3,5 Monate Kampf ums Stillen - weitermachen oder aufhören?

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KathaStrophe
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3,5 Monate Kampf ums Stillen - weitermachen oder aufhören?

Beitrag von KathaStrophe »

Hallo zusammen,
ich habe schon einige Beratungen in diesem Forum gelesen und habe mich entschlossen, jetzt auch einmal hier zu schreiben. Ich weiß noch nicht genau, was ich mir davon erhoffe. Wahrscheinlich Verständnis, Beistand und Tipps und eine Entscheidung... Das ganze Thema belastet mich sehr.

Das könnte jetzt ein langer Roman werden, ich hoffe das ist in Ordnung. Wir haben schon echt viel probiert...

Mein Sohn kam am 15. April per Kaiserschnitt zur Welt. (Nach 3,5 Tagen Einleitungsversuchen und arschigem Chefarzt kam ein traumatischer Kaiserschnitt, bei dem die Betäubung nicht lange genug gewirkt hat.)
Etwa eine Stunde später habe ich mit Hilfe der Hebamme versucht, ihn anzulegen. Dabei konnte er allerdings die Brust nach dem Andocken irgendwie nicht festhalten - er hat keinen Unterdruck erzeugen können? Die Hebamme meinte, ich soll ihn nicht nur vorne an der Brustwarze nuckeln lassen, dafür wäre meine Brust zu schade. (Damit hat sie mich ziemlich verunsichert.) Nach einer Weile haben wir es dann sein lassen

Später auf dem Zimmer habe ich es mit Hilfe einer anderen Hebamme noch einmal versucht - auch da hat er die Brust nicht halten können, sodass sie mir ein Stillhütchen aufgeschwatzt hat - ich habe in dem Moment einfach nur ein Erfolgserlebnis gebraucht und damit hat es immerhin funktioniert. Die nächsten Tage habe ich mit Stillhütchen gestillt, wobei mein Sohn dabei auch immer nur die Brustwarze im Mund hatte und es mir ziemlich wehgetan hat. - Alle, die ich im Krankenhaus gefragt habe, meinten, das wäre normal und richtig so und die Brust müsse sich erst noch daran gewöhnen. 😒 Allerdings hat mein Sohn mehr als 10 Prozent abgenommen, sodass da schon auf der Kippe stand, ob zugefüttert werden muss. Nachdem eine liebe Kinderkrankenschwester eine Stillprobe gemacht hat - dabei hat er ca. 15 Gramm getrunken - durften wir dann doch ohne Zufüttern 4 Tage nach der Geburt (Freitags) nach Hause.

Meine Hebamme, die auch Stillberaterin ist, hat mir dann direkt nochmal gezeigt, wie ich ihn richtig anlege, aber ohne Stillhütchen ging es trotzdem nicht und sie meinte, dass die starken Schmerzen, die ich habe, auf keinen Fall normal seien. Deshalb hat sie mir gleich eine Milchpumpe und eine Spritze mit Sonde da gelassen und mir empfohlen, die abgepumpte Milch mit der Sonde oder per Finger Feeding zu füttern.
Das haben wir gemacht und montags sind wir direkt zur Osteopathie gegangen. Das hat insofern geholfen, dass er die Brust danach sofort ohne Stillhütchen festhalten und saugen konnte. Allerdings war es immer noch nicht ganz richtig und er war ziemlich ungeduldig. Deshalb weiter mit Sonde und Finger Feeding gemacht. Abpumpen hat dann leider überhaupt nicht geklappt - es kam gar nix - anlegen auch nicht und der Kleine hatte immer noch nicht genug zugenommen, deshalb haben wir dann mit Spritze und Finger doch Prenahrung zufüttern müssen. 😩

Danach kamen 2 oder 3 Tage, an denen der Kleine ohne Hilfsmittel/Sonde etc ausschließlich an der Brust getrunken hat. Aber dann kam der Rückschlag: Er hat in der Zeit kein Gramm zugenommen 😣 Und ich hatte nach wie vor höllische Schmerzen an den Brustwarzen. Also haben wir weiter zugefüttert - weiter mit Finger Feeding. Ich habe immer wieder versucht, abzupumpen, aber meistens kam nicht viel dabei raus. Das Gefummel mit der Spritze und der Sonde haben wir selbst zu zweit nie richtig hinbekommen, deshalb haben wir das dann bald sein lassen.

