Ich bin schon ein paar Schritte weiter als du

Ich liste mal unser Spielzeug auf. Es wird wahrscheinlich viel klingen, aber es ist sehr wenig.
Ein paar Puzzle mit 49 Teilen (die werden aber seit Weihnachten irgendwie nicht mehr gemacht, hab aber schon viele weggegeben)
Zwei Kisten Duplo, eine davon im Keller
ein paar Schleichtiere
Bälle
eine dreiteilige Holzeisenbahn (eigentlich für Einjährige, aber beide Kinder spielen damit)
ein Löwe zum hinterher ziehen
Woodys
eine Plastikküche im Sandkasten
vielleicht 20 Bücher (Ich hätte gerne mehr Bücher, aber mein Mann meint, dass die Kinder eh gerne immer die gleichen lesen.)
Ich glaube, das war es. Natürlich haben wir an sich viel mehr Spielzeug: Löffel, Maßband, Schüsseln, Rucksäcke, Medaillen, Kochlöffel, Rührbesen, Fahrzeuge, Sprossenwand, Sofa, Couchtisch, Fensterbrett, Trampolin, Sand. Aber das ist ja kein "richtiges" Spielzeug. Unsere Kinder spielen halt auch sehr viel mit "Nichtspielzeug". Eher klettern und turnen sie rum, sie jagen sich im Kreis und sowas. Seit nicht mehr so viel rumliegt, fühlt es sich besser an. Wir müssen nicht mehr ständig aufräumen, das hat immer genervt. Mein Mann ist da manchmal sehr auf dem Trip, dass "man" doch Spielzeug hat und "man" gibt keine neuen, teuren Sachen weg. Aber ich finde, wenn die Schwiegermutter dem Einjährigen Kind zum Geburtstag ein 200teiliges Kaufmannsladenset schenkt und mich das nervt, dann darf ich das entsorgen. Ich bin ja kein Mülleimer. Meinetwegen dürfen andere Leute sich mit mehr Materiellem besser fühlen, bei mir ist es andersrum. Bei meinem Mann im Prinzip auch, er merkt das immer im Urlaub. Wir waren mal im Wohnwagen zwei Wochen unterwegs. Das war super, da hatten wir wenig dabei und alles hatte seinen Platz. So war alles auch schnell aufgeräumt. Oder jetzt vor zwei Wochen waren wir in Italien in einer Ferienwohnung. Alles, was wir dabei hatten an Spielzeug war ein Ball, eine Gießkanne, eine Schaufel und ein Förmchen. Die Schaufel und das Förmchen haben wir nur am Meer benutzt (wo wir gar nicht so oft waren). Die Kinder haben lieber Steine in Flaschen sortiert oder sind auf der Mauer balanciert. Die Frau von meinem Vater hat mal gesagt "Spielzeug braucht man doch eigentlich nur, wenn man sich nicht mit den Kindern beschäftigen will.". Im Ansatz hat sie recht. Ich finde, seit die Kinder weniger Spielzeug haben, muss ich sogar eher weniger beschäftigen (okay, sie sind ja auch älter geworden, in dem Alter machen wenige Wochen oder Monate ja sehr viel aus). Ich muss nur häufiger mal im Streit schlichten unterstützen.
Ich finde so wenig Spielzeug sehr gut. Mein Sohn hat in drei Wochen Geburtstag und ich sehe jetzt schon, dass ich wahrscheinlich viel Spielzeug wieder weggeben muss. Ich werde es eine zeitlang da lassen und die Kinder damit spielen lassen. Aber wenn es viel rumfliegt und mich nervt, kommt es weg. Ich habe allen die Wunschliste von meinem Sohn gegeben. Er hat sich viele Sachen explizit gewünscht und einiges schon über Monate (und wiederholt es immer wieder). Ich bin gespannt, ob er von irgendjemandem was von den Sachen kriegt, die er sich wünscht. Sie sind halt ziemlich außergewöhnlich: Pinke Gießkanne, Lila Strümpfe mit Monstergesicht oder Augen drauf, lila Ring mit Glitzer (den bekommt er von uns), Raupe Nummersatt als Buch, Lila Blumen zum Einpflanzen, Zahlenschloss für das Fahrrad. Dazu hab ich noch Geschenke gesammelt, bei denen ich denke, dass er sich freuen würde (Kindersitz für seinen Affen - er hat nämlich schon öfter bemängelt, dass sein Fahrrad keinen Kindersitz hat), Gartenhandschuhe (hat er auch schon oft gewollt).
Ich bin gespannt, wie andere damit umgehen.