Brust und Flasche von Anfang an?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Myraya
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Brust und Flasche von Anfang an?

Beitrag von Myraya »

Hallo an alle Profis,
ich erwarte im März mein zweites Mädchen und mache mir so langsam Gedanken, wie ich es mit dem Stillen handhaben werde.
Mit Nummer eins hatte ich anfangs Probleme (Trinkschwäche da 3 Wochen zu früh geboren, dann vermutlich saugverwirrt durch Fläschchen, ewig wunde Brustwarzen, 4 Monate im Wechsel abgepumpt und Flasche gegeben und mit Stillhütchen gestillt und irgendwann hatten wir es dann raus.), hab dann aber doch relativ happy 7 Monate voll und ein gutes Jahr insgesamt gestillt.
Nummer zwei soll natürlich auch gestillt werden und ich bin ganz optimistisch, dass es diesmal von Anfang an besser klappt - hab ja auch dazu gelernt und dank Progesteron kommt Baby hoffentlich auch nicht zu früh. Jetzt ergibt sich aber das Problem, dass ich ca. 4 Wochen nach meinem Entbindungstermin für zwei Tage a 10 Stunden ohne Baby außer Haus muss. Ich hab die Möglichkeit, mir die Kleine einmal in der Mittagspause bringen zu lassen und zu stillen, die restlichen Mahlzeiten müsste Papa mit Flasche und abgepumpter Milch überbrücken. Diese zwei Tage werden auch nicht die einzigen bleiben, ich hab immer mal wieder Seminare am Wochenende, zu denen ich muss.
Die Frage, die sich mir stellt: Ich möchte natürlich möglichst keine Saugverwirrung mit Fläschchen stiften und, wenn es denn irgendwie geht, ganz normal stillen. Gleichzeitig möchte ich aber auch sicherstellen, dass die Raubtierfütterung in meiner Abwesenheit mit Fläschchen klappt - die Maus wird da ja wirklich noch klein sein. Wie gehe ich es also theoretisch sinnvoll an? Fläschchen von Anfang an zwischendurch geben (würde mir nachts natürlich auch mal eine Stunde mehr Schlaf verschaffen, wenn Papa das mal macht)? Oder bloß nicht und es einfach drauf ankommen lassen, dass es dann schon klappt? Oder Flasche erst nach 2-3 Wochen nach ET? Oder gar Becher oder Löffel? Kriegt Papa mit Minibaby das hin??

Vielen Dank für eure Tipps!
endru
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Re: Brust und Flasche von Anfang an?

Beitrag von endru »

Hier nur mal kurz meine Erfahrung: bei meiner zweiten Tochter hatten wir anfangs Probleme mit der Zunahme und gelbsucht. Wir haben dann bei Zeiten mit Flasche zugefüttert und gestillt. Da es mir so richtig laufen wollte sind wir einfach dabei geblieben. Mittlerweile ist sie fast 9 Monate und wir stillen immer noch. Es kann also unter Umständen auch gut gehen.

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ixcacienfuegos
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Re: Brust und Flasche von Anfang an?

Beitrag von ixcacienfuegos »

Ich war wieder stundenweise arbeiten, als Minikind 4 Wochen alt war. Mein Mann hat gebechert, das hat prima geklappt.
LG, ixca mit Minikind (*10/14) und Maikäferchen (* 05/18)
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HippieGrufti
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Re: Brust und Flasche von Anfang an?

Beitrag von HippieGrufti »

Wir waren von Geburt an auf zufüttern angewiesen (mein keiner hat einen viel zu hohen Gaumen).
Anfangs, als die Mengen noch gering waren und ich noch Angst wegen Saugverwirrung hatte, haben wir mit einer Sonde über unseren kleinen Finger gefüttert und später dann mit Flasche. Die Sonden bekommt man in der Apotheke oder im Internet.
Hat nie Probleme gegeben und wir stillen mit 15 Monaten immer noch :-)
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deidamaus
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Re: Brust und Flasche von Anfang an?

Beitrag von deidamaus »

Hallo Myraya,

ich empfehle dir auf jeden Fall auf die Flasche zu verzichten (gerade in den ersten paar Wochen nach der Geburt, da sich da die Milchbildung und das Stillen erst einpendeln muss). Wenn du dann circa 4 Wochen nach dem Entbindungstermin für 10 Stunden von deinem Baby getrennt sein wirst (hast du nicht die Möglichkeit dir dein Baby häufiger bringen zu lassen?), kann dein Partner die Milch per Becher geben (Fingerfeeding kann auch zu Stillproblemen führen). Mit etwas Übung vorher klappt das bestimmt.

