Weihnachtskalender zwischen Konsum, Tradition und Geschenkeflut

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Sibi
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Weihnachtskalender zwischen Konsum, Tradition und Geschenkeflut

Beitrag von Sibi »

Mir fiel die Titelwahl nicht so leicht und ich entschuldige mich gleich für einen etwas längeren Eingangspost:
Ich denke seit einigen Wochen über das Thema Adventskalender nach. Wir hatten 6 Jahre lang ein Einzelkind. Auch das einzige Enkelkind in meiner Familie. Die einzige Enkeltochter in meiner Schwiegerfamilie. Sie bekam teilweise einen Kalender von der einen Oma, einen von der anderen, einen vom Onkel und noch einen von uns. Viel zu viel und unnötig. Durch eine Milchallergie haben wir das kappen können - allerdings gab es dann von uns einen Elsa-Spielzeugkalender - und einen Haribokalender von der Schwiegerfamilie.

Die Milchallergie hat sich ausgewachsen, das Einzelkind hat jetzt zwei Geschwister (die dieses Jahr noch keinen Kalender bekommen) und ich frage mich, welche Tradition ich jetzt begründen will. Eigentlich wollte ich einen einfachen Schokoladenkalender und gut ist. Kind mault. Erst dachte ich, es geht ums Spielzeug. Aber es geht wohl eher um die Überraschung. Sie fand in der Kita letztes Jahr den Kalender toll, bei dem sie ein Plätzchenrezept bekommen hat, eingebettet in eine Geschichte. Die haben wir vorgelesen und die Plätzchen nach dem Rezept gebacken. Also ein selbstgebastelter Kalender. Aber ich will eigentlich da keinen großen finanziellen Aufwand treiben und den Kleinkram im Kinderzimmer ins Uferlose ausweiten. (Ich denke jetzt bei allem immer, wie das dann mit drei Kindern ab nächstem, spätestens übernächstem Jahr aussehen wird.) Adventsfüllungen mit Lego-Sets oder Schleichtieren oder ähnlichem Kleinzeug ist mir eigentlich viel zu aufwendig.

Nun überlege ich, ob ich eine Tradition begründe mit einem Weihnachtskalender, der zu einem Großteil aus Gedichten, Geschichten und Plätzchenrezepten besteht. Vielleicht auch mal ein Gutschein für Aktivitäten wie Weihnachtsmarkt, Weihnachtsbasteln oder ein Kinderkonzert. Am besten passend - also am Wochenende, wenn eh Zeit zum Backen ist, die Plätzchenrezepte oder der Weihnachtsmarktgutschein an dem Tag, an dem wir dann zum Weihnachtsmarkt gehen. Zum Nikolaus eine Geschichte über den Nikolaus, etc. Ich stelle mir vor, dass der Weihnachtskalender wirklich jeden Tag ein paar Minuten zum Innehalten und zum Freuen auf das Weihnachtsfest verhelfen soll. Ich frage mich nur, ob das klappt. In diesem Jahr haben wir viel Zeit, aber ich weiß, wie ich zwischen fast Vollzeit, drei Kindern und weitgehend abwesendem Mann in der Vorweihnachtszeit ab nächstem Jahr rödeln werde... Andererseits ist es vielleicht gerade dann gut, sich auf eine Kalenderform zu besinnen, die einen zwingt, sich wenigsten jeden Tag ein paar Minuten in eine ruhige Adventsstimmung zu bringen?

Habt Ihr Ideen, Gedanken, Erfahrungen. Gerade die Erfahrungen von Eltern mit mehreren und größeren Kindern würden mich interessieren.
AnnaKatharina
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Re: Weihnachtskalender zwischen Konsum, Tradition und Geschenkeflut

Beitrag von AnnaKatharina »

Ich finde die Idee toll!
Wir hatten letztes Jahr ein gekauftes Adventskalender-Buch, jeden Tag eine kleine Geschichte.
Ich hatte befürchtet, dass die Große (damals 6) es doof findet, lieber Spielzeug und Süßes will, aber sie fand es ganz toll.
Aktuell lesen wir es gerade wieder, auf ihren Wunsch
Mit K1 (2010) und K2 (2015)
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mayra
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Re: Weihnachtskalender zwischen Konsum, Tradition und Geschenkeflut

Beitrag von mayra »

Wir hatten es die letzten beiden Jahr so, dass wir jeden Tag 1-2 Fotos für jeden drin hatten. Dazu gab es ein Einsteckalbum an Nikolaus. Das finden sie schön, gucken die auch gern an. Wir nehmen welche vom laufenden Jahr und lassen sie drucken. Ab und an ist dann zusätzlich eine Süßigkeit drin oder Badeschaum (gibt's hier sonst nicht)...

