Keine Muttergefühle für das eigene Baby

Moderatoren: Toony, Momolina

Lösche Benutzer 27270

Keine Muttergefühle für das eigene Baby

Beitrag von Lösche Benutzer 27270 »

Hallo, ich habe keine passende Kategorie gefunden, deswegen schreibe ich hierzu :)

Ich fange jetzt einfach mal an :

Ich habe vor 6Monaten meine Tochter per KS entbunden (habe kein Problem das es ein KS war, war ein super KS und keine großartigen Beschwerden).

Nun zum Problem... Ich fühle nichts gegenüber über dem Kind, keine Muttergefühle nichts... es ist nichts da... Wenn sie morgens wach wird und ich sie höre.. bin ich nur am fluchen das ich schlafen will, meine Ruhe will... das Kind nervt mich einfach oft nur... Ich will mein altes Leben wieder... da war alles besser.. Arbeit, soziale Kontakte, weg gehen zu einer Freundin, schlafen wann man will und wie lange, nicht eingeschränkt sein, tun was man möchte, zum Sport gehen. Ich bin verheiratet. Mein Mann hat das Kind sehr lieb und ist liebevoll mit ihr, er hat überhaupt keine Probleme mit ihr, er ist auch verzweifelt wieso ich so bin. Ich dagegen will einfach nur mein altes Leben,sehe das Kind nur als Belastung. Ich bin jemand der keine Geduld hat, schnell gereizt ist.
Es kommt dazu das ich nicht mobil bin bedeutet keinen Führerschein und noch dazu aufm Land wohne.

Hormonell kann ich mir null vorstellen das etwas ist.. ich stille nicht(weiter unten mehr dazu)

Ich war 2Monate nach der Geburt beim Frauenarzt schilderte ihm das Problem, dieser verschrieb mir die Pille das die Hormone wieder eher ins Gleichgewicht kommen oder so und noch Citalopram und eine Überweisung zum Psychiater.
Ich nahm Citalopram nicht, da ich warten wollte was der Facharzt dazu sagt. Dort war ich.. und es war für den Arsch.... Er sagte : Sie machen mir nicht den Eindruck das sie eine Depression haben(Weil ich normal war, gelacht habe und nicht geheult habe) . Sie müssen eben jetzt ihre Bedürfnisse hinten an stellen, mehr ihren Mann mit einbeziehen und seine Kinder würden ihn auch in den Wahnsinn manchmal treiben, das wäre halt so. Dann hielt er Rücksprache mit einem Arzt und gab mir ein Rezept mir Mirtazapin und wie ich es einnehmen soll und ich soll dann zum Hausarzt für alles weitere wie neue Packung und so... Ach ja das war eine psychiatrische Institutsambulanz und es war ein Psychologe, den Psychiater bzw. Arzt bekam ich Nicht mal zu Gesicht.
So ich nahm eine Tablette so wie ich sie nehmen sollte.. ich war am Arsch, ich konnte nichts machen, ich hatte so Probleme aufzustehen. Also einmal und nie mehr.
Eine Mutter Kind Kur... mhh ich kann nicht lange von meinem Mann getrennt sein... das wäre der Horror, noch dazu wäre das super schlimm für meinen Mann, der vermisst die kleine ja schon wenn er sie dank Spätschicht ned so viel sieht...

So nun zum Thema Hormonen und so:

Schilddrüse, Eisen und alles andere wurde überprüft-NICHTS,alles gut Damit Auch Vitamin D gut.

Die Pille habe ich 2-3Monate genommen und dann abgesetzt weil ich durch die Pille noch gereizte und aggressiver reagiert habe. Das kenne ich von vor der Schwangerschaft noch, deswegen setzte ich die Pille damals auch ab. Egal welche Pille immer das selbe... Die kommt für mich nicht mehr in Frage.
Ich habe PCOS+zu viel vom Anti Müller Hormon und das wurde bereits mit 15Jahren festgestellt. PCOS besteht immer noch, die Periode bekomme ich wenn überhaupt 1-2x im Jahr.

Ging es jemand auch genau so wir mir? Was soll ich tun?
Wie finde ich einen passenden Psychiater?
Benutzeravatar
Pupu
Dipl.-SuT
Beiträge: 4495
Registriert: 18.02.2008, 08:58
Wohnort: Finnland

Re: Keine Muttergefühle für das eigene Baby

Beitrag von Pupu »

Mir ging es teilweise ähnlich, dass ich zur Mittleren keine rechte Verbindung aufbauen konnte. Das kam dann, als sie ca. 1 Jahr alt war und der Stress langsam etwas nachließ.

