Mein Sohn A. wird seit seiner Geburt im Juli 2017 voll und konsequent nach Bedarf gestill. Er war schon nach der Geburt mit 4.2 kg kein Fliegengewicht. Nach 2.5 Monaten wog er 8.5 kg und nach 4.5 Monaten hat er die 10 kg erreicht. Damit ist er weit entfernt von jeglichen Wachstumskurven. Er ist ein fröhliches, aktives, mit 67 cm eher grosses und sehr kräftiges Baby. Eigentlich sah ich deshalb bisher keinen Anlass zur Sorge und die einzige Konsequenz des hohen Gewichts ist, dass ich ihn seit 2 Monaten im Tragetuch (ausser zum Stillen) auf dem Rücken trage...
Nun ist jedoch die (junge) Kinderärztin sehr unglücklich über das hohe Gewicht. Bei der Kontrolle mit 2.5 Monaten habe ich ihre Ratschläge (Stillabstände von mindestens 3 Stunden, unbedingt Schnuller angewöhnen) einfach ignoriert und mir gesagt, dass ein vollgestilltes Baby nimmt, was es braucht. Letzte Woche war sie noch besorgter und hatte folgende Ermahnungen/Ratschläge:
- Stillabstände auf 4 Stunden ausdehnen (habe nicht gesagt, dass ich weiter nach Bedarf stille).
- rascher Beikoststart und ab Verzehr von min. 150 g Stillmahlzeit auslassen, weil meine Muttermilch zu kalorienreich sei.
- Baby soll in eigenem Zimmer schlafen, damit es nachts nicht von uns geweckt wird und beim Einschlafstillen noch mehr Kalorien zugeführt werden.
- zusätzlicher Termin zur Gewichtskontrolle in zwei Monaten, um ggf. weiteren Handlungsbedarf abzuklären.
- Auf meine Nachfrage: Starkes Übergewicht im Säuglingsalter würde auch bei Vollstillbabys häufig zu Übergewicht im weiteren Leben führen.
Grundsätzlich sehe ich diese Ratschläge eher skeptisch und möchte sie gerne in den Wind schlagen. Ich habe im Forum auch Threads gefunden, die tendeziell in die Richtung gehen, dass schwere Vollstillbabys in den "normalen" Gewichtsbereich zurück kehren, wenn sie mobil werden. ABER: Mein Mann hat starkes Übergewicht und ich hatte bei beiden Kindern die Diagnose Gestationsdiabetes gestellt bekommen (leicht erhöhter Nüchternzucker, kein Insulin, kaum Diät da Werte nach Mahlzeiten immer okay). Deshalb möchte ich mich gerne vergewissern, dass ich meinem Kind nicht schade, wenn ich mich weiterhin konsequent an seinen Bedürfnissen orientiere (Hmm, dieser letzte Satz kommt mir vollkommen lächerlich vor...
Ich möchte gerne mit Breikost beginnen, weil A. schon zeigt, dass er dafür bereit ist. Allerdings sehe ich keine Eile und möchte auch nicht stur nach einem Plan füttern. Hatte mir eher vorgestellt, dass wir die Beikost unkompliziert gestalten (z.B. unterwegs auch mal Obstbrei statt Gemüsebrei) und weiterhin nach Bedarf stillen.
Könnt ihr mich in meinen Absichten bestärken oder seht ihr das kritischer als ich? Ich bin euch für eure Antworten sehr dankbar!
Herzliche Grüsse
S.