Ich finde es total "SuTig", weil es nicht über die Erziehungs-Konsequenz-Disziplin-Schiene kommt, sonders sich mit den fünf Domänen (biologisch, emotional, kognitiv, sozial, prosozial) beschäftigt, innerhalb derer UNTERSCHIEDLICHE Stressfaktoren bewirken können, dass die Energie vom Kind schneller runterfährt und es überreizt. Das ist für Babyeltern nichts neues. Auch dass man als Eltern die Rolle des Regulators einnimmt ist nichts Neues.
Aber dass es Kinder gibt deren Stressreaktionen als "schlechtes Benehmen" rüberkommen (Impulsivität, schimpfen, hauen, Wutanfälle, Trotz,...) obwohl es KEIN schlechtes Benehmen ist, sondern einfach Überreizung oder Stress (Überregulation, Unterregulation), diese Sichtweise war mir nicht bewusst (intuitiv vielleicht schon, aber so klar ausgesprochen halt nicht).
Und dann sind in dem Buch so einfache wie auch komplizierte Vorschläge (keine fix fertigen, sondern es geht um Wahrnehmung, Entschlüsselung, Try And Error,...) wie man seinem Kind helfen kann. Und auch selber Nerven bewahrt - ich gebe nämlich zu, dass ich nicht nur meinem Kind dabei helfen muss Selbstregulation (übrigens was ganz anderes als Selbstkontrolle!) zu lernen, sondern (und darum geht's!) vielmehr MIR SELBER!
Ich bin noch mitten dabei, das Buch zu lesen, aber bis jetzt wirklich begeistert - und falls irgendwer ebenfalls dieses Buch liest, würde ich mich über Austausch freuen.
Für mich ist das Buch irgendwie grad der Missing Link oder das letzte Puzzleteil zu Attachment Parenting/Ungezogen/usw.
Und: es ist egal ob man ein Baby hat oder ein Schulkind - es geht um JEDES Alter in dem Buch.
So. Begeisterungssturm Ende.