Häufige Toilettengänge - Ursache und Umgang damit

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Kaba
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Häufige Toilettengänge - Ursache und Umgang damit

Beitrag von Kaba »

Da sich das Thema langsam zuspitzt, möchte ich euch um Rat fragen, das hat mir schon so oft geholfen.

Unsere große Tochter wird im September 4. Seit November, also mit etwas über 3, ist sie tagsüber trocken, seit Januar nachts. Beides ging von heute auf morgen und es gab quasi gar keine Unfälle. Also vielleicht insgesamt (!) dreimal was in Unterhose oder Bett. Sie hatte quasi sofort das "Klo erhalten" eines Erwachsenen, ist ohne Erinnern aufs Klo, wenn sie musste, lange Autofahrten, Kita, Übernachten bei Oma&Opa - alles völlig problemlos. Sie hat für mein Empfinden teilweise etwas selten gepinkelt (oft wenig getrunken), Stuhlgang hatte sie sehr regelmäßig und problemlos einmal.

Seit einigen Wochen ist das hier aber zum großen Thema geworden. Sie will stäääändig, also phasenweise alle 10-20 Minuten aufs Klo. Zuerst meinte sie immer, sie muss Pipi, oft kamen dann ein paar Tropfen, manchmal nichts. Jetzt hat sie aber irgendwie auch mit dem Stuhlgang ein Problem, sie wechselt quasi ab zwischen "ich muss Pipi" und "ich muss Kaka".

Samstag Abend/nacht ist das ganze etwas eskaliert, da saß sie eine Stunde panisch schreiend auf dem Klo, weil sie meinte, es müsste noch was raus und es klappt nicht. Irgendwann haben wir sie vom Klo runter und zum Schlafen gekriegt.
Heute hat sie es wohl in der Kita mehrmals versucht und dann ging etwas Kaka in die Hose. Das ist bisher glaube ich ein einziges Mal gaaanz am Anfang des Trockenwerdens passiert, s inonst noch nie.

Ich mache morgen nochmal einen Teststreifen ins Pipi zwecks Blasenentzündung und habe Pflaumen gegen mögliche Verstopfung gekauft, aber insgesamt glaube ich nicht so recht an eine (rein) körperliche Ursache.

Ich mache mir Sorgen, dass es ihr insgesamt zur Zeit nicht so richtig gut geht und sich das durch die Klo-Problematik zeigt. Sie will morgens oft nicht in die Kita. Beim Abholen strahlt sie meist und sagt es war "supertoll!!" und erzählt auch ganz fröhlich. Aber heute hat sie das auch gemacht und dann kurz drauf gesagt "Ich hatte heute einen Weintag, ich habe ganz oft geweint!". Ich kann das so schwer einschätzen, ob bzw. wie sehr ihr das zu schaffen macht.

Die Enttrohnung könnte auch gut mit reinspielen, die Kleine geht seit ein paar Wochen auch in die Kita und ist dann nachmittags oft extra anhänglich und eifersüchtig. Und ich bin dummerweise gerade an 2-3 Nachmittagen die Woche bei der Arbeit und die Kinder bei Oma/Opa/Papa (naja, nur bis maximal 16.00, aber ich habe das Gefühl danach bräuchten mich beide Kinder ganz dringend exklusiv). In einer Woche habe ich Sommerferien, da wird es hoffentlich etwas entspannter und ich kann sie vielleicht auch öfter mal einen Tag daheim lassen.

Wie würdet ihr denn damit umgehen, wenn sie so oft aufs Klo geht? So richtig sinnvoll erscheint mir nur "machen lassen". Aber irgendwie habe ich auch Sorge, dass dadurch das Gefühl für "wirklich müssen" nach und nach verloren geht...? Kennt das jemand? Habt ihr sonst noch Ideen?
Kaba mit Milchmädchen (09/19) und kleiner Vorfreude (6/22)
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IdieNubren
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Re: Häufige Toilettengänge - Ursache und Umgang damit

Beitrag von IdieNubren »

Oh weh ((()))

Mit Verstopfung hab ich keine Erfahrung aber könnte es tatsächlich sein dass da was fest hängt? (schau mal bei google, das stuhlschmieren ist bei Verstopfung ist sehr typisch und im sut hab ich gelernt dass es dafür einen Fachbegriff gibt)

Ansonsten hatte kind 2 mit 4,5 eine schwierige kiga Phase und hatte da auch ständig pipi drang, nachn aufstehen, während dem aus dem haus schimpfen 🙈 am Parkplatz und auch im kiga wenns ihe zu viel wurde. Die Kinderärztin hat dann eine Reizblase diagnostiziert, es war bei ihr tatsächlich Streß. Sie geht immer noch oft aufs klo (trinkt auch gern) aber nicht mehr so auffällig.
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Kaba
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Re: Häufige Toilettengänge - Ursache und Umgang damit

Beitrag von Kaba »

IdieNubren hat geschrieben: 17.07.2023, 21:49 Oh weh ((()))

Mit Verstopfung hab ich keine Erfahrung aber könnte es tatsächlich sein dass da was fest hängt? (schau mal bei google, das stuhlschmieren ist bei Verstopfung ist sehr typisch und im sut hab ich gelernt dass es dafür einen Fachbegriff gibt)
Ja, eventuell könnte das sein. Bis vorgestern fand ich aber das "Ergebnis" und die Häufigkeit im Großen und Ganzen sehr normal. Gestern und heute waren es ein paarmal nur ein paar kleine Böbbel, heute nach einer halben Packung Trockenpflaumen dann wohl einiges und eher weich (aber was richtig festhängendes würde sich davon wahrscheinlich auch nicht beeindrucken lassen). Ich beobachte das noch ein bisschen.

