Hin und Her bei der Beikost - schlechtes Timing?

Was kommt nach dem Vollstillen?

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Vivilotta
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Hin und Her bei der Beikost - schlechtes Timing?

Beitrag von Vivilotta »

Hallo ihr Lieben,

nun muss ich doch mal nachfragen zwecks der Ernährung meiner Tochter. Sie ist jetzt fast 11 Monate alt und wiegt 9,5 Kilo.
Ich hab sie voll gestillt bis sie 5,5 Monate alt war, da hatte sie dann angefangen nach Essen zu greifen. Im Nachhinein würde ich sagen, sie war nur neugierig, wirklich beikostreif war sie wohl noch nicht. Wir haben damals mit Brei angefangen und nach anfänglicher Neugier war es schnell so, dass sie mit Müh und Not 70-80 Gramm gegessen hat, egal ob Mittag, nachmittags oder abends.
Dann verweigerte sie immer mehr, bis sie letztendlich gar keinen Brei mehr nahm, das müsste so mit 8 Monaten gewesen sein. Seitdem gibts babygerechtes Fingerfood.
Ich mach mir aber ein wenig Sorgen, dass ich jedes Mal ihren Hunger verpasse.

Ein Beispieltag sieht so aus:
Aufstehen um 7
Stillen um 8, dann Brot mit Frischkäse und Obst (nimmt sie meist nur geringe Mengen)
Stillen um 10, kein zusätzliches Angebot
Einschlafstillen um 11, Schlaf bis 12 Uhr 30
Mittagessen um 13 Uhr, Vollkornnudeln, Kartoffeln, Gemüse, manchmal Fleisch (mit sehr wechselndem Essverhalten, mal richtig viel, mal gar nichts), Stillen oft um 14 Uhr
Nachmittag um 15 Uhr (Obst, meist nimmt sie nichts, da wahrscheinlich noch satt vom Stillen um 14 Uhr)
Abendessen um 17 Uhr 30 Uhr wieder Vollkornnudeln, Kartoffeln, Gemüse, manchmal Fleisch (sehr wechselnd, manchmal hat sie schon zu früh Hunger, dann still ich sie vorher, aber dann isst sie wieder kaum was)

Sollte ich vielleicht das Mittagessen schon um 10 anbieten? Nach dem Mittagsschlaf hält sie so 5,5 Stunden durch, und da 3 Mahlzeiten reinzuquetschen ist irgendwie doof. Ich hab eigentlich kein Problem damit, noch viel zu stillen, hab aber Angst, dass sie dadurch schon immer satt ist und deswegen meist so wenig isst? Oder ist das Quatsch?
Es zerrt nur irgendwie an meinen Nerven, dass ich seit fast nem halben Jahr mindestens 3 mal am Tag eine Riesensauerei aufwische, das Kind wasche und teilweise umziehe, dafür dass sie zu 90% der Zeit gar nichts isst. Und wenn es nur am schlechten Timing liegen sollte, ist es natürlich echt doof.
Regelt sich das Ganze echt von alleine? Würde sie also zum Beispiel das Stillen verweigern, wenn sie Hunger auf was anderes hat??

Trinken ist auch so ne Sache. Sie hatte Phasen, da hat sie mehrere Schnapsgläser Wasser getrunken am Tag, derzeit trinkt sie nichts. Kein Schluck. Hab vorgestern ihre Windeln gewogen, wir waren dann bei 380 ml Pipi in 24 Stunden. Ist bisschen zu wenig, oder?

Danke für eure Meinungen...
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februarkind16
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Re: Hin und Her bei der Beikost - schlechtes Timing?

Beitrag von februarkind16 »

Ich habe leider keinen Tipp, aber ich lese interessiert mit. Hier fast das Gleiche. Auch eine ewige Sauerei für sehr wenig Essen. Hinzu kommt, dass er nur gaaaanz feinen Brei isst, nichts mit auch nur den kleinsten Stückchen (auch keinen Grießbrei, ist schon zu grob). Und Fingerfood nur Sachen, die mehlig im Mund werden, wo man also wenig wirklich kauen muss. So sind wir also bei wenig feinem Brei und ergänzend trocken Brot und trockene Kartoffeln :roll: . Und ich habe den Eindruck, er will ständig Miniportionen anstelle von wenigen großen. Also am besten alle 1,5 h was zu essen.
Hier wird auch noch fast alle Enerige aus der Muttermilch geholt. Das finde ich im Prinzip nicht schlimm, aber ab 1. Februar gehe ich wieder arbeiten und ich habe langsam Angst, wie das werden soll. Zumal mein Partner, der dann erst mal zu Hause ist und aufpasst, da auch rigoros ist. Wenn mein Kleiner nichts isst, dann hat er eben Pech. Mein Mann wird sich bestimmt nicht jede Stunde damit abgeben ihm kleine Happen anzubieten und hinterher ständig die Sauerei weg zu machen *seufz* :-(.
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Marissa04
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Re: Hin und Her bei der Beikost - schlechtes Timing?

