Ein neuer Stillstart

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Aria
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Ein neuer Stillstart

Beitrag von Aria »

Hallo,
ich bin Aria, 37. Jahre alt und am 12.9.wurde mein 2. Kind geboren. Ich habe bereits eine Tochter.
Bei meiner Großen hatte ich so einige Probleme. Ich konnte sie nur insgesamt 3 Monate (teil)stillen und ich wünsche mir sehr, dass es jetzt beim 2. Kind eine neue Chance gibt. Dennoch bin ich skeptisch und stelle mich darauf ein, dass es wieder Probleme geben wird, da ich die Befürchtung habe, dass ich nicht genug Milch bilden kann. Und gleichzeitig möchte ich nicht nocheinmal so ein Stilldrama erleben wie damals, sondern es diesmal entspannt angehen.
Meine liebe Freundin hat mir dieses Forum ans Herz gelegt und gemeint, hier gäbe es nach ihrer Erfahrung eine wirklich kompetente Beratung. Deshalb habe ich mich nun angemeldet und hoffe, dass ich Eure Unterstützung erhalten kann.

Ich habe hier einen Abriss der Stillgeschichte mit meinem ersten Kind dargestellt:
• Normale, komplikationslose und termingerechte Geburt, Kind fit.
• Gedeihprobleme schon im KH, Zufüttern nach 3 Tagen, zunächst mit Becher. Im KH Stillberatung erhalten, aber auch lauter widersprüchliche Ansagen auf der Wochenbettstation.
• Milcheinschuss nach ca. 5 Tagen.
• Geburtsgewicht erst nach 3 Wochen erreicht mit Vollstillen
• Milchanregende Maßnahmen
• Baby war sehr schläfrig auch beim Stillen, es war schwierig 20 min pro Seite durchzuhalten bis zur Hintermilch, lange Schlafphasen ohne Stillen
• Baby hat nach dem Stillen oft geweint
• Nach ca. 2 Wochen Zufüttern, nur ein Fläschchen am Tag, nach dem Fläschchen immer noch Stillen. Sie nahm gut zu.
• Gleichzeitig Pumpen mit Medela Doppelpumpe, gepumpte Milchmenge war gering, steigerte sich nur minimal.
• Nach und nach immer öfter Brustverweigerung, Stillen machte immer mehr Probleme, Zugefütterte Milch musste immer mehr erhöht werden. Ich habeparallel gepumpt, um die Milchmenge zu erhöhen/aufrecht zu erhalten.
• Stillberaterin konsultiert, hat zum BES geraten.
• Versuch mit dem BES. Hat einmalig gut geklappt. , war aber sehr kompliziert und ich konnte mir nicht vorstellen, das langfristig durchzuführen.
• Tagsüber dann nach ca. 8 Wochen nur noch Flasche wegen zunehmender Brustverweigerung und totaler Verzweiflung meinerseits.
• Nachts weiterhin gestillt bis 3. Lebensmonat, dann auch hier Verweigerung.
• Dann vollständig abgestillt.
• Frauenärztin sprach mich bei einer Brustkrebsvorsorge lange nach dem Abstillen darauf an, ob ich Probleme mit dem Stillen gehabt hätte, da ich stark asymmetrische Brüste habe und dies ein Zeichen für mangelndes Drüsengewebe sein könne.

So, und hier sind jetzt die bisherigen Daten zu Baby Nr.2:
12.09. 3150 g Geburt KH
15.09.. 2900 g Entlassung KH
16.09. 2960 g Hebamme

Da das Baby im Krankenhaus trotz Marathonstillen immer noch hungrig war, habe ich PRE mit dem Becher zugefüttert und mache das seit der Entlassung weiterhin, wenn nach mehrmaligem Wechsel der Brust und Stillen über einer Stunde die Kleine nicht zufrieden macht, denn bei mir ist dann eine Schmerzgrenze erreicht, wo ich nicht mehr kann.

