unser Baby F. ist jetzt 15 Wochen alt und leidet seit Dienstag unter einer Erkältung mit Schnupfen und damit verbundenen Stillschwierigkeiten, die mal besser und mal schlechter laufen. Da ich mir jetzt zunehmend Sorgen mache, da der Schnupfen zwar weg, die Stillprobleme aber noch da sind, wende ich mich an euch.
Am Dienstag (09.08.16) war F. schon seit morgens sehr anhänglich, weinerlich, hat nicht gut und viel getrunken, sondern über den Tag verteilt bis zum späten Nachmittag eigentlich nur da. 3 mal etwas länger gestillt, sonst hat sie sich bei jedem anbieten der Brust meinerseits weggedreht und geweint.
Da die letzten Tage (seit wann genau weiß ich nicht, ich bin grade ziemlich schlafmangelig...) tagsüber das stillen eh schwieriger war (wegdrehen und Biegen und umher schauen, allgemeine Unruhe, alles spannender v. a. die große Schwester...) hat mich dieses Verhalten noch nicht so beunruhigt, da bisher nachts gut gestillt wurde, oft auch stündlich.
Am Nachmittag hat F. Dann viel geweint, bekam klaren Schnupfen und subfebrile Temperatur, Kinderarzt hatte Urlaub und Vertretung schon zu
Nachdem F. Sich nicht mehr beruhigen ließ, mehrfach Schleim erbrach und schlecht Luft bekam bin ich mit ihr zum Kinderärztlichen Notdienst gefahren (bei uns Uniklinik). Da wurde sie von zwei Ärzten angesehen, außer Schnupfen und subfebriler Temperatur und der trinkschwäche als ok befunden und wir wurden wieder entlassen. Urin war ok, Rachen nicht gerötet und wir sollten weiterhin Nasemtropfen (Xxlometazolin) geben und mit einer Spritze MuMi in die Backentasche geben.
Zu Hause hat sie dann auf einmal ausgiebig gestillt und auch wieder geschlafen, auch nachts hat das stillen nochmal geklappt.
Am nächsten morgen (Mittwoch, 10.08.16) sollte ich mich nochmal beim niedergelassenen Kinderarzt vorstellen, es war die Vertretung. Die fand die Trinkschwäche nicht wirklich ernst und hat einmal gewogen und wollte uns dann am nächsten Tag (Donnerstag, 11.08.) nochmal zum wiegen sehen, aber "nur zu meiner Beruhigung...".
Sie wollte weder wissen, ob F. Genug Pipi macht noch wie oft sie stillte...
Da es in der Nacht von Dienstag besser geworden war und sie wieder Pipi gemacht und gestillt hatte, und ich dann auch am Mittwoch selbst wieder öfter stillen konnte, v a wieder nachts bezw. im Halbschlaf tagsüber, habe ich den Wiegetermin am Donnerstagmorgen telefonisch abgesagt, auch weil mir die Sinnhaftigkeit dieser Handlung verborgen geblieben ist. Donnerstag war dann wieder besser, auch nachts würde besser gestillt und über den Tag hatte sie genug Pipi-Windeln, sodass ich dachte alles sei überstanden, auch weil der Schnupfen deutlich weniger wurde (hab ihn hauptsächlich mit nasensauger, MuMi nasal und Otriven behandelt).
Am Freitag, 12.08. wurde das stillen zunehmend wieder schwieriger, tagsüber war es schwierig bis unmöglich sie zum stillen zu bewegen, vielleicht auch weil ich mittlerweile Druck verspürt habe, dass sie genug stillt. Sie hat sich oft weggedreht und geweint, richtig Buch geführt habe ich gestern leider nicht über stillen und Pipi Windeln
Gestern Abend dann alles blöd, sie wollte gar nicht stillen, ließ sich nur im Tuch mit Fingernuckeln (mein kleiner Finger) beruhigen und schrie viel, was sie sonst nicht macht, erst seit der blöden Erkältung. Ich habe ihr dann gegen 18.30 Uhr ein paracetamol Zäpfchen gegeben, der Tipp einer befreundeten KiÄ falls sie nicht trinken will, weil ja auch immer mal schmerzen der Grund sein könnten. Das hat nichts verändert, gegen 19.30 hab ich ihr schlafend im Tuch die Brust in den Mund geschmuggelt und sie hat lange und ausgiebig getrunken, gegen 22.00 Uhr hat sie dann wach und schreiend im Liegen nochmal getrunken, dann eben gegen 1.00 Uhr nochmal nachdem sie schreiend wach wurde, aber erst nach viel weinen, umhertragen, wegbiegen.
Ich bin mir ziemlich sicher dass sie Hunger hat aber irgendwie dann nicht stillen kann. Vor der Krankheit hat sie zuverlässig alle 2-3 Stunden gestillt, seit Dienstag ist alles durcheinander und sie biegt sich brüllend weg. Was soll ich tun? Ich bin echt verzweifelt, laufe schon so gut es geht tagsüber mit nackter Brust herum und lege mich neben sie, da trinkt sie dann mir ein paar Schluck, dockt dann wieder ab und schaut, dann wieder ein paar Schluck. Ich bin mir jetzt sooooo unsicher ob das einfach normales Theater durch Zuviel Interesse an der Umwelt ist oder ein stillstreik...??!
Jetzt zu den Daten:
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert?
