Doch lieber Zucker?

Was kommt nach dem Vollstillen?

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Marienverkäf
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Doch lieber Zucker?

Beitrag von Marienverkäf »

Liebe Forum-Gemeinde,

das ist die erste von vermutlich UNZÄHLIGEN Fragen, die ich hier stellen werde :wink: .

Meine Tochter ist aktuell 5 1/2 Monate alt und wird noch voll gestillt. Später (wenn sie bereit dazu ist), wollen wir mit BLW beginnen.

Mir ist klar, dass gesüßte Speisen eigentlich nicht auf den Ernährungsplan eines Babys gehören.

Nun ist es ja aber so, dass wir z.B. Tomatensauce oder Salatdressing (was ja keine Süßspeisen im ursprünglichen Sinn sind) mit Süße versehen beim Herstellen/Kochen. Momentan nehme ich dafür Agavendicksaft oder Honig. Honig und Ahornsirup sollen Kinder unter einem Jahr ja (auch nicht erhitzt) bekommen, wie sieht es mit Agavendicksaft aus? Ist der aus den gleichen Gründen wie Honig/Ahornsirup zu vermeiden?
Soll ich beim Kochen und Dressingherstellen dann doch lieber Zucker verwenden, damit unsere Tochter (wie gewünscht) früher oder später auch von unseren Tellern "zugreifen" darf?!?

(Ich habe gerade das BLW-Buch von Gill Rapley begonnen, falls diese Frage dort beantwortet werden sollte, dann bin ich offensichtlich noch nicht auf der entsprechenden Seite angekommen :wink: .)
Viele liebe Grüße
von
Katrin mit Tochter (*12.01.2016)
Milima
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Re: Doch lieber Zucker?

Beitrag von Milima »

Zu der agavenfrage kann ich nichts beitragen. Aber ich finde gerade bei den genannten beispielen kann man auch einfach auf die süße verzichten bis das kind eins oder so ist. Ich verzichte da eigentlich immer drauf, finde es schmeckt genau so gut. Im kuchen oder so ist Zucker natürlich notwendig, aber im dressing oder in der sauce würde ich einfach drauf verzichten solange das kind noch so klein ist.
Elena
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Re: Doch lieber Zucker?

Beitrag von Elena »

Bei der Tomatensoße würde ich auch einfach auf das Süßen verzichten (tue ich ohnehin), und beim Dressing würde ich süßen wie bisher, denn bis das Kind Salatdressing zu sich nimmt, ist es schon alt genug für Honig, würde ich sagen. Überhaupt essen die meisten Kinder in den ersten Beikost-Monaten nicht viel und nicht immer genau das, was die Eltern essen - insbesondere bei Fingerfood und Soße ist das einfach eine große Sauerei. Da gestaltet man das Angebot meist schon aus Selbstschutz eher in Richtung "trockene Nudeln". :oops: Salat mit oder ohne Dressing ist ohnehin kein besonders geeignetes Babyessen, deshalb würde ich das zubereiten wie bisher.
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Marienverkäf
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Re: Doch lieber Zucker?

Beitrag von Marienverkäf »

Lieben Dank schon mal für die Antworten.

Ich hatte das so verstanden, dass BLW eigentlich so gedacht ist, dass man keinen großartigen Zauber ums Essen macht und die Kinder größtenteils eben genau das auch essen bzw. wenigstens probieren dürfen, was der Rest der Familie auch auf den Tellern hat. Es geht ja anfangs nicht primär um die kalorien- und nährstoffreiche Ernährung (dafür gibt es ja weiterhin Muttermilch "nach Bedarf"), sondern um das Kennenlernen der unterschiedlichsten Lebensmittel, die Handhabung, die Teilnahme am Familienessen usw. usw. (dass das dann Sauerei macht, damit werde ich leben können). Insofern dachte ich eigentlich schon, dass sie nicht nur "trockene Nudeln" (zumal es bei uns selten Nudeln gibt, da ich die nicht mag) bekommt, sondern eben das, was wir auch essen.
Okay, bei Dressings oder scharfen Saucen kann man es ja so machen, dass man die mit auf den Tisch stellt und sich die Erwachsenen davon dann selbst nehmen und auf den Teller tun. Aber eigentlich hatte ich schon vor, die Gerichte eigentlich so zuzubereiten, dass meine Tochter theoretisch auch das Essen kann, was sie sich z.B. von meinem Teller greift.