Zufütterung bisher
14.09. 2940 gr 15 ml
15.09. 2900 gr 30 ml
16.09.2960 gr 80ml

Anzahl der Stillmahlzeiten finde ich schwierig zu sagen, da ich gar nicht genau weiß, wann eine Mahlzeit endet, da es ja hier eigentlich oft ein Dauerstillen ist. Aber auf 10 Mal kam ich immer, inzwischen hat sie jedes Mal eine nasse Windel und auch regelmäßig Milchstuhl. Ich denke, das ist alles im Rahmen.
Vom Stillverhalten her, ist es so, dass die Kleine nur kurz (vielleicht 5 min) kräftig saugt, dann eher nuckelt (mit ein paar Zügen zwischendurch) und nur wirklich schwer wach zu halten (auch mit Füße, Kopf Massieren etc.), und zum Trinken ist. Ich docke sie dann ab lasse sie meistens kurz schlafen, um dann zur anderen Brust zu wechseln. Sowas zieht sich dann oft über eine Stunde mit den Pausen, bis sie dann zufrieden ist und einschläft. Ich wecke sie meist nach spätestens3 Stunden auf.
Ich kämpfe mit wunden Brustwarzen, habe folglich Schmerzen beim Stillen aber hoffe, dass das mit Pflege langsam abheilt.
Die Hebamme meint, dass das Anlegen gut ist, dass das Baby aktiv saugt und man auch die Schluckbewegungen sieht.

Ich möchte das hier schonmal zur Dokumentation posten. Im Moment möchte ich erstmal so weiter machen mit dem Zufüttern, da es für mich anders nicht geht. Ich hoffe jetzt einfach, dass sich die Milchmenge weiter steigert und ich das Zufüttern in den nächsten Wochen wieder reduzieren kann.

Liebe Grüße
Aria
Aria (37) mit frecher Biene (2011) und Babylein (12.9.2015)
koalina
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Re: Ein neuer Stillstart

Beitrag von koalina »

Herzlichen Glückwunsch zum Baby!!!

Alles Gute euch!
koalina
--.-'-;@

mit Krümel (*15) und Krümelchen (*17)

Unsere kleinen Wunder... kamen überraschend und haben unser Leben mehr bereichert als man es in Worte fassen kann.
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Hyndla
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Re: Ein neuer Stillstart

Beitrag von Hyndla »

Liebe Aria,

schön, dass Du hergefunden hast, hier bist Du in sehr guten Händen. Mit Unterstützung der Stillberaterinnen hier (, die sich sicher bald melden werden) wirst Du es sicher bald zum Vollstillen schaffen.

Alles Gute für Dich und Glückwunsch zum Baby!
Mini-Hyndla 11/2009 und der winzige Herr M. 09/2013
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soda
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Re: Ein neuer Stillstart

Beitrag von soda »

Herzlich Willkommen und Glückwunsch zum Baby!

Nachdem deine Frauenärztin dann zu dir sagte, dass da eine Ungleichheit im Drüsenkörper vorliegen könnte - wurde das näher untersucht? Hast du von ihr dazu noch Tips bekommen?

Gut, dass du schon so viele Infos zusammen getragen hast. Das macht es für die Stillberaterinnen einfacher bzw überhaupt erst möglich, dich individuell und professionell zu begleiten.

Alles Gute!
mit T (2013) und T (2017)
dreimädelhaus
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Re: Ein neuer Stillstart

Beitrag von dreimädelhaus »

Hallo Aria,
herzlichen Glückwunsch zum Baby!
Tochter (9 Jahre) Tochter (7 Jahre) Tochter (4 Monate)
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Teazer
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Re: Ein neuer Stillstart

Beitrag von Teazer »

Hallo Aria,

herzlichen Glückwunsch zur Geburt Deines Babys und herzlich willkommen im SuT. Ich melde mich später noch ausführlich, nur kurz hierzu:
Aria hat geschrieben:Anzahl der Stillmahlzeiten finde ich schwierig zu sagen, da ich gar nicht genau weiß, wann eine Mahlzeit endet, da es ja hier eigentlich oft ein Dauerstillen ist. Aber auf 10 Mal kam ich immer, inzwischen hat sie jedes Mal eine nasse Windel und auch regelmäßig Milchstuhl. Ich denke, das ist alles im Rahmen.
Das klingt gut. :)
Vom Stillverhalten her, ist es so, dass die Kleine nur kurz (vielleicht 5 min) kräftig saugt, dann eher nuckelt (mit ein paar Zügen zwischendurch) und nur wirklich schwer wach zu halten (auch mit Füße, Kopf Massieren etc.), und zum Trinken ist. Ich docke sie dann ab lasse sie meistens kurz schlafen, um dann zur anderen Brust zu wechseln. Sowas zieht sich dann oft über eine Stunde mit den Pausen, bis sie dann zufrieden ist und einschläft. Ich wecke sie meist nach spätestens3 Stunden auf.
Es ist wichtig, dass tagsüber die Abstände von Stillbeginn zu Stillbeginn bei max. 2h liegen und nachts bei max. 3h So kommt Ihr auf 8-12x stillen in 24h.

