Stillkind ist verzweifelt

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Lollie
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Stillkind ist verzweifelt

Beitrag von Lollie »

Hallo,

ich hoffe ich bin in diesem Unterforum hier richtig. Aber da es mir vornehmlichst ums Stillen geht denke ich hier bekomme ich die fundiertesten Anworten.
Kurz zu uns! Das sind mein Freund (24), die Püppi (geb. 16.04.2015) und ich (fast 26).
Aufgrund einer schweren Erkankung meines Freundes und der daraus folgenden finanziellen Katastrophe musste ich pünktlich zu Püppis Geburtstag meine Elternzeit beenden.
Meine Arbeitgeber sind beide kinderlos, und haben mir gleich klargemacht: entweder Vollzeit oder gar nicht.
Na klar.
Ich habe sie auf 35 Stunden/Woche rungergehandelt, und bin jetzt von 7 Uhr - 14.45 Uhr im Büro.
Da die von mir ausgewählte Tagesmutti erst ab August einen Platz für Püppi hat haben sich meine Eltern bereit erklärt die betreuungslose Zeit zu überbrücken.
Kurz vor Beendigung meiner Elternzeit hat meine Mutter allerdings ihre 25-jährige Arbeitslosigkeit aufgeben und geht nun plötzlich doch wieder arbeiten.
Gut für sie, schlecht für mich.
Drei Tage die Woche ist mein Vater nun also allein mit der Püppi.
Und die sind die Katastrophe.
Da meine Arbeitgeber mich schon Anfang April zurück haben wollten fiehl die Eingewöhnung weg, meine Schuld, ich hätte mich durchsetzen sollen.
Püppi schläft nicht ohne Stillen, sie brüllt und brüllt solange bis mein Vater mich anruft und ich vorzeitig Feierabend machen muss.
Inzwischen gehe ich schon nur noch bis 13 Uhr, trotzdem, mein Kind leidet.
Ich würde sofort Urlaub nehmen und die Eingewöhnung "nachholen", aber es tun sich folgende Probleme auf:
- ich brauche die Urlaubstage für die Eingewöhnung bei der Tagesmutti, mein Freund darf seinen Urlaub nicht frei wählen da er in einer Arztpraxis arbeitet (Praxis zu = Urlaub)
- aufgrund des brüllenden Püppis hat mein Papa soviel Stress gehabt dass er nun an einer Gürtelrose erkrankt ist.

Ich habe heute einen Tag Urlaub genommen, morgen macht mein Freund frei, und Donnerstag/Freitag hat meine Mama ihre freien Tage.
Wie es danach weitergeht...keine Ahnung.

Püppi ist nun superanhänglich, gestern durfte ich nicht einmal aus ihrem Blickfeld verschwinden ohne dass sie hysterisch und verzweifelt in Tränen ausgebrochen ist.
Und dann das Stillen...
ich stille gern, hab auch ordentlich dafür kämpfen müssen, und nun höre ich von allen Seiten: ABSTILLEN!
Ich mit meiner Stillerei bin Schuld dass es der Püppi so schlecht geht. Ohne das Stillen würde sie auch bei meinem Vater problemlos einschlafen.
Essen tut sie übrigens ordentlich, daran liegt es nicht.

Ich bin eigentlich nur noch am Heulen.
Wir brauchen mein Gehalt, dringend, andererseits würde ich so so gern weiterstillen, wenigstens abends & nachts, aber gerade eben musste ich auch schon wieder ran...Püppi war richtig verzweifelt weil sie nicht durfte...mit Geschrei und Tränchen...da blutet mir das Mutterherz!

Bei meinen Eltern schläft sie entweder im Buggy oder auf dem Arm ein, aber spätestens nach dem Mittagsschläfchen (so gegen 12.30 Uhr beendet) ist sie nicht mehr zu beruhigen und will ihre Mama.

Was soll ich tun?

