(Ein-)Schlaf"probleme" immer bei AP-betreuten Kindern?

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

samoe
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(Ein-)Schlaf"probleme" immer bei AP-betreuten Kindern?

Beitrag von samoe »

Hallo,

ich muss mal was in die Runde fragen.

Nachdem mein erster Sohn das erste Jahr nachts katastrophal geschlafen hat (aller 30-90 Minuten wach) und auch tagsüber manchmal ein schwieriger "Schlafkumpel" war, im zweiten/dritten Lebensjahr es sich zwar der Nachtschlaf besserte, dafür das Einschlafen immer schwieriger und langwieriger wurde, bin ich etwas "gezeichnet. Aber, seit er knapp 3 Jahre alt ist, schläft er vollkommen problemlos alleine, in seinem Zimmer ein und durch (vorher FB). Er geht auch gern zu Bett und da gibt es nie Geschrei o.ä. Auch wurde er viel getragen, laaange gestillt (2,75 Jahre), nie schreien gelassen, etc.

Der Kleine schläft tagsüber ziemlich problemlos (meist im KiWa seit er 4 Monate alt ist, erste 3 Monate ausschließlich getragen) und auch nachts schläft er bei weitem nicht soooo schlecht wie sein großer Bruder...ABER zur Zeit ist das Einschlafen mal wieder nervenaufreibend. Er lernt laufen und bekommt 4 Zähne und würde stundenlang abends nuckeln, wenn ich aufstehe, weckt er auf. Meine Lösung momentan: In die Trage auf den Rücken, schlafend ablegen, nochmal (max. 30 Minuten) stillen, falls er dabei aufweckt. Die 30 Minuten setz ich mir gerade selbst, weil ich sonst verrückt werde und immer wütender und das geht nicht...klappt jetzt seit 2 Tagen. Nagut, jedenfalls wird er tagsüber schon recht oft (wach) getragen, schläft im FB, wird noch relativ viel (im Gegensatz zu gleichaltrigen Babys aus der Umgebung) gestillt...

Soweit so gut...alle anderen Babys aus der Umgebung schlafen allein bzw. im Bett ein. Ein Kind (mittlerweile ca. 1,5 Jahre) geht fast seit Geburt exakt 19 Uhr zu Bett und schläft (natürlich) allein ein. Was ich mich frage, ist es unweigerlich so, dass "Attechment Parenting-Kinder" solche Schlafkrisen haben oder keine Ahnung. Übergehen die anderen Eltern dann einfach immer die Signal und lassen die Kinder dann "meckern" oder wie? Ich stelle gerade wieder fest, dass der zweite wie der erste "Probleme" beim Einschlafen hat. Ich bin ja eigentlich längst über den Punkt drüber weg, dass es eben gerade so ist und auch wieder anders wird, aber momentan bin ich davon so abgespult und frage mich dann, wie lösen denn das die Mamas/Papas, die eben unbedingt wollen, dass die Kinder allein im eigenen Bett einschlafen bei solchen Phasen und Babys haben doch ständig irgendwelche Phasen... :?

Habt ihr mit allen Kindern immer mal wieder solche Einschlafsorgen gehabt und liegt es einfach am Kind oder gibt es AP-Eltern, deren Kinder immer allein (evtl.) im eigenen Bett eingeschlafen sind oder widerspricht das sowieso irgendwie der AP-Verhaltensweise?! Versteht ihr mich...soryy, bin etwas wirr.

Danke. LG, samoe
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Sarasu
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Re: (Ein-)Schlaf"probleme" immer bei AP-betreuten Kindern?

Beitrag von Sarasu »

Ich glaube ja die lügen alle. ;)

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julimama
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Re: (Ein-)Schlaf"probleme" immer bei AP-betreuten Kindern?

Beitrag von julimama »

Sarasu hat geschrieben:Ich glaube ja die lügen alle. ;)

Sohn L. 7/10 und Tochter E. 8/14
Zumindest reden es viele schöner als es tatsächlich ist ;-)
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Re: (Ein-)Schlaf"probleme" immer bei AP-betreuten Kindern?

