Ich brauche mal euren Rat. Töchterchen ist jetzt neun Monate alt und ich verzweifele an ihrem Schlaf.
Es geht vorrangig um ihren Schlaf tagsüber. Es ist jedes Mal ein Kampf, an dem ich oft scheitere. Es fällt ihr waaaahnsinnig schwer einzuschlafen.
Sie schläft morgens im Normalfall bis sechs oder sieben Uhr. Tagsüber wird sie dann zwei Mal müde. Vormittags gegen zehn und nachmittags ungefähr gegen zwei. Sie zeigt das recht deutlich, indem sie gähnt, sich die Äuglein reibt und unruhig wird.
Das Problem ist: Ich kann oft tun was ich möchte, aber sie kommt einfach nicht über die Schwelle zum Schlaf. Hier wird nach Bedarf gestillt, getragen, getragen und nochmal getragen, gewiegt, gesungen, gekuschelt... ich versuch es im Hellen, ich versuch es mit herabgelassen Jalousien... (Nicht alles auf einmal, ich will sie auch nicht überreizen). Spazieren gehen ist auch schwierig. Zwar schläft sie da leichter ein, aber wacht superschnell wieder auf, weil ein Hund bellt, ein anderer Spaziergänger lacht, ich auf das Baby im Tragetuch angesprochen werde usw... Mein ganzer Tag dreht sich im Grunde nur noch darum, dass sie irgendwie zum Schlaf kommt.
Sie tut mir leid, weil der Schlaf scheinbar so negativ besetzt ist. Dabei hat sie eigentlich noch keine negativen Erfahrungen gemacht, im Gegenteil, sie hat noch keine drei Sekunden ohne sofortigen Körperkontakt geweint, es ist immer jemand bei ihr. Ich leg sie auch nicht zum Schlafen ab, sie schläft immer im Tuch oder auf dem Arm. Ganz Affenmama
Wenn ich die Problematik googel, finde ich tatsächlich gar nichts dazu. Immer nur den Tipp, das Kind ins Tuch zu nehmen... da könnt ich echt weinen und lachen... das ist hier überhaupt keine Frage und es käm mir auch gar nicht in den Sinn, dass sie allein einschlafen muss. Es will einfach trotz all der schönen AP-Ansätze nicht mit dem Schlaf klappen. Auch hab ich schon versucht, sie einfach neben mich zu legen und sie mit oder ohne Kuscheln einschlafen zu lassen.. ihr ahnt es, es hat nicht funktioniert.
Das führt dann leider auch dazu, dass sie oft schon um siebzehn Uhr hundemüde ist und ihren Nachtschlaf braucht. Was ebenfalls Stunden in Anspruch nimmt. Ich liege dann abends auch nach dem Einschlafen im Familienbett neben ihr und bin wirklich groggy. Der fehlende Tagschlaf bestimmt hier das komplette Leben. Ich sage Verabredungen ab oder treffe sie erst gar nicht. Ich möchte mit ihr spazieren gehen, aber sie ist müde und will abwechselnd stillen und getragen werden. Ich bin stundenlang damit beschäftigt, sie irgendwie zum Schlafen zu bekommen.
Wenn ich übrigens versuche, sie vor ihren Müdigkeitsanzeichen zum Schlafen zu bekommen, findet sie das gar nicht witzig. Dann streckt sie sich im Tuch durch und wird richtig sauer.
Ich bin mit meinem Latein wirklich am Ende. Oder ist das der ganz normale Babywahnsinn? Die anderen Mütter aus meinem Umfeld haben solche Probleme angeblich nicht und einen festen Rhythmus etabliert. Ab und an haben wir auch einmal eine Phase, in der es klappt, aber kaum glaube ich, dass wir auf dem richtigen Weg sind, ist der Traum auch schon wieder vorbei...
Was kann ich noch machen, damit sie zur Ruhe kommt? Einen Schnuller haben wir nicht und ich möchte ihn aus verschiedenen Gründen auch gerne vermeiden. Sie darf aber so oft an die Brust wie sie möchte.
Ich will auch gerne glauben, dass sie schon schlafen wird, wenn ihr Körper das wirklich braucht, aber wenn sie tagsüber nur schafft, mal eine halbe Stunde vormittags zu schlafen, kommt es mir doch arg wenig vor für dieses kleine Menschlein.
Meine Kleine ist seeeehr temperamentvoll und aufgeweckt, super lebendig und immer voller Tatendrang. Wenn sie nicht müde ist, ist sie eigentlich immer gut gelaunt und fröhlich. Richtig quirlig eben. Und das steht ihr beim Runterkommen glaub ich auch ein wenig im Weg...
Wie lang macht es Sinn, das Einschlafen zu versuchen? Das 50-Minuten-Fenster ist mir bekannt, aber wie ich jetzt genau damit umgehen sollte, ist mir noch schleierhaft...
Wie kann ich ihr das Einschlafen erleichtern?
Ich bin dankbar für euern Rat!