Sehr verzweifelte Grüße,
Lollie
Mit der kleinen Digiritterin (04/2015) und dem ungeplanten, aber sehr erwünschten Goldlöckchen (11/2017)
Seelentattoo
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Re: Stillkind ist verzweifelt

Beitrag von Seelentattoo »

Gda habt ihr ja ein Päckchen zu tragen, ihr habt mein Mitgefühl.
Dass sie noch stillen will und es als rückversicherung braucht, gerade weil du nun einige Stunden fort bist, ist logisch.
Diese Umstellung braucht Zeit. Die fehlende Eingewöhnung tut ihr übriges, wirklich schwer bei euch.
Abstillen wird nix ändern, gerade das würde ich nicht machen, weil sie ja schon mit genug Umstellungen zu tun hat.
Wann hast du denn angefangen zu arbeiten, also wie lange ist die püppi nun beim Opa?
Ißt sie denn schon Beikost?
Pumpst du ab und toleriert sie deine Milch aus dem Glas?
Ich bin auch wieder arbeiten gegangen, als der Zwerg 12 Monate alt war, von 08.00- 16.00 und es hat lange gedauert, bis er sich eingewöhnt hatte. Er hat bis dahin nur gestillt, Beikost hat ihn so gar nicht interessiert, die Erzieherinnen der Krippe haben mir da auch immer einreden wollen, dass das abstillen sein muss.
Ich habe mich da aber nicht beirren lassen. Wenn ich ihn abgeholt habe, musste noch in der Kita gestillt werden.
Gerade so in dem Alter 12-18 Monate war ihm das stillen sooo wichtig. Er hat nachts alles nachgeholt (was mich mit dem Job manchmal echt geschlaucht hat).
Natürlich ist es hart für dich (für alle anderen vermutlich auch) die kleine Maus immer wieder brüllt, aber aus ihrer Perspektive ja auch nachvollziehbar.
Wenn es keine andere Möglichkeit gibt, müßt ihr das alle aushalten, es wird halt noch Zeit brauchen.
Wart ihr denn vorher schon oft bei deinen Eltern oder kam das jetzt erst mit deiner Berufstätigkeit?
Gibt es etwas, was die kleine toll findet?
Bei meinem war es Tiere im Park zu beobachten, damit ließ er sich immer gut ablenken.
Vielleicht kannst du dich mit dem Gedanken trösten, dass dein Kind wenigstens innerhalb der Familie betreut wird und somit immer eine feste Bezugsperson hat. Es hilft dem Kind ungemein, wenn Mama entspannter ist (was in dieser Situation sauschwer ist, ich glaube es dir).
Ist dein Papa denn noch so fit, dass er sie bespaßen kann (und will er das überhaupt?). Wenn er es wirklich will, werden die beiden eine Strategie finden, wie es für sie funktioniert, aber das braucht Zeit.
Ich fürchte, das hilft dir nicht wirklich viel weiter...
ich wünsche euch sehr, dass ihr einen Weg findet!
Mit Mann, drei Bonuskindern (*97, *04, *07) und drei Kindern (*12, *16, *18) sowie unserem Sternchen fest im Herzen (05/11)
Seelentattoo
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Re: Stillkind ist verzweifelt

Beitrag von Seelentattoo »

Huch, manches überlesen, sorry. Anfang April ist wirklich noch keine lange Zeit. Mein Zwerg hat beim abgeben in der Kita jeden Morgen geweint, 3 Monate lang. Fand ich auch sehr schlimm, aber mir ging es wie dir: ich musste aus finanziellen Gründen arbeiten.
Homeoffice ein paar Stunden am Tag zusätzlich ist nicht möglich in Absprache mit deinen Arbeitgebern? Um die Fehlzeiten zu überbrücken, sie merken, dass du Willens bist?
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nido56
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Re: Stillkind ist verzweifelt

Beitrag von nido56 »

Hallo!
Das klingt unheimlich anstrengend fuer euch alle! Also, zuerstmal wuerde ich auf keinen Fall abstillen! Gerade WEIL sie sich im Moment schwer tut. Ihr da auch noch das Stillen zu nehmen, waere bestimmt nicht hilfreich. Ich denke auch nicht, dass das Stillen ausschlaggebend ist sondern eher der Charakter der Kinder, der Umgang der Betreuer mit der Situation, die allgemeine Situation und der dazugehoerige Stresspegel etc. etc.

