Vierjähriger zu "zutraulich" bei Fremden

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sabbelschnuut
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Vierjähriger zu "zutraulich" bei Fremden

Beitrag von sabbelschnuut »

Hallo,

ich wollte mich mal mit euch austauschen, was ich so machen kann, um in meinem Vierjährigen das Bewusstsein zu erwecken, das es auch nicht so nette Menschen auf der Welt gibt.

Er war und ist schon immer ein sehr offenes und fröhliches Kind, das gerne auf fremde Leute zugeht und ihnen was erzählt. An sich toll, ein schöner Charakterzug. Nur ist es so, dass ich mir ziemlich sicher bin, er würde mit jedem mitgehen. Ganz besonders wenn er Süßigkeiten angeboten bekäme.

Ich habe schon öfter mit ihm darüber geredet und gehofft, das bessert sich, aber er sucht einfach die Aufmerksamkeit von Erwachsenen (da er merkt, dass andere Kinder nicht so leicht zu "beeindrucken" sind bzw deren Aufmerksamkeit schwieriger zu erlangen ist als die von Erwachsenen, ist er bei Kindern etwas anders, geht aber grundsätzlich auch gerne auf andere Kinder zu).

Es ist jetzt nicht so gravierend schlimm, weil ich ja immer bei ihm bin wenn wir raus gehen. Dennoch hätte ich gerne ein paar Tipps. Vielleicht gibt es gute, eindrückliche Kinderbücher zu dem Thema? Oder sonst etwas, was ich machen kann, um ihn ein bisschen vorsichtiger werden zu lassen bei Fremden?
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Jassi
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Re: Vierjähriger zu "zutraulich" bei Fremden

Beitrag von Jassi »

Da hänge ich mich gerne an deinen Beitrag und hoffe auf Input. Mein Sohn ist ebenfalls vier und genau so gut gläubig. Er war letztens mit meiner Mama auf einem Fest für Kinder und dort traf meine Mama einen alten Arbeitskollegen, beide unterhielten sich und mein Sohn merkte also (hoffentlich) das sie sich kennen. Der ehemalige Arbeitskollege sagte zu Elias "komm Jung, wir kaufen dir auch ein paar Enten, für das Entenrennen" meine Mama glaubte nicht das er geht und doch ist er mit ihm gegangen. Als sie mir davon erzählt hat Warburg erschrocken. Zu keiner Zeit bestand Gefahr, meine Mama hat die beiden sehen können... aber trotzdem. Also ich lese gerne mit.


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Salome
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Re: Vierjähriger zu

Beitrag von Salome »

Als Buchtipp fällt mir ein "Max geht nicht mit Fremden mit" ein. Da ist der "Fremde" auch jemand, den Max vom sehen her kennt, da er in der gleichen Straße wohnt.
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glockenblümchen
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Re: Vierjähriger zu

Beitrag von glockenblümchen »

Ganz knapp nur da am Handy: mWn sollman Kindern diese Geschichten vom Ominösen Fremden gar nicht erzählen, da sie nur Angst schürt. Wende Dich ruhig mal an eine Organisation die darauf spezialisiert ist und lass Dir da Tipps geben. Die meisten Übergriffe passieren im Familiaren Umfeld, da hilft ein Angst machen vor Fremden nicht.

Jassi Der Mann hat von deiner Mutter die Legitimation bekommen, dass er vertrauenswürdig ist, denn sonst wäre sie ja nicht einverstanden gewesen. er vertraut ihr in dieser Situation und entsprechend darf er natürlich mit dem Mann mitgehen. Kindliche Logik.
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rueckenwind
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Re: Vierjähriger zu "zutraulich" bei Fremden

Beitrag von rueckenwind »

Wir haben mit unserer Großen darüber gesprochen, mit wem sie mitgehen darf - wer sie z.B. vom Kindergarten abholen dürfte. Also gar nicht so sehr über ominöse, potentiell gefährliche Fremde.

