Angst vor Karies

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Käferli
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Angst vor Karies

Beitrag von Käferli »

Hallo ihr Lieben!

Ich bin grad hin und her gerissen vor Sorge und Selbstvorwürfen.

Ich glaube meine kleine Maus (20 Monate) hat vielleicht Karies. Heute fiel mir als sie weinte an einem ihrer seitlichen Schneidezähne eine dunklere Stelle auf. Ich dachte es wäre vielleicht ein Kekskrümel (farblich passte es) und wollte ihn abkratzen. Dabei merkte ich, dass dort nichts klebt sondern sie eine tiefe Kerbe dort im Zahn hat. Ich blieb da richtig mit dem Fingernagel drin hängen. Beim näheren Hinsehen (so gut, dass mit zappeligen sabbelndem Kleinkind eben geht) sieht die Stelle eher aus wie ein Loch. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das nun Karies ist oder eine komische Zahnform. Ein bisschen sieht der Zahn nämlich so aus als würde er im oberen Teil verdickt sein oder so und diese Verdickung eben hohl und nach unten hin offen (um das Loch zu sehen muss man nämlich von unten auf den Zahn gucken, aber es beginnt erst in der Mitte des Zahn). Versteht man was ich meine?

Natürlich werde ich so schnell wie möglich mit ihr zum Zahnarzt gehen,aber ich glaube nicht, dass das diese Woche noch was wird.

Ich mache mir solche Vorwürfe. Als ich jetzt ein bisschen recherchiert habe, habe ich gelesen, dass eine Vorstufe von Karies sog. Kreideflecken sind. Mir war an diesem Zahn schon häufig so eine weißliche Stelle aufgefallen. Da ich aber selbst jahrelang so eine Stelle hatte und da kein Zahnarzt jemals was gesagt hat, hab ich mir nichts weiter dabei gedacht. Dafür könnte ich mich jetzt ohrfeigen. So oft hatte ich überlegt einfach trotzdem mal mit ihr zum Zahnarzt zu gehen, es aber immer gelassen, weil sie Fremde sowieso nicht an sich ran lässt.

Ich habe gelesen, dass bei Kindern in ihrem Alter Karies fast immer unter Narkose behandelt werden muss. :(

Kann das davon kommen, dass sie (vor allem nachts) immer noch so viel stillt? Seit September gehe ich wieder arbeiten und seit dem stillt sie fast die ganze Nacht. Sie trinkt und nuckelt zwar nicht ununterbrochen, hat aber oft direkt Zugang sobald sie mal ein bisschen unruhig wird, weil ich selbst beim stillen weiter schlafe und deshalb nicht merke wann sie eigentlich fertig ist und ich mich wieder anziehen kann. Wir putzen eigentlich zwei mal täglich die Zähne mit Elmex für Kinder. Mamchmal fällt allerdings abends aus, wenn sie schon so doll müde ist und deshalb nur noch schreit.

Ich weiß eigentlich kann mir ja hier keiner per Ferndiagnose weiterhelfen,aber ich musste jetzt einfach schreiben. Es macht mich grad verrückt, dass ich nicht sofort beim Zahnarzt anrufen kann. Ich kann gar nicht schlafen. Mein armes Baby. Sie hat noch nicht mal alle Zähne und nun gehen die ersten schon kaputt weil ich nicht richtig aufgepasst hab. Ich könnte heulen.
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Re: Angst vor Karies

Beitrag von Käferli »

Schmerzen scheint sie übrigens nicht zu haben. Ich hab vor allem diesen Zahn heute abend beim putzen ziemlich mit der Bürste bearbeitet und sie fand das total witzig.
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bienenmeister
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Re: Angst vor Karies

Beitrag von bienenmeister »

Käferli, ich kann gerade nicht super ausführlich, möchte dir aber kurz antworten.

Ja, klingt schwer nach Karies.

Und, dass Kinder heute unter Narkose behandelt werden können ist ein Segen! Bei uns bietet leider kein Zahnarzt eine solche Behandlung an und wir mussten wegen starkem Karies eine Wurzelbehandlung durchführen lassen am nicht sedierten Kind und das ist der blanke Horror! Also bitte keine Angst vor einem Zahnarzt, der eine kindgerechte Behandlung durchführen kann und will. Mit Karies an den Schneide Zähnen seitlich sind wir ziemlich weit auch ohne Behandlung gekommen bis mein Sohn schon besser kooperiert hat.

Wovon das kommt, nun ja. Diese Diskussionen bringen nicht gar so viel. Ich kenne Kinder, die essen seit Babyalter jeden Tag süßes und trinken Säfte, mein Sohn hat schon immer vorbildliche Nahrung bekommen und nur Wasser getrunken, drei Jahre gestillt - es ist abgesehen von den Eck Zähnen und den unteren Schneide Zähnen JEDER EINZELNE ZAHN betroffen.

