Abstillen nach einem Jahr - Praxistipps

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Sonni34
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Abstillen nach einem Jahr - Praxistipps

Beitrag von Sonni34 »

Hallo!
Ich wende mich noch einmal mit einem konkreten Anliegen an euch. Und zwar wird unsere kleine Tochter Ende Februar ein Jahr alt. Solange will ich auf jeden Fall auch noch stillen! Danach möchte ich gerne abstillen, dabei kommt es mir aber nicht auf einen Monat mehr oder weniger an. Allerdings kann ich mir - es ist unser erstes Kind - bisher überhaupt nicht vorstellen, wie es ohne Stillen funktionieren kann.
Ich beschreibe mal kurz unseren Stilltag: Tagsüber stillen wir nach Bedarf, allerdings fordert sie das Stillen kaum ein, da alles andere interessanter ist. Das heißt, wir stillen meistens einmal vormittags, immer zum Einschlafen mittags (und zum Wiedereinschlafen zwischendurch) und nachmittags manchmal noch einmal. Nachts langt sie dafür aber umso mehr zu. Wir stillen ab dem Einschlafen so gegen 19.30 Uhr bestimmt alle 2 Stunden, manchmal ein bisschen kürzere Abstände, manchmal längere. Und sie trinkt dann auch meistens wirklich und nuckelt nicht nur! Ich habe schon alles versucht, ihr tagsüber häufiger die Brust anzubieten. Das wird aber vehement abgelehnt.
Lange Rede, kurzer Sinn: Wie mache ich das dann mit dem Abstillen, vor allem nachts. Biete ich dann nur Wasser an oder auch etwas Essbares? Tagsüber isst sie nach Tageslaune mal mehr mal weniger. Sie bekommt mittlerweile viel von unserem Essen, manchmal auch noch Brei, wenn ihr der Sinn danach steht.
Ich wäre wirklich dankbar für Tipps, wie es bei anderen funktioniert hat oder wie man das ganze Vorhaben überhaupt angehen soll!
LG Sonni
Mäuschen (02/15)
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Peppa
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Re: Abstillen nach einem Jahr - Praxistipps

Beitrag von Peppa »

Hallo Sonni!
Ich fürchte, mit Abstilltipps kann ich gar nicht dienen, mein Wutz stillt noch. Oxidiert erinnere mich nur an die zeit um den ersten Geburtstag und da hätte ich ein Abstillen im Leben nicht geschafft. ...et hatte da so viel zu verarbeiten, dass wir teilweise wieder volkstillten, obwohl er vorher schon etwas Beikost aß...aber: ich habe da schon monatelang wieder gearbeitet und die Zeiten ließen sich gut überbrücken (Wasser, etwas Brei, teils Kuhmilch). Nur wenn ich da war....da gab's nur Muttermilch.
Etwas über 2 konnten wir nachts abstillen. Vorher ging das mit anwesender Mama nicht.
Ich will damit sagen: ich befürchte (also meine persönliche Meinung!), dass gerade die Zeit zwischen 1 und 2 Geburtstag für alle super stressig ist zum komplett abstillen. Mein Wutz hätte da nie und nimmer ein Fläschchen als Ersatz akzeptiert, wenn das original in der nähe War. Das geht mit Babies unter 1 viel einfacher. ...ist halt zum 2/3 ten Geburtstag hin zu reduzieren / nachts abzustillen.
Dazu kommt, dass wenn der Wiedereinstieg in die Arbeit der Grund zum Abstillen sein soll, dass ja noch der Beginn der Fremdbetreuung dazu kommt. ...sprich sehr viel neuer Stress für Kind und Mama und dazu noch die obligatorischen Infekte am Anfang. ...da ist zusätzlich abzustillen vielleicht sogar noch stressiger?
Ich weiß nicht, was der Grund zum Abstillen für dich ist, dass ist ja total individuell. ...aber wenn es MIR sehr sehr wichtig wäre, auf jeden Fall um den ersten Geb. mit dem Stillen durch zu sein, dann würde ICH das noch vor dem 1sten Geb. machen....das ist nur meine ganz persönliche Erfahrung (dann akzeptieren die Kinder denke ich den Flaschenersatz besser. ..aber auch nicht alle! ). ...aber: bei uns war es ein echter Gewinn, dass wir nun so lange gestillt haben und nun ist Wutz auch soweit, dass er versteht, wenn Mama nicht will und sehr gut damit umgeht. Es ist wirklich nicht schlimm, länger zu stillen. ...dachte ich vorher auch nicht :-)
Wenn es nur die Sorge wegen Arbeit ist: das geht Viel unkomplizierter, als man denkt!
Egal wie ihr euch entscheidet, ich wünsche euch alles Gute!