Ich lebe in Spanien, und wir haben hier nur knapp 5 Monate Mutterschutz. Mit Resturlaub und so kommt man mit viel Glueck auf ein knappes halbes Jahr. Danach arbeiten die meisten Frauen wieder Vollzeit oder zumindest 30-35 Stunden. Ich kenne also viele Kinder, die als Stillkinder in die Krippe kamen oder von der Oma betreut wurden. Bei vielen lief es problemlos (bei unserem Sohn z.B.), bei anderen nicht. Soehnchen hat sich wirklich gut und schnell in der Krippe eingewoehnt, aber beim Abholen musste ich ihn noch lange immer SOFORT stillen. Das war fuer ihn ganz wichtig, und darauf haette auch ich auf keinen Fall verzichten wollen. Ich glaube, gerade bei so kleinen kann das sehr hilfreich sein, um mit all den neuen Eindruecken und ihren Gefuehlen zurecht zu kommen und sich nach einem aufregenden Tag zu entspannen und zu versicher, dass Mama noch da und alles gut ist.

Ich koennte mir vorstellen, dass dein Vater sich gerade ziemlich ueberfordert fuehlt, wenn seine Enkelin weint, und dann sein Unwohlsein wieder auf die Kleine uebertraegt, so dass sie sie sich gegenseitig hochschaukeln. Das muss aber nicht heissen, dass ihr keinen Ausweg findet. Hat der Opa es schonmal mit spazierengehen versucht? Das hat bei unserem Sohn in "Notsituationen", wenn er vor Muedigkeit gebruellt hat und vor Gebruell nicht schlafen konnte, meist gut funktioniert, sowohl getragen im Tuch als auch im Buggy. Ich kenne sogar eine Familie, die das Neurodermitis geplagte Baby, das nicht einschlafen konnte, regelmaessig im Auto spazieren gefahren haben, weil das am besten funktioniert hat. Da wuerde ich einfach mal nach kreativen Loesungen suchen, egal wie absurd sie auf den ersten Blick wirken.

Da es sich bei euch um eine klar absehbare Zeit handelt (bis August), wuerde ich auch nochmal mit den Arbeitgebern sprechen, ob ihr fuer die gut drei Monate eine Loesung finden koennt, dass du weniger Stunden anwesend bist und zuhause im Home Office weiterarbeitest oder so.
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Re: Stillkind ist verzweifelt

Beitrag von pqr »

Hallo

Da habt Ihr es ja echt schwer gerade.
Ich denke auch wie die Vorschreiberinnen, dass das Problem nicht durch abstillen gelöst ist.
Dein Kind vermisst Dich (als Person nicht nur als Milchquelle) und hat wahrscheinlich Trennungsangst.
Es muss zu Deinem Vater erstmal eine enge Beziehung aufbauen und da braucht es Zeit.
Es wird sicher besser, wenn Dein Kind sich an die neue Situation gewöhnt hat.
Viele Grüße
pqr

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RamblerRose
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Re: Stillkind ist verzweifelt

Beitrag von RamblerRose »

Oh je. Ich kann nur von meinen Erfahrungen zum arbeitstart erzählen.
Abgestillt hab ich nicht und die Eingewöhnung in die Krippe für ähnliche Zeiten wie bei Euch (durch den Papa) hat gut 2 1/2 Monate in Anspruch genommen.

Falls dein Kind da ähnlich ist, habt ihr jetzt noch ne Zeit, die auch ein Handycap durch den harten Start hat.
Trotzdem werdet ihr es schaffen, da bin ich Sicher.

Ihr müsst und werdet Alternativen für das Beruhigen/Ablenken (das halt derzeit mit Stillen war) bei Opa und Oma finden. Was macht denn der Papa in so einer Situation? Egal ob Spaziergang mit dem Kinderwagen, Autofahren, Schaukeln, Lieder singen oder was auch immer, werdet krativ, es wird ein Weg zu finden sein. Vielleicht klappt ja ein Spielplatzbesuch/Spaziergang direkt nach dem Mittagsschlaf als Ablenkung.

