Wenn das Dorf fehlt ...
- Sarasu
- Profi-SuTler
- Beiträge: 3539
- Registriert: 23.02.2013, 17:53
Wenn das Dorf fehlt ...
Ich habe grade diesen sehr interessanten Artikel gelesen:
http://revolutionfromhome.com/2016/04/a ... -struggle/
Habt ihr Strategien gefunden, mit dem fehlenden "Dorf" umzugehen? Fehlt es euch überhaupt? Was muss und kann sich ändern?
http://revolutionfromhome.com/2016/04/a ... -struggle/
Habt ihr Strategien gefunden, mit dem fehlenden "Dorf" umzugehen? Fehlt es euch überhaupt? Was muss und kann sich ändern?
-
jente
- alter SuT-Hase
- Beiträge: 2257
- Registriert: 27.07.2013, 19:07
Re: Wenn das Dorf fehlt ...
Ich bin eigentlich ganz froh, dass ich mir "unser Dorf" selbst zusammensuchen kann und muss. Ansonsten müsste ich die Kraft nämlich vielleicht drauf verwenden, gegen Abstillen/Nuckel/frühe Anstattkost usw zu diskutieren und dagegen, dass die Masse Recht hat und die Einzelne Unrecht, auch wenn es die Mutter ist. Und das fände ich viel zehrender.
jente mit K1 (2013) und K2 (2016)
"There are times in life when people must know when not to let go. Balloons are designed to teach small children this."
Terry Pratchett
"There are times in life when people must know when not to let go. Balloons are designed to teach small children this."
Terry Pratchett
- Giraeffchen
- Moderatoren-Team
- Beiträge: 5639
- Registriert: 10.01.2011, 15:31
Re: Wenn das Dorf fehlt ...
Jente, genau meine Gedanken. 
- Sarasu
- Profi-SuTler
- Beiträge: 3539
- Registriert: 23.02.2013, 17:53
Re: Wenn das Dorf fehlt ...
Aber es geht ja nicht nur um die Kleinkindzeit, sondern auch um Pflege von älteren Menschen oder dass es eben Kindergruppen gibt die zusammen und selbstorganisiert draußen rumstreifen.
-
Elena
- Miss SuTiversum
- Beiträge: 14177
- Registriert: 05.08.2009, 17:08
Re: Wenn das Dorf fehlt ...
So ein bisschen Dorf haben wir hier schon, aber viel zu wenig. Ich habe so ein paar Ansätze: Ich finde es enorm wichtig, angebotene Hilfe anzunehmen und selbst aktiv anzubieten. Ich finde, viel zu viele Familien versuchen, alleine klarzukommen, mit professionell organisierter Unterstützung (Putzfrau, Kinderbetreuung etc.). Beispiel Ferienbetreuung in der Schule: Das ist nicht schlecht, aber es wäre doch auch eine Möglichkeit, wenn sich mehrere Familien zusammentäten und einfach reihum mehrere Kinder hüten/bekochen könnten. Meine Große (1. Klasse) hat zwei beste Freundinnen, mit deren Familien wir uns auch sehr gut verstehen. Die eine Freundin ist einmal in der Woche regelmäßig bei uns, weil da die Nachmittagsbetreuung fehlt. SUPER für alle Beteiligten! Die andere Freundin nehmen wir regelmäßig mit zum Chor - Zusatzaufwand vernachlässigbar, aber der Spaßfaktor für die Kinder ist ENORM. Dafür nimm die Mutter meine Große schon mal mit zum Schwimmkurs etc. Ich fühle gerade bei diesen Familien und einer Familie in der Nachbarschaft vor, ob wir in den Sommerferien nicht eine Ferienbetreuung untereinander organisieren wollen, zumindest für eine Woche. Wobei ich da unter "Betreuung" vor allem einen großen Topf Nudeln mittags verstehe und vielleicht ein kleines Kreativprojekt. Mal sehen.
Hier gehts zu meinen Bewertungen:
viewtopic.php?f=352&t=216642
viewtopic.php?f=352&t=216642
-
suri
- alter SuT-Hase
- Beiträge: 2033
- Registriert: 25.06.2010, 22:09
Re: Wenn das Dorf fehlt ...
Wir haben eine Nachbarschaft, in der ganz viel davon funktioniert. Allerdings genieße ich auch die Distanz, die trotz allem bleibt.
