 2880g
20.12. war 2785g
21.12. war 2785g
22.12. war 2735g
23.12. war 2740g
24.12. war 2735g
25.12. war 2705g
26.12. war 2735g

Heute haben wir noch nicht gewogen.

Wir sind am 19.12. abends aus dem Krankenhaus entlassen worden. Am 20.12. war die Hebamme das erste Mal da und hat uns ihre Waage dagelassen, da unsere Tochter abgenommen hatte.

Das Baby hat sich schon immer schwer wecken lassen und schon im Krankenhaus immer nur dann gestillt, wenn sie es wollte und wenn sie von selbst wach geworden ist. Ein Stillen nach der Uhr hat seit Tag 1 nicht funktioniert. Sie lässt sich weder wach wickeln, noch mit einem Waschlappen wecken, noch die Füsse massieren noch durch Ansprache wecken. Sie schläft dann beim Stillen sofort ein und lässt sich nicht anlegen (sonst ist sie darin superprofi). Wenn sie „ihre“ Schlaf Zeit hatte, dann ist sie wach, entspannt und nimmt die Brust super an.

Eigentlich bin ich absolut für Stillen nach Bedarf, da hatte sie im Krankenhaus aber schonmal einen Tag an dem sie 6 Stunden geschlafen hat. Sie hatte im Krankenhaus und auch zuhause schonmal dir komplette Nacht Koliken (Darmbildung und Umstellung auf Milchstuhl). Sie hatte vor dem Milchstuhl bestimmt 4 Tage oder 5 den schwarzen klebrigen Stuhl.

Ich habe von Anfang an voll gestillt. Abpumpen klappt fast gar nicht, da kommen nur 15-20ml aus beiden Brüsten zusammen. Ausstreichen kommen in ca. 5 Minuten auch 15ml.

Wir haben zweimal eine Stillprobe gemacht (ich glaube am 24.12.). Da waren es einmal 35g nach dem Stillen und einmal 5g weniger als vor dem Stillen.

Als am 25.12. das Gewicht nochmal gefallen ist, sollten wir PRE zufüttern. Die Hebamme meinte 90ml PRE anbieten zu jeder Mahlzeit und dann dokumentieren wie viel sie nimmt. Wir füttern per Flasche (NUK Perfect Match) im paced Feeding, damit das Sättigungsgefühl bleibt und sie sich nicht überisst. Ich füttere auch immer die Brust zuerst (links und rechts) und dann erst später die PRE. Sie nimmt zwischen 15 und 30ml PRE pro Mahlzeit. Die Brust nimmt sie ohne Probleme weiter. Sie hat gestern aber trotzdem geclustert 4 Stunden am Stück, was mir zumindest das Signal gibt, dass sie die Brust weiter will.

Gestern nacht hatte sie starke Koliken. Sie hat kaum die Brust genommen und hat viel geschrieen. Vermutlich weil der Darm sich grad umstellt auf die Verdauung von PRE.

Wir waren froh, dass unser Kind ihr Gewicht mit diesen Koliken und dadurch bedingten teilweise sehr kurzen Mahlzeiten immerhin gehalten hat und nicht weiter abgenommen hat.

In diesem Zusammenhang meinte die Hebamme „das ist zu wenig. Füttert ihr bitte nur PRE. Sie soll sich daran satt essen. Und nicht mit Paced Feeding, das verwirrt sie nur.

Ich will unbedingt unsere Stillbeziehung schützen.
Ich will später auch PRE wieder ausschleichen, nur solange wie wir es brauchen.
Ich will aber das Stillen nicht zerstören.
Unsere Tochter liebt die Brust und reguliert sich da viel auch bei Schmerzen. Ich will ihr das keinesfalls nehmen.

Ich weiss, dass Kaiserschnittkinder bis zu 3 Wochen brauchen können um das Geburtsgewicht wieder zu erreichen.

Vim Bauchgefühl her bin ich bei Füttern nach Bedarf, PRE anbieten, aber nachrangig zur Brust und abwarten, wie es sich entwickelt.

Notfalls würde ich die Hebamme absagen und ggf. mit dem Kinderarzt Rücksprache halten, falls es Probleme geben sollte.

