mir geht es leider ähnlich wie Regenbogen82 in 2013. Unsere Tochter nimmt zu wenig zu, ich habe zu wenig Milch und wir müssen zufüttern.
Mein Traum wäre es vom Zufüttern wegzukommen und voll zu stillen. Aber bei über 300ml Zufüttern täglich habe ich nicht mehr viel Hoffnung, dass wir das schaffen...
Zudem bin ich durch unterschiedliche Aussagen von Hebamme, Stillberaterin und Infos hier im Forum total verunsichert, was richtig und was falsch ist. Ich wäre Euch sehr dankbar, wenn Ihr Licht ins Dunkel bringen könntet. Und sollte das Ergebnis sein, dass es auch langfristig ohne Zufüttern nicht geht, dann ist das so. Aber die Unsicherheit gepaart mit Hoffnung (mal mehr mal weniger) machen mich echt fix und fertig.
Die Kleine wurde am 5.10. auf natürlichem Wege geboren. Einleitung 5 Tage nach ET mit Rizinus-Cocktail, 6h später regelmäßige Wehen und nach weiteren 5,5 Stunden war sie da mit 3.260g und 52cm.
Bis zum 5. Tag hat sie fast 10% abgenommen. Stillen hat eigentlich gleich gut funktioniert, aber die Gewichtszunahme war sehr schleppend. Auf Anraten der Hebamme füttern wir seit dem 5. Tag zu. Anfangs 4x15ml, dann 4x35ml, dann 6x50ml, seit gestern 6x60ml Pre-Milch täglich. Die ersten Portionen bekam sie mit Finger + Spritze, dann habe ich bis vor wenigen Tagen das BES verwendet. Das hat dann leider nicht mehr gut funktioniert, weil sie das Schlauchprinzip erkannt hat und nur noch genuckelt und nicht mehr an der Brust gesaugt hat. Dann haben wir 3 Tage lang mit dem Fläschchen zugefüttert, bis sie auch dann nicht mehr richtig an der Brust gesaugt hat. Jetzt bekommt sie die Pre-Milch mit dem Becher. Saugen an der Brust funktioniert wieder - mal sehen wie lang...
Ich habe versucht die Fragen so kurz wie möglich aber so detailliert wie nötig zu beantworten. Es ist leider sehr sehr lang geworden – das tut mir leid
**** Zufüttern / Abpumpen
Die folgenden Mengen sind die, welche meine Hebamme empfohlen hatte. Die tatsächlich gefütterten Mengen sind anders (siehe Stillprotokoll unten). Das kommt daher, weil die Kleine nicht immer die ganze Menge geschafft hat und weil ich, als ich noch gepumpt habe, Teile der Pre-Milch durch die abgepumpte Muttermilch ersetzt habe (wie von der Hebamme empfohlen). Die abgepumpten Mengen habe ich jedoch nicht so genau dokumentiert – kann ich bei Bedarf aber noch größtenteils nachliefern.
10.+11.10. (6.+7. Tag): je 60ml Pre-Milch mit Spritze/Finger
12.-16.10. (8.-12. Tag): je ca. 120ml Pre-Milch mit BES
17.-26.10. (13.-22. Tag): je ca. 210ml Pre-Milch mit BES
27.-28.10. (23.-24. Tag): je ca. 300ml Pre-Milch mit BES
28.-31.10. (24.-27. Tag): je ca. 300ml Pre-Milch mit Fläschchen (Calma-Sauger)
31.10.-1.11. (27.-28. Tag): je ca. 300ml Pre-Milch mit Becher
Seit 2.11. (29. Tag): 360ml Pre-Milch mit Becher
Der Umstieg am 24. Tag von BES auf Fläschchen erfolgte, weil sie das Schlauchprinzip des BES erkannt hat und nur noch genuckelt und nicht mehr an der Brust gesaugt hat. Die Pre-Milch aus dem BES hat sie weggezogen, dabei aber ohne richtiges Saugen keine Muttermilch mehr erwischt. Dabei hatten wir schon den dünnsten Schlauch verwendet, den anderen abgeklemmt und das Set hing recht tief.
Mit dem Fläschchen hat es zunächst prima geklappt und auch der Wechsel zurück auf die Brust war problemlos. Am 3. Fläschchen-Tag aber hat sie an der Brust wieder nur noch genuckelt und nicht mehr getrunken (keine Schluckgeräusche über 4 Stillmahlzeiten hinweg). Zunächst dachte ich, ich hätte gar keine Milch mehr, habe dann aber bemerkt, dass nach dem Stillen sofort noch reichlich Milch kommt, wenn ich die Brustwarzen nur leicht zusammendrückte. Deshalb bin ich dann aus purer Verzweiflung auf den Becher umgestiegen, den die Hebamme zum Glück ganz am Anfang mal dagelassen hatte. Am Anfang ging noch sehr viel daneben, jetzt landen von 70ml Pre-Milch (ich mache 70 statt 60ml wegen verkleckern) nur noch 3-10ml im Tuch, das sie um den Hals hat (ich wiege immer nach dem Füttern das nasse Tuch, um festzustellen, wieviel daneben ging).
