ich schreibe euch, weil ich wirklich traurig und verzweifelt bin.
Meine Tochter (mein 1. Kind) ist nun 5 Wochen und 43Tage alt und hat bis letzte Woche normal zugenommen.
11.06. Geburtsgewicht; 2980g (Hebamme)
19.06. (U2): 2920g (Kinderarzt)
09.07. (U3) 3420g (Kinderarzt)
14.07.: 3420g (Hebamme)
16.07: 3480g (Hebamme)
17.07.: 3450g (eigene Babywaage aus der Apotheke)
Wir hatten eine wunderschöne Geburt bei uns zu Hause und sie wurde direkt nach der Geburt angelegt und trank für gute 15 Minuten. Meine Hebamme nannte sie "Naturtalent".
Der Milcheinschuss verlief wie im Bilderbuch und meine Büste waren prall, tropften ständig und ich musste häufig zurückgelehnt stillen, damit die Kleine sich nicht verschluckte. Leider bekam ich einen Milchstau, den ich aber ohne Medikamente bewältigen konnte. Mein Kind wollte von Anfang an extrem häufig an die Brust. Meine Hebamme meinte aber, dass 1,5-2h Abstände schon sinnvoll wären, da sie dann nicht ständig verdauen würde und ich auch mal Pausen bekäme. Das haben wir versucht, aber das fand die Kleine überhaupt nicht witzig, deshalb haben wir das schnell wieder aufgegeben.
Leider gab ich ihr zu Beginn häufig über Stunden die gleiche Brust und wechselte nicht während der Stilleinheiten die Seite. Da mir die Nuckelei aber doch viel erschien, haben wir ihr in der 3. Woche einen Schnuller. Dadurch hatten wir tatsächlich größere Pausen, aber nie mehr als 2-3h. Da ich ab dem Mitte August für vier Wochen wieder arbeiten und eine Prüfung ablegen muss, plante ich mit abpumpen einen Milchvorrat anzulegen, damit mein Mann sie während meiner Arbeitszeit mit der Flasche füttern kann. Dazu benutzte ich zunächst die Medela Handpumpe mit ernüchterndem Ergebnis. Es kam nur etwas, wenn ich parallel an der anderen Brust stillte und auch dann nur 10-20 ml insgesamt an beiden Seiten zusammen.
Als ich nach mehreren Sitzungen ca 50 ml zusammen hatte, gab mein Mann ihr die Milch mit der Flasche (Calma Sauger). Dies war das einzige Mal. Daraufhin besorgte ich mir die Medela symphony inklusive Doppelpumpset in der Apotheke und probierte sie an diesem Montag aus. Damit klappte es zunächst ebenfalls überhaupt nicht. Das führte dazu, dass ich mich extrem unter Druck setzte und ich den Eindruck hatte, die abgepumpte Milchmenge gebe mir Aufschluss darüber, wie viel Milch ich generell produziere. Deshalb war ich schnell überzeugt davon zu wenig Milch zu haben. Das wiederum stresste mich noch viel mehr und noch am gleichen Abend hatte ich den Eindruck mein Milchspendereflex sei irgendwie "blockiert".
Meine Tochter war erstmals total unruhig an der Brust und offenbar frustriert, weil nichts kam. Irgendwann ließ sie los und brüllte wie am Spieß. Seitdem klappt das Stillen nicht mehr wie vorher, ich habe den Eindruck, mein Milchspendereflex funktioniert nicht mehr richtig und wenn es doch klappt, habe ich habe zu wenig Milch, um mein Kind zufrieden zu stellen.
Mein Baby hat regelmäßig Urin und Stuhlgang, laut Hebamme keine eingefallen Fontanelle und wirkt soweit fit, wenn auch ziemlich schnell quengelig und irgendwie seit Tagen schlecht gelaunt. Um meine Milchmenge zu steigern verbringen mein Baby und ich nun nahezu 24h Haut an Haut ins Bett gekuschelt und machen Marathon-Stillen.
Es gibt keinen Schnuller mehr und ich lege sie bei jedem Zeichen an und das ist OFT, teilweise im 10-Minuten-Takt. Manchmal trinkt sie auch gut, manchmal kommt jedoch nichts und sie meckert ein bisschen. Sie saugt aber auch oft nicht mehr richtig, sondern nuckelt und schmatzt nur rum, sodass die Milch nicht richtig fließt. Ich befürchte sie hat eine Saugverwirrung. Ich bin so traurig und mache mir unglaubliche Vorwürfe. Des Weiteren versuche ich gelgentlich nach dem Stillen (wenn man das so nennen kann, da wir quasi ständig stillen) abzupumpen und auszustreichen, um die Brust möglichst vollständig zu entleeren und die Milchproduktion zu stimulieren. Sie unterbricht mich allerdings häufig, da sie wieder an die Brust will. Die Milchmengen liegen immer zwischen gar nichts und maximal 20 ml je Seite, die ich ihr dann mit einem Löffel füttere. Meistens kommt jedoch gar nichts beim Abpumpen. Zusätzlich trinke ich 2,5 Liter pro Tag inklusive Stilltee und nehme Bockshornkleetabletten ein.
Heute habe ich es geschafft mit zwei Sitzungen Hands-on-Pumping + vorher Wärme und Massage und abschließendes Ausstreichen nach dem Pumpen 20 ml (insgesamt aus beiden Brüsten zusammen!) abzupumpen. Das ist für meine Verhältnisse schon gut
Die Kleine scheint auch selten wirklich satt zu werden. Maximal 1-2 mal täglich lässt sie wirklich zufrieden die Brustwarze los und wirkt satt. Aber auch dann trinkt sie in der Regel maximal 2-4 Minuten pro Brust effektiv. Sie schnappt zwar meist gierig nach der Brust, aber sehr oft nuckelt sie von vornherein nur an der Brust und saugt nicht richtig. Sie bewegt dann das Kinn "kauend" und nuckelt irgendwie nur. Nach einer Weile schließt sie dann die Augen und döst oder sie wird sauer, schnauft erst und zappelt, krümmt sich, schlurzt teilweise (vermutlich weil keine Milch fließt, das bricht mir das Herz!) und zum Schluss brüllt sie frustriert. Wechsel ich dann die Seite geschieht das gleiche Spiel. Ich versuche sie dann immer irgendwie zu beruhigen und es nach einer Weilt noch einmal zu versuchen. Das Geschrei bricht mir das Herz, da ich denke, dass sie Hunger hat. Irgendwann habe ich Glück und sie schläft erschöpft ein oder sie schafft es doch den Milchspendereflex auszulösen und (2-4 Minuten) zu trinken. Manchmal helfen das vorherige "Anmelken" und die Brustkompression mittels C-Griff sowie Wechselstillen. Wenn ich die Brustwarze "melke", erscheinen meistens Tropfen oder es spritzt sogar ein bisschen.
Jetzt ist meine Hebamme in Urlaub und sie meinte ich solle das Gewicht einmal wöchentlich kontrollieren. Auf keinen Fall täglich, damit ich mich nicht verrückt mache. Auf meiner Babywaage wog sie nun gestern morgen 3450g und ich rede mir ein, dass es an den unterschiedlichen Waagen liegt... Sollte ich es bei einem Mal wiegen pro Woche belassen? Mir juckt es in den Fingern, aber ich habe auch Angst mich verrückt und damit alles nur schlimmer zu machen.
Ich will auf keinen Fall Pre Milch geben müssen, sie aber natürlich auch auf keinen Fall gefährden oder hungern lassen
Vielen Dank im Voraus und herzliche Grüße!