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Sonni34
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Re: Abstillen nach einem Jahr - Praxistipps

Beitrag von Sonni34 »

Hallo Peppa!
Danke schonmal für deine Hinweise! Leider nimmt die Kleine keine Flasche. Das haben wir schon mehrfach versucht ;-) Arbeiten gehe ich erst wieder im August. Bis dahin wollte ich auf jeden Fall nicht mehr stillen, weil: Ich mag einfach nicht mehr! Jetzt noch auf Pre umzustellen, finde ich auch doof. Nach dem ersten Geburtstag könnte ich mir das ja schenken. Ich weiß halt nur nicht, was ich stattdessen machen sollte!
Mäuschen (02/15)
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Re: Abstillen nach einem Jahr - Praxistipps

Beitrag von 08u11 »

Hallo Sonni,

wir haben unseren Großen tatsächlich realtiv bald nach dem ersten Geburtstag (mit 14 oder 15 Monaten) abgestillt. Eigentlich ging das Abstillen als solches relativ einfach, bei uns ganz ohne Flasche und/oder irgendwelche anderen Nahrungsmittel, dafür mit viel Papa und Schnuller. Wir haben 'einfach' versucht, immer länger rauszuzögern. Sprich: Kind wird unruhig und anstatt einfach anzulegen, wird zunächst der Schnuller gegeben und Papa versucht zu trösten. Das waren zwei oder drei sehr unruhige Nächte bei uns. Zunächst mal habe ich dann auch irgendwann doch noch gestillt, aber halt erst später und nicht so lange wie sonst.
Wir haben uns da ziemlich auf unser Gefühl verlassen. Falls Du es aber etwas systematischer haben möchtest, kannst Du ja mal nach der Abstill-Methode nach Gorden schauen, die ist ja gerade für nachts.
Ich wollte damals auch auf keinen Fall noch auf Pre umsteigen und das hat auch überraschend gut geklappt :D . Die Nachteile waren ganz andere: zum einen der Schnuller im Dauergebrauch, zum anderen war das Kind von da ab ständig krank (okay, das lag nicht nur am fehlenden Stillen, aber besser wurde das dadurch auch nicht). Insofern: bei Kind 2+3 habe ich das nicht mehr so gemacht, auch wenn das Abstillen als solches überraschend einfach war.
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
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Peppa
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Re: Abstillen nach einem Jahr - Praxistipps

Beitrag von Peppa »

Hm...es ging ja gar nicht so sehr um das Pre...sondern ich sehe bei den anderen Mamas, die entweder nicht oder schon abgestillt haben, dass die Kinder teils bis nach dem 3ten Geburtstag noch 1-3 Flaschen (Milch. ..egal welche) bekommen, weil sie dieses Nuckeln zum Beruhigen /Runterkommen brauchen. Nicht so sehr wegen der Nahrung. ...nimmt deine Tochter einen Schnuller? Wie gesagt, ich kenne mich da schlecht aus, ich würde wahrscheinlich versuchen, bei Stillwunsch etwas zu trinken /essen anzubieten (warme Milch, Banane etc.)...und wenn sie dies nicht will, dann Schnuller ?
Ich fürchte nur, dass Kinder das natürlich nicht einfach akzeptieren. ...in dem Alter schon gar nicht. ...meiner hätte da nichts, gar nichts genommen. ...da müsst ihr dann beide durch und du musst ihr Trauer /Wut/Verzweiflung aushalten und akzeptieren können. ...das ist nicht ohne für eine Mutter und funktioniert glaube ich nur, wenn du wirklich 1000%ig hinter dem Abstillwunsch stehst. Verhungern wird ein Einjähriges am vollen Tisch ja nicht. ...aber die haben genug eigenen Willen, um das Stillen nicht einfach so zu "vergessen "....eine gewisse Konsequenz wird sich drin müssen, also einmal durchhalten und einmal doch stillen, das ist in dem Alter ja nicht verständlich für die Lütten (wie gesagt, jetzt mit 2,5 geht das :-) ).
Vielleicht meldet sich ja noch jemand, der tatsächlich mit 1 von sich aus abgestillt hat?

Alles Gute!

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Peppa
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Re: Abstillen nach einem Jahr - Praxistipps

Beitrag von Peppa »

Es kommt wahrscheinlich auch einfach auf das Kind an. ..es gibt Kinder, die sind so unbestechlich/stur/ausdauernd (das hier z.b. ), da sind die Nerven der Mama vor dem Abstillen durch. ..andere sind vielleicht entspannter/ ruhiger/ flexibler. ...da geht das einfacher. Manche stillen sich mit Beikost ja sogar selbst ab (wenn auch selten in dem Alter).


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Re: Abstillen nach einem Jahr - Praxistipps

Beitrag von Anandamidic »

Hallo,

meine Große hat sich mit 14 1/2 Monaten selbst abgestillt und das, obwohl wir mit 10 Monaten krankheitsbedingt wieder eine Weile vollgestillt haben, mit 13 Monaten nachts noch 2 mal. Und dann ging es innerhalb weniger Wochen zum Durchschlafen und nur noch morgens Stillen. Und eines Tages guckte sie morgens nur die Brust an, drehte sich um und krabbelte weg :shock: das musste ich dann erstmal verarbeiten...
Es kann also durchaus entspannt ablaufen, insofern würde ich hier vorher keine großen Pläne bezüglich Abstillen machen, sondern im gewünschten Zeitraum schauen, wie das Kind gerade so drauf ist. Dann kann man immer noch einen Plan machen.