Beitrag von jessy80 »

Das glaube ich nämlich auch.
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Giraeffchen
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Re: (Ein-)Schlaf"probleme" immer bei AP-betreuten Kindern?

Beitrag von Giraeffchen »

Ich denke, erst einmal gibt es solche und solche Kinder. Die, die wirklich recht problemlos, gut und ohne weitere große Interventionen einschlafen (und manchmal auch durch).
Das ist nicht die überwiegende Mehrzahl, aber es gibt sie. Mein Großer schlief nach einem katastrophalen ersten Jahr schlagartig durch, nachdem seine Blockaden an der HWS gelöst waren und das ohne großes Tammtamm.
Wahrscheinlich ist es aber die Mehrzahl der Kinder, die, wenn sie frei entscheiden dürfte, sich für Einschlafbegleitung und nicht- alleine- sein- wollen entscheiden würde. Weil es nicht immer leicht ist, abends loszulassen, den Tag zu verarbeiten, in den Schlaf zu finden. Weil es schöner ist, dabei nicht alleine zu sein. Und das so lange, wie sie es eben in ihrem individuellen Entwicklungstempo brauchen.

Dass es dennoch eine Vielzahl von Kindern gibt, die alleine ein- und durchschlafen hat dann wiederum verschiedene Gründe.

Ihre Eltern verlangen es schlicht von ihnen und ferbern sie mehr oder weniger hartnäckig in den Schlaf, bis es gut von alleine klappt. Dabei ist oft der Druck von außen stark, weil oft suggeriert, wird, dass es irgendwie unnormal sei, wenn die Kinder das nicht können oder sie verzogen würden durch das elterliche Verhalten.
Im Endeffekt schlafen so viele Kinder recht schnell *problemlos* ein und durch, ohne das weiter beleuchtet wird, was der Weg dahin mit ihnen gemacht hat.

Die Kinder schlafen in anderen Zimmern als ihre Eltern, die durch die fehlende Nähe oft schlicht nicht hören, wenn das Kind wach ist und denken, es habe durchgeschlafen.

Und dann nuss man bedenken, dass es Themen gibt, bei denen viel über- oder untertrieben wird und es mit der Offenheit nicht allzuweit her ist. Stillen, Schlafen, zufüttern, trocken werden... die Liste an Themen ist lang, bei denen man sich in die Nesseln setzen kann, wenn man ehrlich antwortet. Wer darauf, aus welchen Gründen auch immer, keine Lust hat, der antwortet da unter Umständen eben nicht offen. Aus Scham, Angst, Diskussionsmüdigkeit, Überforderung...

Problematisch ist immer das, was ich selber als solches empfinde.
Ich bin sicher, dass es Menschen gibt, die das Schlafverhalten meiner Kinder als problematisch ansehen würden.
Der Kleine wacht nachts manchmal auf und mag stillen. Oft schläft er auch durch. Aber er schläft immer in unserem Schlafzimmer ein und hat das noch nie ohne Begleitung getan.
Meine Nachbarin ist regelmäßig fassungslos darüber.
Ich selber empfinde das Verhalten meiner Kinder aber als normal, als altersangemessen, wenn, siehe oben, man berücksichtigt, was ihre eigenen Bedürfnisse sind. Und das macht mich immun gegen solche Aussagen, obwohl ich generell gerne mal dazu neige, ganz kritisch zu hinterfragen, ob der 'Fehler' nicht doch bei mir liegen könnte.

Gerade (auch) beim Thema schlafen hat man die Kinder systematisch den Bedürfnissen der Erwachsenen angepasst.
Weil es mir gut damit geht, die Bedürfnisse aller Familienmitglieder gleichermaßen wichtig zu nehmen, machen wir das als Familie also so.