Wir waren dann noch einmal bei einer anderen Osteopathin (die erste hatte Urlaub), das hat allerdings gar nichts geändert. Und 3 Wochen nach seiner Geburt waren wir bei einer anderen Stillberaterin, die meine Hebamme empfohlen hatte, weil sie nicht mehr weiter wusste. Die hat mir das asymmetrische Anlegen beigebracht (hat nichts geändert, hatte immer noch Schmerzen) und meinte, sein Zungenbändchen wäre verkürzt. Dadurch würde er meine Brustwarzen verformen/zerquetschen und daher kämen die Schmerzen. Dank viel Glück und der Hattnäckigkeit meines Mannes konnten wir direkt am nächsten Tag einen Termin in der Uniklinik in Mainz machen, bei dem das Zungenbändchen durchgeschnitten wurde. - Auch das hat nichts geändert, ich hatte nach wie vor starke Schmerzen und verformte Brustwarzen.

Meine Hebamme hat dann festgestellt, dass mein Sohn anscheinend einen Pilz im Windelbereich hat und erklärt, dass er den dann auch im Mund und ich auf der Brust habe. Also haben wir den behandelt und die Schmerzen haben dadurch bei mir sehr stark nachgelassen, waren aber immer noch deutlich vorhanden. Außerdem hat sie uns Physiotherapie empfohlen, weil er trotz durchtrenntem Zungenband nicht die richtigen Bewegungen macht.

Irgendwann Anfang Juni haben wir das mit der Spritze dann sein lassen und haben stattdessen angefangen, mit Lansinoh-Flaschen zuzufüttern. Das klappt auch gut und er ging auch trotzdem noch an die Brust. Allerdings macht er beim Trinken immer ein schnalzendes Geräusch, was laut Hebamme und Stillberaterin auch ein Zeichen dafür ist, dass er mit der Mundmotorik irgendwas nicht richtig kann.

Die Kinderärztin hat uns in der Zwischenzeit Physiotherapie für ihn verschrieben. Zuerst wusste die Therapeutin nicht so ganz, wie sie ihn helfen kann, weil er ansonsten komplett unauffällig ist. Erst als wir ihr gezeigt haben, wie er an der Flasche trinkt und sie sich mit einer weiteren Osteopathin kurzgeschlossen hatte, bei der wir zwischenzeitlich auch noch waren, hat sie das Problem richtig erkannt. Sie meint durch das zu kurze Zungenbändchen hat er nie richtig saugen gelernt, wie andere Babys das eigentlich schon im Mutterleib üben. Und wenn seine Muskeln im Bereich der Schultern und des Nackens stärker werden, würden die Nerven der Zunge frei und er könne die Zunge besser/richtig bewegen. (So habe ich es zumindest verstanden.)
Also hat sie Übungen mit ihm gemacht und uns aufgetragen, diese Übungen nach Vojta dreimal am Tag mit ihm zu machen. Wir haben nach 2 Tagen aufgegeben, weil der Kleine dabei so geschrien hat und wir das nicht ausgehalten haben...
Sie macht jetzt andere Übungen mit ihm, die nicht so schlimm für ihn sind. 9 Stunden Physio sind jetzt rum, die 10. haben wir Ende August nach ihrem Urlaub.

Seitdem habe ich schon den Eindruck, dass er an der Brust besser trinken kann. Zumindest sind die Brustwarzen nur noch in ganz seltenen Fällen verformt oder tun weh. Ich versuche, ihn zumindest 2-3 mal am Tag anzulegen, (auch wenn nicht mehr viel kommt) weil ich denke, dass jeder Tropfen Muttermilch zählt. Allerdings kommt jetzt natürlich kaum noch Milch raus. Morgens lässt er sich gut anlegen, aber ab nachmittags und/oder wenn er auch müde ist, will er gar nicht an die Brust, lässt sie direkt wieder los und schreit die ganze Zeit, bis er sein Fläschchen bekommt. Wenn er gut angedockt ist, weiß ich nicht, ob er die Brust effektiv leeren kann. Er schläft dabei immer ein und ich weiß nicht, wie lange ich ihn dran lassen soll - ich erkenne nie, ob er schluckt oder nur nuckelt... Abpumpen oder von Hand entleeren mache ich sporadisch, wenn er sich abends gar nicht anlegen lässt, damit die Milch nicht komplett zurückgeht. (Ich bekomme in 10 Minuten meistens nicht mal 10 ml raus.) - Allerdings wird es in den letzten Tagen trotzdem immer weniger, das ist aber ja auch kein Wunder...

