Nach Wochen des stillen Mitlesens habe ich mich entschieden, mir hier Hilfe zu suchen.
Hier nun meine "kurze" Vorstellung und Schilderung des bisher erlebten.
Am 09.02. diesen Jahres ist unsere Tochter nach vorzeitigem Blasensprung in der 36+0 SSW per Kaiserschnitt (wegen pathogenem CTG) auf die Welt gekommen.
Leider erfolgte dieser nach gescheiterter Spinalanästhesie letztendlich auch unter Vollnarkose. Da sie an die Überwachung musste, waren wir die erste Nacht voneinander getrennt (sie wurde mir in dieser Zeit nur einmal kurz zum Anlegen gebracht, da waren seit der Entbindung mindestens 6-7 Stunden vergangen).
Das Rooming in erfolgte dann am nächsten Vormittag und ich habe sie nach Vorgabe nach spätestens 3 Stunden geweckt und angelegt, von allein hat sie sich nicht gemeldet. Da J. am darauffolgenden Tag mehr als 10% des Geburtsgewichtes abgenommen hatte und eine Stillprobe 0g ergab, sollte ich zunächst nach jedem Stillen 10ml Pre zufüttern. Mit dem Gewicht ging es aber weiter bergab, J. hat an der Brust nur genuckelt und geschlafen. Deshalb erhielt sie dann ausschließlich Pre Nahrung aus der Flasche und ich habe aller 3 Stunden abgepumpt. Dabei kamen zunächst nur ein paar Tropfen, am Tag der Entlassung (14.02.) insgesamt maximal 10ml pro Abpumpvorgang.
Mir wurde angeraten, J. erst anzulegen, wenn ich mindestens 30 - 40ml "zusammenbekomme", damit sie nicht frustriert ist. An dieser Vorgabe bin ich zu Hause fast verzweifelt. Ich habe gefühlt alles versucht, um die Menge irgendwie zu steigern. Tagsüber aller 2, nachts aller 3 Stunden abgepumpt, 2x täglich "Powerpumpen". Mehr als 20ml insgesamt waren pro Abpumpen nicht herauszuholen. Nach Rücksprache und unter Anleitung meiner Hebamme habe ich ca. 3 Wochen nach der Geburt angefangen, J. wieder anzulegen, um sie wieder an die Brust heranzuführen. Zunächst habe ich dabei etwas Milch mit der Pipette zugegeben, damit sie ein Erfolgserlebnis hat.
Zusätzlich zum Stillen war das Pensum beim Abpumpen für mich nicht mehr zu schaffen, weshalb sich das im Laufe der Zeit immer weiter reduziert hat (ich kam vom Stillen übers Abpumpen wieder zum Stillen, eine Dauerschleife). Aktuell schaffe ich es maximal 3x täglich, abzupumpen (meist nur 1x nachts) und erhalte pro Vorgang ca. 50- 80ml.
Durch die Flaschenfütterung hatte sich bei J. ein für das Stillen sehr ungünstiger Mahlzeiten- Rhythmus eingeschliffen. Sie hat bereits im Alter von 3 Wochen 90-100ml pro Mahlzeit getrunken, dafür dann natürlich nur aller 3-4 Stunden. Meist musste sie für die Mahlzeiten noch immer geweckt werden. Ich habe dann damit begonnen, die Menge bei den einzelnen Mahlzeiten zu reduzieren und dafür das Zeitintervall zu kürzen.
Mitte März habe ich eine Stillberaterin kontaktiert, welche mich dazu ermutigte, die Zufütterungsmenge auszuschleichen. Auch meine Hebamme hat mich darin unterstützt, da die Gewichtszunahme sehr gut sei, sogar im oberen Bereich.
Von anfänglich 500-600ml Zufütterung sind wir bis auf ca. 200ml am Tag gekommen. Dann stagnierte das Gewicht, J. hat zwischendurch sogar wieder abgenommen
Deshalb habe ich die Menge wieder erhöht und versuche aktuell, auf mindestens 250ml am Tag zu kommen. Ich fühle mich dabei allerdings generell etwas planlos... (auf wie viele Mahlzeiten sollte ich es aufteilen? Reicht die Gesamtmenge? etc.)
Ich wollte eigentlich immer voll stillen... Ich möchte aber auch nicht, dass die kleine Maus an der Brust hungert und nicht richtig gedeiht
Deshalb hoffe ich, hier Hilfe zu finden, um das Stillen so lange wie möglich zu erhalten (wenn ich schon nicht zum Vollstillen gelangen kann, diesen Wunsch habe ich aber auch noch nicht ganz aufgegeben)
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, wenn ja, mit was (Muttermilch, Formulanahrung)? Schreibt bitte die Mengen auf (wie oft und wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Pre HA und abgepumpte Muttermilch, aktuell ca. 250ml täglich, aufgeteilt auf 8-9 Mahlzeiten (ich biete 30-40ml pro Mahlzeit an, die sie mir nicht immer abnimmt), Zufütterung mit der Flasche. BES habe ich ausprobiert, bin damit aber nicht gut zurechtgekommen. Ich habe überlegt, ob ich vielleicht auf eine saugfreie Zufüttermethode umstellen sollte, bin dahingehend aber noch unsicher.