Vielleicht kann mir ja doch noch jemand meine Agavendicksaftfrage beantworten, sonst nehme ich vorsichtshalber eben solange Zucker (ich mag weder Tomatensauce noch Dressing (mein Vinaigretterezept) ganz ohne Süße).
Viele liebe Grüße
von
Katrin mit Tochter (*12.01.2016)
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bienchencarolinchen
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Re: Doch lieber Zucker?

Beitrag von bienchencarolinchen »

Du kannst ja auch einfach ein bisschen was von der Sauce für Dein Kind abnehmen und erst nachher süßen. So habe ich auch mit Salz und scharfen Sachen gemacht. Hat den Vorteil, dass es auch schon ein bisschen abkühlen kann, bevor dann alle gemeinsam essen.
Ich bin auf der Suche nach mir selbst. Sollte ich früher als erwartet zurück sein, bitte sagt mir, ich soll auf mich warten!
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Re: Doch lieber Zucker?

Beitrag von Caitrionagh »

Naja, die Babys sollen schon bei den Eltern mitessen, aber in dem Rahmen, in dem sie es können und dürfen. Salatblätter können die meisten Kinder, wie ich das mitbekommen habe hier, erst mit den Backenzähnen ordentlich essen. Manche haben mit Lebensmitteln Probleme (würgen, verschlucken), die andere völlig problemlos essen können. Vieles ist am Anfang auch tabu, weil es Salz enthält.

Gerade Salz macht es schwierig, es sei denn, du ernährst dich sehr salzarm. Ich salze später meinen Teil nach, das bedeutet aber auch, dass essen von meinem Teller nur ausnahmsweise geht.

Schau doch mal im BLW-Fingerfood-Austausch-Thread vorbei, da gibt es viele Anregungen :D

Zum Agavendicksaft: bei Wikipedia steht nur etwas von Honig und Ahornsirup, sowie Maisstärkesirup, der einmalig in den achtziger Jahren bei sehr wenigen Produkten Sporen enthielt, später nicht mehr.
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bienchencarolinchen
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Re: Doch lieber Zucker?

Beitrag von bienchencarolinchen »

Sorry, vergessen:
Zum Agavendicksaft kann ich nix sagen, glaube aber zu wissen, dass der ok ist. (Bitte korrigiert mich, wenn ich da falsch liege)
Von Zucker kann ich dir aus persönlicher Erfahrung nur dringend abraten, wir hatten mit knapp über zwei Jahren eine Zahnsanierung in Vollnarkose. Nicht zuletzt, weil ich es mit dem Zucker und dem Zähneputzen nicht immer so genau nahm...
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Re: Doch lieber Zucker?

Beitrag von sternchen84 »

Naja, aber dein Kind soll ja auch noch nicht allzu stark gewürzt essen und von Salz mal ganz zu schweigen. Es dürfte ja auch kein Problem sein (so habe ich das immer gemacht), dass du vorher etwas ungewürzte Soße rausnimmst und für euch Erwachsene dann nachwürzt. Salatdressing würde ich einem Kind in dem Alter noch nicht anbieten.
Ich verstehe auch nicht, warum ein Kind mit 5 1/2 Monaten schon Zucker im Essen haben muss, dass kommt doch noch früh genug, wo die Kinder nach süßem verlangen.
Rechtschreibfehler dürfen aufs iPad geschoben werden;-)


Liebe Grüße
Jessi mit der Mausi (02/2008), dem Bärchen(10/2011), dem Käferchen (08/2019)an der Hand und unser geliebtes Sternenkind (01/2011) fest im Herzen
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Re: Doch lieber Zucker?