Was machst du denn bisher, um eine Verbindung aufzubauen? Viel nackt kuscheln zum Beispiel? Spielt ihr miteinander - also Augenkontakt, bekommst du eine Reaktion? Strahlt sie dich an, wenn sie dich sieht?

Kannst du ab und zu ausschlafen? Hast du ab und zu Pausen? Abwechslung? Oder bist du durchgehend für sie zuständig?

Gibt es bei euch auf dem Dorf irgendwelche Müttertreffen oder so? Gut, ist wegen Corona sicher grad eher eingeschränkt... aber so grundsätzlich: kommt ihr wenigstens ab und zu mal raus und unter Leute?

Hast du auch einen Beruf? Wenn ja, wäre es vorstellbar, dass dein Mann mit dem Kind zuhause bleibt und du arbeiten gehst?

Das sind so meine ersten Gedanken... es tut mir leid, dass du nicht diese Hormonblase erlebst, die viele Mütter haben. Aber ich denke, das wird nicht für immer so bleiben. Das erste Jahr ist hart - für jeden auf unterschiedliche Weise, aber kaum jemand kommt erfrischt aus dem Babyjahr... irgendwie kommt jeder an seine Grenzen. Wenn das Kind erstmal spricht bzw kommuniziert, eine eigene Persönlichkeit entwickelt... dann kann man auf einer ganz anderen Ebene eine Verbindung aufbauen. Nicht jeder kann mit Babys etwas anfangen.

Auf jeden Fall schonmal eine virtuelle Umarmung von meiner Seite!
Lg aus Finnland von Pupu mit Wildgurke 🥒 (02/09), Quatschbanane 🍌 (08/11) und zwei Minimöhrchen 🥕🥕 (07/17)

"I'm not procrastinating. I'm doing side quests!"
Pirouge
Dipl.-SuT
Beiträge: 4114
Registriert: 14.06.2014, 22:01

Re: Keine Muttergefühle für das eigene Baby

Beitrag von Pirouge »

Willkommen im Forum! Ich habe keine guten Ideen, aber mag dich nicht einfach wegklicken. Ich finde es beeindruckend, dass du das so lange schon so aushältst. Der Psychologe ist ja ohne Worte :-(.
Ich habe in der Babyzeit von Großen gedacht, wow, und das ist das, was alle Menschen/Frauen so selbstverständlich tun sollen? Ich konnte "regretting motherhood" verstehen, weil es mir vorkam, als wäre Muttersein sie ein Beruf, der zu einem passen kann, oder nicht. Ich war auch froh, als die Babyzeit des Großen um war und konnte die Kleinkindzeit viel mehr genießen.

Trägst du und/oder schlaft ihr im Familienbett? Ich erinnere mich ab ein Interview mit zwei Frauen, die meinten, dass Stillen nach Bedarf, Tragen und Familienbett viele Probleme lösen können, wegen des Oxytocins und dem besseren Synchronisieren und Bedürfnis-Spüren.
Wie warst du vor dem Baby mobil? Kannst du da anknüpfen und das Baby einfach in der Trage mitnehmen? Ich war gestern Abend auf einen Elternabrnd mit Baby im Tuch und fragte mich, warum ich eigentlich davon ausgehe, abends immer zuhause sein zu müssen...
Und die Idee von Pupu, dass du arbeitest und dein Mann Elternzeit macht (oder beide TZ) klingt für mich erstmal passend - was spricht dagegen?

Ich wünsche dir, dass du schnell einen guten ubd kompetenten Ansprechpartner findest!
2014 und 2019
Lösche Benutzer 27270

Re: Keine Muttergefühle für das eigene Baby

Beitrag von Lösche Benutzer 27270 »

Pupu hat geschrieben: 27.08.2020, 11:33 Mir ging es teilweise ähnlich, dass ich zur Mittleren keine rechte Verbindung aufbauen konnte. Das kam dann, als sie ca. 1 Jahr alt war und der Stress langsam etwas nachließ.

Was machst du denn bisher, um eine Verbindung aufzubauen? Viel nackt kuscheln zum Beispiel? Spielt ihr miteinander - also Augenkontakt, bekommst du eine Reaktion? Strahlt sie dich an, wenn sie dich sieht?

Kannst du ab und zu ausschlafen? Hast du ab und zu Pausen? Abwechslung? Oder bist du durchgehend für sie zuständig?

