Projekt "Einschlafen ohne Mama"

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

Kaba
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Projekt "Einschlafen ohne Mama"

Beitrag von Kaba »

Zu dem Thema gibt es hier im Forum schon einiges und ich aber auch schon viel gelesen. Trotzdem wollte ich gerne einen eigenen Thread jnd unsere Situation beschreiben - vielleicht hat ja jemand Tipps oder ist aktuell an einem ähnlichen Punkt und möchte sich austauschen.

Meine Tochter ist 15 Monate alt und insgesamt ein sehr unkompliziertes Baby. Wir stillen noch, zum Einschlafen abends, meist 1-2mal nachts/frühmorgens und ab und zu tagsüber. Wenn sie bei der Tagesmutter ist, stillt sie auch mal von morgens bis abends gar nicht - sie hat da, außer zum Einschlafen, meist kein so großes Interesse daran. Nur wenn wir viel kuscheln kommt sie manchmal auf die Idee. Mittags schläft sie, wenn sie bei der Tagesmutter ist, zuverlässig und meist wohl auch schnell im Buggy ein, der in der Wohnung hin und her geschoben wird. Am Wochenende machen wir das auch manchmal so, oder mit Stillen, oder sie schläft unterwegs im Kinderwagen/Auto.

Zum Einschlafen abends geht bisher nur stillen und daran würde ich gern etwas ändern. Es dauert oft relativ lang, meist 30-60 Minuten. Sie meckert nicht, wehrt sich auch nicht direkt gegen das Schlafen, aber dockt sehr oft an und wieder ab und "fummelt" an meinen Brüsten. Allerdings schläft sie dann irgendwann auch sehr zuverlässig ein, lässt sich dann umbetten (von unserem Bett in ihrs, von dort hole ich sie dann meist wenn sie gegen Mitternacht wach wird zu uns) und schläft meist sehr gut (oft nur das eine kurze Aufwachen).
Ich weiß, dass ich da was Schlafen angeht schon sehr gut dabei bin :D trotzdem bin ich an einem Punkt, an dem ich was ändern will, denn:
- ich muss manchmal abends noch was arbeiten, damit will ich nicht immer erst um 9 anfangen
- einfach mal so zur Entlastung mit dem Papa abwechseln können
- wenn Corona vorbei ist (...), will ich mal wieder abends zum Sport, Freunde treffen etc.
- im Mai/Juni will ich gern bei einem von mir organisierten Junggesellenabschied auch übernachten können
- außer dem Papa sind auch meine Schwester und meine Eltern enge Bezugspersonen, die sie gerne auch mal abends betreuen und ins Bett bringen würden und das würde ich (längerfristig) auch gerne annehmen. Dort tagsüber bleiben, essen, Mittagsschlaf, trösten...ist alles kein Problem.

Die letzten Abende, an denen ich weg war, sind dank Corona schon länger her und endeten immer in hysterisch-panischem Geschrei.

Jetzt überlege ich, wie ich vorgehe. Das Umfeld fragt nach, ob sich da nicht ein Fläschchen anbieten würde, ich denke zum einen, dass das wenig bringt und will das eigentlich auch nicht noch anfangen. Heute hatte sie zum ersten Mal den Magic Cup beim Einschlafen, hat ab und zu einen Schluck getrunken, daran gefummelt und nur ganz kurz gestillt, ich überlege jetzt, das auszubauen...
Kinderwagen funktioniert abends leider nicht so wie mittags.
Das "Einschlafen lernen ohne Brust", bei dem man immer kurz vor dem Einschlafen die Brust wegnimmt, stelle ich mir echt nervig vor...zumal sie sowieso schon oft nicht direkt an der Brust einschläft, sondern sich vorher wegdreht.

Wie würdet ihr vorgehen? Den Papa mal ein paar Abende machen lassen, ohne dass ich da bin? Das endet halt höchstwahrscheinlich mit Gebrüll und schlafen höchstens vor Erschöpfung nach 2 Stunden oder so.

Oder ich probiere erst, sie ohne Stillen zum Schlafen zu bringen und übergebe dann an den Papa. Aber an sich hab ich nichts dagegen, weiter zu stillen, nur eben nicht jeden Abend, dan ist es ja eigentlich blöd, wenn ich eine andere Methode einführe. Andererseits ginge es anders vielleicht ja sogar schneller, und dagegen hätte ich nichts...