Neulich hatten wir dann die Situation, dass sie auf dem Weg zum zweiten Mal allein im Laden um die Ecke einzukaufen, gestürzt ist, sich das Knie aufgeschlagen hat und das Angebot einer fremden Frau, ihr gemeinsam ein Pflaster zu besorgen, ausgeschlagen hat und stattdessen nach Hause kam. Da war ich sehr erleichtert.
Meine Tochter ist allerdings, anders als dein Sohn, im Umgang mit ihr unbekannten Menschen eher schüchtern.

Ich habe lange überlegt, wie wir unsere Kinder dafür sensibilisieren. Wichtig finde ich schon, auch Kindern zu erzählen, dass es nicht nur Menschen gibt, die anderen Gutes wollen aber dass wir als Eltern immer Ansprechpartner sind, wenn ihnen etwas seltsam vorkommt und sie immer, immer NEIN sagen können wenn ihnen etwas missfällt. Ich habe noch kein wirklich gutes diesbezügliches Buch gesehen, denke aber, dass das was als beängstigend wahrgenommen wird ja sehr kind- und situationsabhängig ist.

Im Fall des Mannes auf dem Fest würde ich die Situation einfach noch mal besprechen, wenn die Oma dabei stand und nichts dagegen hatte, dass ihr Enkel mitgeht, dann finde ich die Entscheidung deines Sohnes völlig okay - wenn er allerdings nach einem sehr kurzen Kontakt ohne Wissen der Großmutter mitgegangen ist, dann wäre das doch eine gute Gelegenheit abzuklären, wann vertrauensvolles Mitgehen okay ist und wann nicht.
T. mit Rumpeltochter (04.11), Purzelsohn (08.13) und Flitzeline (08.19)
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Dickkopf-Mama
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Re: Vierjähriger zu

Beitrag von Dickkopf-Mama »

In der Kita meines Mittleren gab es ein Projekt zu dem Thema und dort war die Vorgehensweise darauf gerichtet den Kindern beizubringen, dass sie immer selber bescheidgeben sollen wo sie sind, damit die Eltern bescheid wissen und weniger auf das geh nicht mit fremden, da das eben je nach Kind durchaus große Ängste auslösen kann.

Da wäre auch die Situation, dass der Sohn mit dem Bekannten mitgeht ok, da die Oma in dem Fall ja bescheid weiß.
Liebe Grüße von Meike mit drei Dickköpfen ( * 2007),( * 2010) und (*2013)
Regenbogen82
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Re: Vierjähriger zu

Beitrag von Regenbogen82 »

Mich interessiert das Thema auch sehr, mein inzwischen Fünfjähriger ist auch sehr "zutraulich" und würde wohl das Angebot von Süßigkeiten oder Spielzeug von jedem annehmen und mitgehen, auch wenn wir schon diverse Bücher dazu gelesen haben. Bisher ist er aber außerhalb der Kita quasi nie ohne uns oder die Großeltern unterwegs gewesen. Die Dreijährige ist zum Glück viel schüchterner, allerdings mindestens so versessen auf Süßkram...
Brüderchen (09/11) und Schwesterchen (04/13) und kleines Schwesterchen (08/16)
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Starla
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Re: Vierjähriger zu "zutraulich" bei Fremden

Beitrag von Starla »

Die "richtige" Vorgehensweise würde mich auch interessieren.

Ich hab versucht so nahe wie möglich an der Wahrheit zu bleiben und meiner Tochter erzählt, dass es Erwachsene gibt, die Kinder gerne ärgern und sie irgendwo hinlocken und dann nicht wieder weglassen und das lustig finden. Und wir beide zählrn regelmäßig auf, wer zu unsere Familie und unseren Freunden gehört und nur denen vertrauen wir. Und wir haben ein Geheimwort vereinbart, dass alle benutzen müssen, wenn sie möchten, dass unsere Tochter mitgeht.

Wenn es darum geht Kinder vor Übergriffen an sich zu schützen, dann hilft es wohl am besten, ihnen klar zu machen, dass ihr Nein immer Gültigkeit hat. Auch wenn Oma ein Küsschen möchte oder der Onkel die Kitzelattacke startet. Bei den meisten Übergriffen sind die Täter keine Fremden.