Jetzt weiß ich nicht, ob/wie ich weitermachen soll. Entweder ich gebe noch einmal alles (so oft wie möglich Anlegen mit Brusternährungsset, häufigem Abpumpen und noch mehr Zeit und Energie reinstecken als bisher), um die Milchmenge noch einmal etwas zu erhöhen - ob er sie dann beim Stillen oder mit der Flasche bekommt, sei mal dahingestellt. Oder ich lasse es so jetzt auslaufen, bis gar keine Milch mehr kommt und er wird dann nur noch mit Prenahrung gefüttert.

Ich habe in den letzten 3 Monaten schon so oft gedacht, dass ich aufgebe und mir das alles nicht geben muss. Dass er auch so groß wird. Etc. Aber mein Stillwunsch ist so stark, dass ich immer noch weiter gemacht, immer noch etwas Neues probiert habe. Beim Gedanken daran, aufzugeben, kommen mir direkt die Tränen und ich fühle mich furchtbar. Ich habe mich in der Zeit auch oft gefragt, warum ich dabei so stur bin.

Ich habe mir ein gebrauchtes Brusternährungsset gekauft, aber nur mal einen kurzen Testlauf gemacht, der nicht so erfolgreich war. Dem könnte ich natürlich noch einmal eine Chance geben.

Jetzt geht mein Mann allerdings wieder arbeiten und ich muss tagsüber schauen, wie ich alleine zurecht komme. Ich weiß einfach nicht, ob ich die Energie habe, noch einmal einen (letzten?) Anlauf zu nehmen.
Dazu kommt, dass ich an chronischen Depressionen leide, die durch Stress und Druck (vor allem selbstgemachtem) schlimmer werden und sich vor allem durch Antriebslosigkeit äußern. - Keine gute Kombi... :/

Ich würde meinen Sohn so gerne noch mehr Muttermilch geben können. Dass ich zum Vollstillen komme, habe ich natürlich schon längst aufgegeben, aber ein wenig mehr als jetzt wäre schön.
Einerseits denke ich, dass ich guten Gewissens aufgeben kann, weil ich schon soooo viel versucht habe. Andererseits kann ich den Wunsch nach dem Stillen nicht loslassen. Und dann lese ich wieder, dass die WHO empfiehlt, 2 Jahre zu Stillen und das ja noch eine ganz schön lange Zeit ist, in der ich stillen könnte, wenn es jetzt doch noch klappen würde.. Die ganze Situation belastet mich sehr. So langsam muss jetzt eine Entscheidung her, sonst trifft die Natur bald die Entscheidung, weil die Milch dann ganz weg bleibt...

Wie habt ihr euren Stillwunsch losgelassen, als es nicht geklappt hat?

Gibt es einen Thread mit einer ähnlichen Geschichte, die mir Mut machen kann (Verkürztes Zungenbändchen durchtrennt und dann musste das Baby aufwändig lernen, die richtige Saugbewegung mit der Zunge zu machen)?

Ich weiß einfach nicht, ob ich überhaupt weitermachen soll, ob es sich lohnt, ob ich die Kraft dafür habe, es noch einmal zu versuchen.

Schreibt mir gerne eure Gedanken dazu, ich bin für jeden neuen Impuls dankbar.


Hier noch die Beantwortung der Fragen - manche sind in meinem Roman oben ja schon beantwortet...

* Ist Euer Baby ein Junge oder ein Mädchen?
Junge
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, wenn ja, mit was (Muttermilch, Formulanahrung)? Schreibt bitte die Mengen auf (wie oft und wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Ich füttere fast ausschließlich mit Pre-Nahrung. Mengen s.u. Manchmal noch ein paar Milliliter Muttermilch, wenn beim Abpumpen was rauskommt.
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: Wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Morgens lege ich ihn an jeder Seite je ca. 10 Minuten an (damit er es zumindest nicht verlernt) und danach bekommt er sein Fläschchen. Manchmal versuche ich ihn öfter am Tag vorm Trinken anzulegen, aber oft klappt es in letzter Zeit nicht, weil er dann schreit, bis er sein Fläschchen bekommt. Ich war in der letzten Zeit auch nicht besonders geduldig/motiviert. Abends versuche ich es auch nochmal, aber meistens klappt das nicht und dann Pumpe ich nochmal 10 Minuten ab, oder entleere die Brust von Hand, weil das schneller geht.
Nachts schläft er immer bis morgens um ca. 5 Uhr, dann trinkt er ein Fläschchen und schläft dann nochmal 2-3 Stunden.

