als erstes: Ich bin sehr dankbar, dass es dieses Forum gibt und habe mich schon durch etliche Threads gelesen, da es sich bei mir ja um ein häufiges Thema handelt, habe mich aber jetzt dazu entschieden einen eigenen Thread aufzumachen.
Ich hatte eigentlich Kontakt zu einer Stillberaterin, diese hat aber die Betreuung abgebrochen. Die zweite hat sich nicht mehr gemeldet und nachdem ich die Organisation erneut angeschrieben habe, habe ich erst gar keine Antwort mehr bekommen, was ich sehr bedauerlich finde.
Umso erleichterter bin ich, dass es hier die Möglichkeit gibt, sich so liebevoll beraten zu lassen.
Ich beschreibe erstmal meine Situation:
Am 1.11. kam mein Sohn zur Welt. Die Geburt wurde zwei Wochen vor ET wegen Schwangerschaftscholestase und zu kleinem Fötus eingeleitet. Nach 10 Stunden muttermundunwirksamem heftigem Wehensturm, kam er 12 Tage vor ET per Kaiserschnitt zur Welt. Das Fruchtwasser war schon dickgrün, er wurde kurz beatmet, aber ansonsten war er gesund. Da der Blutzucker allerdings grenzwertig war, wurde er direkt ab Verlegung auf die Wochenstation zugefüttert. Alle drei Stunden Tag und Nacht wurde der Blutzuckerwert gemessen, dann gestillt, dann zugefüttert und wieder Blutzucker gemessen. Am ersten Tag wurde Primergen gegeben, aber die Werte wurden nur schlechter. Nach der Gabe von Pre stabilisierte sich dann der Wert.
Da ich aufgrund des Kaiserschnitts nicht aufstehen konnte, haben ihm anfangs die Kinderkrankenschwestern das Fläschchen gegeben und von Anfang an massiv zugefüttert. Er hat schon am zweiten Tag bis zu 30 ml pro Mahlzeit bekommen. Er hat ein starkes Saugbedürfnis und hört von selber einfach nicht auf zu trinken. Das ist bis heute so. Danach war er natürlich im totalen Milchkoma und wollte erst nach drei Stunden wieder trinken, weshalb (so vermute ich) die Milchbildung nicht vernünftig in Gang kam. Ich wusste es ja auch nicht besser und habe einfach den Mitarbeitern vertraut. Ich hatte auch keinen richtigen bzw. klassischen Milcheinschuss.
Als wir zu Hause waren, habe ich dann angefangen mich mit der Thematik zu beschäftigen und Kontakt mit einer Stillberaterin aufgenommen, da meine Hebamme kein Interesse an dem Thema hatte. Anfangs haben wir ca. 350 ml zugefüttert, aber dank der Begleitung konnte ich dann erfolgreich reduzieren. Da aber an einem Tag das Gewicht niedriger war als am Tag zuvor, wurde die Begleitung abgebrochen. Ich habe dann selber ein bisschen weiter gemacht und füttere mittlerweile nur noch 120-150 ml zu, aber da die Gewichtsentwicklung nicht optimal läuft, habe ich ein bisschen Sorge was falsch zu machen und brauche jemanden, der mich ein wenig berät.
Ich habe eine Pumpe aus der Apotheke, komme aber ehrlich gesagt nicht viel zum Pumpen, da ich ihn so oft an der Brust habe. Ich versuche mind. einmal am Tag ein bisschen zu pumpen. Mehr als 20 ml bekomme ich aber nicht zusammen, weshalb ich keine Aussage darüber treffen kann, inwiefern meine Milchproduktion zugenommen hat.
Ich habe eine Weile Bockshornkleesamenkapseln eingenommen, nachdem die aber nichts gebracht haben und auch aus finanziellen Gründen, habe ich es wieder sein lassen. Ich trinke Stilltee und Malzbier und seit Anfang Februar nehme ich Domperidon 3x10 mg und ich habe das Gefühl, dass es ein bisschen was bringt.