Ihr schafft das! Sucht einen Zahnarzt, hört euch bisschen um wie die Karies Behandlungen durchgeführt werden und wenn ihr die Möglichkeit einer Narkose habt, nutzt sie bei Bedarf!

Wir müssen mit Lachgas und örtlicher Betäubung auskommen und es läuft mal so mal so.

Alles Gute! Wird schon!

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Re: Angst vor Karies

Beitrag von revolte »

Ohje, mach dir keine Vorwürfe und warte erstmal ab. Wir haben im Kindergarten ein Kind mit so einem Fleck, da muss nichts gemacht werden. Die Stelle wird jedes halbe Jahr versiegelt und im 3 Monats Rhythmus kontrolliert. Ich würde mir da einfach 2 Meinungen zu einholen und abwarten.
Alles Gute.


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blueberry
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Re: Angst vor Karies

Beitrag von blueberry »

Ich verstehe Deine Sorge. Mir würden die gleichen Gedanken durch den Kopf gehen. Ich denke aber auch, dass bei einem Kleinkind bei niemandem je 100% perfekte Zahnpflege gelingt. Das ist einfach so. Warum dann manche Kinder anfälliger für Karies sind als andere, kann man nur mutmaßen. Manche haben Schmelzdefekte und Verfärbungen, die nicht unbedingt Karies sein müssen. Und selbst wenn es Karies ist, sind die Bahandlungsmöglichkeiten heute durchaus vielfältig.

Wenn nur einmal am Tag Zähne geputzt werden können (z.B. weil die Kooperationsbereitschaft des Kindes gerade gering ist), ist das abendliche Putzen das wichtigere, selbst dann, wenn hinterher nochmal gestillt wird. Vielleicht können Zahnputzlieder helfen (im "Unsere Kinder" gibt es eine Sammlung), notfalls auch ganz undogmatisch ein Video auf dem Handy oder so... das wirkt bei uns auch bei müdem Kind. Und ein gutes Zahnputzbuch fing bei uns auch in dem Alter so langsam an, populär zu werden. Hier findet man empfehlenswerte: Bücherhits rund um den Mund [PDF-Datei Direktlink]

Aber wie schon geschrieben wurde:
1. Vielleicht ist es keine Karies
2. Muss das überhaupt nichts mit Eurer bisherigen Art der Zahnpflege zu tun haben!

Was man bei einem zahnerkrankungsanfälligen Kind meines Wissens tun kann, hatte ich hier mal zusammengefasst:
Abstillen wegen Karies?

Alles Gute Dir und Deinem Kind. Mach Dir bitte keine Vorwürfe! Du hast es bemerkt und wirst umgehend tätig. Gerade sowas wie die Kreideflecken würden die allerallermeisten Eltern nicht als Warnhinweis für Karies erkennen!

LG blueberry
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Re: Angst vor Karies

Beitrag von Käferli »

Wir haben morgen Vormittag einen Termin bei meinem Zahnarzt.

Mein Freund hat heute Morgen gesehen, dass sie am anderen äußeren Schneidezahn auch so ein Loch hat.

Ich hatte selbst auch sehr anfällige Milchzähne. Ich glaub ich hatte keinen Zahn außer den Schneidezähnen der nicht gebohrt war. Dafür habe ich jetzt kein einziges Loch außer in einem meiner Weisheitszähne.

Ich bin gespannt was der Arzt morgen sagt.
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Re: Angst vor Karies

Beitrag von bienenmeister »

Alles Gute für den Termin!

Und, die meisten Zahnärzte die ich bisher kenne sind dem Stillen gegenüber nicht aufgeschlossen. Nicht, dass du dich überrumpelt fühlst.

Und egal was er morgen sagt, lass es erst mal sacken, kommt zur Ruhe und entscheidet später. Man kann auch nochmal zu einem anderen Arzt gehen und sich da ein bisschen durchprobieren.

Mein Sohn hat schon immer gut Zähne putzen lassen und auch immer Zahnseide benutzt ;-) genutzt hat es offensichtlich nicht viel.

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Re: Angst vor Karies

Beitrag von Käferli »

Hallo!

Wir hatten heute Vormittag den Termin.

Sie hat leider tatsächlich Karies. Es sieht es im Moment aber nicht als allzu dramatisch an. Er sagt in dem Alter und so zappelig wie sie ist, müsste man sie unter Narkose behandeln und er sagt im Moment findet er das Risiko einer Narkose schlimmer als ein Loch im Zahn. Wir sollen es beobachten und wieder komme falls uns etwas auffällt und ansonsten noch mal im Herbst zur Kontrolle kommen.

