Hilfe bei "stillfaulem" Neugeborenen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Rumkirsche
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Hilfe bei "stillfaulem" Neugeborenen

Beitrag von Rumkirsche »

Hallo liebes Forum,
ich hatte bisher keine verlgeichbaren Thread gefunden, fange aber langsam an etwas zu verzweifeln. Vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen.

Die Ausgangssituation: Mein Kleiner wurde am 20.10. per Kaiserschnitt mit 2280g (SSW 39+1) geboren. Er war zu klein um an der Brust zu saugen, also wurde er zunächst mit Prenahrung gefüttert. Mittels Abpumpen habe ich es soweit geschafft, dass ich genug Milch habe um den Kleinen per Flaschenfütterung satt zu bekommen. Er wiegt mittlerweie 2500g und ist kräftiger.

Das aktuelle Problem: Das Potential zum Vollstillen ist da: der Kleine weiß wie das Saugen an der Brust geht, Milch fließt ausreichend. Meine derzeitige Fütterungsprozedur ist: Anlegen, Muttermilch per Flasche und anschließend Abpumpen. Beim Anlegen saugt der kleine nur sehr wenig, es sind lange Pausen oder viel Nuckeln dazwischen. Selbst wenn er vorher munter war nickt er schnell wieder weg. Mit viel Stimulation von Kiefer, Händen und Füßen haben wir es mit Hilfe der Hebamme in 45 Minuten auf 40g Stillprobe geschafft. Alleine bin ich leider nicht so hartnäckig. Die Hebamme und ich haben den Eindruck, dass der Kleine "stillfaul" ist. Er nuckelt ein bisschen und wartet dann auf die Flasche, an der er sehr gierig bis zu 80ml anschließend trinkt. Dabei verschluckt er sich und schluckt so viel Luft, dass er erbricht und starke Blähungen bekommt. Beim Abpumpen nach dem Anlegen bekomme ich meist zwischen 60 und 80 ml. Die ganze Fütterungsprozedur kann gut und gerne auch mal 2 Stunden dauern... :(

Vielen lieben Dank für eure Unterstützung
Rumkirsche mit Krümelchen 10/15
MamaSunshine
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Re: Hilfe bei "stillfaulem" Neugeborenen

Beitrag von MamaSunshine »

Dir antworten sicher so bald wie möglich noch mehr, und vor allem auch eine stillberaterin. -
Aber zum hier weiterlesen: für mich als stillmama, die viel gelesen hat, klingt das nach einer klassischen saugverwirrung. Hast du schon darüber gehört? Und hast du dir schon Alternative zufüttermethoden angeschaut? Kannst dich ja diesbezüglich hier mal durchklicken. :-)
Viel erfolg euch, ihr schafft es bestimmt bald zum vollstillen!
Mama Sunshine mit dem kleinen Sonnenschein (09/13) und dem Fröschlein (11/18)
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Hermine12
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Re: Hilfe bei "stillfaulem" Neugeborenen

Beitrag von Hermine12 »

Herzlichen Glückwunsch zum Baby :) Ich schließe mich MamaSunshine an, die Flasche nach dem Stillen ist kontraproduktiv und er hat möglicherweise eine Saugverwirrung. Dazu steht auch einiges in der Linksammlung Stillwissen. Es meldet sich bestimmt gleich noch ein Stillmod und geht ausführlicher darauf ein. Derweil kannst du ja schon mal den Fragenkatalog unter "Wie funktioniert Stillberatung im SuT" beantworten.

Ich wünsche euch alles Gute :)
Liebe Grüße von Hermine
mit kleinem Wusel (Juni 2015)

Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns. (Rumi)
Rumkirsche
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Re: Hilfe bei "stillfaulem" Neugeborenen

Beitrag von Rumkirsche »

Hier noch die fehlenden Antworten zum Fragenkatalog. Ich hab mal die Daten für die letzte Woche zusammengefasst (gestillt ist in Anführungszeichen zu sehen,da ich nicht weiß, ob und wieviel er tatsächlich getrunken hat):

31.10. 2330g, 7x gestillt, 325ml MuMi, 7x Stuhl, 7x Pipi
01.11. 2360g, 6x gestillt, 365ml MuMi, 7x Stuhl, 6x Pipi
02.11. 2420g, 6x gestillt, 245 ml MuMi, 4x Stuhl, 4x Pipi
03.11. 6x gestillt, 295 ml MuMi, 2x Stuhl, 7x Pipi
04.11. 2480g, 6x gestillt, 350ml MuMi, 6x Stuhl, 6x Pipi
05.11. 6x gestillt, 445ml MuMi, 7x Stuhl, 6x Pipi
06.11. 2510g, 6x gestillt, 305ml MuMi, 7x Stuhl, 6x Pipi

