Ich bin der Vater von unserem kleinen Mann, welcher 4,5 Monate alt ist und jetzt oben mit seiner Mama im Bett liegt.
Ich habe diesen Account geöffnet und wende mich an Euch, weil meine Frau zeitweise gefühlt kurz vor einem Nervenzusammenbruch steht. Das wird sich in der Regel morgen wieder gegeben haben, wenn er sie anlächelt, aber die Nachtstunden sind halt immer sehr schwierig. Eben ist sie nach ca 2 Stunden aus dem Schlafzimmer gestürmt und war fix und fertig.
Ich wollte oben bleiben, sie wollte, dass ich gehe, sie braucht den Platz im Bett mit dem kleinen, etc.
Der Kleine hat einen sehr unruhigen Schlaf, wenn ich mal schnarche (was ich aber eigentlich nicht tue) oder mir mal die Nase putze,mich wälze, dann hat meine Frau Angst, dass der kleine wach wird. Da ich auch voll arbeite, schlafe ich von daher seit Monaten immer unten auf der Couch.
Nun zu unserem Problem:
Der kleine will einfach nicht einpennen.
Während gefühlt alle im Rückbildungskurs oder im Nachtreffen der Geburtsvorbereitungsgruppe davon berichten, dass ihre Kinder nach dem Stillen gemütlich Einschlafen, haben wir hier immer einen Krieg.
Meine Frau stillt voll, anfangs hatten wir noch keinen Plan und haben ihn dann wohl auch ein wenig gemästet, da er nach der Brust auch noch ein wenig Pre Nahrung bekommen hat. Nach ca 2 Monaten hat meine Frau komplett alleine ohne pre gestillt.
Der Kleine ist alle eineinhalb bis zwei Stunden müde.
Mit einfach hinlegen ist nichts.
Wenn meine Frau Glück hat, schläft er an der Brust ein und sie kann so eine Stunde oder so rausholen.
Wir haben so eine elektrische Babywippe, da holen wir eine halbe Stunde bis zwei raus, je nach Glücksfaktor.
Und ansonsten heißt es immer ab in den Kinderwagen und draußen spazieren gehen.
Der wahre Krieg, der findet jedoch nachts statt.
Meine Frau geht jeden Tag gegen 1800 mit ihm ins Bett, gibt dem kleinen die Brust und hofft, dass er halbwegs einpennt und sie ihn dann ablegen kann, um selbst zu schlafen.
Das ist eine totale Lotterie, auch weiß man nie, ob er vielleicht eine Viertelstunde danach ohne Grund einfach wieder aufwacht.
Dann versucht man ihn irgendwie zu bändigen und irgendwann sind dann auch schon wieder die zwei Stunden um, so dass er schon wieder Hunger hat.
Ab und zu laufen die ersten zwei Rutschen ganz gut, so dass er auch mal drei Stunden oder so am Stück schläft.
Aber wenn es zwei oder drei Uhr ist, da geht dann fast gar nichts mehr.
Vor jedem ins Bett gehen hat sie Angst, bei jedem Stillen hat sie Angst, dass er danach nicht schlafen will.
Aktuell habe ich Urlaub, das ist aber am 2. Januar vorbei. Ich unterstütze tagsüber so gut ich kann, gehe immer mit ihm raus, mache den Haushalt, etc.
Auf der Arbeit versuche ich das soweit zu kürzen, dass ich gegen 15:15 Uhr zu Hause bin und dann unterstütze. Haushalt und so weiter mache ich, wenn die zwei im Bett sind.
Während ich dann aber um 20 Uhr oder so zumindest noch mal zwei Stunden was für mich machen kann, hat meine Frau das gar nicht.
Wenn ich den Kleinen mal nehme, dann kann meine Frau aber auch so nicht richtig zur Ruhe kommen.
Wenn ich sage, dass sie sich auf die Couch legen soll um mal zwei Stunden zu pennen, dann kann sie das nach eigenen Angaben nicht, weil sie den kleinen gedanklich Weinen hört oder einfach andere Sachen zu erledigen hat, zu welchen sie nie kommt mit ihm im Schlepptau.
Garniert wird das Ganze mit einer sehr unglücklichen Vorgeschichte:
Wir haben zwei Kinder im Vorfeld verloren, eins in der siebten und eins in der 27. SSW...
Wenn der Kleine nachts komplett eskaliert, dann möchte meine Frau ihn natürlich am liebsten an die Wand nageln, was sie aber natürlich nicht tut.
Dann hat sie ein sehr schlechtes Gewissen, weil sie einfach froh ist, dass wir noch einmal Glück gehabt haben.
Ich sage ihr dann, dass diese Gedanken jede Mutter in einer solchen Situation schon mal hatte, oder eben das da logischerweise kein Elternteil Freude empfinden kann, wenn das Kind die ganze Nacht Theater macht, das kann sie in diesem Augenblick trotzdem nicht richtig aufnehmen.
Wir haben auch eine Hebamme, waren beim Osteopathen und bei ner tollen stillberaterin - aber eine Lösung hatte keiner.
Tagsüber ist es mit dem kleinen immer sehr schön.
Wir lieben ihn von ganzem Herzen, er uns auch.
Er ist sehr weit entwickelt, er ist sehr kräftig, er ist sehr agil, immer nur am lachen, im Grunde genommen genauso, wie man sich es wünscht.
Meine Frau macht das aufopferungsvoll und hervorragend, ich habe da größten Respekt vor.
Auch ist meine Hochachtung vor alleinerziehenden Müttern und Zwillings-Eltern enorm gestiegen quasi ins Unermessliche...
Nur leider will/kann er nicht schlafen.
Das größte Problem bei meiner Frau ist, dass sie einfach panische Angst davor hat, dass dieser Zustand noch sehr lange anhalten wird...
Sie hat quasi 22 Stunden am Tag Dienst mit dem kleinen, hat sich irgendwie komplett selbst aufgegeben, ist in einem Hamsterrad.
Dieses alle zwei Stunden wach werden und stillen stört meine Frau überhaupt gar nicht. es geht darum dass es nicht beim Stillen bleibt. Oder sich mal vom schlafenden Baby entfernen und mal einfach unten mit mir eine Stunde in Ruhe sitzen, dafür würden wir Geld bezahlen
Das war jetzt ein mega langer Text für den ersten Weihnachtstag, vielleicht hat die ein oder andere einen Tipp für mich...
Ich bedanke mich auf jeden Fall von ganzem Herzen und werde meiner Frau morgen mal das Ruder übergeben