Ich habe auch schon überlegt, ganz abzustillen, weil sie sowieso (tagsüber) kein großer Stillfan ist. Aber eigentlich ist mir das noch zu früh.

Da ich weiß, dass wir im Alltag dafür alle nicht genug Nerven haben, habe ich überlegt, das in den Weihnachtsferien anzugehen, wir haben beide fast 3 Wochen frei.
Für Tipps oder Ideen bin ich sehr dankbar!
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Leominor
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Re: Projekt "Einschlafen ohne Mama"

Beitrag von Leominor »

Ich würde es den Papa einfach nochmal probieren lassen, wenn du nicht da bist. Beim Tigermädchen ging das einfach so mit etwa 18 (?) Monaten glaube ich. Davor wäre es ohne Tragen völlig undenkbar gewesen, dass sie bei Papa schläft. Wenn der letzte Versuch schon etwas her ist, kann in der Zwischenzeit viel passiert sein.
Bei uns ist aber bis heute wichtig, dass ich nicht da bin oder aus irgendeinem Grund (den sie nachvollziehen kann) gerade nicht kann. Dann darf Papa sie auch in‘s Bett bringen.

Der Kleine ist ja noch ein Stück jünger. Was bei ihm aber total gut klappt ist gemeinsam mit meinem Mann im Hängesessel schaukeln und sobald er schläft in‘s Bett tragen. Nur für den Fall, dass ihr sowas haben solltet. Einschlafen ist damit in 5 Minuten erledigt. Das geht teilweise sogar schneller als bei mir mit stillen.
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Springerle
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Re: Projekt "Einschlafen ohne Mama"

Beitrag von Springerle »

Im größten Notfall den Mann mit Buggy/Trage raus schicken? Das war bzw. ist bei uns die einzige Möglichkeit wie er ohne mich einschläft. Mein Mann muss halt jetzt viele Abende um den Blcok laufen um mich zu entlasten, aber zuhause wartet der Kleine bis ich wieder da bin, notfalls bis halb 11 (wie heute, da war ich allerdings da, in einem Meeting. Bin jetzt beim Einschlafstillen 🙈) . Generell musst du vielleicht auch wirklich nicht da sein um den Ernstfall auszuprobieren. Sitzt du ein Zimmer weiter ist das Bedürfnis bei dir zu sein vermutlich immer stärker.
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netteanne
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Re: Projekt "Einschlafen ohne Mama"

Beitrag von netteanne »

Ich brauchte das auch, den Abend für mich, meist zum Arbeiten, aber eben auch mal so. Darum haben wir das abendliche Einschlafen nicht ans Stillen gekoppelt, aber bei uns war es Bewegung, damit eben auch mein Mann die Kinder ins Bett bringen konnte.
Bei unserer jüngsten Tochter habe ich mit 18 Monaten gemerkt, dass ich es rein körperlich (Beckenboden lässt grüßen) nicht mehr geschafft habe, sie jeden Abend viele Runden durchs ZImmer zu tragen. Wir haben den Abend normal gestaltet wie immer, Essen, ausziehen, stillen, kuscheln. Aber ich habe ihr klar gesagt, dass ich sie nicht mehr tragen kann, und wir haben uns zusammen ins Bett gekuschelt. Sie hat lange geweint und war richtig ärgerlich. Ich habe sie die ganze Zeit im Arm gehalten und sie gestreichelt, aber eben nicht mehr rumgetragen. Es tat mir sehr weh, aber ich konnte es einfach nicht mehr. Und trotzdem war ich ja bei ihr. Am ersten Abend hat es anderthalb Stunden gedauert, am zweiten Abend 10 Minuten, dann eine Minuten, und ab dann hat sie sogar durchgeschlafen. Tagsüber haben wir lange weitergestillt, aber sie hat gelernt, einzuschlafen ohne das, was sie gewöhnt war, ohne sie alleine zu lassen.

Vielleicht wäre das eine Möglichkeit für euch, dass du sie ins Bett bringst und mit ihr liegst, sie aber vorher stillst und im Bett nur noch kuschelst. Und das kann dann auch, wenn sie sich daran gewöhnt hat, auch dein Mann übernehmen.
Viele Grüße von netteanne
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Re: Projekt "Einschlafen ohne Mama"

Beitrag von Lösche Benutzer 27440 »

Ich kann dir nicht unbedingt helfen, aber von meinen Erfahrungen berichten. Der Kleine (18M) bekommt auch nachts seinen Becher, diesen Magic Cup. Er trinkt immer wieder mal paar Schluck und schläft dann weiter. Zum einschlafen findet er den mittlerweile auch besser als Stillen. Er trinkt auch nicht dauerhaft sondern immer mal wieder einen Schluck. Aber ... vorher haben wir gestillt, Kind ins eigene Bett,Kind beschwert sich 5 Sekunden dass er weg gelegt wurde, Kind schläft.
Jetzt liegen wir zusammen in unserem Bett, kuscheln und er schläft dabei ein. Dafür ohne stillen...