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: Wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
9-12x Stillen (20-30Minuten), anschließend Flasche (nochmal ca. 10-15 Minuten). Tagsüber aller 1,5-2,5 Stunden, nachts aller 3-4.
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang?
ca. 5 nasse Windeln, 1-3x täglich Stuhlgang
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
verspätetes erstes Anlegen, J. war zu Beginn zu schläfrig und kraftlos, um an der Brust zu trinken. Nach 3 Wochen "Rückführung an die Brust". Da ist sie noch immer schnell an der Brust eingeschlafen und musste beim Stillen bei Laune gehalten werden.
Aktuell gestaltet sich das Stillen sehr durchwachsen. Manchmal ist sie ganz konzentriert bei der Sache und trinkt offenbar richtig ( Saugen, Schlucken). Manchmal verfällt sie sehr schnell ins Nuckeln. Dann gibt es Mahlzeiten, bei denen sie sehr unruhig ist (zappeln, ständig ab- und wieder andocken) oder sogar die Brust anmeckert (auch dann, wenn eigentlich genug Milch kommt, die lässt sie manchmal aus dem Mund laufen). Die Flasche wird dann allerdings auch oft angeschrien (wenige Schlucke trinken, dann schreien, gurgeln, sich nach hinten überstrecken). In solchen Situationen bin ich ziemlich ratlos
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Leider alles... Stillhütchen wurden mir im Krankenhaus gegeben, die bin ich zu Hause aber glücklicherweise wieder losgeworden.
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Osteopathie, weil sich J. nach der anfänglichen Schläfrigkeit zum Schreikind entwickelt hat. Blockaden wurden aber ausgeschlossen. Behandlung in Kindernephrologie wegen Stauungsniere (vorerst nur Untersuchung/Kontrolle). Bisher 1x Stillberatung zu Hause.
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
"Spätes Frühchen" bei 36+0, anfangs leichte Neugeborenengelbsucht.
* Falls dieses Kind nicht Dein erstes ist, beschreibe bitte kurz Deine Stillerfahrung mit Deinem/Deinen größeren Kind/ern.
Sie ist mein erstes Kind.
Hier noch ein paar Daten (gekürzte Fassung):
09.02.: 2980g (Geburt)
11.02.: 2670g (Beginn Zufütterung)
12.02.: 2617g (niedrigstes Gewicht, ab hier vorerst ausschließlich Flaschenfütterung mit Pre, Abpumpen)
14.02.: 2810g (U2, Entlassungstag)
16.02.: 2800g (Hebamme)
18.02.: 2860g "
20.02.: 3010g "
22.02.: 3070g "
27.02.: 3240g "
02.03.: 3370g "
06.03.: 3470g "
10.03.: 3610g "
14.03.: 3732g (U3, Waage Kinderarzt)
21.03.: 3950g (Hebamme), 9x gestillt, 270ml HA, 180ml MM
29.03.: 4225g (ab hier eigene Waage "MyBeo digitale Babywaage"), 9x gestillt, 160 HA, 180 MM
04.04.: 4255g, 9x gestillt, 65 HA, 210 MM (Covid Infektion festgestellt)
11.04.: 4445g, 9x gestillt, 230 Zufütterung gesamt
17.04.: 4580g, 12x gestillt, 70 HA, 130 MM
19.04.: 4665g, 11x gestillt, 160 Zufütterung gesamt (teilweise Flasche verweigert) Beginn mit Neocate, da Verdacht auf Kuhmilcheiweißunverträglichkeit (Blutentnahme zur U4 geplant)
21.04.: 4610g, 9x gestillt, 200 Zufütterung gesamt
22.04.: 4585g, 10x gestillt, 220 Zufütterung gesamt
23.04.: 4650g, 9x gestillt, 280 Zufütterung gesamt
27.04.: 4725g, 12x gestillt, 265 Zufütterung gesamt
29.04.: 4845g, 12x gestillt, 195 Zufütterung gesamt (teilweise Flasche verweigert, deshalb aus Verzweiflung nochmals Versuch mit Pre HA, was auch getrunken wurde, aber kurz darauf
mit schrillem Schreien (vermutlich Bauchschmerzen) bekrankt wurde)
Das war es erstmal zu meiner Tochter und mir. Ich würde mich auf eine Einschätzung der geschilderten Situation freuen, ob die Gewichtsentwicklung passt und Hilfe und Begleitung auf dem Weg zum Vollstillen, sofern möglich, freuen.
Sollten noch Angaben fehlen, sagt mir einfach Bescheid und ich ergänze diese.
Vielen Dank
Susi