Hier mal die letzten 2 Wochen (Urinwindeln tracke ich seit Anfang Juli nicht mehr, aber ich denke, es sind so 5-6 pro Tag):
(18.7. 6550g - U4 beim Kinderarzt)
22.07. 4x gestillt, 600 ml PRE, 1x Stuhl
23.07. 2x gestillt, 680 ml PRE, 0x Stuhl
24.07. 2x gestillt, 680 ml PRE, 1x Stuhl
25.07. 1x gestillt, 685 ml PRE, 2x Stuhl
26.07. 3x gestillt, 655 ml PRE, 1x Stuhl
27.07. 2x gestillt, 680 ml PRE, 1x Stuhl
28.07. 1x gestillt, 695 ml PRE, 1x Stuhl
29.07. 2x gestillt, 698 ml PRE, 0x Stuhl
30.07. 2x gestillt, 700 ml PRE, 1x Stuhl
31.07. 1x gestillt, 760 ml PRE, 1x Stuhl
01.08. 2x gestillt, 830 ml PRE, 2x Stuhl
02.08. 1x gestillt, 730 ml PRE, 0x Stuhl
03.08. 1x gestillt, 765 ml PRE, 1x Stuhl
24.08. 1x gestillt, 650 ml PRE, 1x Stuhl


* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang?
Ca 5-6 nasse Windeln am Tag, Stuhlgang ist im Schnitt einmal am Tag
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
S.o.
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Ja, wir füttern mit Fläschchen, Stillhütchen haben wir in der ersten Woche benutzt, jetzt brauchen wir sie nicht mehr. Schnuller hatte er noch nie
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Meine Hebamme ist Stillberaterin, aber ihre Besuche zur Nachsorge sind schon vorbei. Wir hatten zweimal Beratung bei einer anderen Stillberaterin, die uns viel Wissen vermittelt hat. Aber die Beratung ist sehr teuer und die Stillberaterin war uns nicht so ganz sympathisch, deshalb haben wir dort jetzt keinen weiteren Termin gemacht. Zurzeit sind wir noch bei der Physiotherapie (gerade ist allerdings Urlaubspause bis Ende August)
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Mein Sohn hatte ein verkürztes Zungenbändchen, das haben wir durchtrennten lassen. Er war am Anfang ein bisschen gelb und hatte einen etwas erhöhten Wert, aber da bestand kein Handlungsbedarf außer ihn zum Trinken wecken und es beobachten. Ich habe Hashimoto mit Schilddrüsenunterfunktion und nehme 100 ng L-Thyroxin.
* Falls dieses Kind nicht Dein erstes ist, beschreibe bitte kurz Deine Stillerfahrung mit Deinem/Deinen größeren Kind/ern
Ist mein erstes Kind

Vielen Dank und liebe Grüße
Katha
DiriDesu
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Re: 3,5 Monate Kampf ums Stillen - weitermachen oder aufhören?

Beitrag von DiriDesu »

Du hast auch schon einiges mit gemacht. Und ich wünsche dir viel Kraft deinen Weg zu gehen, egal wie er aussieht.
Bist du bzgl deiner Depression in Behandlung?
Und wenn du länger als 2 Jahre stillen möchtest, dann ist es ja noch solange, dass es sich durchaus lohnt.
Es muss ja auch nicht das volle Programm sein. Wenn du pumpen nicht schaffst, macht es auch die pre aus dem BES. Und der Alltag mit BES wird auch einfacher. Vllt mehrere BES und nach Benutzung in eine Schüssel mit Wasser und abends einmal richtig sauber machen? Du kannst es dir so einfach wie möglich machen. Und mit Beikoststart kann das BES reduziert werden?

Ich erzähle dir einfach mal meine Geschichte und vllt kannst du dir was mitnehmen:).