Das finden viele Menschen recht befremdlich, aber Lust zum Diskutieren haben sie irgendwann auch nicht mehr. Was mich freut. Denn ich diskutiere zwar gerne, aber ungern aus einer Verteidigungshaltung heraus, in die mein Gegenüber mich gerne drängen würde, weil 'sein' Weg ja mainstream und damit einzig richtig ist.
Und dann denke ich, dass es nicht wenige Menschen sind, die sich ihren Weg 'schönreden', weil sie innerlich ahnen oder gar wissen, dass es eigentlich gar nicht dass ist, was sie für sich und ihre Familie wollten. Aber es ist eben auch schwer, sich gegen gesellschaftliche Maßstäbe zu stellen.
Liebe Grüße, GiraeffchenBild mit dem großen Knopf und dem Herbstwichtel


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"Es ist gefährlich,
zu lange zu schweigen.
Die Zunge verwelkt,
wenn man sie nicht gebraucht."

(Astrid Lindgren)
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Re: (Ein-)Schlaf"probleme" immer bei AP-betreuten Kindern?

Beitrag von luna24 »

Wir hatten nie nennenswerte Schlafprobleme - ob mein Sohn jemals alleine im eigenen Bett eingeschlafen wäre, weiß ich nicht, wir haben es nämlich nie ausprobiert und er ist jetzt 6.

Dass Schlafprobleme primär was mit AP zu tun haben, halte ich doch für SEHR unwahrscheinlich. Dann würden sich Schlafratgeber wie JKKSL und Co. nicht so gut verkaufen und Schlafen wäre nicht das Dauerthema unter Müttern.
Lösche Benutzer 14297

Re: (Ein-)Schlaf"probleme" immer bei AP-betreuten Kindern?

Beitrag von Lösche Benutzer 14297 »

luna24 hat geschrieben:Wir hatten nie nennenswerte Schlafprobleme - ob mein Sohn jemals alleine im eigenen Bett eingeschlafen wäre, weiß ich nicht, wir haben es nämlich nie ausprobiert und er ist jetzt 6.

Dass Schlafprobleme primär was mit AP zu tun haben, halte ich doch für SEHR unwahrscheinlich. Dann würden sich Schlafratgeber wie JKKSL und Co. nicht so gut verkaufen und Schlafen wäre nicht das Dauerthema unter Müttern.
Hier geselle ich mich dazu - ausser das unser Sohn erst 5 ist. Mit dem Durchschlafen hatten wir nie wirklich Probleme. Alleine im Bett einschlafen lassen haben wir ihn nie. Es war immer jemand dabei bis er eingeschlafen ist - bzw. ist es immer noch so. Teilweise hat es immer mal wieder recht lange gedauert bis er überhaupt einschläft - aber das war ne recht kurze Phase (auch wenn es mir hinterher eeeewig vorkam). Inzwischen ist es so, dass er Abends kommt und sagt: "Mama ich bin müde! Hilfst Du mir einschlafen?".
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Re: (Ein-)Schlaf"probleme" immer bei AP-betreuten Kindern?

Beitrag von LuxaRosenburg »

Ich hab gelernt, erstmal sehr gelassen nachzufragen - und dann kippt das Bild fast immer. Bei den ganz Kleinen kenne ich ausschließlich Flaschenkinder, die so ruhig schlafen, die haben allesamt einen Schnuller (meistens tag und nacht...), und bei soooo vielen erfährt man dann halt doch, dass es da "Trainingsphasen" gab...

Ich glaube einfach, dass Nähe und Unterstützung beim Schlafen, beim Beruhigen und bei anderen Dingen ein Grundbedürfnis von Kindern sind, und dass die bei vielen Alleinschlaf-Kindern übergangen wurden / werden. So lernen die Kinder gezwungenermaßen alternative Strategien. Im Ergebnis klingt das dann erstmal toll, aber für mich wäre es der falsche Weg.

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nido56
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Re: (Ein-)Schlaf"probleme" immer bei AP-betreuten Kindern?

Beitrag von nido56 »

Mein Sohn was zwischen 6 und 18 Monaten ein echter Schlechtschlaefer. Seitdem schlaeft er nach meinen Kriterien aber ziemlich gut. Er wird in seinem eigenen Zimmer, in das er mit 3.5 auf eigenen Wunsch umgezogen ist, beim Einschlafen begleitet, weil er das so moechte, und es mich nicht stoert. Er schlaeft oft durch, wacht aber auch manchmal so gegen 6:00 auf, ruft mich und will dann zu uns, wo er sofort weiterschlaeft.