Ach, ich hab mit meiner Tochter geübt zu rufen:" Das ist nicht mein Vater!" damit Passanten, schneller verstehen, was los ist.

vom Handy aus mit Vertippern
Liebe Grüße von Starla mit dem Beanie-Mädchen (08/12) und dem Button-Mädchen (08/18)
nido56
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Re: Vierjähriger zu

Beitrag von nido56 »

Mein Sohn ist ebenfalls 4 und sehr offen. Noch dazu leben wir in Spanien, wo gefuehlt wirklich jeder ueber 60 und mindestens ein Drittel der Juengeren mit Kinder schaekert. Im Moment ist er noch nicht allein unterwegs. Im Park entfernt er sich schonmal relativ weit von mir, aber da sind so viele Erwachsene, und wir kennen uns alle gegenseitig und auch die zugehoerigen Kinder, dass ich mir keine Sorgen mache.

So langsam muss ich das Thema aber mal angehen. Ich werde ihm nicht vom boesen Mann erzaehlen und dass er deshalb nicht mit Fremden mitgehen darf. Ich bin mir naemlich sicher, dass das bei meinem Sohn ziemliche Aengste ausloesen wuerde, aber im Ernstfall keinen Effekt haette. Egal wie oft er nachts vom boesen Mann getaeumt haette, wenn ihm ein netter Fremder anbieten wuerde, ihm ein suesses Hundebaby oder einen Dinosaurierroboter oder so zu zeigen, waere das garantiert alles vergessen. Natuerlich weiss er, dass Menschen nicht immer gut und lieb sind, aber ich moechte das Thema nicht extra hervorheben. Wohl gemerkt: ich rede nur von MEINEM Sohn. Bei anderen Kindern mag das super funktionieren.

Erfolgversprechender finde ich, ihm klarzumachen, dass er nie irgendwo hin oder mit irgendwem mitgehen soll, ohne uns Eltern vorher Bescheid zu sagen, weil wir uns sonst Sorgen machen, nicht wissen, wo er ist und ihm auch nicht helfen koennen, wenn er ein Problem hat.

Wichtig finde ich auch, dass er weiss, dass er ueber seinen Koerper bestimmen darf und es IMMER uns Eltern erzaehlen soll, wenn er sich bei etwas nicht wohl fuehlt.

Insgesamt bin ich bei dem Thema relativ entspannt. Mal ganz ehrlich, die Chance, Opfer eines Gewaltverbrechens durch eine voellig fremde Person zu werden, ist doch wirklich sehr gering. Augen auf im direkten Umfeld ist da wesentlich wichtiger!
nido mit dem Piraten (01/2012)
Lösche Benutzer 1828

Re: Vierjähriger zu

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Mein Großer hat das auch gemacht - der sprach mit Jedem. Ganz vertrauensvoll.
Oft hat mir das Sorge gemacht, oft habe ich es aber auch beneidet.
Er hatte nie Angst. Ist mit 5 ganz allein sein kaputtes Spielzeug umtauschen gegangen.
Meine beiden anderen sind da total anders - ganz schüchtern und zurückhaltend.
Der Große hat sich auch mal am Bahnsteig neben einen betrunkenen Obdachlosen gesetzt, während ich meine Fahrkarte gekauft habe. Da saß er dann als ich aufblickte und unterhielt sich mit dem Mann. Erst wollte ich sofort hin und ihn wegholen. Aber was für ein Signal setzt man denn damit? Ja, es gibt schlechte Menschen - aber es gibt auch ganz viele gute Menschen. Und im Notfall soll mein Kind sich auch an andere Menschen wenden können. Also hörte ich einfach zu - sie unterhielten sich über Kindergarten, Schule, Fußball - es war sehr rührend.
In Bus und Bahn sprach er auch sehr oft mit Fremden.
Jetzt ist er ein sehr offener Teenie - geht auf Fremde zu. Das ist ja auch eine sehr schöne Eigenschaft.
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