Wir haben hier aber auch nie allein gelassen und einfach mal wütend sein lassen, falls er alles gerade doof fand... wir haben getröstet, gestreichelt, gekuschelt, gesungen, das was gerade akzeptiert wurde...

Und Papa ist hier beim Thema Schlafen auch richtig unbeliebt beim Kleinen. Der würde auch nur brüllen und irgendwann vielleicht vor Erschöpfung einschlafen. Das liegt aber vermutlich auch dran, dass Papa und Kind wissen: Mama ist da und kann zur Not eingreifen. 🙈
Vielleicht sollten wir das mal üben, jetzt wo ich nicht mehr zum einschlafen stille...
Bei Oma hingegen klappt das einschlafen abends problemlos. Die ersten Nächte waren schwierig für den Kleinen(das erste mal bei Oma übernachten war mit 14 Monaten ca) , er musste sich erstmal zurechtfinden. Aber Oma trägt ihn viel oder schiebt den KiWa. Nach 2-3 Übernachtungen war das Thema durch und er schläft seitdem problemlos durch. Aber nur dort 😄
chfly
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Re: Projekt "Einschlafen ohne Mama"

Beitrag von chfly »

Ich würde abstillen und „Papa kann ins Bett bringen“ trennen. Nur weil es vielleicht bei dann bei Dir klappt, dass das Kind ohne stillen schläft heisst noch lange nicht, dass es auch mit Papa einfach so einschläft.

Wie bringt sie denn der Papa ins Bett? Hinlegen und kuscheln hat bei uns lange nicht funktioniert. Wie schon jemand erwähnt hat ging mein Mann dann mit Kind in der Trage spazieren. Meistens gar nicht so lange, er brachte das Kind so schneller zum schlafen als ich mit stillen ...
Als ich dann wegen erneuter Schwangerschaft abgestillt habe ging ich auch noch eine Weile mit Kind auf dem Rücken spazieren am Abend. Und irgendwann klappte es dann auch mit einfach nur kuscheln einschlafen.

Das kleinere Kind schläft am Abend auch nicht einfach so ein bei Papa, aber wenn er sie in die Trage nimmt ist es kein Problem wenn ich abends mal weg bin.
Aiyana
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Re: Projekt "Einschlafen ohne Mama"

Beitrag von Aiyana »

Meinen Kleinen (10,5 Monate) bringe ich auch "separat" ins Bett. Also ich stille ihn vor dem Schlafen und nach dem Stillen nehme ich ihn auf den Arme und laufe mit ihm im Zimmer rum. Das dauert meistens 5-15 min. Danach kann ich ihn ins Bett legen. Dann legt er sich noch auf den Bauch und schläft.

Das war am Anfang aber nicht so. Da ist er tagsüber auch nur in der Trage eingeschlafen. Mit ca. 4-5 Monate habe ich es tagsüber dann mal versucht, dass er im großen Bett schläft wenn ich mich dazulege und das hat dann auch relativ schnell geklappt. Abends haben wir ihn dann immer aus dem großen Bett ins Gitterbett getan. Meistens beim Stillen oder wenn ich dann ins Bett bin. Seitdem er aber einmal auf dem Bett gepurzelt ist lege ich ihn gleich ins Gitterbett. Inzwischen könnte mein Mann ihn abends ins Bett bringen, aber da bringt er der Großen ins Bett und dann mache ich das halt einfach.