Die Gewichtsdaten sehen wie folgt aus:
1.11. 2530g Geburt
4.11. 2420g U2
5.11. 2660g Hebamme (wiegt immer mit Body und Windel)
8.11. 2680g Hebamme
12.11. 2820g Hebamme
16.11. 3020g Hebamme
21.11. 3160g Hebamme
27.11. 3360g Hebamme
4.12. 3600g Hebamme
5.12. 3430g U3
12.12. 3840g Hebamme
20.12. 4080g Babywaage
27.12. 4330g Babywaage
3.1. 4400g Babywaage
9.1. 4550g Babywaage
17.1. 4740g Babywaage
24.1. 4800g Babywaage
31.1. 4970g Babywaage
7.2. 5130g Babywaage
Ich hoffe, mir kann jemand weiterhelfen. So weit ist der Weg zum Vollstillen ja gar nicht mehr, aber es stagniert gerade einfach und ich will ja, dass er sich gesund entwickelt. Hier nochmal die Beantwortung der Fragen:
* Ist Euer Baby ein Junge oder ein Mädchen?
Junge
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, wenn ja, mit was (Muttermilch, Formulanahrung)? Schreibt bitte die Mengen auf (wie oft und wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Er wird an der Brust mit der Ernährungssonde zugefüttert. Er bekommt aktuell 2 - 3 Mal am Tag je 60 ml Pre. Sollte etwas Muttermilch vorhanden sein, wird die entsprechende Menge Pre dadurch ersetzt.
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: Wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Ich beginne mal abends. Er schläft meistens zwischen 20 und 21 Uhr an der Brust ein, wird nach einer Stunde nochmal wach, trinkt und schläft dann bis zu drei Stunden. Anschließend kommt er alle 1 1/2 Std. Nachts habe ich absolut ausreichend Milch, weshalb das Stillen wunderbar klappt. Tagsüber stillen wir auch ca. alle 1 1/2 Stunden. Gegen Abend wird die Milch dann weniger und die Quengelei an der Brust nimmt zu. Im Moment bekommt er ca. um 18 Uhr die erste Menge Pre und um 22 Uhr die zweite. Je nach Tagesform beginnen wir auch früher mit dem Zufüttern und dann gibt es drei Portionen. Ich habe das Gefühl, dass die Milchmenge sehr schwankt und ich an manchen Tagen mehr und an manchen Tagen weniger habe.
Die Stilldauer beträgt nachts etwa 15 Minuten und dann wird weitergeschlafen. Tagsüber kann es schonmal eine Stunde oder länger dauern. Sobald er quengelt, lege ich ihn wieder an, wobei ich oft gar nicht weiß, warum er quengelt. Ich kann das nicht gut unterscheiden. Aber da ich ja die Milchmenge erhöhen will, habe ich ihn tagsüber seehr oft an der Brust. Das ist aber schon ok so und stresst mich nicht. Wechselstillen und Brustkompression wird praktiziert. Da sich die Mahlzeiten oft so lange ziehen, kann ich schwer sagen, wie oft ich am Tag stille. Ich würde sagen, mind. 10 Mal.
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang?
Stuhlganz ein Mal am Tag. Pipi ständig.
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Das Stillen hat eigentlich von Anfang an super funktioniert. Ca. 30 Minuten nach dem Kaiserschnitt wurde er im Kreißsaal angelegt und Probleme gab es nie. Ich hatte keine Schmerzen und nur die ersten Tage ein bisschen wunde Brustwarzen. Aber das ist nicht der Rede wert. Er hatte immer einen kräftigen Zug und war sehr geduldig mit mir, konnte also stundenlang saugen ohne zu trinken. Jetzt mit 3 Monaten hat das Quengeln angefangen. Wenn keine Milch kommt, wird er manchmal unruhig, dockt ab und an und beschwert sich und da die Welt interessanter wird, will er immer öfter lieber andere Dinge anschauen und das funktioniert beim Stillen natürlich nicht besonders gut, sodass es manchmal schwierig ist, ihn für die Brust zu begeistern.
Zugefüttert wurde er dann direkt auf der Wochenstation. Zuerst einen Tag Primergen, dann Pre.
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Er bekommt keinen Schnuller und das Fläschchen bekommt er nur im Notfall, d.h. wenn wir unterwegs sind und währenddessen zufüttern. Das kommt aber fast nie vor.
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Die Betreuung durch die Hebamme ist beendet. Beim Osteopathen waren wir, dort wurden aber keine Blockaden o.ä. festgestellt. Die Stillberatung wurde leider abgebrochen.
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Ich habe Hashimoto-Thyreoiditis mit Unterfunktion und nehme L-Thyroxin ein. Die Werte sind im Normbereich.
Das Zungenbändchen ist unauffällig.
Seit Anfang Februar Domperidon.
Ich bedanke mich schnomal für die Aufmerksamkeit und wünsche Euch einen schönen, ruhigen Abend.