Gestern riet mir nun die Hebamme aufgrund der schwachen Gewichtszunahme erneut zu einer Erhöhung auf 6x60ml statt bislang 6x50ml.
Abpumpen: 11.-30.10. täglich 2-6 mal abgepumpt. Es kam nie mehr als 20ml je Seite, meistens nur ca. 5-10ml (immer direkt nach dem Stillen). Seit 30.10. will sie viel häufiger an die Brust und dann lasse ich sie lieber trinken statt abzupumpen. Zudem lässt sie sich kaum mal ablegen und mit ihr im Arm kann ich nicht abpumpen. Außerdem stresst mich das Abpumpen so sehr (Zeitmanagement zum einen und dann die winzigen Mengen), dass ich einfach denke, dass es mir nicht gut tut. Andrerseits hab ich deswegen aber ein sehr schlechtes Gewissen und mache mir Vorwürfe, dass ich es gerade nicht mehr mache, denn es soll ja die Milchproduktion anregen.
**** Stillalltag
Sehr unterschiedlich. Momentan schläft sie tagsüber selten länger als 30 Minuten, dann meckert sie und ich gebe ihr die Brust. Manchmal schläft sie auch bis zu 3h, meist wecke ich sie aber nach spätestens 2,5h. Beim Stillen döst sie auch oft ein, beim Abdocken läuft ihr dann die Milch aus dem Mund
Auf Anraten einer Stillberaterin hier vor Ort machen wir seit 2 Wochen Wechselstillen, da bin ich viel mit Wecken und Animieren beschäftigt. Eine Stillmahlzeit kann dann auch mal deutlich über 1h dauern. Nachts wecke ich sie einmal zum Stillen, damit die Abstände nicht größer als 3/3,5 Stunden werden. Sie würde sonst 5-6 Stunden durchschlafen. Tagsüber versuche ich die Stillabstände nicht größer als 2h werden zu lassen (ebenfalls Rat der Stillberaterin).
Meine Hebamme riet mir nun aber gestern, dass ich nicht mehr so oft stillen soll. Alle 3h würden auch reichen, die Kleine würde sich dann halt mehr holen und es müsse hier ja auch mal mehr Ruhe einkehren. Und nachts soll ich auch nicht mehr den Wecker stellen - die Kleine würde sich bei Hunger schon melden. Außerdem hätte ich dann ja morgens dafür mehr Milch, wenn wir nachts nicht stillen. Das hat mich jetzt vollends komplett verunsichert - was ist denn jetzt richtig? Ich hatte verstanden, die Milch wird hauptsächlich beim Stillen gebildet und häufiges Anlegen ist gut für die Milchproduktion??
Seit ein paar Tagen habe ich das Gefühl, dass sie nicht mehr so gut saugt (weniger Schluckgeräusche). Die Bechernahrung (Flasche war genauso) verschlingt sie aber regelrecht. Da ist sie sowas von gierig und ungeduldig, dass ich jedes Mal denke, oh Gott, das Kind ist am Verhungern. Gleichzeitig kommt aus den Brüsten immer noch jede Menge Milch, wenn ich direkt nach dem Stillen drücke. Kommt bei ihr beim Trinken einfach zu wenig oder hat sie erkannt, dass sie sich beim Becher nicht so anstrengen muss? Becher bekommt sie natürlich erst nach dem Stillen... Ich bin total verunsichert. Will sie ja auf keinen Fall hungern lassen. Aber das Zufüttern erhöhen und gleichzeitig bleibt in der Brust noch Milch übrig - das kann doch auch nicht richtig sein??
Heute Morgen hat sie seit langem wieder mal richtig toll an der Brust gesaugt mit richtig vielen, deutlichen Schluckgeräuschen / gluckern. Das ging 4 Brüste lang je 15-20 Min so. Wie kann das denn so unterschiedlich sein???