Gibt es bei euch auf dem Dorf irgendwelche Müttertreffen oder so? Gut, ist wegen Corona sicher grad eher eingeschränkt... aber so grundsätzlich: kommt ihr wenigstens ab und zu mal raus und unter Leute?

Hast du auch einen Beruf? Wenn ja, wäre es vorstellbar, dass dein Mann mit dem Kind zuhause bleibt und du arbeiten gehst?

Das sind so meine ersten Gedanken... es tut mir leid, dass du nicht diese Hormonblase erlebst, die viele Mütter haben. Aber ich denke, das wird nicht für immer so bleiben. Das erste Jahr ist hart - für jeden auf unterschiedliche Weise, aber kaum jemand kommt erfrischt aus dem Babyjahr... irgendwie kommt jeder an seine Grenzen. Wenn das Kind erstmal spricht bzw kommuniziert, eine eigene Persönlichkeit entwickelt... dann kann man auf einer ganz anderen Ebene eine Verbindung aufbauen. Nicht jeder kann mit Babys etwas anfangen.

Auf jeden Fall schonmal eine virtuelle Umarmung von meiner Seite!
Nein kuscheln tun wir nicht viel, sie ist ein total zappeliges Baby und iwie will ich auch nicht kuscheln, ich weiß es hört sich komisch an. Aber ich habe eine regelrechte Ablehnung gegen sie. Augenkontakt ja zb beim Flasche geben und sie lacht mich auch normal an🤷‍♀️

Ja ich kann ab und an ausschlafen, mein Mann kümmert sich dann um sie, da kann ich schon mal bis 12Uhr schlafen. Ich bin nicht permanent für sie zuständig, mein Mann macht viel.

Treffen gäbe es, aber dank Corona keinen Platz bzw. da sind die Gruppen kleiner, hab schon mehrmals angerufen ob wiedet ein Platz ist. Mhh ich habe keine Freunde hier und sonst nur Schwiegereltern, die kommen ab und an aber so sie mal nehmen für paar Stunden nein.

Ich habe derzeit keinen Arbeitgeber, normal arbeite ich in der Altenpflege. Finanziell funktioniert das nicht das mein Mann zuhause bleibt:/
Lösche Benutzer 27270

Re: Keine Muttergefühle für das eigene Baby

Beitrag von Lösche Benutzer 27270 »

Pirouge hat geschrieben: 27.08.2020, 11:54 Willkommen im Forum! Ich habe keine guten Ideen, aber mag dich nicht einfach wegklicken. Ich finde es beeindruckend, dass du das so lange schon so aushältst. Der Psychologe ist ja ohne Worte :-(.
Ich habe in der Babyzeit von Großen gedacht, wow, und das ist das, was alle Menschen/Frauen so selbstverständlich tun sollen? Ich konnte "regretting motherhood" verstehen, weil es mir vorkam, als wäre Muttersein sie ein Beruf, der zu einem passen kann, oder nicht. Ich war auch froh, als die Babyzeit des Großen um war und konnte die Kleinkindzeit viel mehr genießen.

Trägst du und/oder schlaft ihr im Familienbett? Ich erinnere mich ab ein Interview mit zwei Frauen, die meinten, dass Stillen nach Bedarf, Tragen und Familienbett viele Probleme lösen können, wegen des Oxytocins und dem besseren Synchronisieren und Bedürfnis-Spüren.
Wie warst du vor dem Baby mobil? Kannst du da anknüpfen und das Baby einfach in der Trage mitnehmen? Ich war gestern Abend auf einen Elternabrnd mit Baby im Tuch und fragte mich, warum ich eigentlich davon ausgehe, abends immer zuhause sein zu müssen...
Und die Idee von Pupu, dass du arbeitest und dein Mann Elternzeit macht (oder beide TZ) klingt für mich erstmal passend - was spricht dagegen?

Ich wünsche dir, dass du schnell einen guten ubd kompetenten Ansprechpartner findest!
Ich trage nicht nein, ich hab extra eine Trage Beratung gemacht und auch verschiedene Tragen, Tücher, Bindemethoden versucht. Ich hab Rückenprobleme, schon das normale aufn Arm nehmen geht extrem aufn Rücken.
Sie schläft im eigenen Bett nicht bei uns im Schlafzimmer.
Naja ich bin mit dem Bus gefahren bzw. musste ja nicht so viel fahren, zur Arbeit hat mich mein Mann mit genommen oder Kollegen. Einen Arbeitgeber habe ich derzeit nicht.