Nasse Windeln waren nie ein Problem. Das waren immer die geforderten 5-6+
Milchstuhl sind jetzt aktuell 2 Tage ohne, das hängt aber mit den Koliken und der PRE Umstellung zusammen.

Falls ihr mehr Infos braucht, bitte melden.

Danke 💚
Betty82
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Re: Gewichtsverlust und die Hebamme stresst mehr, als dass sie hilft…

Beitrag von Betty82 »

Edit: Die Geburt war bei 38+6 und nicht 39+6.
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ShinyCheetah
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Re: Gewichtsverlust und die Hebamme stresst mehr, als dass sie hilft…

Beitrag von ShinyCheetah »

Hey, schön, dass du hergefunden hast und herzlichen Glückwunsch zum Baby! Kennst du schon diesen Thread? Du hast ja schon viel geschrieben, aber es wäre für die Mods hier sehr wichtig, dass du die Tabelle mit den Angaben zum Zufüttern ergänzt und zur Stillfrequenz.

Es ist schon gut und richtig, dass deine Hebamme Alarm schlägt. Eine unauffällige Gewichtsentwicklung habt ihr da wirklich nicht und eine Unterversorgung des Babys ist keine Kleinigkeit. "Nur noch Pre" wird dir hier allerdings mit Sicherheit keiner raten, solange nicht irgendeine medizinische Indikation vorliegt. "Stillen nach Bedarf" ist natürlich das Ziel, aber es gibt leider Babys, die am Anfang einfach nicht genug Milch abrufen, weil sie zu schläfrig sind (dein Baby hat ja z. B. das Narkosemittel von der Sektio abbekommen). Und dann kommt es schnell zu einem Teufelskreis, wenn das Baby immer schwächer wird. In so einer Situation ist Stillen rein nach "Bedarf"dann keine Option, weil das Baby es einfach nicht ohne Unterstützung schafft, seinen Bedarf zu decken. Das viele Wecken ist eine Hilfe fürs Baby, damit es möglichst schnell in der Lage ist, sich die Mich selbst gemäß seinem Bedarf abzuholen.

Es meldet sich bestimmt bald ein Mod!
mit Sohn F (Ende September 18)
und Tochter V (Ende Juni 21)


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Re: Gewichtsverlust und die Hebamme stresst mehr, als dass sie hilft…

Beitrag von LittlePolarbear »

Hallo Betty, willkommen im Forum und herzlichen Glückwunsch zur Geburt eurer kleinen Tochter!

Du hast ja schon ausführlich berichtet, einige Infos fehlen aber glaube noch. Am besten guckst du hier nochmal rein: viewtopic.php?t=212847
Wie oft stillt ihr denn in 24 h? Und wie viel füttert ihr pro Tag zu? Diese Infos zusätzlich zur Anzahl von Pipi und Stuhlwindeln hier dokumentieren.
Außerdem gibt es die Möglichkeit stillfreundlich mit BES zuzufüttern. Hast du davon schon gehört oder habt ihr es schon ausprobiert?

Ich bin keine Stillberaterin, habe aber verinnerlicht, dass in den ersten Tagen und (4-6?) Wochen es durchaus wichtig ist, spätestens nach 3-4 Stunden wieder zu stillen (auch nachts). Das ist wichtig, damit die Milchbildung in Gang kommt. Richtiges stillen nur nach Bedarf dann erst, wenn es sich gut eingependelt hat, genug Milch da ist und das Gewicht passt. Wie lange schläft sie denn so am Stück?

Zum Abpumpen: Wie viel beim Abpumpen gewonnen werden kann, lässt nicht darauf schließen, wie viel Milch in den Brüsten gespeichert ist. Viele Frauen stillen und können keine Milch durch Abpumpen gewinnen. Ging mir beim Großen auch so, jetzt beim 2. kam anfangs sehr viel beim Pumpen.
Trotzdem kann das Abpumpen sinnvoll sein, weil so durch den Reiz die Milchmenge gesteigert werden kann. Gerade bei längeren Stillpausen.