**** Ausscheidung
Anfangs zu wenig Stuhlgang (3 T. lang kein Stuhlgang). Jetzt meist 1-2x pro Tag Stuhl, gelegentlich auch 3x pro Tag, immer gelb / ockerfarben und zwischen breiig und flüssig. Urin in der ersten Woche gelblich, seit wir zufüttern reichlich und klar. Seit 16.10. wiege ich jede Windel und addiere jeden Tag das Nettogewicht aller Windeln (die Werte sind unten mit „WG“ = Windelgewicht dokumentiert). Was die Häufigkeit von Pipi im Stillprotokoll betrifft, weiß ich nicht wirklich, wie ich da zählen soll. Ich wickle recht oft. Ab welchem Windelgewicht zählt es denn als 1x Pipi?
**** Stillstart
Im Kreissaal direkt angelegt und sie hat gleich gesaugt. Dann die ersten Tage in der Klinik leider nicht häufig genug angelegt (ist das die Ursache des Problems?). Sie weinte oft bereits kurz nach dem Stillen und hat Beine und Bauch sehr gekrümmt. Wir haben das als Bauchweh eingestuft, das wurde uns auch von 2 Schwestern so bestätigt. Außerdem die Aussage, bei akutem Bauchweh soll man nicht direkt stillen, das würde das Bauchweh noch verschlimmern. Im Nachhinein war es wohl Hunger (ggf. in Kombination mit Bauchweh) und das haben wir leider nicht erkannt. Die Betreuung und Stillberatung in der Klinik war leider quasi nicht vorhanden bzw. miserabel. Die Schwestern und Hebammen haben sich bei Fragen überhaupt keine Zeit genommen. Es wurde aus 3m Entfernung einmal kurz aufs Anlegen geschaut und mit „sieht doch gut aus“ kommentiert. Erst am letzten Tag sagte uns eine Hebamme, dass das Geschrei auch Hunger sein könnte. Ich weiß auch nicht, wieso wir da nicht selber drauf gekommen sind. Ich hatte aus dem GVK noch die Aussage „ca. 8x Stillen pro Tag“ und „ein schlafendes Kind weckt man nicht“ im Kopf. Mein Mann wollte die Kleine von Anfang an lieber gleich in ihrem eigenen Bett schlafen lassen (wir hatten ein Familienzimmer). Wenn sie dann nachts anfing zu heulen, hat er sie wieder in den Schlaf beruhigt. Ich ärgere mich total und mache mir sehr große Vorwürfe, dass ich dann nicht jedes Mal darauf bestanden habe, sie an die Brust zu nehmen. Was das Stillen betrifft, war ich unglaublich schlecht informiert und total naiv.
Seit wir zuhause sind, schläft sie fast immer bei mir – auch wenn sie nachts nicht von selber stillen will…
**** Sauger & Co.
Auf Anraten meiner Hebamme haben wir ihr in der 2.+3. Woche gelegentlich einen Schnuller gegeben, wenn sie abends sehr unruhig war oder nicht einschlafen wollte. Habe aber inzwischen gelernt, dass das bei Still- und Gewichtsproblemen hinderlich ist. Daher gibt es seit ca. 10 Tagen keinen Schnuller mehr.
**** Weitere Beratung / Behandlung
Die Wochenbetthebamme kommt noch 3x pro Woche, dann wird auch immer gewogen (ich habe keine Waage).
Vor 2 Wochen hatte ich außerdem eine Stillberaterin kontaktiert, die auch hier bei uns zuhause war. Das Stillen selber hat sie sich aber nicht angeschaut. Hat in einigen Punkten der Hebamme widersprochen und mich dadurch noch mehr verunsichert als ich es ohnehin schon war.
Kernaussage war: häufig Anlegen (tagsüber mind. alle 2h, nachts nur 1x wecken oder nach Bedarf), Wechselstillen, abpumpen wenn möglich nach jedem Stillen aber mit mind. 1h Abstand zum nächsten Stillen, Reduzieren der Pre-Milch-Menge.
Häufig Anlegen und Wechselstillen mache ich seitdem. Die Pre-Milch reduzieren konnten wir nicht, weil von der Hebamme immer wieder eine Erhöhung gefordert wurde.
Mit Pumpen habe ich wieder aufgehört - Stillen im 2h-Abstand und pumpen mit mind. 1h Abstand zum nächsten Stillen bedeutet, dass ich genau 1h Zeit habe für: Stillen/Wechselstillen, Zufüttern, Bäuerchen, ggf. Wickeln, Kind beruhigen/ablegen und Pumpen. Das ist einfach nicht machbar. Wenn die Kleine beruhigt in ihrem Bettchen oder in der Wiege lag, war meistens schon über 1h rum und damit in weniger als 1h schon wieder Zeit für das nächste Stillen. Das Ganze hat mich so gestresst und unter Druck gesetzt, dass die Pumpe seit Sonntag in der Ecke steht.