Ansonsten hatte kind 2 mit 4,5 eine schwierige kiga Phase und hatte da auch ständig pipi drang, nachn aufstehen, während dem aus dem haus schimpfen 🙈 am Parkplatz und auch im kiga wenns ihe zu viel wurde. Die Kinderärztin hat dann eine Reizblase diagnostiziert, es war bei ihr tatsächlich Streß. Sie geht immer noch oft aufs klo (trinkt auch gern) aber nicht mehr so auffällig.
Ja, so in die Richtung könnte es hier auch gehen. Am Anfang dachte ich, sie will vielleicht auch Aufmerksamkeit, weil aufs Klo immer einer von uns mit sollte. Inzwischen geht sie aber auch wieder alleine. Weißt du noch, was die Kinderärztin euch damals empfohlen hat?
Kaba mit Milchmädchen (09/19) und kleiner Vorfreude (6/22)
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Sabina
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Re: Häufige Toilettengänge - Ursache und Umgang damit

Beitrag von Sabina »

Ich setz mich mal dazu, mag aber gerade nicht mehr schreiben. Wir kämpfen seit vergangenem August mit diversen Problemen, auch mit extremem ‚Pipigefühl‘.
Signaturen sind halt doch praktisch für die Mitleser:innen…

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Re: Häufige Toilettengänge - Ursache und Umgang damit

Beitrag von Larala »

Meine Tochter und ich haben das, dass wir das Gefühl haben, Pinkeln zu müssen, wenn wir eigentlich nervös oder aufgeregt sind. Wenn ich das bei ihr bemerke, spreche ich das aus, und ich glaube, dass sie sich dadurch gesehen fühlt und sich etwas entspannt. Manchmal tut ihr auch der Bauch weh vor Anspannung. "Es ist okay, aufgeregt zu sein." ist hier im Haus unser Mantra.

Wenn du denkst, dass es daran liegt und wenn auch wirklich nichts mehr kommt, würde ich mit ihr stattdessen eine Entspannungstechnik üben. Irgend ein Ritual, das sie unauffällig in der Gruppe durchführen kann, so dass sie nicht zum dritten Mal in 15 Minuten zum Klo muss.
Wenn du ein bisschen googlest, findest du viele solche Entspannungstricks für Kinder.

Zum Thema Entthronung: Kannst du irgendwie einrichten, dass sie regelmäßig Exklusivzeit bekommt?

Was sagen denn die Erzieherinnen, wie es ihr in der Kita geht? Ist dort vielleicht irgendwas vorgefallen? Kann sie selbst äußern, warum es in der Kita so schwierig für sie ist?

Generell würde ich empfehlen: Einfach erstmal annehmen, dass es so ist. Dem Kind deutlich machen, dass es okay ist, wenn sie sich so fühlt. Dass die Gefühle da sein dürfen. Darüber reden etc.
Und das Klo-Thema so unaufgeregt wie möglich behandeln. Wenn sie öfters hintereinander geht, würde ich sie vielleicht die ersten zwei Mal gehen lassen und danach sagen: "Komm, wir probieren mal, ob du es noch eine Weile einhalten kannst. Wenn es dann doch in die Hose geht, ist es meine Schuld, okay?" Und dann mit irgendwas ablenken.
mit der Ritterin vom "Ni" 5/17
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Re: Häufige Toilettengänge - Ursache und Umgang damit

Beitrag von AllerLiebst »

Ich kenne das auch von beiden Mädels bei Nervosität, Angst, Aufregung. Mit der Mittleren hatte ich es kürzlich vor dem Besuch beim Zahnarzt. Zuhause gegangen, in der Praxis gegangen, auf dem Stuhl dann “ich muss Pippi“. Da habe ich dann gesagt: “Pünktchen, dass ist nicht deine Blase, die sagt, dass du aufs Klo musst. Das ist dein Kopf. Du warst gerade. Jetzt bleiben wir hier.“
Liebe Grüße von A. mit Knöpfchen (05/13), Pünktchen (11/16) und Flöhchen (03/19).
Kaba
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Re: Häufige Toilettengänge - Ursache und Umgang damit

Beitrag von Kaba »

Aufregung: Nein, es ist oft in ganz normalen Situationen daheim. Bei Aufregung evtl noch mehr, aber das fände ich als "Ausnahmesituationen" dann auch recht normal.