Mein Mann ist in den 70/80ern in so einer typischen dörflichen Struktur aufgewachsen und meint immer, dass das viel zu sehr idealisiert und verklärt wurde. Jeder habe viel zu viel vom anderen gewusst, was zu vielen Spannungen geführt habe.
Mein Mann ist in den 70/80ern in so einer typischen dörflichen Struktur aufgewachsen und meint immer, dass das viel zu sehr idealisiert und verklärt wurde. Jeder habe viel zu viel vom anderen gewusst, was zu vielen Spannungen geführt habe.
Ritter '07, Drachenbezwinger '09, Prinzessin '13
- Minchen
- Dipl.-SuT
- Beiträge: 4677
- Registriert: 18.11.2008, 09:09
Re: Wenn das Dorf fehlt ...
Ich habe das in Waldorfkindergarten und -Schule gefunden. Natürlich sind nicht alle an dieser Nahe interessiert. Aber es gibt viele Gleichgesinnte, bei denen ich weiß, ich könnte jederzeit um Hilfe bitten. Andersherum nehme auch ich oft Kinder früher mit nach Hause oder hab sie in den Ferien hier, da ich von daheim arbeite und das geht. Die Kinder einer frisch getrennten Freundin waren und sind auch oft bei uns.
Lange Rede: hätte ich das nicht, es wurde mir arg fehlen, ich habe daran schon so oft gedacht, gerade weil ich mit meinen Kindern oftmals alleine bin, da mein Mann arbeitet und die Großeltern nicht ständig verfügbar sind.
Lange Rede: hätte ich das nicht, es wurde mir arg fehlen, ich habe daran schon so oft gedacht, gerade weil ich mit meinen Kindern oftmals alleine bin, da mein Mann arbeitet und die Großeltern nicht ständig verfügbar sind.
"Tanze mit Deinem Baby im Mondschein, wenn es die Nacht zum Tag macht, singe fröhliche Lieder mit Deinen Kindern im Regen, mache Kissenschlachten, matsche mit ihnen im Schlamm und springe in Pfützen, macht ein Picknick UNTERM Tisch - vergiss nie: in 20 Jahren wirst Du sagen, es war die schönste Zeit Deines Lebens!"
von Minchen mit Frühling (2008), Sommer (2009), Herbst (2013) und Winter (2011)
von Minchen mit Frühling (2008), Sommer (2009), Herbst (2013) und Winter (2011)
- Binelein
- ist mit Leidenschaft dabei
- Beiträge: 965
- Registriert: 26.09.2008, 22:02
- Wohnort: Mfr
Re: Wenn das Dorf fehlt ...
Wir haben hier eine ganz gute Nachbarschaft. Im Urlaub wird der garten gegossen, Mülleimer rausgestellt.
Bei bedarf wird auf die Kinder aufgepasst.
Aber dennoch lebt jeder sein Leben und macht sein Ding. Und: man ist zu nichts verpflichtet. Ich nehme gerne andere Kinder mit in den kiga, mit nach Hause, mit zu uns.
Aber: ich möchte keine Pflicht haben, sondern immer die Möglichkeit, etwas abzulehnen, weil es gerade nicht passt, wir etwas Vorhaben.
Ein Dorfleben, in dem jeder meint, er müsse die Kinder mit erziehen, sich einmischen, alles mitbekommen wäre die Hölle für mich.
Ich brauche auch viel Zeit für mich alleine, mit den Kindern, Mann, ohne dass andere Leute dabei sind.
Sent from my iPhone using Tapatalk
Bei bedarf wird auf die Kinder aufgepasst.
Aber dennoch lebt jeder sein Leben und macht sein Ding. Und: man ist zu nichts verpflichtet. Ich nehme gerne andere Kinder mit in den kiga, mit nach Hause, mit zu uns.
Aber: ich möchte keine Pflicht haben, sondern immer die Möglichkeit, etwas abzulehnen, weil es gerade nicht passt, wir etwas Vorhaben.
Ein Dorfleben, in dem jeder meint, er müsse die Kinder mit erziehen, sich einmischen, alles mitbekommen wäre die Hölle für mich.
Ich brauche auch viel Zeit für mich alleine, mit den Kindern, Mann, ohne dass andere Leute dabei sind.
