ich habe hier schon länger mitgelesen, und finde die Antworten, aus denen man immer ganz viel Liebe und Respekt gegenüber den Kindern rausliest, echt toll. In anderen Foren und auch im Bekanntenkreis wird echt erschreckend oft zum Ferbern geraten, und das steht natürlich absolut nicht zur Debatte.
Meine Tochter ist jetzt 10,5 Monate alt und es wird immer schlimmer mit dem Schlafen.
Sie war ein recht unruhiges Neugeborenes, hat stundenlang nicht in den Schlaf gefunden, wurde die ersten 8 Wochen dauergestillt. Immer, wenn etwas Aufregendes passiert war, zum Beispiel jemand anderes als ihr Papa oder ich sie auf dem Arm hatten, wollte sie sofort an die Brust. Dann hatten wir lange einen 2 Stunden Rythmus, Tag wie Nacht.
Mittlerweile sind wir bei 3 Stunden Abstand tagsüber, mal isst sie ganz gut mit, mal gar nichts. Sie bekommt vom Familientisch, sie verweigert Brei und alles, bei dem sie gefüttert werden müsste. Alles in allem wird sie morgens gestillt, dann zum Einschlafen mittags, dann nach dem Mittagessen, abends und zum Einschlafen (also ca. 5-7 mal)
Die Nächte sind echt schlimm, zumindest meistens. Sie schläft an der Brust ein, problemlos, meist innerhalb von ein paar Minuten. Allerdings wacht sie bereits nach einer halben Stunde wieder auf, in schlechten Zeiten panisch, in guten Zeiten nur quäkend. Dann wird sie wieder gestillt. Aus dem Raum rausgehen brauch ich gar nicht erst, dann wacht sie alle 5 Minuten auf und schreit nach mir. Ab da kommt sie mit Glück stündlich. Ich verschlafe zwar meist 2-3 mal Stillen, so dass ich zumindest 4 Stunden Schlaf einigermassen zusammenhängend bekomme, aber danach wird es einfach zu unruhig. Sie liegt direkt neben mir (schläft schon immer im FB), wälzt und rollt sich auf mich. Nehm ich sie so, dass wir beide mit Körperkontakt schlafen könnten, schreit sie aber dann. Lege ich sie in ihre eigene kleine Beistellmatratze, rollt sie wieder zu mir. Sie will dann andauernd stillen, schläft aber dann so schnell weiter, dass ihr die Brustwarze ständig aus dem Mund rutscht, und sie sie wieder schmerzhaft reinhapst. Ich muss die Brust mittlerweile beim Stillen halten, nicht sehr bequem für mich, so dass ich gefühlt ab 2 Uhr morgens nur im Minutentakt schlafe. Neuerdings will sie nun nicht mehr abdocken und schläft so oberflächlich, dass ich nicht mal aufs Klo gehen kann.
Sie geht meist so gegen halb sieben schlafen, ist öfters mal ne Stunde wach, und wacht dann so um 7 Uhr 30 auf. Tagsüber schläft sie seit kurzem nur noch einmal, ungefähr 1,5 Stunden.
Ich bin mir so unschlüssig, was ich tun soll. Es ist ja keine schlechte Phase, es wird immer schlechter. Es ist gar nicht so sehr die Müdigkeit, die mich so verzweifeln lässt. Ich komme durch die Permanent-Stillerei nachts einfach auch an meine psychische Grenze. Ich fühle mich teilweise schon arg benutzt, und dann fällt es mir wirklich schwer, Stillen alle 20 Minuten zuzulassen.
Nur, was ist die Alternative? Sie nächtelang schreien lassen nach der Brust? Schaff ich nicht, weder emotional, noch körperlich. Ich kann ja den fehlenden Schlaf kaum nachholen, dadurch dass sie ja relativ oft tagsüber stillt. Was ich versuchen könnte, wäre zumindest die ersten 3 Stunden nach Einschlafen stillfrei zu machen, also quasi den gleichen Abstand wie tagsüber einzuführen. Herumtragen hat grad eben ganz ok geklappt, sie ist dann aber beim Ablegen wieder aufgewacht und wollte stillen. Wieder hochnehmen führte zu Geschrei.
Ist das noch normal, wie es läuft bei uns? Sie hat sooo Angst, dass sie allein sein könnte beim Schlafen, dabei bleib ich IMMER mit ihr. Ich hab seit der Geburt keinen Film mehr gesehen, geschweige denn Zeit mit meinem Mann verbracht, ohne ständig ins Schlafzimmer zu laufen. Das längste, was ich bisher schlafen durfte, waren 4 Stunden, und das war dreimal
Ich wusste ja, dass Babys anstrengend sind. Aber ich hatte so verdammt wenig Ahnung, vom Stillen etc. In meinem Umfeld gibt es nur Paradebeispiele. Kinder, die schon immer durchschlafen, Stillkinder, die problemlos Schnuller und Fläschchen nehmen (hier geht beides nicht), Abstände von min. 3 Stunden am Anfang gleich, alle Babys haben sich genau an den Beikostplan gehalten und begeistert ihren Brei gefuttert. Und bei uns läuft alles komplizierter. Ich versteh es nicht. Bin am Ende ich schuld? Weil ich sie nachts ganz oft ohne abzuwarten, stille? Ich hab mittlerweile echt Panik, dass sie sonst aufwacht und wieder lange wach ist.
Ich wäre sehr sehr dankbar für ein paar Einschätzungen oder Möglichkeiten, die Nächte erholsamer zu machen....