Ausserdem gab's letztes Jahr erstmalig ein Adventsbuch mit Seiten zum auftrennen. Jeden Tag geht die Geschichte weiter. Da gibt's mittlerweile etliche. Das wäre dann bei euch vielleicht was für Oma oder so. Statt Adventskalender mit Süßem.
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Sandtiger
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Re: Weihnachtskalender zwischen Konsum, Tradition und Geschenkeflut

Beitrag von Sandtiger »

Auch wenn ich nicht ganz in deine Erfahrungszielgruppe reinfalle, wollte ich mal kurz meine Erfahrung mitteilen :oops: :wink:

Nachdem es zwei Jahre lang ein selbstgemachter "Kleinkramkalender" von meiner Mutter gab, ich das aber schade fand, dass die zwar liebevoll von ihr ausgesuchten Sachen meistens nur am gleichen Tag interessant waren, sind wir letztes Jahr auf Vorlese-Adventskalender viewtopic.php?f=83&t=207392 umgestiegen. Zusätzlich gibt es morgens noch was Süßes , für uns funktioniert diese gemütliche Vorlesezeit am Abend sehr gut und Junior hatte sich das für dieses Jahr wieder gewünscht, also kann es zumindest bei uns nicht so verkehrt sein.

Dieses Jahr habe ich mich jetzt für "Du spinnst wohl" von Kai Pannen entschieden. Ich bin mal gespannt, wie das ankommt.

Sowas wie du vorhast (mit vielen Aktivitäten, Zubehör etc.) macht eine befreundete Mama. Ich finde die Idee toll, aber könnte sie mir als Vollzeitmama nicht vorstellen. Gerade vor Weihnachten ist soviel zu erledigen, planen etc. ich glaube da würde zumindest bei mir vieles auf nach Weihnachten (sprich auf eher gar nicht :oops: ) verschoben werden.
Junior 08/2012

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schokoliebe
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Re: Weihnachtskalender zwischen Konsum, Tradition und Geschenkeflut

Beitrag von schokoliebe »

Wir kaufen jedes Jahr auf dem Adventsmarkt der Schule einen Rätsel-Adventskalender.
Auf die Schnelle hab ich was Vergleichbares hier gefunden:
https://de.dawanda.com/product/66975071 ... erwachsene

Letztes Jahr hatten wir auch eine Advents-Geschichte, die beiden (damals 6 und 8) gut gefallen hat:
https://www.amazon.de/Hinter-verzaubert ... 869&sr=8-1
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Töchterchen 12/2010
Elena
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Re: Weihnachtskalender zwischen Konsum, Tradition und Geschenkeflut

Beitrag von Elena »

Wir haben letztes Jahr einen ähnlichen Versuch gestartet und den Kalender für unsere drei Kinder (damals 3, 5 und 7 Jahre alt) zum überwiegenden Teil mit "Ereignissen" gefüllt: Gemeinsames Backen, Pralinen machen, Zirkusbesuch, Besuch auf dem Weihnachtsmarkt, das Haus gemeinsam weihnachtsfein dekorieren etc. Die Kinder fanden es.... so mittel. :roll: Die Mittlere packt lieber jeden Tag was aus, egal, ob es Schrott ist. :roll: Die Große war von einigen Aktionen total begeistert. Der Kleinen war der Inhalt relativ egal, sie wollte nur immer die sein, die die Tür aufmacht (die Kinder haben einen gemeinsamen Kalender). :roll: Für uns Eltern war das einerseits sehr schön mit dem Kalender, weil wir bestimmte Aktionen wie Weihnachtsmarktbesuch von Anfang an fest eingeplant haben, so dass dafür ausreichend Zeit im Advent war. Andererseits war es schon "Arbeit" für uns, all diese Aktionen.