Beitrag von Marissa04 »

Ich stille wann immer Kind Hunger hat, und essen gibt es dann, wenn wir auch essen.
Kein brei.
Hab ich schon bei der großen so gemacht. Sie hat so mit 13 Monaten richtig angefangen zu essen. Also so das es auch mal mehr war. Seitdem fortlaufend. Und immer wieder Phasen wo sie kaum was isst, und dann wieder Mengen wo ich mich frage wo sie das hin isst.
Baby Zwerg ist jetzt 7 Monate alt und ganz zufrieden mit der Situation. Wenn sie mehr essen wollen zeigen sie das auch.

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Novalia
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Re: Hin und Her bei der Beikost - schlechtes Timing?

Beitrag von Novalia »

Baby stillt wenn es möchte. Inzwischen zeigt er das deutlich, entweder stupst er seine Nase in mein Dekoltee, oder wenn es nicht ganz so dringend ist, denk er an das babyzeichen ;)

Gegessen wird, wenn alle essen. Frühstück, Snack, Mittag, "Kaffee", Abend. Mal will er, mal nicht.

Es kommt ein bischen darauf an, was du möchtest. Wenn dir die Stilldauer egal ist, also du nicht mit x Monaten abstillen möchtest, dann lass es doch einfach laufen. Wenn dein Kind gesund ist (auch zB kein Eisenmangel) dann wird sich das Gleichgewicht laaangsam verschieben. Immer weniger stillen und mehr essen. Aber nicht linear, sondern mit Höhen und Tiefen. Vollstillen bei Krankheit, dann wieder Mandarinen bis zum umfallen.

Das hat beim Großen gut geklappt.
Ich bin nach einem Jahr wieder zum Arbeiten, beim Papa hat er gegessen und getrunken. War ich zuhause hat er mehr gestillt. Jetzt ist er 3,5 und stillt nur noch zum Einschlafen. "Überleben" konnte er aber auch schon mit einem Jahr super ohne stillen. Schöner/angenehmer/vertrauter fand er es mit stillen.
mit großem Knups an der Hand 07|12, kleinem Knups auf dem Rücken 02|15 und meinen Sternchen Luca *13.01.17 und *03|14 für immer im Herzen

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mit mir geschehn, als ich dich gesehn
in jener Nacht den Schein hast entfacht.

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Vivilotta
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Re: Hin und Her bei der Beikost - schlechtes Timing?

Beitrag von Vivilotta »

Danke für eure Antworten, das beruhigt mich ja ein wenig, dass ihr das auch so handhabt. Stillen, wenn Kind das anzeigt und Mahlzeiten, wann sie eben stattfinden. Ich hab mir nur immer mehr Gedanken gemacht, ob ich nicht sogar verhindere, dass mein Kind mehr isst, weil es ja immer satt ist vom Stillen.
Irgendwie scheint sie auch so ziemlich die Einzige zu sein, die in diesem Alter im Bekanntenkreis und Familienkreis noch soviel stillt, und da kommen natürlich schon vermehrt Kommentare, die einen manchmal nerven, und manchmal dann eben doch verunsichern.
Ob sie Eisenmangel hat, weiss ich leider nicht. Ich hätte sie bei der U6 testen lassen, die in einem Monat ist. Eine Zeitlang gab es viel Hirsebrei, aber nachdem sie ja nun den Brei komplett verweigert (außer man macht ihn so fest, dass sie ihn selbst essen kann), geht kaum noch Eisenhaltiges ins Kind.

Februarkind: ich denke, die beiden (also Kind und Papa) bekommen das dann bestimmt irgendwie hin. Wenn ich mal arbeiten bin (bin selbstständig, und hin und wieder einen Nachmittag nicht da), dann hat sie immer gegessen. Sie weiss das schon genau, wann es Muttermilch geben könnte und wann nicht. Das klappt bestimmt bei euch auch! Aber ich kann verstehen, dass man angespannt ist, wenn man gleich den ganzen Tag weg ist dann.
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Re: Hin und Her bei der Beikost - schlechtes Timing?

Beitrag von Novalia »

Also bei uns hat das echt gut geklappt. Und man liest das hier auch oft ;)

Ich hatte bei meinem Juli-Kind eher Angst, dass er zu wenig Flüssigkeit bekommt, denn es war sehr heiß. Aber der Papa hat mit viel Melone gefuttert. Banane ging immer. Beeren auch.

Ich war auch angespannt. Aber das "größere" Problem waren meine Brüste. Zum Glück konnte ich gut ausstreichen und hab dann immer zwei Portionen Bademilch (was anderes ging aus hygienischen Gründen nicht) mitgebracht :)

irgendwann hatten sich meine Brüste daran gewöhnt, bzw Kind hat eh sehr unregelmässig getrunken.