Normalerweise nicht, am Donnerstag ab nachmittags haben wir zwei Becher Versuche gestartet (zweimal ca. 20-30 ml), weil sie so wenig gestillt hat, mit der Spritze (Tipp der Kinderklinik) ging gar nichts außer brüllen. Von dem becherinhalt war ziemlich viel in der Mullwindel, sie hat anfangs etwas dran geleckt aber dann auch irgendwann wieder geschrien.
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
F. Trinkt normalerweise häufiger nachts, so 1-2 stündlich, tagsüber Camp. 2-3 stündlich, bisher problemlos, immer eher kurz und schmerzlos ohne viel genuckel. Ich habe viel Milch mit starkem MSR weshalb wir hauptsächlich im Liegen stillen, F. Entweder neben mir in Seitlage (v a nachts) oder auf mir drauf, tagsüber bisher auch oft in wiegehaltung, aber das geht seit Dienstag gar nicht mehr.
Ich stille seit Geburt Tandem, die große wird aber nicht mehr nach Bedarf gestillt sondern nur zum einschlafen oder mal zum Trost. Es hat sich hier eingebürgert dass F. meist nur links trinkt, die Menge in der Brust ist ausreichend (viiiiiiel Milch!) und ich habe auch bei der großen damals immer nur eine Brust angeboten, mehr hat sie nie geschafft. E. (Großkind) trinkt hauptsächlich rechts weil das seit der Geburt dort schwieriger war, weil die Brustwarze durch den Milcheinschuss stark verstrichen und wund war und F. Dort nicht gut andocken konnte. Seit wenigen Wochen Hat sich die Milchmenge aber eingependelt und ich laufe nicht mehr so aus und die Brüste sind weicher, sodass F. Auch rechts besser trinkt.
Der Stillstart war gut, F. Wurde abends geboren, ich habe sie nachts stündlich gestillt und sie hat nicht abgenommen nach der Geburt. Häufiges anlegen war mir sehr wichtig wegen zuletzt insulinpflichtigen GDM, das war aber alles kein Problem und wir durften mit guten BZ-Werten nach 12 Stunden gehen, Geburt war schnell und unkompliziert.
Zu Hause dann von Beginn an Tandem. Ich habe die Schwangerschaft hindurch gestillt und hatte massig Kolostrum, die kleine hat auch super viel Pipi und Stuhlgang am Anfang gehabt. Die große wurde immer erst nach F. Gestillt, nach dem Milcheinschuss dann auch mal gleichzeitig und hat anfangs vermehrt gestillt und mich vor Staus bewahrt.
F. War oft unruhig beim stillen wegen dem MSR, hat das aber schnell in den Griff bekommen und die Milch einfach rauslaufen lassen, manche Positionen waren ihr unangenehmer, wie haben viel im Liegen, aufrecht im sling oder sie über meinen Bauch gelegt gestillt.
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang?
Normalerweise häufig, zuverlässig täglich mind. Eine große Portion Stuhlgang und mind. 6-8 Pipiwindeln.
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Ja
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Wir waren wegen schieflage und bevorzugtem nach rechts gucken in osteopathischer und physiotherapeutischer Behandlung, beides war erfolgreich. Die Osteopathin hat dann auch gesagt sie hätte an der HalsWirbelsäule Probleme gehabt, ist aber behandelt und weg.
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können?
GDM, zuletzt ab der 34. SSW insulinpflichtig, Hypothyreose, aktuell mit 37,5 mag L-Thyrox eingestellt, letzte Kontrolle bei der Abschlussuntersuchung acht Wochen nach der Geburt war ok. Werte wollte ich nächste Woche bei der Hausärztin wieder kontrollieren lassen.
23.04.16 Geburt 3110 g Krankenhaus
25.04.16 3250 g Kinderarzt U2
02.05.16 3470 g Hebamme
06.05.16 3650 g Hebamme
11.05.16 3850 g Kinderarzt U3
29.08.16 5280 g Kinderarzt U4
10.08.16 5549 g Kinderarzt niedergelassen, Vertretung
09.08.16 4-5 mal gestillt, weniger Pipi als sonst, 2 mal viel Stuhlgang
10.08.16 6-8 mal gestillt, eher kleine bzw. kurze Trinkmengen, 3 mal viel Pipi, 4 mal wenig Pipi, 2 mal Stuhlgang
11.08.16 3 mal länger (einige Minuten) gestillt, über den Tag öfter aber immer nur wenige schlucke, 2 mal 20-30 ml MuMi aus Becher, 3 mal viel Pipi, 3-4 mal wenig Pipi, 1 mal Stuhlgang
12.08.16 3 mal länger gestillt, ansonsten wieder nur schluckweise mit viel wegdrehen.
Was soll ich tun? Handelt es sich um einen stillstreik oder eine saugverwirrung oder beides? Schnuller ist verbannt, ich versuche die Brust einfach so anzubieten, aber ich fühle mich gerade nicht wohl und bin besorgt, v a weil ich heute Abend das Gefühl hatte sie hat Hunger und kann aber aus irgendeinem Grund nicht trinken. Es geht ihr eigentlich besser, sie schläft tagsüber weniger und ist vergnügter, aber das stillen ist nicht mehr normal und problemlos.
Sorry für das viele Geschreibsel, ich hoffe ich habe nichts vergessen und jemand kann uns helfen, gerade habe ich Angst
Danke euch für die Hilfe und die tolle Arbeit die ihr hier leistet!!
7erendipity mit F.