Krankheit während Abstillen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

Antworten
Wuschwusul
Herzlich Willkommen
Beiträge: 2
Registriert: 01.08.2015, 06:51

Krankheit während Abstillen

Beitrag von Wuschwusul »

Hallo ihr Lieben,

ich weiß, es gibt schon sehr viele Abstillthreads und ich habe einige gelesen. Dennoch bin ich momentan sehr verunserichert.

Unsere Situation:
Meine Tochter ist 22 Monate jung, ich stille sie nur noch abends beim zu Bett gehen, in der Nacht und kurz vor dem Aufstehen. Eigentlich haben wir auch keine Probleme damit und wenn mich die äußeren Umstände nicht zwingen würden, würde ich überhaupt nicht ans Abstillen denken. Die äußeren Umstände, das ist in aller erster Linie der Zustand meiner Haut. Ich leide an mittelschwerer Psoriasis und die Geburten meiner beiden Kinder hatten leider jedes Mal einen ziemlich heftigen "Never Ending" Schub zur Folge (dafür genoss ich in den Schwangerschaften ein nahezu unbeschwertes Hautbild - hach, war das schön!), jedes Mal mit einem stationären Aufenthalt in einer Hautklinik einige Monate nach der Geburt. Aufgrund der Stillerei kann mir aber nicht so wirklich geholfen werden und obwohl es mir psychisch damit wirklich nicht so gut geht (jeder Gang in die Öffentlichkeit ist wohl überlegt, der bevorstehende Sommer macht mir jetzt schon Kummer), wollte ich mir das Stillen meiner Kinder nicht nehmen lassen von der doofen Haut, schließlich klaut sie mir schon genug Lebensqualität. Die Ärte verstanden das natürlich nicht, daher war ich jetzt einfach sehr lange nicht mehr bei einem Arzt, weil ich keine Lust hatte, mich zu rechtfertigen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich denke, mit 22 Monaten ist es OK, unsere Stillbeziehung zu beenden, auch wenn es mir schwer fällt. Aber ich träume davon, mit meinen Kindern ins Schwimmbad gehen zu können, Kleidung zu tragen, die mir gefällt, einfach unbeschwerter Leben zu können. Ob das wirklich klappt, sei mal dahin gestellt, aber ich möchte es mit einer medikamentösen Therapie versuchen.

Jetzt habe ich das Problem, dass meine Kleine recht häufig krank ist. Habe den Abstillstart deshalb schon ein ums andere Mal verschoben.
Ich möchte das Einschlafstillen aud Aufstehstillen erstmal beibehalten, dazwischen soll sie nicht mehr trinken. Prinzipiell mache ich das Schema nach Gordon. Als wir dann angefangen haben, hat es auch einigermaßen geklappt die ersten drei Nächte, dann kam ein Magen-Darm-Infekt mit Brechdurchfall. Ich habe dann einfach erstmal nicht weiter gemacht im Plan, sondern bin bei der Stufe "Sie wird gestillt, wenn sie möchte, muss aber ohne Brust wieder einschlafen" geblieben, was sie eigentlich auch soweit toleriert hat. Nach ca einer Woche war sie wieder fit und ich habe ihr das Stillen nachts komplett verweigert. Auch das ging einigermaßen. Natürlich war sie wütend, schlug um sich, lies sich von mir auch erstmal nicht trösten, aber sie beruhigte sich doch meistens innerhalb von fünf Minuten. "Problem" ist nur, dass sie wirklich auch Hunger hat nachts und doch etwas essen muss. Wenn sie sich beruhigt hat,nimmt sie dann auch gerne eine Banane oder eine trockene Scheibe Brot an. Nur ist sie dann erstmal wach und brauchte bisher Minimum zwei Stunden, bis sie wieder schlief. Nach zwei Nächten ohne Stillen kam der nächste Infekt mit hohem Fieber. Ich hab dann gar nicht erst versucht, sie nicht zu stillen, weil ich wusste, dass ich bei einem fieberkranken Kind einknicken würde, wenn es hart auf hart käme. Daher habe ich sie gestillt, wann sie wollte, aber zumindest versucht, sie rechtzeitig wieder ab zu docken, was meistens problemlos funktionierte (machmal bin ich glaub ich vorher eingeschlafen...)