Das Stillen bei Mama zu nehmen löst nicht das fehlende Eingewöhnungsproblem.
mit dem großen Bruder 03/2014 an der Hand und dem kleinen Bruder am Arm 8/2016
Lollie
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Re: Stillkind ist verzweifelt

Beitrag von Lollie »

Danke danke schonmal für eure Anregungen, Tipps und Erfahrungen!
Endlich mal ein paar Leute die nicht gleich Abstillen!! schreien. Das tut gut.

Also, Püppi schläft beim Opa sowohl im Kinderwagen als auch beim Herumtragen, warum sie sich dann aber in Rage schreit...keine Ahnung. Sie lässt sich dann wohl auch nicht mehr ablenken, egal mit was (Spiegel gucken, Katze streicheln, Hühner beobachten etc.)
Mein Vater wird dann auch gleich immer sehr hektisch wenn das arme Kind so brüllt. Kann ich verstehen, ich bin da genauso. Und dann greift er zum Telefon und ruft mich von der Arbeit weg.
Ich komme, Welt ist wieder in Ordnung. Dann darf ich mich aber wirklich auch gar nicht mehr entfernen, sonst geht das verzweifelte Weinen von vorne los.
Püppi kennt die Großeltern seit Geburt und ist auch gerne dort.
Essen tut sie ebenfalls ganz vorbildlich, wir stillen wirklich nur noch zum Einschlafen, und nachts.

Homeoffice wird nicht funktionieren, das "darf" in der Firma momentan nur einer, und der hat einen täglichen Anfahrtsweg von 150 km (einfache Strecke) und ist außerdem noch mit der Chefetage verwandt.
Aber so wie es aussieht muss ich eh erstmal Urlaub beantragen...mein Vater ist durch die Gürtelrose mindestens vier Wochen außer Gefecht gesetzt.
Ich kann also höchstens zwei Tage/Woche arbeiten, in der Zeit übernimmt meine Mama die Betreuung.
Aber für die restlichen drei...habe ich keine Lösung.
Wird wohl auf ne Kündigung hinauslaufen.
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Vivilotta
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Re: Stillkind ist verzweifelt

Beitrag von Vivilotta »

Ich wollte nicht einfach wegklicken. Ist echt richtig sch... gelaufen für euch. Also, wenn deine Tochter sowieso nur noch so wenig gestillt hat und ja auch scheinbar problemlos ohne Stillen einschläft (oder eben nicht? dein Eingangsbeitrag ist da leicht verwirrend), dann wüsste ich nicht, was das Abstillen bringen sollte.

Und bei deiner Mama klappt alles prima?
Meine ganz ehrliche Meinung: wenn du nur noch am Weinen bist, und es deinem Kind auch nicht gut geht, dann würde ich, wenn es finanziell irgendwie geht, kündigen. Oder kannst du evtl. pausieren bis August und dann die Eingewöhnung von vorne beginnen?



mit Fini 02/15
mit Fini 02/15 und Paulini 05/19
FrauMahlzahn
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Re: Stillkind ist verzweifelt

Beitrag von FrauMahlzahn »

Was ist denn mit dem Papa, kann der nicht noch Elternzeit nehmen?
Frau Mahlzahn und Herr Mahlzahn mit dem großen Fräulein Mahlzahn *Juni 2013 und dem kleinen Fräulein Mahlzahn *Dezember 2015
MamaSunshine
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Re: Stillkind ist verzweifelt

Beitrag von MamaSunshine »

Bei meinem kind gab und gibt es eine innere obergrenze, wie lang es ohne mama geht... Mittlerweile ist das auch schon etwas länger, aber ein ganzer tag wär auch mit 2,5 noch schwierig. Ich habe das Gefühl, bei deinem kind ist diese Grenze momentan mittags erreicht, und dann muss eben die mama her...
Bevor du kündigst, rede doch nochmal mit dem Arbeitgeber und schlage zb zwei halbe tage die woche vor, fürs erste. Plus home Office. Wenn sie das nicht wolle , dann können sie dich ja kündigen. Der vorteil an diesem scenario? Du bekommst alg 1! Und das wäre bei euch sicher gut, wenn dein mann länger krank ist, oder?

So oder so: still weiter! Ich wünsch euch alles gute!
Mama Sunshine mit dem kleinen Sonnenschein (09/13) und dem Fröschlein (11/18)
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