Der Stillstart mit dem Kleinen war auf Grund des geringen Geburtsgewichtes und der Überfüllten Wöchnerinnenstation schwierig. Ich hatte ihn ca. 3 Mal mit Hilfe im Krankenhaus angelegt. Meine Brustwarzen haben gerade so in seinen kleinen Mund gepasst (er ist zum Glück schon etwas gewachsen). Ich habe gleich mit Prenahrung im Fläschchen zugefüttert,weil der Fokus bei 2280g erstmal auf Gewichtserhalt lag. Gleichzeitig hatte ich abgepumpt.Meinen Milcheinschuss incl. Milchstau hatte ich dann 5 Tage nach dem Kaiserschnitt. Seit dem 31.10. schaffen wir es ohne Pre :) .

Ich hatte mir die Links unter Stillwissen durchgelesen und frage mich,was halt zu meinem Fall passt. Ich hatte gehofft eine Idee zubekommen, wie ich es schaffe, dass der Kleine tatsächlich an der Brust trinkt. Wie gesagt, die Technik hat er im Prinizp drauf, wendet sie aber nur mit vielen Pausen an.

Viele Grüße
Rumkirsche mit Krümelchen 10/15
Kornblumen
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Re: Hilfe bei "stillfaulem" Neugeborenen

Beitrag von Kornblumen »

Ich könnte mir auch vorstellen, dass es sich um eine Saugverwirrung handelt. Da hilft alle künstlichen Sauger wegzulassen und Alternativ zuzufüttern ( Becher, Löffel, brusternährungsset). Letzteres wäre glaube ich für einen längeren Zeitraum am besten. Kannst ja schonmal im Forum dazu lesen...

Die Stillmods helfen dir bestimmt weiter :-)
Mit Purzelchen *Herbst 2013
Rumkirsche
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Re: Hilfe bei "stillfaulem" Neugeborenen

Beitrag von Rumkirsche »

Das BES klingt kompliziert. Ich glaube nicht, dass ich es ohne Begleitung anwenden könnte. Ich hatte gehofft, dass es irgendwann für mich einfacher wird. :(
Rumkirsche mit Krümelchen 10/15
Unilein
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Re: Hilfe bei "stillfaulem" Neugeborenen

Beitrag von Unilein »

An das BES gewöhnt man sich. Und dann freut man sich über die Zeitersparnis, weil man beim Stillen zufüttern kann. Ansonsten probiere mal Brustkompression gegen das Einschlafen an der Brust.
mit Käferchen (Sommer 2015) und Superbonbon (Herbst 2017)
Nikola
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Re: Hilfe bei "stillfaulem" Neugeborenen

Beitrag von Nikola »

Hallo,
hier auch kein stillberater aber eine BES Mami :-)
Hatte auch ein trinkfaules Baby wahrscheinlich dadurch auch den Milchmangel bei mir.
Aber du hast ja Milch das ist ja schon mal eine super Vorraussetzung.
Was hilft ist Brustkompression und Wechselstillen.
Klick dich mal durch Stillwissen.

Das BES sieht komplizierter aus wie es ist. Es ist eine Übungssache aber es hat bei uns auch ganz schnell geklappt. Wichtig ist von der Flasche wegzukommen und das BES ist meiner Meinung nach die zeitsparendste Methode. und die Reduktion ist dadurch auch einfacher.

Drücke euch die Daumen
Liebe Grüße Nina mit Grosser Schwester (07/15) und Mini Schwester (03/18)
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deidamaus
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Re: Hilfe bei "stillfaulem" Neugeborenen

Beitrag von deidamaus »

Hallo Rumkirsche,

herzlichen Glückwunsch zu deinem kleinen Baby. Super, dass du deinen Sohn nur mit deiner Milch ernähren kannst :D
Rumkirsche hat geschrieben: Das aktuelle Problem: Das Potential zum Vollstillen ist da: der Kleine weiß wie das Saugen an der Brust geht,
Deine Beschreibung klingt danach, dass dein Baby ein Problem mit dem Wechsel zwischen Brust und Flasche hat, d.h. eine Saugverwirrung. Wie die anderen schon geschrieben haben, ist es ganz wichtig, dass du das Zufüttern auf eine stillfreundliche Methode umstellst. Anbieten tut sich hier ein Becher oder das BES.

Wenn dein Baby keine künstlichen Sauger mehr bekommt, kann er seine Stilltechnik ungestört verbessern und damit effektiver trinken.

