Eisenversorgung bei Obstbrei (GOB)?

Was kommt nach dem Vollstillen?

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Madrugada
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Eisenversorgung bei Obstbrei (GOB)?

Beitrag von Madrugada »

Hallo,

da mein Kleiner (7 Monate) sich die Gemüsebreie (egal ob selbst püriert oder Gläschen) nur mit Mühe reinwürgen ließ, haben wir jetzt als Einstiegsbrei den Getreide-Obst-Brei gewählt. Den schlabbert er weg wie nix. Bisher nehme ich Apfel, Birne oder Banane und mische die mit Reisflocken (+ Wasser, klar). Aber wie sieht es denn mit der Nährstoffversorgung aus, reicht meinem Sohn das? Bisher wurde er voll gestillt, man sagt doch, bei der Beikost-Einführung sei das Eisen so wichtig? Stimmt das? Falls ja, womit kriege ich das in den Brei rein? Hirse? Hafer?
Und muss ich sonst etwas beachten? Sohnemann ist recht klein und leicht, aber nicht zu dünn. Halt knapp über der Untergrenze der Kurve.
Ich werde ihm immer wieder mal Gemüse anbieten, aber ich will ihm nicht schon jetzt eine Abneigung gegen Gemüse ran-erziehen, indem ich ihn zum Essen zwinge.
Als nächste Mahlzeit würde ich (falls er Gemüse dann immer noch nicht mag) einen milchfreien Abendbrei anmischen und danach stillen, so dass das quasi einen Milch-Getreide-Brei ergibt. Spricht was dagegen?

Und würdet ihr das Wasser, das er zum Essen trinkt, noch abkochen oder nicht? Im Übersichts-Thread stand, dass das irgendwann nicht mehr nötig ist?
mit Sonnenschein (04/15) und zwei Herbst-Flöckchen (11/17)
Mamorea
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Re: Eisenversorgung bei Obstbrei (GOB)?

Beitrag von Mamorea »

Was spricht denn gegen Fleisch als Eisenlieferant? Ich persönlich halte ja Getreide nicht für gesund und ernähre meine Kleine jetzt auch getreidefrei. Fleisch, Fisch und Eier schaufelt sie sich mit Begeisterung rein. Probiers doch mal mit Hackfleischbällchen.

mit Schneckchen 09/14
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schnitz
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Re: Eisenversorgung bei Obstbrei (GOB)?

Beitrag von schnitz »

Hirse und Hafer sind sehr eisenreich. Da die Resorption aus pflanzlichen Quellen schlechter ist als aus tierischen, durch Vitamin C aber wesentlich verbessert werden kann würde ich die Getreide auf jeden Fall mit VitaminC-reichem Obst/Gemüse kombinieren (Apfel, Birne, Brokkoli). Oder ein paar Löffelchen Obstbrei als Nachtisch anbieten.
Man kann auch einen Löffel Saft zum Brei dazugeben.
Wenn du den Brei mit Kuhmilch anrührst verschlechtert sich die Eisenaufnahme sehr, ich würde das mit Wasser machen.
Reis ist leider recht arm an Nährstoffen, nicht nur an Eisen sondern auch an Vitaminen und anderen Mineralien, ich würde da immer anderes (Pseudo-)Getreide (nicht gerade Weizen) bevorzugen.
Mochi 2/2015
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Sakura
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Re: Eisenversorgung bei Obstbrei (GOB)?

Beitrag von Sakura »

Obst ist im Vergleich zu Gemüse tatsächlich ein viel schlechterer Eisenlieferant. Unter den Früchten eisenreich sind Trockenfrüchte wie Aprikose oder Feige, die sind aber auch sehr zuckerig und für Brei eher schwierig. Getreide dagegen ist relativ reich an Eisen, vor allem Vollkorn. Viel Eisen ist in Hirse, aber auch Hafer. Relativ gesehen wenig Nährstoffe sind enthalten in Reis und Mais.