Exklusivzeit mit einem Erwachsenen (Papa/Oma/Opa) hat sie relativ oft, mit mir nicht ganz so oft. Ich überlege noch, wie/ob sich das mehr einbauen lässt. Ich kann sie diese Woche wahrscheinlich mal einen Tag daheim lassen und die Kleine für 3 Stunden in die Kita bringen, das ist dann mal etwas mehr als "jetzt können wir schnell noch ein Buch zusammen lesen!".

Kita: Da weiß ich nicht so genau, was das Problem ist. Sie geht seit dem 1. Geburtstag zu Tagesmutter/später dann Kita und ist eigentlich immer (also so wirklich jeden einzelnen Tag) gerne hin. Seit Januar (Umzug) ist sie in einer neuen Kita mit offenem Konzept und insgesamt über 100 Kindern, evtl. ist ihr das auch einfach oft zu viel. Sie hat eine allerbeste Kitafreundin und die beiden haben einen weiteren Freund, mit dem sie viel machen. Den zwei anderen Kindern fällt der Abschied immer sehr schwer, vielleicht hat sie sich da irgendwie "anstecken" lassen. Die eine Erzieherin meinte kürzlich auf Nachfrage, sie würde höchstens mal ganz selten ganz kurz weinen, wenn sie in einer Situation überfordert wäre. Keine Ahnung, ob das so stimmt, evtl. muss ich da mal um ein Gespräch bitten. Sie selbst sagt "weil ich euch vermisse" oder "weil es mir zu viel ist" (letzteres vielleicht von uns übernommen).
Kaba mit Milchmädchen (09/19) und kleiner Vorfreude (6/22)
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Re: Häufige Toilettengänge - Ursache und Umgang damit

Beitrag von Kaba »

Achja, in die neue Kita ist sie einige Monate aber auch mit vollster (!) Begeisterung gegangen. Ich könnte mir vorstellen, dass da jetzt der "Welpenschutz" weg ist, weil schon die nächsten Kleinen. eingewöhnt werden und dass ihr das zu schaffen macht. Sie ist schnell super vertraut mit neuen Erwachsenen, aber gegenüber. anderen Kindern, die sie noch nicht so gut kennt, sehr zurückhaltend. Und ich denke, jetzt wird erwartet, dass sie in der Kindergruppe zurecht kommt ohne ständige Begleitung durch einen Erwachsenen und das setzt sie womöglich unter Stress.
Kaba mit Milchmädchen (09/19) und kleiner Vorfreude (6/22)
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Re: Häufige Toilettengänge - Ursache und Umgang damit

Beitrag von fragolapopulare »

Wir hatten das im letzten Spätsommer / Herbst auch, da war Nr. 1 viereinhalb. Es ging Ende August damit los, dass sie häufiger "klein" aufs Klo musste. Nr. 2 wurde Anfang Oktober geboren, da war es dann schon so häufig, dass wir bei der Kinderärztin waren - kein Befund.

Ende Oktober / Anfang November war es so krass, dass wir an einem späten Samstagabend mit Verdacht auf akute Blasenentzündung beim kinderärztlichen Notdienst gelandet sind, weil sie vor Schmerzen beim Wasserlassen schrie (da kam es auch nur noch tröpfchenweise). Auch dort war das Ergebnis: Kein Befund. Die Kinderärztin dort tippte dann auf Reizblase als Nr. 1's Variante des Wieder-Einnässens (= Stress! zuerst wegen des Kindergartens, der kurz vor der Schließung war, später dann wegen des Babys), verstärkt durch einen Infekt (passt, Anfang Oktober hatten wir Covid).

Die Ärztin verschrieb Tannolact-Bäder, die Nr.1 so blöd fand (kein Duft, keine Farbe, kein Schaum, bähhh), dass sie ganz schnell wieder gesund war. Seitdem sind wir's los. Ich vermute, dass ihr extrem geholfen hat, dass ihr die ÄRZTIN sagte, dass sie nicht krank ist, sondern dass ihr Körper das nur aus Versehen glaubt. Kinderärztinnen sind für sie echte Autoritätspersonen, denen vertraut sie total.

Vielleicht könnt ihr sicherheitshalber abklären lassen, dass wirklich kein Harnwegsinfekt vorliegt und dem Kopf mit einem irgendwie "gesund" wirkenden Badezusatz nachhelfen?
Liebe Grüße, Fragola mit Mini Nr. 1 03/2018 und Mini Nr. 2 10/2022
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Re: Häufige Toilettengänge - Ursache und Umgang damit

Beitrag von fragolapopulare »

Bei uns ist Baden DAS Ritual, um runterzukommen und zu sich zu finden - im Alltag ist dafür manchmal so wenig Zeit, und dann schaufeln wir uns welche frei, und man kann wirklich sehen, wie gut ihr das tut.
Liebe Grüße, Fragola mit Mini Nr. 1 03/2018 und Mini Nr. 2 10/2022
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