Finanziell ist Tz oder er Elternzeit hat nicht möglich.
zilpzalp
gehört zum Inventar
Beiträge: 400
Registriert: 27.03.2013, 08:25

Re: Keine Muttergefühle für das eigene Baby

Beitrag von zilpzalp »

Hattest du zur Nachsorge eine Hebamme? Falls ja, frag die. Erläuter ihr dein Problem. Sie hat bestimmt Tipps, an wen du dich wenden kannst
..
mit großer Schwester *2/2012, kleinem Bruder *05/2015 und ganz kleinem Bruder 8/2018
Benutzeravatar
Pupu
Dipl.-SuT
Beiträge: 4495
Registriert: 18.02.2008, 08:58
Wohnort: Finnland

Re: Keine Muttergefühle für das eigene Baby

Beitrag von Pupu »

Ich glaube, ich würde tatsächlich mal beim physischen Kontakt ansetzen. Also viel Körperkontakt. Kuscheln kann man auch angelehnt auf dem Sofa. Oder nachts im Bett. Oder man setzt sich gemeinsam auf den Boden und streichelt die Füßchen oder so. Oder ein gemeinsames Bad. Oder oder...

Ich würde auch Zeiten beiseitelegen, wo du wirklich ganz bewusst beim Baby bist... ohne Ablenkung. Ich hab an mir selbst gemerkt, dass je mehr ich mich versucht habe, abzulenken (mit Social Media, Netflix und co), desto mehr fühlte ich mich von der Unterbrechung durch das Baby genervt. Je weniger ich Bildschirme genutzt habe, desto besser ging es mir und auch der Bindung zum Baby.

Und soziale Kontakte... gibt es bei euch vielleicht andere Babyeltern im Dorf? Vielleicht kann man sich ja irgendwie finden (Aufruf über Facebook z.B.?) und dann eben so treffen, ohne Krabbelgruppe sondern einfach zu zweit/zu dritt?

Hattest du einen Geburtsvorbereitungskurs? Waren da vielleicht Leute dabei, zu denen man Kontakt haben könnte?

Wäre irgendein Hobby denkbar, was du außerhalb des Hauses hast, wo man mal wieder Leute trifft?
Lg aus Finnland von Pupu mit Wildgurke 🥒 (02/09), Quatschbanane 🍌 (08/11) und zwei Minimöhrchen 🥕🥕 (07/17)

"I'm not procrastinating. I'm doing side quests!"
Benutzeravatar
June
Dipl.-SuT
Beiträge: 4026
Registriert: 07.02.2011, 17:37

Re: Keine Muttergefühle für das eigene Baby

Beitrag von June »

Könnte das bitte jemand mit Triggerwarnung markieren?
2010 & 2019

*1/2018 & *3/2018
Benutzeravatar
blauelagune
Moderatoren-Team
Beiträge: 9611
Registriert: 17.12.2010, 12:51

Re: Keine Muttergefühle für das eigene Baby

Beitrag von blauelagune »

Ist denn schon mal in Richtung postpartale Depression geschaut worden? Hast Du mal mit Deiner Hebamme gesprochen?
Zuletzt geändert von Christiane am 27.08.2020, 15:44, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Userwunsch
mit den drei Jungs (08/09) und (06/12) und (06/16)
Benutzeravatar
7erendipity
Profi-SuTler
Beiträge: 3313
Registriert: 19.12.2012, 19:21
Wohnort: am Rhein

Re: Keine Muttergefühle für das eigene Baby

Beitrag von 7erendipity »

Für mich Leuten da auch Alarmglocken in Richtung Postpartale Depression.
Lass das unbedingt abklären. Es tut mir leid, dass du so schlechte Erfahrungen bisher mit deinen Ärzten machen musstest.

Aber gerade dieses keine Gefühle fur das Kind empfinden ist ein Hinweis auf eine PPD, zusätzlich dein Ruhebedürfnis, die Isolation. Da Schätzungsweise 20% der Frauen nach einer Geburt betroffen sind, gehört das ausgeschlossen als ursache.

Ich lasse dir mal einen Artikel dazu da, vielleicht hilft dir das weiter:
https://www.google.de/amp/s/www.sueddeu ... 246099!amp
LG 7erendipity
mit Groß 08/12 und Klein 04/16 und nicht mehr ganz so Winzig 06/19 und *04/15
Oft mit dem Handy unterwegs - das hat seine eigenen Rechtschreibregeln...

Meine KK-Threads
Antworten

Zurück zu „Unsere Kinder“