Abgesehen von der Beikost enthält Muttermilch zwar wenig, dafür aber sehr gut verwertbares Eisen. Daher trägt Muttermilch auch nach Beikoststart bei reif geborenen, nach Bedarf gestillten, gut gedeihende Kinder zur Eisenversorgung bei. Frühchen haben oft einen viel höheren Eisenbedarf.
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jusl
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Re: Eisenversorgung bei Obstbrei (GOB)?

Beitrag von jusl »

Sakura hat geschrieben:Obst ist im Vergleich zu Gemüse tatsächlich ein viel schlechterer Eisenlieferant.
Wieso??
Eisenhaltige Obst- und Gemüsesorten enthalten BEIDE jeweils ca 1-3 mg Eisen pro 100 g Obst/Gemüse. Obst enthält im Gegensatz zu Gemüse dazu noch größere Mengen Fruchtzucker, die die Eisenaufnahme FÖRDERN.
Entsprechend ergibt es keinen Sinn, einem Baby das Obst liebt (und entsprechend gerne viel davon isst) und Gemüse blöd findet (und entsprechend verweigert), immer wieder Gemüse vorzusetzen. Über Obst wird es doch zweifellos viel mehr Eisen aufnehmen als über Gemüse.
Sakura hat geschrieben:Unter den Früchten eisenreich sind Trockenfrüchte wie Aprikose oder Feige
Eine getrocknete Aprikose enthält genauso viel Eisen wie eine frische Aprikose (wo sollte während des Trocknungsvorgangs auch zusätzliches Eisen herkommen...).
Der relativ höhere Eisengehalt ist ausschließlich durch den Wasserentzug bedingt, d.h. 100 g getrocknete Aprikose enthält logischerweise mehr Eisen als 100 g frische Aprikose - das gilt aber für jedes Lebensmittel, dem Wasser entzogen wird: von sämtlichen restlichen Inhaltsstoffen ist da relativ gesehen mehr drin. Wer also keine Skrupel hat, seinem Baby eine frische Aprikose anzubieten, darf auch eine getrocknete in den Brei pürieren, und umgekehrt.

Madrugada hat geschrieben:da mein Kleiner (7 Monate) sich die Gemüsebreie (egal ob selbst püriert oder Gläschen) nur mit Mühe reinwürgen ließ, haben wir jetzt als Einstiegsbrei den Getreide-Obst-Brei gewählt. Den schlabbert er weg wie nix.
Sehr schön, dass Dein Baby so viel Freud an Getreide-Obst-Brei hat. Es spricht absolut nichts dagegen, diesen weiter anzubieten.
Bisher nehme ich Apfel, Birne oder Banane und mische die mit Reisflocken (+ Wasser, klar). Aber wie sieht es denn mit der Nährstoffversorgung aus, reicht meinem Sohn das? Bisher wurde er voll gestillt, man sagt doch, bei der Beikost-Einführung sei das Eisen so wichtig? Stimmt das? Falls ja, womit kriege ich das in den Brei rein? Hirse? Hafer?
Hafer und Hirse enthalten rund 2 bzw. 3 mal so viel Eisen wie Reis. Entsprechend kannst Du den Eisengehalt des Getreide-Obst-Breis damit erhöhen - allerdings sollte dieser in Bezug auf die Eisenversorgung immer OHNE MILCH (Kuhmilch, Milchpulver,...) hergestellt werden, da Kuhmilchprodukte die Eisenaufnahme hemmen.
Und wenn Dir ein hoher Eisengehalt der Beikost wichtig ist, ist Fleisch in der Tat eine sinnvolle Wahl. Der Gehalt an Eisen ist zwar ähnlich wie der bei Obst, Gemüse und Getreide, aber leichter verwertbar, d.h. beim Baby kommt mehr davon im Körper an.
Und muss ich sonst etwas beachten?
Nichts. Mit Stillen nach Bedarf und Beikost nach Belieben ist Dein Baby bestmöglich ernährt.
Als nächste Mahlzeit würde ich (falls er Gemüse dann immer noch nicht mag) einen milchfreien Abendbrei anmischen und danach stillen, so dass das quasi einen Milch-Getreide-Brei ergibt. Spricht was dagegen?
Nein. Du kannst abends grundsätzlich genau das gleiche anbieten wie nachmittags oder morgens und sonst wann. ;-)
Und würdet ihr das Wasser, das er zum Essen trinkt, noch abkochen oder nicht? Im Übersichts-Thread stand, dass das irgendwann nicht mehr nötig ist?
Einfach Faustregel:
Normales Leitungswasser, das im Rahmen der Beikost zum Trinken angeboten wird, muss NIE abgekocht werden. Normales Leitungswasser, das zur Zubereitung von Muttermilchersatznahrung, künstlicher Milch oder sonstiger Säuglingskost verwendet wird, muss IMMER abgekocht werden. Der Grund dafür liegt darin, dass Milchpulver ein guter Nährboden für Keime ist und entsprechend keimarm zubereitet werden muss. Ein Trinkbecher, in dem lediglich Wasser drin ist, verkeimt viiiiiel langsamer und ist daher von Beikoststart an unproblematisch.