Ich habe tubuläre Brüste. In meiner 1. Schwangerschaft habe ich mir gesagt, entweder klappt es oder nicht. Nach der Geburt hat er auch für das KH zuviel abgenommen, also Zuckerlösung. Und kurz darauf die Flasche mit pre. Im KH hatte ich auch keinen Milcheinschuss. Zu Hause konnte ich auch zum 1. Mal pumpen. Jedoch nie wirklich viel. Und die Flasche wurde zum Mittel der Wahl. Und ich war erstaunt, dass ws mir so wichtig ist. Er war nur noch kurz an der Brust. 4 Wochen später kontaktierte ich eine Stillberaterin. Die mir auch das BES empfahl. Pünktlich kam es am dem WE an als mein Mann wieder auf Arbeit musste. Durch das BES hatte ich tatsächlich das 1. Mal einen Milcheinschuss. Ich hab mich mega gefreut.
Doch nach 2 Monaten habe ich eine 2. Stillberaterin kontaktiert, weil ich es loshaben wollte. So richtig konnte sie mir nicht weiterhelfen außer das sie ein verkürztes Zungenband vermutete. In coronazeiten und sie frisch in die Stadt gezogen, kannte sie niemanden, der sich das anschauen konnte. Mit 9 Monaten 3. Stillberaterin, die auf orale Restriktion spezialisiert war, aber nur online. Brachte auch nicht viel. Mit 1 Jahr konnte ich das BES weglassen und er hat sich mit fast 3 selber abgestillt.

Geburt, mein high need Baby und der Alltag mit BES hatte sehr viele Höhen und Tiefen. Von der Verzweiflung "warum kann ich mein Baby nicht einfach ernähren" bis"er ist so anhänglich wegen meiner Unsicherheit bei der Geburt". Ich habe das alles auch in Therapie aufgearbeitet.
Aber ab 1 Jahr war es für mich wunderschön. Ich habe es nie bereut gekämpft zu haben. Es gab auch soviele freudige und schöne Momente mit BES. Er saugte an meiner Brust und das länger als 1 Minute. Ich vermute immer noch ein verkürztes Zungenband. Es ist so. Dann ging es eben im 1. Lj nur mit BES.
Und ab Beikoststart wird es auch leichter. Im Endeffekt 1 Jahr BES und 2 Jahre so gestillt. Der längere Part ohne bes hat überwogen:).

Beim 2. Kind dachte ich, so informiert wie ich bin, wird es besser.
Nichts da. BES mit Kleinkind und Baby..... Es ist hart gewesen. Jedoch gehe ich aktuell mit den Gedanken ran "jeder Tropfen muttermilch zählt ". Durch die Beikost können wir reduzieren. Und somit haben wir es eher los als beim Großen. Ach und hier haben wir auch eine Frenotomie gehabt und es wurde nicht besser. Auch das hat mich traurig gemacht. Jedoch sag ich mir auch, dass ich alles probiert habe. Es ist so wie es ist. Es ist ok, er hat überwiesen Muttermilch bekommen. Die ganze Odyssee mit Osteopathie, Stillberaterin, Ärzten..... Ich habe die Ursachenforschung aufgegeben.

Jedoch eins muss ich sagen: ich habe recht unempfindlich Brüste und keine schmerzen. Das ist sicherlich was anderes .
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acct8
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Re: 3,5 Monate Kampf ums Stillen - weitermachen oder aufhören?

Beitrag von acct8 »

ohje du hast schon einen weiten Weg hinter dir, und ich kann dich SO GUT verstehen. ich stand auch so oft an dem Punkt ob ich nicht einfach aufhöre. aber ich hänge einfach zu sehr am stillen. und ich merke wie sehr mein Sohn daran hängt - als er nach dem impfen Fieber hatte, war das stillen sein Anker... das hat mich sehr berührt weil ich immer das Gefühl hatte, ich dränge mich mit dem stillen auf und die Flasche wäre ihm auch Recht.
wir sind auch so ein Härtefall mit dem Zungenbändchen. der Knirps musste alles neu lernen. die Muskeln neu aufbauen. im April haben wir trennen lassen und erst seit wenigen Wochen sehe ich wie er die Zunge raus streckt. mittlerweile sind wir auf einem guten Weg, was uns viel hilft ist die Behandlung bei der Logopädin. aber ich glaube es wird noch dauern bis es perfekt läuft. ich bin damit mittlerweile im reinen. ich warte nun, bis er bereit für die Beikost ist und dann das BES in die Ecke werfen kann...
mit dem BES muss man erstmal reinkommen. nur einmal pro Tag damit stillen, am besten wenn dein Mann gerade Zeit hat - anfangs war es bei uns total chaotisch. da sind 4 Hände vielleicht besser. ich bereite das BES immer vor, solange trägt mein Mann das Baby und sobald ich fertig bin legt er ihn auf dem Stillkissen ab und ich lasse ihn andocken. danach Spüle ich das Set irgendwann und sterilisiere nur alle paar Tage in der Mikrowelle.
hast du jemanden in deiner Umgebung der sich um dich kümmert? ohne Unterstützung ist es so schwer. bekommst du genug zu essen, kann jemand dir mal ein Tee bringen? als Mutter habe ich aufgehört auf mich zu achten, dabei bist du genauso wichtig!