Beitrag von rrt »

Ich hatte das so verstanden, dass BLW eigentlich so gedacht ist, dass man keinen großartigen Zauber ums Essen macht und die Kinder größtenteils eben genau das auch essen bzw. wenigstens probieren dürfen, was der Rest der Familie auch auf den Tellern hat. Es geht ja anfangs nicht primär um die kalorien- und nährstoffreiche Ernährung (dafür gibt es ja weiterhin Muttermilch "nach Bedarf"), sondern um das Kennenlernen der unterschiedlichsten Lebensmittel, die Handhabung, die Teilnahme am Familienessen usw. usw. (dass das dann Sauerei macht, damit werde ich leben können). Insofern dachte ich eigentlich schon, dass sie nicht nur "trockene Nudeln" (zumal es bei uns selten Nudeln gibt, da ich die nicht mag) bekommt, sondern eben das, was wir auch essen. 
So wie Du schreibst haben wir es auch gemachtt. Nur bei Salz waren wir vorsichtig und haben dann auf dem Teller nachgesalzen. Je nach Kind müssen Gewürze kein Problem darstellen.
Wieviel Zucker tust Du denn ins Dessing oder in die Tomatensauce?
Ich würde mir die Verhältnismäßigkeit anschauen und wie oft ihr und auch das Baby diese Speisen esst.
Speziell bei Salat ist es ja wenn das Kind größere Mengen essen sollte, es möglich dann eine Portion ohne Dressing zu machen.
Elena
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Re: Doch lieber Zucker?

Beitrag von Elena »

Marienverkäf hat geschrieben:Lieben Dank schon mal für die Antworten.

Ich hatte das so verstanden, dass BLW eigentlich so gedacht ist, dass man keinen großartigen Zauber ums Essen macht und die Kinder größtenteils eben genau das auch essen bzw. wenigstens probieren dürfen, was der Rest der Familie auch auf den Tellern hat.
ÜBersetzt heißt BLW eigentlich nur, dass die Babys sich in ihrem eigenen Tempo abstillen bzw. vom Vollstillen zur Beikost übergehen. Wenn man das so wörtlich nimmt, kann man auch mit Brei BLW machen. Und andererseits heißt Fingferfood auch nicht, dass die Babys einfach am Familientisch alles mitessen. Da ist manches zu scharf, zu salzig, zu heiß, kann nicht gebissen werden etc. Nicht nur die Sauerei ist da Problem, sondern auch die Frage, ob das kleine Kind überhaupt technisch in der Lage ist, das zu essen. Gerade Salatblätter gehen erst relativ spät, weil sie unzerkaut geschluckt werden und dann zu Würgen führen. Harte Brotrinde ist ein Problem, Vollkorn wird anfangs auch nicht gut vertragen etc.

Und naja - beiom ersten Kind haben wir auch erstmal alles probieren lassen, aber wenn man 1-2mal Spaghetti mit Tomatensoße oder Reis mit Soße in der Wohnküche verteilt hatte, ist das auch Erfahrung genug und die Kinder bekommen erstmal die Nudeln trocken und die Soße zwischendurch mal auf einem Löffel oder so. Ich bin relativ tolerant, was Sauereien angeht. Aber insgesamt erschließt sich mir nicht, warum ich mein motorisch noch nicht sehr weit entwickelten Baby/Kleinkind unbedingt Sachen essen lassen muss, die definitiv für das Essen mit Messer und Gabel gemacht wurden. Ich würde ja auch einer 2jährigen das Fleisch kleinschneiden, damit sie es selbst aufgabeln kann. Ähnlich würde ich einem Baby das Familienessen etwas modifizieren, damit es leichter geht. Das heißt nicht, das man separat fürs Kind kocht, und das Familienerlebnis ist trotzdem da. Aber da findet jeder seinen Weg.

Zum Agavendicksaft habe ich keine sichere Quelle, aber wenn du mal googelst nach "Agavendicksaft Botulismus", dann findest du eigentlich durchweg die Meinung, dass das für Babys kein Problem ist.
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