Kloeters: Der Zankbrief - Geschwisterstreit

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Mirimama
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Kloeters: Der Zankbrief - Geschwisterstreit

Beitrag von Mirimama »

Hallihallo!

Wer von euch hat denn den Zankbrief gelesen und wäre so nett, mir ein bisschen was davon zu schreiben? Ich will ihn mir gerne noch bestellen, aber wir haben jetzt zeitnah einen Elternabend zu diesem Thema und vorher kriege ich das nicht hin. Ich würde aber sehr gerne die Sicht der Kloeters auf dieses Thema wissen, um sie ggf. einbringen zu können, da mir die bisherigen Briefe schon sehr geholfen haben. Über einen regen Austausch hier zu diesem Thema würde ich mich sehr freuen!
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Mondenkind
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Re: Kloeters: Der Zankbrief - Geschwisterstreit

Beitrag von Mondenkind »

Ich hab ihn hier- noch ungelesen. Lese gern mal rein!
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

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Mirimama
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Re: Kloeters: Der Zankbrief - Geschwisterstreit

Beitrag von Mirimama »

Oh ja, danke!!
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Regenbogen82
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Re: Kloeters: Der Zankbrief - Geschwisterstreit

Beitrag von Regenbogen82 »

Ich habe ihn mir - aus aktuellem Anlass ;) vor ein paar Tagen bestellt und warte gerade auf die Lieferung.
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Mirimama
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Re: Kloeters: Der Zankbrief - Geschwisterstreit

Beitrag von Mirimama »

Oh, spannend, dann haben wir hier ja schon eine kleine Diskussionsrunde beisammen. Vielleicht will noch jemand? :-)
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moselkind
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Re: Kloeters: Der Zankbrief - Geschwisterstreit

Beitrag von moselkind »

Ich habe ihn nicht, lese aber sehr interessiert mit (zum Schreiben komme ich leider so selten in Ruhe, werde es aber versuchen)!
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Regenbogen82
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Re: Kloeters: Der Zankbrief - Geschwisterstreit

Beitrag von Regenbogen82 »

Ich habe ihn gestern erhalten und heute Vormittag gelesen. Ich kann auf jeden Fall etwas darauf mitnehmen. Was möchtest Du wissen?

Und OT: weiß jemand, von wann der Brief ist? In den Threads zu den Briefen 1-12 wurde ja schon die altmodische Sprache thematisiert, aber mich erschreckt in diesem Brief, dass so häufig von "Schlagen" als Erziehungsmaßnahme die Rede ist (wird nicht empfohlen, aber als einigermaßen gebräuchlich dargestellt). Und der Begriff "Eskimo" ist meines Wissens auch nicht mehr pc.
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Re: Kloeters: Der Zankbrief - Geschwisterstreit

Beitrag von Regenbogen82 »

Ich versuche mal, den ersten Teil (Geschwisterstreit) zusammenzufassen. Eher have ich es leider nicht geschafft.

I. Das Zanken zwischen Geschwistern
1. Mami, er hat mich...
Es ist fast immer falsch, den juristischen Sachverhalt zu klären, da das Ergebnis zu 50% faLsch wäre und ein Kind gekränkt würde und auf Rache sänne. Das gedemütigte Kind gibt weiter, was es empfangen hat und das "gute" schlägt sich auf die Elternseite und erzieht das "böse" weiter.
-> wir wollen aber nicht Recht, sondern Frieden
-> passende Reaktion: freundliches Bagatellisieren: Das kann schonmal passieren! Ist nicht schlimm!
Das klagende Kind wird umarmt und getröstet: "Das kann schon mal passieren! Der andere hat es sicher nicht so gemeint!" Der Übeltäter soll dies hören.
Dabei kommt das lädierte Kind zu seinem Recht, da getröstet, außerdem wird bei ihm Verständnis für den Übeltäter geweckt.
Der Übeltäter kommt durch Verständnis zu seinem Recht. Allerdings ist "das kann schon mL passieren" eindeutige Kritik, da es eben nicht passieren sollte. Die Kritik geschieht aber in versöhnlicher und nicht provozierender Form.
Falls als Antwort kommt: Er hat es/ich habe es doch so gemeint:
Erklären, dass man es trotzdem nicht tragisch findet und jeder mal etwas Unvernünftiges tut und es eben wirklich schon mal passieren kann.

So erreicht man, dass eine der häufigsten Ursachen für ständige Streitereien, nämlich die Demütigung eines Beteiligten, vermieden wird.

Wenn dieses Vorgehen nicht innerhalb weniger Wochen zur deutlichen Besserung führt, sind die Maßnahmen falsch oder nicht ausreichend.