Wir werden dieses Jahr einen Mittelweg suchen und etwas Playmobil (Kleinigkeiten, die wir gezielt secondhand bei Ebay kaufen, weil z.B. unbedingt eine Töpferscheibe gebraucht wird oder ein weißes Einhornfohlen mit rosa Horn etc.), ein paar Süßigkeiten abwechselnd mit "Aktionen" reinpacken.

Das eigentlich Besinnliche an unserem Kalender ist, dass er bespielt werden kann. Wir haben ihn vor 2 Jahren aus Pappkartons als eine Art Weihnachtsdorf gebaut und dann mit Ostheimertieren bestückt aufgestellt. Das lieben die Kinder! Dieses Jahr bauen wir den Kartonkalender aus Holz nach, damit er etwas schöner, besser bespielbar und dauerhafter ist.
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AnnaKatharina
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Re: Weihnachtskalender zwischen Konsum, Tradition und Geschenkeflut

Beitrag von AnnaKatharina »

Elena hat geschrieben: Das eigentlich Besinnliche an unserem Kalender ist, dass er bespielt werden kann. Wir haben ihn vor 2 Jahren aus Pappkartons als eine Art Weihnachtsdorf gebaut und dann mit Ostheimertieren bestückt aufgestellt. Das lieben die Kinder! Dieses Jahr bauen wir den Kartonkalender aus Holz nach, damit er etwas schöner, besser bespielbar und dauerhafter ist.
Elena, würdest du ein Foto zeigen?
Das klingt total toll!
Mit K1 (2010) und K2 (2015)
Elena
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Re: Weihnachtskalender zwischen Konsum, Tradition und Geschenkeflut

Beitrag von Elena »

Die Holzversion ist noch nicht fertig! Wir haben bisher nur Material gekauft und zurechtgesägt. Ein Foto von der Kartonversion habe ich gefunden. Wir haben das ziemlich spontan an einem Abend gebaut. Die Häuser sind auf die Unterseiten der Kartons aufgemalt, die Oberseite der Kartons zeigt nach hinten und ist offen, nach hinten ist aber mit Stoff verhängt. Die Türen und Fenster haben wir mit dem Brotmesser in die Kartons gesägt.
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Sibi
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Re: Weihnachtskalender zwischen Konsum, Tradition und Geschenkeflut

Beitrag von Sibi »

Sandtiger,
Du hast recht, man muss echt aufpassen, sich nicht zu übernehmen. Ich würde die Aktivitäten schon sehr genau einpassen in unseren Kalender - andererseits einmal Plätzchen backen, 1-2 x Weihnachtsmarkt und irgendwas Basteln haben wir eigentlich immer gemacht, selbst in meinem persönlichen Horrorjahr...

Danke für Eure Erfahrungen zum Vorlesekalender, Mayra und AnnaKatharina.

Elena,
das Weihnachtsdorf ist so toll! Das zeige ich mal meinem Mann und hoffe, dass er Feuer fängt. Basteln und Bauen ist definitiv sein Revier, da mische ich mich nicht ein.
Mir ist noch nicht klar, wie Ihr die Gutscheine oder Sachen hinter den Türchen und Fensterchen befestigt habt?

Du sprichst auch ein weiteres "Problem" an: ein oder drei Kalender? Der Altersunterschied ist mit 6 Jahren hier schon groß, andererseits finde ich von der Idee her einen gemeinsamen Kalender schon toll, gerade wenn man von dem Materiellen weg will. Und mal kann ja hinter einem Türchen auch mal drei mal die gleiche Süßigkeit sein. Bleibt das Problem mit dem Öffnen wollen - ich habe auch keine Lust auf Hauen und Stechen jeden Morgen...
Mamorea
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Re: Weihnachtskalender zwischen Konsum, Tradition und Geschenkeflut

Beitrag von Mamorea »

Ich war auch gerade erst auf der Suche nach einem Advendskalender für die Kleine. Eigentlich wollte ich einen mit kleinen Säckchen zum selber befüllen. Aber dann habe ich in einer großen Buchladenkette einen Vorleseadvendskalender gefunden, für den ich mich dann entschieden habe. Das ist eine Büchse mit 24 Karten drin, die man dann aufhängt und jeden Tag einen Teil der Geschichte vorliest. Fand ich eine schöne Sache um dem Konsum entgegenzuwirken.
Es gibt aber auch viele verschiedene Advendskalenderbücher. Also quasi das gleiche nur als Buch und nicht zum aufhängen.
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