Alles Gute auf jeden Fall für euch!
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Re: Abstillen nach einem Jahr - Praxistipps

Beitrag von RamblerRose »

Hast du eigentlich andere Möglichkeiten das Kind zum schlafen zu bringen ausser brust? Ich hab etwa in dem alter es ab und zu mit kinderwagenfahren oder in der trage geschafft, das ging nach dem pekip Kurs, da war er fertig, und wir mussten eh erst nach hause für stillen und schlafen und dann hat er bereits auf der Strecke geschlafen.

Da könntest du versuchen anzusetzen. Vielleicht auch der Papa, wenn du mal am Wochenende zum mittagsschlaf nicht da bist.

Ich hab mit ca 14 Monaten begonnen einzelne "Mahlzeiten" zu ersetzen und abgelenkt mit Saft im Becher und Lieblingsessen, sowie Aktivitäten, Spielplatz oder so.

Letztendlich hab ich die Mahlzeiten am Tag so nach Situation ersetzt und bei Krankheit auch wieder voll gestillt.

Nachts hab ich auch mit 14 Monaten angefangen ihn nicht mehr an der brust zum schlafen zu bringen, sondern nach dem stillen mit singen und kuscheln. Hat sich so ergeben, er ist da einfach nicht so wirklich eingeschlafen, also war mir nacheinander lieber statt ne Stunde nuckeln und wälzen.

Letztendlich hab ich mit 19 Monaten das abendstillen abgeschafft und noch einige Wochen nachts gestillt. Er hat sich immer seltener gemeldet und es ist einfach eingeschlafen.

Er hat keinen Schnuller und keine milchflasche, nur ne strohhalmflasche mit Wasser.

Vielleicht kannst du ja was für dich rausziehen. Bleib entspannt, das ist der wichtigste Tipp den ich dir geben mag.
mit dem großen Bruder 03/2014 an der Hand und dem kleinen Bruder am Arm 8/2016
Mondenkind
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Re: Abstillen nach einem Jahr - Praxistipps

Beitrag von Mondenkind »

Hallo,

kürzlich hatte ich hier schon mal was zum Abstillen bei älteren Kindern geschrieben, vielleicht findest du in dem Thread auch was: Abstillen eines Kleinkindes.
Sonni34 hat geschrieben:Wie mache ich das dann mit dem Abstillen, vor allem nachts. Biete ich dann nur Wasser an oder auch etwas Essbares?
Schau, was Dein Kind möchte. MÖchte es kuscheln, biete ihm kuscheln an. Möchte es was trinken, halte das am Bett bereit. Es gibt es in dem Alter auch, dass Kinder nachts wirklich Hunger haben und vorübergehend (!) nachts dann auch was essen müssen, statt stillen. Dann bitte in dieser Zeit ggf. das Zähne putzen nicht vergessen... Etwas aufwändig, ich weiß. Das geht aber auch vorbei.

Vielleicht hilft es dir auch, erstmal schrittweise nachts nicht mehr zu stillen? Also die erste Nachthälfte, oder die 2., die frühen Morgenstunden. Was wäre dir da am wichtigsten?

Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

Sei ein Mensch! M. Reif

Mondenkind mit K1 (3/08) und K2 (3/11)
Sonni34
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Re: Abstillen nach einem Jahr - Praxistipps

Beitrag von Sonni34 »

Vielen Dank für die Tipps und an Mondenkind fürs Verlinken! Ich sehe, wie immer ist wahrscheinlich Abwarten und mal gucken, was in 1-2 Monaten so ist, das beste (Abwarten ist meine ganz große Stärke :-) ). Unsere Tochter hat einen Schnuller und schläft auch auf dem Arm ein, sowohl bei mir als auch beim Vater. Aber bisher nur tagsüber oder abends, nicht in der Nacht. Da hilft eigentlich nur stillen. Ich habe in der letzten Zeit schon versucht, das Stillen vom EInschlafen zu entkoppeln. Ein Erfolg war aber eigentlich nicht zu sehen.
Meine Idealvorstellung sehe folgendermaßen aus: Ich lege unsere Tochter gegen 19.30 Uhr in ihr Zimmer und stille sie vorher und wenn ich ins Bett gehe, so gegen 22 Uhr, nehme ich sie mit ins Familienbett, stille nochmal und dann wäre es super, wenn sie wenigstens mal 4 Stunden am Stück schlafen würde. Ich bin ja bescheiden :-) Bisher kommt sie schon in der Zeit zwischen 19 und 21 Uhr wenigstens einmal, wenn nicht sogar zweimal. Da lässt sie sich häufig aber ohne stillen nur mit auf dem Arm wiegen beruhigen.
Ich wünsche mir einfach für uns beide etwas mehr Schlaf. Denn eigentlich ist unsere Tochter morgens noch total müde. Das heißt, wirklich erholsam scheinen die Nächte für sie auch nicht zu sein.
Mäuschen (02/15)
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