**** Medizinische Besonderheiten
Seit 2 Wochen nehme ich auf Anraten der Stillberaterin Bockshornklee, 3x5 täglich, das entspricht 4,5g aktivierten Bockshornklee. Mein Körpergeruch hat sich leider deutlich verändert – sehr „würzig“
Schilddrüsenunterfunktion – während der SS regelmäßig kontrolliert und gut eingestellt (in der SS wurde das Thyroxin von 112 auf 125 erhöht). Seit der Geburt gab es noch keine Kontrolle meiner Blutwerte, ich nehme noch immer die 125 täglich.
Bei der Geburt hat sich die Plazenta nicht von selber gelöst. Maßnahmen lt. Geburtenprotokoll: verzögerte Lösung, Akupunktur, Credescher Handgriff, Cord traction, Oxytocinapplikation, Curettage (unter Lachgas).
Vor 10 Jahren hatte ich eine Brustverkleinerung. Die OP-Methode ist stillerhaltend und es wurde kein Drüsengewebe entfernt. Ich kenne andere Frauen, die vom selben Arzt mit derselben Methode operiert wurden und ganz normal stillen konnten. Daher glaube ich nicht, dass das etwas damit zu tun haben könnte.
**** Stillprotokoll
WG = Windelgewicht (gesamter Windelinhalt netto pro Tag)
05.10. 3.260g Geburt (Kreissaal U1), Stuhl (Mek.)
06.10. ?, Stuhl (Mek.), Pipi
07.10. 3.000g Waage auf Station, Stuhl (gelb-ocker), Pipi
08.10. 2.960g Waage auf Station (U2), 0x Stuhl
09.10. 2.940g Hebamme 1, 10x gest., 0x Stuhl, Pipi
10.10. 2.960g Hebamme 1, 9x gest., 60ml Pre (Finger/Spritze), 0x Stuhl, Pipi
11.10. 3.000g Hebamme 1, 8x gest., 60ml Pre, 2x Stuhl, Pipi
12.10. 3.050g Hebamme 1, 9x gest., 120ml Pre (ab hier mit BES), 0 Stuhl, Pipi
13.10. 3.100g Hebamme 1, 9x gest., 110ml Pre, 1x Stuhl, Pipi
14.10. 3.100g Hebamme 1, 8x gest., 120ml Pre, 1x Stuhl, Pipi
15.10. ?, 8x gest., 70ml Premi, 1x Stuhl, Pipi
16.10. 3.140g Hebamme 1, 8x gest., 140ml Pre, 0x Stuhl, Pipi (WG 193g)
17.10. 3.130g ab hier Hebamme 2, 8x gest., 210ml Pre), 2x Stuhl, Pipi (WG 300g)
18.10. 3.190g, 7x gest., 270ml Pre, 1x Stuhl, Pipi (WG 329g)
19.10. 3.230g, 7x gest., 175ml Pre, 1x Stuhl, Pipi (WG 238g)
20.10. 3.290g, 12x gest., 200ml Pre, 2x Stuhl, Pipi (WG 310g)
21.10. 3.270g, 10x gest., 124ml Pre, 3x Stuhl, Pipi (WG 276g)
22.10. ?, 13x gest., 121ml Pre, 2x Stuhl, Pipi (WG 242g)
23.10. ?, 10x gest., 129ml Pre, 1x Stuhl, Pipi (WG 267g)
24.10. 3.290g, 12x gest., 175ml Pre, 0x Stuhl, Pipi (WG 267g)
25.10. ?, 13x gest., 175ml Pre, 1x Stuhl, Pipi (WG 274g)
26.10. 3.310g, 11x gest., 223ml Pre, 2x Stuhl, Pipi (WG 334g)
27.10. ?, 12x gest., 285ml Pre, 2x Stuhl, Pipi (WG 344g)
28.10. 3.450g (direkt nach Stillen + Zufüttern), 10x gest., 265ml Pre (ab abends mit Fläschchen), 2x Stuhl, Pipi (WG 360g)
29.10. ?, 11x gest., 285ml Pre, 3x Stuhl, Pipi (WG 403g)
30.10. ?, 11x gest., 272ml Pre, 1x Stuhl, Pipi (WG 426g)
31.10. 3.430g (vor Stillen + Zufüttern), 10x gest., 240ml Pre (ab abends mit Becher), 1x Stuhl, Pipi (WG 368g)
01.11. ?, 11x gest, 302ml Pre, 2x Stuhl, Pipi (WG 427g)
02.11. 3.470g (vor Stillen + Zufüttern), 10x gest., 324ml Pre, 3x Stuhl, Pipi (WG 404g)
Wer bis hierher durchgehalten hat – vielen lieben Dank!
Liebe Grüße
Heike