2. Verfolgtes Kind sucht schreiend Schutz bei der Mutter
Ein Kind jagt mit einem Knüppel in der Hand das andere - was tun?
Vorschlag: ablenken oder wieder freundlich bagatellisieren
Wenn die Situation selten Auftritt, ist es belanglos, was man tut.
Tritt sie täglich auf: nicht eingreifen, Kind schlagen lassen, danach trösten und bagatellisieren.

Denn:
Wenn man bei alltäglichen Auseinandersetzungen zwischen Geschwistern immer das kleine Kind in Schutz nimmt und das Größere ständig maßregelt, wird das Kleinere als Persönlichkeit immer stärker und das Größere immer schwächer.
Das Schwächere nutzt nun seine Vorzugsstellung schamlos aus, wenn die Eltern es ständig in Schutz nehmen. Um das Gleichgewicht wieder herzustellen kann erforderlich sein, nicht einzugreifen bis der Verursacher es dem Flüchtenden heimgezahlt hat und erst dann freundlich bagatellisierend zu reagieren.
Es kann angenommen werden, dass das schwächere Kind das stärkere so lange gereizt hat, dass dieses sich nicht mehr zu helfen wusste und daher zur Gewalt griff. Das stört das schwächere nicht, weil es dann elterlicher Reaktion doch die Oberhand behält.

Das zu kurz gekommene (stärkere) Kind muss konsequent "gehoben" werden (schmusen, Sondervergünstigungen...).
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Regenbogen82
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Re: Kloeters: Der Zankbrief - Geschwisterstreit

Beitrag von Regenbogen82 »

3. Nicht einmischen - wenn es hilft
Sich vergegenwärtigen, dass der Ärger der Eltern, auch deren zähneknirschende Gelassenheit, auf die Kinder belohnend wirkt und dadurch mit hoher Wahrscheinlichkeit Wiederholungen provoziert werden.

Aber auch hier: richtig ist nur das, was hilft!

4. Der Streit um Spielzeug
Man sollte dem Kind zu dem umstrittenen Teil verhelfen, das am meisten zu leiden scheint.
Wenn mehrere Kinder sich für ein bestimmtes Teil besonders interessieren und wirklich damit spielen, sollte man überlegen, jedem Kind ein eigenes davon anzuschaffen. Falls dies nicht möglich ist, sollte man überlegen, das Teil (erstmal) verschwinden zu lassen.

Wenn man möchte, dass die Kinder erst fragen, bevor sie etwas wegnehmen, sollte man sich angewöhnen, auch selbst immer erst zu fragen.

Rückkehr zur Situation, in der man dem leidenden Kind zum Spielzeug verholfen hat:
Häufig entsteht der nächste Streit, weil das leidende Kind nun das möchte, womit das andere Kind spielt. Man sollte wiederum das Spielzeug dem leidenden Kind geben.
Wenn dabei mal das eine, mal das andere Kind leidet, ist alles okay.

Wenn immer dasselbe Kind streitet und das will, was das andere hat, fehlt es ihm an etwas anderem.
Man sollte die regelmäßigen Konfliktsituationen überdenken und Verbote und Gebote richtig durchsetzen m, sich fragen, ob man Zuviel schimpft oder straft und die Kinder nur weitergeben, was sie empfangen oder ob ein Kind benachteiligt wird.
Als Eltern sollte man überlegen, ob man ein Kind mehr mag als ein anderes und dann versuchen, auszugleichen und sich konsequent nach der seelischen Verfassung des Kindes richten. Immer gilt es, zu dem besonders "bösen" Kind besonders lieb zu sein.

5. Petzen
Kinder Petzen nur, wenn sie von Eltern, Erziehern, Lehrern oder anderen erwachsenen dafür Aufmerksamkeit bekommen.
Auch hier: freundlich bagatellisieren.
Wenn Eingreifen nötig: gelassen und ohne laustarke Vorwürfe.

6. für gleichaltrige Spielfreunde sorgen
Geschwister betragen sich besser, je geringer der relative Altersunterschied ist. -> Viele Probleme lösen sich mit der Zeit von selbst.
Wenn Geschwister nicht friedlich zu stimmen sind, sollte Mann gleichaltrige Spielkameraden Einlagen.
Dies ist auch gut, wenn die Eltern nicht gut selbst die friedensstiftenden Verhaltensweisen erlernen. Da die Beziehungen zu fremden Kindern nicht so gefühlsgeladen sind, sind sie zur Übung besser geeignet.
Brüderchen (09/11) und Schwesterchen (04/13) und kleines Schwesterchen (08/16)
EhMibima

Re: Kloeters: Der Zankbrief - Geschwisterstreit

Beitrag von EhMibima »

Danke Regenbogen.
Schlagen lassen...werd ich ganz bestimmt nicht. Zum bagatellisieren fehlt mir oft der Nerv obwohl ich es ganz sinnvll finden.:/
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