Führe am besten die Doku mit den Zusatzinfos weiter und poste Updates. Die Stillberaterinnen hier arbeiten ja ehrenamtlich und haben selbst Familie, da kann es gerade jetzt in der Ferienzeit etwas dauern bis sie Zeit zum Antworten finden.
mit dem nicht mehr so kleinen Bär (2018) und dem Minibär (2025) + zwei Bonustöchtern (2008 & 2011)
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Re: Gewichtsverlust und die Hebamme stresst mehr, als dass sie hilft…

Beitrag von Mondenkind »

Betty82 hat geschrieben: 28.12.2025, 17:52 Ich hab mich heute hier neu registriert und finde aktuell nicht die Zeit, mich in Ruhe vorzustellen. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Wochen das mal nachholen kann.
Das ist in Ordnung! Du musst dich nicht vorstellen, um hier beraten zu werden. Herzlich willkommen!

Dein Kind hatte am 8. Tag nach der Geburt das niedrigste GEwicht und hat 12.7% abgenommen. DAs ist auffällig viel und spät.
Betty82 hat geschrieben: 28.12.2025, 17:52 Als am 25.12. das Gewicht nochmal gefallen ist, sollten wir PRE zufüttern. Die Hebamme meinte 90ml PRE anbieten zu jeder Mahlzeit und dann dokumentieren wie viel sie nimmt.
Die Zufütterung ist in diesem Fall erstmal unvermeidbar, da schließe ich mich der Hebamme an. 90ml sind allerdings für ein so junges Kind viel zu viel. Das ist völlig unmöglich. Ich würde vorschlagen:

1. min. 10x in 24 Stunden stillen, die Nachtpause nicht länger als max. 5 Stunden werden lassen. Wie oft stillt ihr zur Zeit in 24 Stunden?
2. 8x pro Tag 20ml zufüttern, NACH dem Stillen (!) Wie viel füttert ihr im Moment in 24 Stunden zu?
3. unterstützend pumpen, am besten beide Seiten gleichzeitig, 2-3x am Tag
Betty82 hat geschrieben: 28.12.2025, 17:52 Abpumpen klappt fast gar nicht, da kommen nur 15-20ml aus beiden Brüsten zusammen. Ausstreichen kommen in ca. 5 Minuten auch 15ml.
Das sind ganz normale Mengen so kurz nach der Geburt! Guck mal hier, da sieht man die Magengröße von so kleinen Babys: https://www.ausbildung-stillbegleitung. ... raucht.pdf. DAher sind auch keine so großen Milchmengen zu erwarten und das erklärt auch, warum 90ml eine völlig absurde Zufüttermenge sind in dem Alter.
Betty82 hat geschrieben: 28.12.2025, 17:52 Ich will unbedingt unsere Stillbeziehung schützen.
Ich will später auch PRE wieder ausschleichen, nur solange wie wir es brauchen.
Ich will aber das Stillen nicht zerstören.
Unsere Tochter liebt die Brust und reguliert sich da viel auch bei Schmerzen. Ich will ihr das keinesfalls nehmen.
Damit bist du hier genau richtig. Im Moment musst du zufüttern, da führt kein Weg dran vorbei. Aber das kann man so machen, dass man darunter weiterstillt, die Stillbeziehung aufbaut, durch die Zufütterung dafür sorgt, dass dein Kind die Kraft bekommt, sich die Milch bei dir zu holen und dann mit Muttermilch alleine versorgt ist.
Betty82 hat geschrieben: 28.12.2025, 17:52 In diesem Zusammenhang meinte die Hebamme „das ist zu wenig. Füttert ihr bitte nur PRE. Sie soll sich daran satt essen. Und nicht mit Paced Feeding, das verwirrt sie nur.
Stillen scheint nicht ihre Kernkompetenz zu sein.
Betty82 hat geschrieben: 28.12.2025, 17:52 Ich weiss, dass Kaiserschnittkinder bis zu 3 Wochen brauchen können um das Geburtsgewicht wieder zu erreichen.
Nein. Der Kaiserschnitt kann ein Faktor sein, der den Stillstart erschwert. Die GEwichtsabnahme erklärt er nicht.
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

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Re: Gewichtsverlust und die Hebamme stresst mehr, als dass sie hilft…

Beitrag von Mondenkind »

Hallo, hast du hier noch Interesse an der Beratung?
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

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Re: Gewichtsverlust und die Hebamme stresst mehr, als dass sie hilft…

Beitrag von Mondenkind »

Ich schließe hier dann mal.
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

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