So, jetzt aber

... das Kleinkind ist im Bett und ich konnte endlich den Text fertigstellen...
*Ist Euer Baby ein Junge oder ein Mädchen?
Junge
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, wenn ja, mit was (Muttermilch, Formulanahrung)? Schreibt bitte die Mengen auf (wie oft und wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Ab 10.12. ca. 200ml mit Spritze und Knopfkanüle beim Stillen, dann schrittweise reduziert, seit 24.12. Vollstillen
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: Wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Wir stillen mindestens 10-12 mal in 24h, tagsüber aller 1-2 Stunden (teils auch häufiger), nachts aller 3 Stunden (ich stelle mir den Wecker, er würde sonst auch länger schlafen). Die Stillmahlzeiten dauern aktuell ca. 15-30 Minuten. Tagsüber schläft er aktuell sehr wenig, maximal 30-40 Minuten am Stück, egal ob im Bett (er schläft bei uns), auf meinem Arm oder im Kinderwagen. Nachts dafür schläft er sehr gut und es ist etwas mühevoll, ihn zum Trinken wachzuhalten.
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang?
Stuhlgang aller 2-3 Tage (dann ziemlich viel), 5-6 nasse Windeln am Tag (nachts wickel ich nur, wenn er sonst nicht wach genug wird)
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Erstes Anlegen ca. 1 Stunde nach der Geburt (sekundärer Kaiserschnitt unter Spinalanästhesie), er hatte leichte Anpassungsschwierigkeiten und war sehr müde. Er hat zwar effektiv gesaugt, aber offensichtlich nicht ausdauernd genug. Ich hatte auch Schwierigkeiten, ihn wach zu halten.
Am 4. Lebenstag hatte er dann mehr als 10% seines Geburtsgewichts abgenommen, sodass ich "aller 3 Stunden 30ml" zufüttern sollte. Ich habe in kleinen Portionen an der Brust zugefüttert (mit Spritze und Sonde, welche mir auf Nachfrage eher widerwillig ausgehändigt wurden... Ich solle doch mit der Flasche zufüttern.... eine Saugverwirrung gäbe es nicht... Ich solle doch an mein Kind denken und nicht nur an meine eigenen Wünsche... was ich mir alles anhören durfte, das würde hier zu weit führen).
Da er gut zunahm, habe ich zu Hause unter Begleitung meiner Hebamme zügig begonnen, die Zufütterung zu reduzieren. Ich konnte die Pre auch ziemlich schnell durch abgepumpte Muttermilch ersetzen. Er war anfangs natürlich noch schläfrig, aber mit Wechselstillen hat es ganz gut geklappt. Ich hatte auch das Gefühl, dass er bei den Mahlzeiten ohne Zufütterung effektiver stillt.
Seit Heiligabend stillen wir voll

Seitdem waren auch immer mal ein paar Clusterphasen (in den Nachmittags- und Abendstunden) dabei, was unter der Zufütterung nicht vorgekommen ist.
In den letzten Wochen hat sich sein Stillverhalten geändert. Er ist deutlich abgelenkter, dockt tagsüber häufig ab und wieder an (manchmal lacht er mich zwischendurch an, manchmal meckert er dann oder schaut sich um, hat dabei aber sofort die Faust im Mund). Durch die stagnierende Gewichtszunahme bin ich sehr verunsichert und deute jede Unmutsäußerung als Hungerzeichen. Andererseits habe ich das Gefühl, dass ich ihm häufiger die Brust anbiete, als er tatsächlich trinken will. Er fängt dann an zu nuckeln, dockt aber ab, obwohl (oder wahrscheinlich gerade weil) Milch fließt und beschwert sich...
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Nichts dergleichen
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Nachsorgehebamme
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Mein Sohn hat eine leichte mandibuläre Retrognathie. Der Kinderarzt sagte bei der U2 im Krankenhaus "das kann Probleme beim Stillen machen, muss aber nicht..."
Mein Hb lag nach der Geburt bei 5,5mmol/l, war bei der Nachsorge aber wieder in Ordnung
* Falls dieses Kind nicht Dein erstes ist, beschreibe bitte kurz Deine Stillerfahrung mit Deinem/Deinen größeren Kind/ern.
Meine Tochter kam als spätes Frühchen bei 36+0 per sekundärem Kaiserschnitt. Sie war sehr schläfrig und wurde die ersten Wochen mit der Flasche gefüttert, Rückführung an die Brust im Alter von 3 Wochen. Die Zufütterung konnte ich mit Hilfe von Mondenkind (nochmal vielen herzlichen Dank an dieser Stelle!

) mit der Beikosteinführung ausschleichen. Die ersten Monate waren nervenaufreibend, aber die restliche Stillzeit war entspannt und richtig schön. Gestillt habe ich sie, bis sie 17 Monate alt war... dann wollte sie selbst nicht mehr

, wahrscheinlich war durch die erneute Schwangerschaft keine oder kaum noch Milch da.
Nun bin ich ratlos, woran es liegt, dass er nicht mehr genug zunimmt? Liegt es am Stillverhalten? Die Milchbildung geht ja nicht "einfach so" zurück, wenn sie erst einmal aufgebaut ist und weiterhin die Nachfrage besteht.
Ich hatte seit Anfang Februar mehrmals hintereinander Milchstau, so 3-4 mal (kaum hatte ich 2 Tage Ruhe, kam der nächste). Hatte in der Zeit viel Stress, aktuell ist es wieder gut... Könnte das eine Rolle spielen?
Meine Hebamme ist bisher entspannt, sie war zuletzt vor 3 Tagen zum Hausbesuch.
Ich hatte die Idee, eventuell aufgerahmte Muttermilch zuzufüttern, wenn das nötig sein sollte?
Ich pumpe früh morgens öfters mal ab (habe eine tragbare elektrische Pumpe), wenn sich die Brust zu voll anfühlt und erhalte dabei so um die 100ml (manchmal auch "nur" um die 50-60ml, manchmal um die 120ml).
Ich möchte so gerne wieder auf mein Gefühl hören können (welches ich aktuell irgendwie verloren habe

), meinem Baby und meinem Körper vertrauen.
Auch aufgrund der Vorgeschichte mit meiner Tochter und durch den etwas verkorksten Stillstart im Krankenhaus bin ich da so enorm verkopft....
Ich will aber auch nicht, dass problematische Entwicklungen erst zu spät auffallen. Deshalb wende ich mich jetzt an dieses Forum und hoffe auf eine Einschätzung der Situation und Begleitung unserer Stillbeziehung.
Vielen Dank schonmal an alle, die sich diesen "Roman" durchgelesen haben