Letzte Nacht war sie dann wieder fieberfrei, ist aber natürlich noch krank. Habe eine Weile hin- und her überlegt und mich dann gegen nächtliches Stillen entschieden. Hinterher habe ich es bereut. Es war die schwierigste Nacht von allen, sie war wirklich traurig, fertig mit den Nerven. Nachts hatte sie vor Hunger eine ordentliche Portion gegessen und lag dann wieder eine Weile wach. Jetzt mache ich mir Vorwürfe, dass ich mein krankes Mädchen um ihren für ihre Genesung wichtigen Schlaf gebracht habe. Heute ist sie furchtbar schlecht gelaunt, extrem weinerlich (OK, sie ist grundsätzlich nicht einfach und prinzipiell weinerlich). Ich vermute auch, sie bekommt eine Mittelohrentzündung (das ist ein großes Problem bei ihr, hat sie quasi ständig).

Ich weiß jetzt einfach nicht, wie ich weiter machen soll. Soll ich den Reset-Knopf drücken? Soll ich auf Stufe 1 zurück gehen und nach ihrer Gesundung weiter machen? Soll ich einfach so weitermachen und nachts nicht mehr Stillen? Am Wochenende verbringen wir dummerweise zwei Nächte in einem Hotel, also kommt da nochmal der Faktor "fremde Umgebung" dazu. Ich tendiere dazu, auf Stufe 1 zurück zu gehen und nächste Woche einen neuen Nachtsabstillversuch zu starten. Was mich ein bisschen stört ist der Gedanke, dass dadurch die bisherigen schlaflosen Nächte ohne Stillen völlig "für die Katz" waren. Außerdem ist dieses ständige Hin- und Her ja vielleicht auch nicht das Gelbe vom Ei. Oder einfach zwei drei Wochen komplett Pausieren und von vorne anfangen?

Wir schlafen übrigens im Familienbett. Mein Sohn habe ich damals zum Abstillen einfach zu meinem Mann abgeschoben, damit er nicht ständig die Brust vor der Nase hatte. Das ging ganz prima und ohne viel Gezeter. Dazu kam aber natürlich auch noch ein schwangerschaftsbedingter keine-Milch-mehr-da-Bonus. Meine Tochter ist aber ein absolutes Klammeräffchen, sie kann nicht ohne mich. Sie bleibt auch tagsüber nicht bei ihrem Vater, ich muss sie immer mit nehmen. Dass er die Nächte und das Einschlafen übernimmt, ist also nicht wirklich eine Option. Sie braucht mich, wir müssen das gemeinsam durchstehen.

Tut mir leid, dass es jetzt so lange geworden ist. Ich lass es trotzdem mal so stehen.

Vielen Dank euch schonmal!
Benutzeravatar
Hyndla
Profi-SuTler
Beiträge: 3125
Registriert: 03.07.2011, 00:04

Re: Krankheit während Abstillen

Beitrag von Hyndla »

Am besten machst du es so, wie es sich für dich richtig anfühlt. Es gibt kein "falsch". Abstillen ist ein Prozess, in dem es Fortschritte und auch Rückschritte gibt. Das ist kein Versagen deinerseits. Auch die anstrengenden Nächte, die ihr schon hinter euch habt, sind nicht umsonst, sondern Teil des Prozesses. Hör auf deinen Bauch und mach das, was du in genau dem Moment für richtig hälst ohne dich hinterher schlecht zu fühlen. Und wenn doch, machst du es beim nächsten Mal einfach anders. Viel Glück bei deinem Weg!
Mini-Hyndla 11/2009 und der winzige Herr M. 09/2013
Wuschwusul
Herzlich Willkommen
Beiträge: 2
Registriert: 01.08.2015, 06:51

Re: Krankheit während Abstillen

Beitrag von Wuschwusul »

Vielen Dank für deine lieben Worte. Ich denke, wir stillen jetzt erst mal wieder, bis sie gesund ist und probieren es dann neu. Ich glaube, sie toleriert das nicht-stillen auch eher, wenn sie sich ansonsten wohl fühlt. Ich muss es uns ja nicht unnötig schwer machen.
Antworten

Zurück zu „Stillforum“