Weitere Infos findest Du in unserer Linksammlung Stillwissen, Stichwort Beikost oder auch Stichwort Eisenmangel.

LG
Julia
Doro31
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Re: Eisenversorgung bei Obstbrei (GOB)?

Beitrag von Doro31 »

Madrugada hat geschrieben:Bisher nehme ich Apfel, Birne oder Banane und mische die mit Reisflocken (+ Wasser, klar).
+ Öl, oder? Irgendein Fett sollte ja auch mit rein.
Doro mit den drei Blondschöpfen (11/09, 07/12 und 02/15)
Lösche Benutzer 1828

Re: Eisenversorgung bei Obstbrei (GOB)?

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Mamorea hat geschrieben:Was spricht denn gegen Fleisch als Eisenlieferant? Ich persönlich halte ja Getreide nicht für gesund und ernähre meine Kleine jetzt auch getreidefrei. Fleisch, Fisch und Eier schaufelt sie sich mit Begeisterung rein. Probiers doch mal mit Hackfleischbällchen.

mit Schneckchen 09/14
Ich halte Fleisch für nicht gesund für Kinder ;) - meine wurden immer vegetarisch ernährt.
jusl
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Re: Eisenversorgung bei Obstbrei (GOB)?

Beitrag von jusl »

Naja, ist ja normal - jeder hält PERSÖNLICH irgendwas für besonders toll und anderes für weniger toll. Gegen persönliche Vorlieben und Abneigungen ist ja auch nichts einzuwenden. ALLES hat IMMER Vor- und Nachteile.
Die Datenlage besagt jedenfalls, dass eine abwechslungsreiche, frische und möglichst naturbelassene MISCHKOST ab Beikoststart für die Baby- und Kinderernährung bestens geeignet ist.

LG
Julia
Lösche Benutzer 1828

Re: Eisenversorgung bei Obstbrei (GOB)?

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Ja, ich weiß - aber dann halt so generell Fleisch als DIE Quelle anzupreisen, finde ich unglücklich.
jusl
Jusl Almighty
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Re: Eisenversorgung bei Obstbrei (GOB)?

Beitrag von jusl »

:lol: Naja, es ist aber nunmal diejenige Lebensmittelgruppe, deren Eisengehalte die höchste Bioverfügbarkeit aufweisen (und im Falle von Innereien dazu auch noch mit Abstand die höchsten Absolutgehalte an Eisen).
Diesen Fakt zu nennen ist kein (ungebührliches) Anpreisen, sondern eben bloß eine Mitteilung. ;-) Alternativen, also pflanzliche Eisenquellen, werden hier ja ebenfalls stets genannt.
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