Fuer manch andere waere das vielleicht schon ein Problem, weil er eben nicht allein einschlaeft. Aber fuer uns ist das OK.

Beim Einschlafen tut er sich tatsaechlich etwas schwer, zoegert es oft ewig raus, will eine Geschichte, ein Lied, noch eine Geschichte... zappelt rum... Er braucht einfach recht lange zum Runterkommen. Allerdings kann ich mich erinnern, dass ich das Problem als Kind auch hatte. Nur wurde ich halt dabei nicht begleitet und wusste, dass es Aerger gibt, wenn ich wieder aufstehe. Das war fuer mich ziemlich doof, aber meine Eltern sind tatsaechlich ueberzeugt, dass ich immer super geschlafen habe. Ich habe sie halt nicht gestoert.
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Re: (Ein-)Schlaf"probleme" immer bei AP-betreuten Kindern?

Beitrag von mamandy »

Ich denke das auf dass Lügen und schönreden hier eine riesen rolle spielen. Denn auch wenn es dem Gesammtgesellschaftlichen Bild, dass es ja dringend zu ändern gilt nicht gut tut:ich zu es auch. Ich diskutiere zwar ausgesprochen gern aber bei Kritik an meiner Familie bin ich mega empfindlich. Ich verheimliche nicht, dass ich noch stille, aber wenn die ärztin fragt, dann da ich nur noch frühs und Abends. Nee, das waschen von den Stoffwindeln stört mich echt gar nicht, vom frühen Töpfchentraining erzähl ich mit Sicherheit erst wenn der kleine trocken ist. Unser Schatz schläft bei uns im Schlafzimmer (im eigenen großen einzelbett neben unseren) und wenn mich jemand fragt, dann behaupte ich da schläft er ganz super und natürlich durch. Und ja er schläft natürlich in seinen nett. Ja nee. (tatsachlich haben wir letzte Woche Baby gegen erwachsenenbett getauscht, damit ich mal wieder richtig schlafen kann. Die Wochen davor lag ich irgendwann immer am fußende oder halb im babybett) Wollen die Leute die fragen denn eigentlich wirklich die Wahrheit hören? Aus Interesse an meinen kind? Nein! Warum also ihr weltbild erschüttern? Ich Weis doch, warum ich diese erziehungsmethode gewählt habe, ich bin mir sicher und muss das nicht mit jeden diskutieren. Sonst entsteht eben genau jener drück on außen, den giraeffchen beschreibt, der mich wieder besseren wissens zu doofen Methoden greifen lässt. Davor will ich meine Familie schützen. Mein Freund macht noch viele dieser Fehler. Er hat sich zum Beispiel einreden lassen, er dürfe den kleinen in seinen alter doch nicht mehr hochnehmen wenn er weint. Weist du wie das klappt? Gar nicht! Es macht nur mehr Arbeit für mich. Und er bekommt nie mit, was eigentlich das Problem ist. Geht es uns nicht genau darum? Übrigens gibt es bestimmt auch Eltern die in guten phasen einfach gerne mal glücklich prahlen. Von Geburt bis 5Monate hat unser Schatz 9stunden am Stuck geschlafen. Der reinste Elternluxus. War nur a nicht von dauer und b standen wir trotzdem unter Beschuss: Schwiegeropa fand es nämlich echt empörend, dass das Kind erst um 12 schläft. Kinder haben 19:00 im Bett zu liegen. Ja ja. Irgeneiner hat immer was zu meckern. Auf die frage:schläft er denn durch mit ja zu antworten ja noch einen anderen großen vorteil:es spart meine energe für nachts!
Dass wir wieder werden wie Kinder, ist eine unerfüllbare Forderung. Aber wir können zu verhüten versuchen, dass die Kinder so werden wie wir. Erich Kästner

Konstantin 8.10.2014
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