Ich war bisher abends zwei mal weg. Und genau die zwei Male ist er alle halbe h wach geworden, sodass mein Mann ihn wieder in den Schlaf gewogen hat. Sonst hat er meistens 1,5-3h geschlafen und bis dahin wäre ich fast wieder dagewesen. Wahrscheinlich hat der Mama-Radar gemeldet, dass ich nicht da bin. :mrgreen:

Ich würde abends stillen und wenn sie nur noch nuckelt dem Papa übergeben und sich zurückziehen. Der Papa kann ja genauso gut kuscheln, wenn sie die Brust eh nicht zum einschlafen braucht.
Mit Quatschkopf (05/2014) & Sonnenschein (01/2020)
Malena
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Re: Projekt "Einschlafen ohne Mama"

Beitrag von Malena »

Mein Zwerg ist auch in dem Alter. Ich bin mir sicher, dass er sich auch gut von Papa ins Bett bringen lassen würde, aber es erstmal ein paar Tage Unruhe reinbringen würde und Protest.
Er kennt es ja schließlich anders und tagsüber merke ich auch sehr deutlich, dass er da seine Prinzipien hat.
Bücher lesen und Gitarre spielen darf nur der Papa. Richtig sauer ist er, wenn ich auch mit ihm Musik machen möchte.
Wenn Papa aber wirklich nicht da ist, kann Mama plötzlich doch lesen :P
Kaba
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Re: Projekt "Einschlafen ohne Mama"

Beitrag von Kaba »

Viele vielen Dank für eure Tipps und Ideen!

Ich war letzte Woche krank und bin deshalb nicht zum Antworten gekommen.

Die Idee, mit der Trage rauszugehen, ist an sich gut, das haben wir früher auch schon so gemacht - aber das passt momentan so gar nicht, mein Mann hat sich sowieso nie richtig fürs Tragen begeistern können und ich trage zur Zeit (leider) selbst kaum noch. Ich glaube, sie würde da eher nicht einschlafen - und selbst wenn, wird sie oft beim Ablegen wach und da ist dann doch wieder Stillen abgesagt. Also, für einzelne Abende alle paar Wochen mal könnte man das sicher probieren, aber eine andere Lösung wäre mir lieber, damit das dann längerfristig wirklich praktikabel wird, dass auch der Papa sie ins Bett bringen kann.

Heute habe ich entschieden, dass ich probieren will, sie ohne Stillen (bzw. mit vorher auf dem Sofa stillen) zum Schlafen zu bringen. Das wird sicher erstmal ein großes Drama - aber das Einschlafstillen dauert gerade oft echt sehr lang, sie dockt ständig ab und ich muss quasi eine Stunde regungslos daliegen, singen und die Brust bereithalten, falls sie nochmal ran will. Wenn ich mich zwischendurch beweg oder aufs Handy schau :oops: ist sie wieder wach. Da hab ich heute deutlich gemerkt, dass das so für mich nicht mehr gut passt und ich zumindest mal probieren will, ob es auch anders geht. Wenn sich nach drei Abenden abzeichnet, dass es da überhaupt (noch) keinen anderen Weg gibt, mit dem sie gut klarkommt, dann ist das auch ok - aber versuchen will ich es jetzt mal (nach Weihnachten).

netteanne, was du schreibst, klingt super, ich stell mich dann mal auf 1 Minute Einschlafbegleitung ab Abend drei ein ;) Nein, aber manchmal denke ich auch, vielleicht ist das Stillen für sie ja gar nicht die beste Methode einzuschlafen, wenn sie da so lange braucht, bis sie zur Ruhe kommt.

Wir haben jetzt zweimal gemacht, dass mein Mann sie ins Bett gebracht hat, aber ohne wirklich darauf abzuzielen, dass sie einschläft. Es gab dann auch Geheule, als sie wirklich müde wurde und ich habe übernommen. Aber immerhin wurde sie nicht mehr so schnell so panisch wie noch vor ein paar Monaten. EInen Hängesessel haben wir leider nicht, aber einen Poäng Schaukelstuhl, da lässt sich zumindest etwas wippen.

Mein Timing ist auch super, wenn ich so eure Tipps lese - ob "Ich darf nicht daheim sein, damit das Baby lernt, ohne mich einzuschlafen" wohl ein sonstiger driftiger Grund ist, nach 20 Uhr das Haus zu verlassen? Wohl eher nicht, aber ich glaube ein verzweifelter Vater mit Baby in der Trage würde durchgehen, oder? :)
Kaba mit Milchmädchen (09/19) und kleiner Vorfreude (6/22)
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Re: Projekt "Einschlafen ohne Mama"

Beitrag von Springerle »

Oh das mit triftigem Grund nach 20 Uhr habe ich total vergessen. Mein Mann ist die letzten Tage eher so um halb 9/9 mit der Trage raus. Naja ein gutes muss es ja haben abgelegen zu wohnen ;)
mit F (04/18) und E (05/21)
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