Das klappt schon!
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Re: Hin und Her bei der Beikost - schlechtes Timing?

Beitrag von februarkind16 »

Das mit den Brüsten glaube ich, davor habe ich auch Angst. Ausstreichen auf Arbeit stelle ich mir zeitlich auch schwierig vor. Man blockiert dann ja auch solange das Bad :? Naja, ich hoffe einfach, das klappt irgendwie. Dass das mit dem Essen ohne Anwesenheit von Mama besser funktionieren soll, habe ich hier auch schon oft gelesen. Da muss mein Kleiner sich einfach dran halten :P
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Re: Hin und Her bei der Beikost - schlechtes Timing?

Beitrag von Leja »

Ich war als Zwucki zwischen 7 und 13 Monate alt war auch sehr verunsichert und wir hatten ähnliche "Probleme". Jetzt im
Nachhinein ärgert mich eher dass ich das für Probleme gehalten habe.

Mit regelmäßigen erwähnenswerten Mengen hat der Zwucki erst nach seinem ersten Geburtstag angefangen. Bei der Kia-Untersuchung um diese Zeit war er auch recht leicht. Unser Kia dürfte kein Anhänger der Eisenmangeltheorie sein.
Mir persönlich hat es auch geholfen mit einer Mutter von 6 Kindern zu reden (aktuell stillt sie die jüngste mit da 4 noch ein bisschen). Ich dachte wenn mich jemand bestärken kann dann sie. Und wirklich. Eine der 6 hat in ihrem ersten Lebensjahr nur an Gurken geknabbert und sonst alles verweigert. Das hat mich dann doch aufgebaut - weil es in meinem Bekanntenkreis sonst keine Spätesser gibt.

Jetzt mit 15 Monaten isst er recht gerne Apfel-Bananen-Haferflocken-Brei. Er mag Brot (wobei er da auch keine Unmengen isst) und seit 3 Tagen liebt er Reis und Nudeln. Ich bin richtig überrascht dass er jetzt auf einmal so verhältnismäßig viel isst.

Für mich war es wichtig die Balance zu finden zwischen: immer wieder etwas anbieten und beruhigt weiterzustillen und drauf vertrauen dass er alles hat was er braucht. Manchmal warn die ewigen "Misserfolge" nämlich so frustrierend dass ich am liebsten gleich ein paar Wochen aufgeben hätte ; )

Also nach meiner Erfahrung "auf und ab?" - ja das gehört dazu.
Zwuck (9/2014) und Schäfchen (11/2020)
-Ministernchen (9/2019)
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Vivilotta
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Re: Hin und Her bei der Beikost - schlechtes Timing?

Beitrag von Vivilotta »

Danke Leja! Ich glaube, da sprichst du was Wahres an bezüglich der frustrierenden Misserfolge. Ich denk mir oft, wenn sie wirklich gar nichts isst den ganzen Tag, dass ich ja hätte problemlos nur stillen können. Manchmal überrascht sie mich dann aber auch, heute Abend hat sie Kartoffeln mit Pastinaken und Lachs gegessen, ein kleines Butterbrot und eine halbe Orange! Ich dachte, ich seh nicht richtig.
Ich freu mich immer so, wenn sie isst, weil ich dann denke, ich hab das Richtige ausgewählt. Andersherum denke ich oft, ihr schmeckts nicht, wenn sie nicht isst und das ist wahrscheinlich totaler Quatsch. Sie isst halt nur wenn sie was zusätzlich gebrauchen kann. Aber ich sollte meine Haltung hierzu ändern, es ist ja keine "Kritik" an mir, wenn sie gar nichts (selbst gekochtes) mag.


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Re: Hin und Her bei der Beikost - schlechtes Timing?

Beitrag von 08u11 »

Vivilotta, unabhängig von BLW habe ich festgestellt, dass es generell keine gute Idee ist, extra für die Kinder zu kochen und dann sowas wie 'Dankbarkeit' zu erwarten. Ich koche inzwischen, was mir schmeckt. Die Kinder dürfen gerne Mitessen. Und wenn sie nicht wollen, nehmen die Großen sich halt ein Brot und die Kleine Mama-Milch :D . Bei meinen Eltern gab das jedes Mal Knatsch - meine Mutter hat extra lecker für die Kinder gekocht und es war nie recht. Inzwischen sage ich ihr auch: sie soll einfach kochen was ihr schmeckt (oder, besser noch, was mir scheckt :D ) oder eben auch gar nicht. So lange sie Brot und Obst im Haus hat, wird niemand verhungern. Okay, ich koche generell nicht besonders gerne und die Kinder essen unter der Woche auswärts - das nimmt bei uns viel Druck raus.
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
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