sei stolz auf dich, das du wirklich alles erdenkliche tust um deinen kleinen zu ernähren. so viele hätten schon lange aufgegeben! du musst dir wirklich nichts vorwerfen. ich lasse dir einen virtuellen Drucker da. du bist eine tolle Mama!

dein Baby ist schon 3,5 Monate alt, vielleicht kannst du in 2 Wochen mit der Beikost anfangen?

wenn du Unterstützung mit einem Stillmod haben möchtest, darfst du nach 3 Tagen deinen Eintrag auch melden. mir hilft es hier ein Sprachrohr zu haben und die Begleitung sehr!
mit Knirpsi 03/24
KathaStrophe
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Re: 3,5 Monate Kampf ums Stillen - weitermachen oder aufhören?

Beitrag von KathaStrophe »

Liebe DiriDesu, vielen Dank für deine Nachricht! Wow, Hut ab, dass du das mit dem BES ein Jahr lang durchgezogen hast!
Danke für den Tipp mit dem zweiten Set. Wenn ich mich entscheide, das regelmäßig zu verwenden, werde ich mir ein zweites anschaffen.
Es macht mir wirklich Mut, dass du dann noch zwei Jahre ohne stillen konntest!

Ja, ich bin bei einer Therapeutin, aber gefühlt noch ganz am Anfang und es geht nur langsam voran...

Liebe acct8, auch dir herzlichen Dank für deine Nachricht!
acct8 hat geschrieben: 07.08.2024, 13:59 weil ich immer das Gefühl hatte, ich dränge mich mit dem stillen auf und die Flasche wäre ihm auch Rech
Genau so geht es mir auch! Aber mein Sohn nimmt die Brust im Moment auch kaum zur Beruhigung. :/

Logopädie hatte die Stillberaterin auch empfohlen, aber neben Physiotherapie, Rückbildungskurs, Psychotherapie und Babymassage wollte ich nicht noch einen Termin mehr 🙈 Dazu ist es hier auch sehr schwer, jemanden zu finden der so Kleine behandelt und dann auch noch neue Patienten auf die Warteliste nimmt... Wie muss ich mir bei euch die Behandlung der Logopädin vorstellen? Wenn das bei euch hilft, gebe ich dem ganzen vielleicht doch noch eine Chance... 🤔

Danke, wenn mein Mann nicht arbeitet, unterstützt er mich so gut er kann - er ist echt der Beste! 😊 Außerdem kommt meine Mama einmal in der Woche und hilft mir.

Ich wollte mit der Beikost eigentlich noch etwas warten und ich glaube, er
KathaStrophe
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Re: 3,5 Monate Kampf ums Stillen - weitermachen oder aufhören?

Beitrag von KathaStrophe »

Oh, versehentlich schon abgeschickt und ich weiß nicht, wie ich den Beitrag hier am Handy bearbeiten kann...


Ich wollte mit der Beikost eigentlich noch etwas warten und ich glaube, er ist auch noch nicht bereit. Zumindest jetzt zeigt er die Reifezeichen noch nicht. - Aber das kann sich innerhalb von 2 Wochen natürlich auch schnell ändern...

Ich habe die letzten Tage jeweils einmal versucht, den Kleinen mit dem BES anzulegen, es hat so lala funktioniert .Am Anfang dachte ich immer, dass es gut klappt, aber nach 40 Minuten wurde er ungeduldig und als ich dann aufs Fläschchen gewechselt habe, habe ich gesehen, dass er nur 25 ml getrunken hat... Ist es normal, dass das so langsam geht? Ich habe den mittleren Schlauch verwendet und den zweiten Schlauch nach oben geklebt. Das BES hatte ich erst um den Hals hängen und dann habe ich es mir auf die Schulter gelegt, um es noch höher zu haben... Kann es sein, dass er eine falsche Zungenbewegung macht und dabei das Ende des Schlauchs zuhält?