Sent from my iPhone using Tapatalk
Großer Junge (12/07) und kleines Mädchen (6/2011)
-
feuerdrache
- Prof. Dr. SuT
- Beiträge: 7762
- Registriert: 08.07.2010, 14:11
- Wohnort: Österreich
Re: Wenn das Dorf fehlt ...
Ich lebe ja in einem Dorf, und manches ist hier schon anders als in der Stadt.
Wenn meine beiden großen Kinder unterwegs sind und Mist oder Gefährliches machen, und jemand sieht es, dann schreiten die Meisten schon ein und verhindern schlimmeres.
Würde ich aber meinen 6 jährigen und die 2,5 jährige unbeaufsichtigt und ständig rumziehen lassen, dann würde ich schon Druck von allen Seiten bekommen und Unverständniss. Auf kleine Kinder passt man halt auf in einem Bauerndorf, es ist viel zu gefährlich sie ziehen zu lassen.
Aber- die Erziehung liegt bei mir, und auch in Sachen Stoffwindeln, Stillen und Tragen gibts zwar mal Unverständniss, aber es ist meine Sache wie ich es mache und damit Schluss. Da redet mir auch niemand drein.
Was in den Kinderhorden so los ist- ich glaube es wird verklärt. Kämpfe mit Stöcken, Raufereien, Reibereien und Mobbing. Das ist da los. "Mit dir spiel ich nicht weil mein PApa sagt, dass----" oder "ihr seits alle blöd, weil schon dein Opa...."
Danke darauf kann ich verzichten.
Und es gibt viel zu viele die die Kinder dann einfach machen lassen, so nach dem Motto, die sollen es sich selbst regeln, aber nur solange mein eigenes Kind nicht dabei draufzahlt, denn was mit den anderen Kindern ist, ist mir egal.
Bzw auch erlebt, dass sich dann alle anderen um das Kind umschauen müssen, weil die Mutter meint Computerspiele spielen zu müssen. Stundenlang, jeden Tag. Kindesvernachlässigung vom Feinsten. Und "das Dorf" dann als Argument nimmt, dass das doch eh alles geht. weil sich ja die anderne kümmern müssen.
Verklärt das Dorf nicht zu sehr, denn die Kinderwelt war und ist hier nicht so heil wie ihr das gerne sehen würdet. Klar, anders als in der Stadt. Aber auch anders als in der Vorstellung
Wenn meine beiden großen Kinder unterwegs sind und Mist oder Gefährliches machen, und jemand sieht es, dann schreiten die Meisten schon ein und verhindern schlimmeres.
Würde ich aber meinen 6 jährigen und die 2,5 jährige unbeaufsichtigt und ständig rumziehen lassen, dann würde ich schon Druck von allen Seiten bekommen und Unverständniss. Auf kleine Kinder passt man halt auf in einem Bauerndorf, es ist viel zu gefährlich sie ziehen zu lassen.
Aber- die Erziehung liegt bei mir, und auch in Sachen Stoffwindeln, Stillen und Tragen gibts zwar mal Unverständniss, aber es ist meine Sache wie ich es mache und damit Schluss. Da redet mir auch niemand drein.
Was in den Kinderhorden so los ist- ich glaube es wird verklärt. Kämpfe mit Stöcken, Raufereien, Reibereien und Mobbing. Das ist da los. "Mit dir spiel ich nicht weil mein PApa sagt, dass----" oder "ihr seits alle blöd, weil schon dein Opa...."
Danke darauf kann ich verzichten.
Und es gibt viel zu viele die die Kinder dann einfach machen lassen, so nach dem Motto, die sollen es sich selbst regeln, aber nur solange mein eigenes Kind nicht dabei draufzahlt, denn was mit den anderen Kindern ist, ist mir egal.
Bzw auch erlebt, dass sich dann alle anderen um das Kind umschauen müssen, weil die Mutter meint Computerspiele spielen zu müssen. Stundenlang, jeden Tag. Kindesvernachlässigung vom Feinsten. Und "das Dorf" dann als Argument nimmt, dass das doch eh alles geht. weil sich ja die anderne kümmern müssen.
Verklärt das Dorf nicht zu sehr, denn die Kinderwelt war und ist hier nicht so heil wie ihr das gerne sehen würdet. Klar, anders als in der Stadt. Aber auch anders als in der Vorstellung