Hier ein gutes Video dazu Becherfütterung.

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Re: Brust und Flasche von Anfang an?

Beitrag von kjoi »

Bei meiner ersten Tochter war es problemlos möglich, dass sie nach 6 Wochen auch ab und zu mal Flasche mit Muttermilch bekommen hat. Das war sehr selten und klappte aber prima.
Mein zweites Kind und erster Sohn hat das mit der Flasche nicht verstanden. Der konnte nicht aus der Flasche trinken, wir haben das dann auch nicht forciert. Und bei Nummer 3 ist das wieder so: er kann es nicht, er nimmt auch keinen Schnuller und ich wollte meinen Mann zum Bechern überreden. Das ist ihm zu umständlich, ich glaube er hat da irgendwie Hemmungen. Deshalb kann ich halt höchstens mal 2-3 Stunden weg, das reicht hier aber auch.
Was ich sagen will: 2 von 3 Kindern konnten nicht aus der Flasche trinken. Das muss man auch bedenken. Ich würde auf jeden fall bechern und das aber vorher üben.


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Myraya
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Re: Brust und Flasche von Anfang an?

Beitrag von Myraya »

Vielen Dank für eure Meinungen. Dann also erst mal keine Flasche.
Gibt es für motorisch eher nicht begabte Papas Tipps zur Becherfütterung, damit sie das Kind nicht in Milch ertränken? ;-)

Übrigens, kurze Story: Bei Kind Nr1, welches ja von Anfang an Brust und Flasche bekommen hat, hat sich nach dem Umsteigen auf Vollstillen ohne Flaschen ein totaler Flaschenstreik entwickelt. Ich musste damals operiert werden und durfte 24h nicht stillen, die kleine Maus war da so 5 Monate alt. Ich hab schon Wochen vorher verzweifelt versucht, sie vorbereitend immer mal wieder mit der Flasche oder dem Becher zu füttern, ging gar nicht. Ich war fest überzeugt davon, dass sie es einfach nicht mehr kann.
Als es dann soweit war und ich mit mulmigem Gefühl im Krankenhaus lag, war Zuhause die große Verzweiflung angesagt. Papa hat das toll gemanagt aber Baby hatte halt Hunger und wollte keine Flasche und keinen Becher. Nach 2 Stunden Dauerschreien wegen Hunger hat das Mäuschen dann erschöpft aber zielstrebig und ohne mit der Wimper zu zucken und wie ein Profi eineinhalb Fläschchen weggekippt. Die darauffolgenden Fläschen waren dann auch gar kein Problem mehr. War eine interessante Erfahrung für uns alle.
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deidamaus
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Re: Brust und Flasche von Anfang an?

Beitrag von deidamaus »

Das war kein Flaschenstreik im Sinne von "sie WILL nicht", sondern im Sinne von " sie KANN nicht". Wenn man dann konsequent immer wieder die Flasche anbietet, löst der Flaschensauger irgendwann den Saugreflex aus und dann kommt sich Milch ins Kind.

Weswegen durftest du damals 24 h nicht stillen?

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Re: Brust und Flasche von Anfang an?

Beitrag von Myraya »

Wegen Vollnarkose und einigen anderen Medikamenten...
Lösche Benutzer 21834

Re: Brust und Flasche von Anfang an?

Beitrag von Lösche Benutzer 21834 »

Hey Myraya,
wie schon deidamaus schrieb, kann dir dein Mann das Baby nicht eventuell öfter bringen? Du hast ja auch ein Anrecht auf Stillpausen - auch im Studium (falls die Seminare was mit Uni zu tun haben). Aber ich kann mir auch vorstellen, dass es organisatorisch auch nicht so toll ist, wenn dein Mann mit so einem kleinen Baby immer wieder wohin fahren muss und dann habt ihr ja auch noch ein älteres Kind.
Du kannst dir das Bechern übrigens auch von einer Stillberaterin direkt zeigen lassen, falls ihr es probiert und es nicht so gut klappt.
Liebe Grüße!
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