Naja, wir üben noch.... Am Wochenende wollen mein Mann und ich nochmal einen Versuch starten, alles so intensiv wie möglich zu üben. Vielleicht macht es dann Klick mit dem BES...
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Re: 3,5 Monate Kampf ums Stillen - weitermachen oder aufhören?

Beitrag von DiriDesu »

Meine beiden haben die Brust auch kaum zur Beruhigung genommen anfangs. Jedoch umso länger ich dran blieb, umso mehr wurde es. Vorallem ohne BES die 2 Jahre hat mein großer gerne die Brust als seinen sicheren Hafen genommen:). Immer wenn er gestresst war oder von der Kita kam, kam er dadurch runter!
Vllt hat er sich dann auch abgestillt, weil ihm die Regeln auf den Keks gingen. Wurde nämlich kurz vorher schwanger und die Brustwarzen waren empfindlich und hatte regeln erstellt :).

Es gibt wohl Logopäden, die sind auf orale registriert spezialisiert und trainieren quasi die Zungenmuskeln. Bei mir wäre dir nächste 70 km entfernt, sodass es mir es nicht wert war. Ich hab ein weiteres Kind zu Hause, was auch Termine hat:/....

Bzgl dem BES. Du hast also das alte Set? Was passiert beim größten Schlauch?
Hast du den zweiten Schlauch offen? Dann fließt es auch nochmal besser.
Leider kann ich da nicht mehr Hilfe geben. Meine beiden Jungs hatten den roten Schlauch und das BES hing unter kopfniveau und war dennoch sehr schnell leer :).
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Re: 3,5 Monate Kampf ums Stillen - weitermachen oder aufhören?

Beitrag von acct8 »

die Logopädin ist wie DiriDesu gesagt hat spezialisiert. ich habe ihre Adresse auch nur durch die Stillberatung. sie hat mir bei der Narbenpflege geholfen und Übungen mit seiner Zunge gemacht, mir diese auch gezeigt. die Zungenbeweglichkeit musste er neu trainieren. nachdem sie mit ihm gearbeitet hat stillen wir, sie ist die einzige die gesehen hat das mein Baby die Lippen zusammenpresst beim stillrn. da arbeiten wir jetzt daran. für Zuhause hat sie uns den oball und den matchstick monkey (mit Schwanz) empfohlen, weil die Babys die Zunge durch die Löcher stecken und so bewegen. und viel stillen! wir haben auch nur schnell einen Termin bekommen, weil jemand einen Termin abgesagt hat. aber ja, sie ist total ausgebucht....

ich denke wenn das BES bei dir läuft dann wird sich deine Milchmenge wirklich steigern. am Anfang haben wir auch länger gebraucht mit dem BES bis es leer war, aber es hat relativ schnell geklappt. vielleicht ist der Schlauch im Mund schlecht positioniert? am besten klappt bei uns im Mundwinkel. oder ausversehen etwas abgeklemmt? (das passiert mir manchmal). weißt du, ob seine Zunge richtig liegt? die Zunge sollte auf der kauleiste, so löffelformig die Brust umschließen (das hat meiner lange nicht gemacht)

toll, das ihr am Wochenende nochmal einen Versuch startet :D
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KathaStrophe
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Re: 3,5 Monate Kampf ums Stillen - weitermachen oder aufhören?

Beitrag von KathaStrophe »

Ich beschreibe hier mal ein bisschen meine Erlebnisse, vielleicht hilft mir das...

Erster Versuch heute Morgen nach dem Aufwachen noch im Bett:
Da ist der Kleine immer am geduldigsten und trinkt am besten aus der Brust. Ich habe gemerkt, dass ich vorm Frühstück nicht so geduldig bin. 🙈
Anlegen hat etwas gedauert - das asymmetrische Anlegen mit BES finde ich echt schwierig. Außerdem fuchtelt mein Sohn die ganze Zeit mit den Händchen und zieht dadurch immer an den Schläuchen. Grmpf!

Immerhin hat er nach ner ganzen Weile 100ml getrunken und ist danach satt 💪 Juhu!


Habe dann festgestellt, dass ich wohl doch die ganze Zeit den kleinsten Schlauch hatte 😅🙈

Beim zweiten Füttern nochmal mit dem kleinsten Schlauch (die anderen sind noch nicht sterilisiert) klappt es anfangs ganz gut: habe den Schlauch nicht mit dem Tape fest geklebt, sondern einfach mit in den Mund geschoben, das macht es etwas leichter für mich. den zweiten Schlauch hatte ich offen und nach oben geklebt. Außerdem hing die Flasche nicht um meinen Hals, sondern erst hat mein Mann sie hoch gehalten und als es dann funktionierte lag sie auf meiner Schulter.