Er hat uns auch beruhigt was unsere "Selbstvorwürfe" betrifft. Er sagt jeder Mensch trägt diese Bakterien in seinem Mund. Ob dann tatsächlich auch Karies ausbricht liegt zum Teil daran wie stark die bakterielle Belastung ist (deshalb ist es wichtig, dass die ganze Familie auf gepflegte Zähne achtet, weil schon ein Küsschen zur Übertragung ausreicht) und zum anderen wie empfindlich man ist.

Er sagt, dass bei ihr das nahezu symmetrisch auftritt (beide äußere Schneidezähne oben an genau der gleichen Stelle) lässt ihn vermuten, dass ihre Zähne nicht gut genug mineralisiert sind. Er sagt das kann zum Beispiel daher kommen, dass ich vielleicht einen Infekt während der Schwangerschaft hatte in der Zeit als gerade die Zähne angelegt wurden.

Wir sollen auf jeden Fall fluoridhaltige Zahnpasta benutzen. Er hat aber auch gleich gesagt, dass kein zusätzliches Fluorid gegeben werden (Fluoretten oder so) weil das Blödsinn ist. Geben wir aber sowieso nicht.

Er scheint dem stillen gegenüber aber aufgeschlossen zu sein. Er sagte uns, dass es bestimmt nicht von zu viel Süßigkeiten oder Fläschchen oder Nuckel kommt (vor allem wenn wir nicht auf so dumme Ideen kommen den Nuckel in Honig zu tauchen) und da sagte ich, dass sie Flasche und Nuckel sowieso nie hatte und sie ein reines Stillkind ist. Da meinte er, das sei sowieso das beste. Ich habe allerdings nicht erwähnt, dass sie immer noch gestillt wird. :)

Ich bin trotzdem am überlegen noch eine zweite Meinung einzuholen, weil ich mir nicht sicher bin wegen der Behandlung - bzw. eben Nichtbehandlung. Die Löcher sind so groß und sie kamen so schnell, dass ich einfach Angst habe wie schnell das noch voran schreiten könnte. Außerdem haben auch die mittleren Schneidezähne an den gleichen Stellen diese weißen Flecken.

Er sagt die amderen Zähne sind in Ordnung (insgesamt hat sie zwölf ). Ich weiß aber nicht, ob er jetzt nur meinte, dass da keine Löcher sind oder auch,dass da keine weißen Flecken sind. Denn zu den Flecken an den mittleren Schneidezähnen hat er auch nichts gesagt. Die hab ich selbst gesehen.
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Re: Angst vor Karies

Beitrag von Christiane1981 »

Liebe Käferli,

wenn es dir mit einer Zweitmeinung besser geht, hol dir ruhig eine! Mit einer persönlichen Erfahrung kann ich so lange dienen ;-)
Meine Tochter ist etwa so alt wie deine und ihr Karies wurde schon im Sommer festgestellt. Bei ihr sind drei obere Frontzähne betroffen. Ihre erste Zahnärztin (spezielle Kinderzahnärztin) sagte uns, das käme wahrscheinlich entweder von den Medikamenten, die sie nach der Geburt bekommen hätte oder sei schlechte Veranlagung oder eine blöde Kombination von beidem. Sie nannte es einen Zahnschmelzdefekt und sagte uns ebenfalls, dass Karies bei so kleinen Kindern unter Vollnarkose behandelt werden müsste und, dass sie das auf keinen Fall vor ihrem zweiten Geburtstag machen würde. Sie hat uns allerdings direkt angeboten, alle drei Monate zur Kontrolle zu kommen. Einfach zu unserer Beruhigung.
Da wir im November umgezogen sind, haben wir die Kleine auch direkt hier einem Zahnarzt vorgestellt und der sagte genau das gleiche.

Vielleicht hilft dir das ein bisschen.

Dir und der kleinen Maus weiter alles Gute!

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Sabina
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Re: Angst vor Karies

Beitrag von Sabina »

Könntest du dir vorstellen ihr jeden Abend etwas Xylit (rein pflanzlich, Birkenzucker) zu geben? Einen halben TL in etwas Wasser gelöst und damit schön die Zähne umspülen lassen? Das kann sie entweder schlucken oder ausspucken. Kariesbakterien können Xylitol nämlich nicht verstoffwechseln und verhungern so, sagt die Forschung (Quellen gibt's in einem anderen Thread). Vielleicht kannst du das Voranschreiten nicht verhindern aber evt. ja verlangsamen?


*Mai 2010 und *Januar 2013
Signaturen sind halt doch praktisch für die Mitleser:innen…

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