Zusätzlich ist es wichtig ihn beim Stillen wach zu halten und zum Saugen zu animieren. Hier bietet sich Brustkompression und Wechselstillen an.

Ein weiterer wichtiger Punkt um mehr Milch in den Bauch deines Babys zu bekommen, ist häufigeres Stillen. Mindestens 10-12 mal in 24 h, d.h. tagsüber alle 2 Stunden und nachts alle 3 h.
Milch fließt ausreichend.
Super toll.
Meine derzeitige Fütterungsprozedur ist: Anlegen, Muttermilch per Flasche und anschließend Abpumpen. Beim Anlegen saugt der kleine nur sehr wenig, es sind lange Pausen oder viel Nuckeln dazwischen. Selbst wenn er vorher munter war nickt er schnell wieder weg. Mit viel Stimulation von Kiefer, Händen und Füßen haben wir es mit Hilfe der Hebamme in 45 Minuten auf 40g Stillprobe geschafft.
45 min ist für ein Neugeborenes eine normale Stilldauer und 40 ml keine so schlechte Menge. Bei 10-12 Stillmahlzeiten wären das 400-500ml. Das ist doch sehr ordentlich.
. Alleine bin ich leider nicht so hartnäckig. Die Hebamme und ich haben den Eindruck, dass der Kleine "stillfaul" ist.
Das ist er bestimmt nicht. Er kann es im Moment nur nicht besser. Ein Baby, das zu "faul" zum stillen wäre, würde verhungern.
Er nuckelt ein bisschen und wartet dann auf die Flasche, an der er sehr gierig bis zu 80ml anschließend trinkt.
Er trinkt die Flasche si gierig aus, weil der harte Flaschensauger den Saugreflex auslöst und dein Baby (wie alle Babys) die Schluckgeschwindigkeit an die Fließgeschwindigkeit der Milch anpasst. Er kann nicht anders.
Dabei verschluckt er sich und schluckt so viel Luft, dass er erbricht und starke Blähungen bekommt.
Noch ein Grund mehr möglichst bald stillfreundlich zuzufüttern.
Beim Abpumpen nach dem Anlegen bekomme ich meist zwischen 60 und 80 ml. Die ganze Fütterungsprozedur kann gut und gerne auch mal 2 Stunden dauern... :(
Hier würde dir das BES gute Dienste tun. Du könntest beim Stillen zufüttern, so dass du auch eine Menge Zeit sparst. Gleichzeitig bekommt dein Baby beim Zufüttern noch Milch aus der Brust und übt sich im richtigen Stillen.

Mein Vorschlag:
- Das Zufüttern auf Becher oder BES
umstellen,
- täglich unter gleichen Bedingungen wiegen (du hast schon eine auf 10g genaue Babywaage zu Hause?). Wie das geht steht hier: Grundinfo Gewichtsentwicklung - Gedeihen - Gewichtskontrolle
- 10-12 mal in 24 h Stillen,
- dabei Brustkompression und Wechselstillen anwenden,
- einmal am Tag Gewicht, Stillhäufigkeit, Zufüttermenge und Pipi- und Stuhlwindelanzahl hier dokumentieren.

Sobald dein Baby keine künstlichen Sauger mehr bekommt, wird er seine Stilltechnik mit der Zeit so verbessern, dass du mit meiner Hilfe das Zufüttern nach und nach reduzieren kannst und in ein paar Wochen voll stillst.

Was meinst du dazu? Magst du es anpacken?

Liebe Grüße von deidamaus
ModTeam-Stillberatung
Liebe Grüße von deidamaus, ModTeam-Stillberatung
mit den drei Mäusen (Grosse 12/06, Mittlerer 5/10 und Kleiner 4/13)

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Re: Hilfe bei "stillfaulem" Neugeborenen

Beitrag von Rumkirsche »

Erstmal vielen Dank für die Hilfe,

ich habe immer noch den Wunsch den Kleinen voll zu stillen, obwohl meine Geduld langsam nachlässt. Ich werde es jeden falls noch mal auf diesem Wege versuchen.

Dann werde ich den kleinen jetzt häufiger wecken, so dass wir auf 10-12 Stillmahlzeiten kommen. Brustkompression und Wechselstillen habe ich jetzt schon bei den letzten Malen angewendet. Es wird wohl noch ein paar Tage dauern bis ich ein BES oder Becher besorgt habe. Bis dahin müssen wir wohl die Fläschchen vorlieb nehmen.
Wo baue ich den 2-3 Stunden-Rhythmus am besten das Abpumpen ein?
Rumkirsche mit Krümelchen 10/15
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