Leider ist der Kleine immer wieder eingedöst und ich musste ihn viel wach halten, sonst wäre es vielleicht etwas schneller gegangen... 😅 Dadurch habe ich den Eindruck, dass das Trinken an der Brust sehr anstrengend für ihn ist... 🤔
Irgendwann habe ich ihn einschlafen lassen und dachte, er kann danach weiter trinken und ist danach wacher. Falsch gedacht, danach hat erstmal gar nix mehr funktioniert. Er hat die Brust eben nur noch angebrüllt, egal ob mit BES oder ohne, und sich richtig reingesteigert. Andere Babys beruhigen sich an der Brust und mein Baby schreit, als würde ich ihn damit vergiften wollen. 😭 Das macht mich echt fertig!
acct8
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Re: 3,5 Monate Kampf ums Stillen - weitermachen oder aufhören?

Beitrag von acct8 »

hey, das klingt doch nach einem Fortschritt, super :D
das mit dem ziehen kenn ich. bin überrascht, das das Set noch heile ist... und mein kleiner spielt mittlerweile mit der Flasche. fummelt richtig rum. das macht mich total wahnsinnig... deswegen ist das BES unter meinem T-Shirt versteckt, dann fummelt er nur an meiner Kleidung. oder ich mache eine Schnullerkette an meinem BH Träger fest, das findet er super :roll: (ich nenne es, Stillkette für arme :lol: )
vielleicht ist das ja was für dich, sobald ihr Übung habt :)

vielleicht war er beim zweiten stillen gar nicht so arg hungrig? wenn er davor 100ml getrunken hat + den Teil aus deiner Brust ist das ziemlich viel, meine ich. bin aber keine Expertin...
du, mein Baby ist schon Recht Brustaffin aber trotzdem kann ich ihm beim brüllen oft nicht so beruhigen. da muss er schon echt am Ende sein... nach dem impfen zb. keine Chance :( und ich kenne das, du willst deinen Baby nur was gutes tun und es schreit die Brust an.. das macht mich auch immer sehr traurig. manchmal hilft es wenn mein Mann ihn beruhigt, Bäuern lässt, ablenkt. nach paar Minuten geht es dann besser. aber nicht immer. was ich sagen will - du bist nicht alleine, ich glaube jede Mama erlebt das hin und wieder... (was es natürlich nicht einfacher macht!)

hast du noch den großen Schlauch ausprobiert? wie lief der Tag noch so?
mit Knirpsi 03/24
DiriDesu
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Re: 3,5 Monate Kampf ums Stillen - weitermachen oder aufhören?

Beitrag von DiriDesu »

Meiner kneift jetzt. Also umso mobiler sie werden, umso mehr kommt hinzu :D. Aber klingt doch schon mal gut, wenn es besser geklappt hat. Probiere dich aus, was für euch gut funktioniert. Wenn dein Mann dich unterstützt, umso besser :). Hat der größere Schlauch jetzt geklappt?

Und meine beiden Kinder haben brüllend nicht die Brust zur Beruhigung genommen, vorallem bei Übermüdung. Vllt war er gar nicht hungrig?
Ich glaube das stillen wird auch manchmal zu romantisiert gesehen. Mein Baby macht einen mucke, ich lege es an, es trinkt in Ruhe egal in welcher Umgebung.
Oft in Wirklichkeit: umso älter die Kinder werden, umso unruhiger können sie werden. "Oh was ist denn da an der Wand? Ein Punkt? Boah wie spannend" dann wird 5 Sekunden getrunken bis wieder was entdeckt wird. Dann kommen welche, ich solle einfach ein Tuch drüber machen, was genau 5 Sekunden drüber ist :D.
Unser 2. Sohn ist mittlerweile fast 7 Monate. Am besten klappt es im abgedunkelten Schlafzimmer. Wenn er jedoch den großen Bruder unten hört, schaut er ständig zur Tür :lol:
Also natürlich gibt es die Kinder, die jedes mal ruhig trinken bis ins hohe Alter. Aber eben oft auch nicht.
Auch dass die Brust Allheilmittel ist. Das kam wie gesagt iwie im Alter erst bei uns. Vorallem im 2. LJ bei Stress war die Brust sein sicherer Hafen :).
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