Die einzelnen Mahlzeiten solltest Du mit Wechselstillen und/oder Brustkompression effektiv gestalten, so dass Deine Kleine 20-30 min am Stück stillt. Danach kannst Du sie von der Brust lösen oder nuckeln lassen.
Ich möchte das hier schonmal zur Dokumentation posten. Im Moment möchte ich erstmal so weiter machen mit dem Zufüttern, da es für mich anders nicht geht. Ich hoffe jetzt einfach, dass sich die Milchmenge weiter steigert und ich das Zufüttern in den nächsten Wochen wieder reduzieren kann.
Bitte lies Dir die Grundinfo Gewichtsentwicklung - Gedeihen - Gewichtskontrolle durch und dokumentiere wie im dortigen Beispiel. Nur so kann man die Entwicklung beurteilen.

Mit Deiner Vorgeschichte wäre es gut, wenn Du eine eigene Standwaage für Babys aus der Apotheke ausleihst und wie in der Grundinfo erklärt wiegst. Diese Werte sind aussagekräftiger als die der Hebamme, da die Hängewaagen ungenauer sind und Deine Hebamme sicher auch zu unterschiedlichen Zeiten kommt.

Später mehr.


Viele Grüße,
Teazer (ModTeam-Stillberatung)
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

"Mit einer Kindheit voller Liebe aber kann man ein halbes Leben hindurch für die kalte Welt haushalten." (Jean Paul)
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Aria
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Re: Ein neuer Stillstart

Beitrag von Aria »

Hallo,vielen Dank für eure lieben Glückwünsche und Willkommensgrüße!!Ich fühle mich hier sofort gut aufgehoben !

@tinababy: nein, da wurde nichts weiter untersucht.Aber jetzt nach dem Milcheinschuss (zumindest links) sehe ich wirklich sehr asymetrisch aus, die linke Brust ist deutlich größer und fester,da taste iche auch Drüsengewebe (Knoten).Die rechte ist klein,nur ein bißchen fester und sieht aus wie immer. Aber es scheint auch da Milch zu geben, wobei Babylein schon die linke favorisiert, dort viel länger trinkt.
Aria (37) mit frecher Biene (2011) und Babylein (12.9.2015)
Aria
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Re: Ein neuer Stillstart

Beitrag von Aria »

Hallo Teazer,
vielen Dank für deine Antwort und die wichtigen Hinweise. Ich werde mich einlesen und mich so bald wie möglich auch um die Waage kümmern.
Eins beunruhigt mich jetzt aber schon: das Baby schluckt eigentlich nie nach 2-3 mal saugen, es ist eigentlich immer mindestens 4x, dass es saugt bevor es schluckt..
Und eine weitere Frage: soll ich das Zufüttern systematisieren oder so wie ich es jetzt mache beibehalten (d.h. immer wenn ich ewig stille und sie nicht satt wird die Menge zu füttern, die sie braucht um einen satten Eindruck zu machen.
Aria (37) mit frecher Biene (2011) und Babylein (12.9.2015)
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Teazer
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Re: Ein neuer Stillstart

Beitrag von Teazer »

Hallo Aria! :)
Aria hat geschrieben:Hallo Teazer,
vielen Dank für deine Antwort und die wichtigen Hinweise. Ich werde mich einlesen und mich so bald wie möglich auch um die Waage kümmern.
Super. Das ist wirklich wichtig. Wäre ja schade, wenn Du zu viel zufütterst und damit die Nachfrage an der Brust herunter schraubst. Zu wenig soll es aber natürlich auch nicht sein.
Eins beunruhigt mich jetzt aber schon: das Baby schluckt eigentlich nie nach 2-3 mal saugen, es ist eigentlich immer mindestens 4x, dass es saugt bevor es schluckt..
Das ist völlig im Rahmen. Es schluckt, wenn Milch fließt. Und das passiert mal früher und mal später. Hauptsache, es passiert. :)
Und eine weitere Frage: soll ich das Zufüttern systematisieren oder so wie ich es jetzt mache beibehalten (d.h. immer wenn ich ewig stille und sie nicht satt wird die Menge zu füttern, die sie braucht um einen satten Eindruck zu machen.
Generell ist meine Empfehlung: Traue Deinem Bauchgefühl. Ich bin jedoch nicht davon überzeugt, dass Du zufüttern musst. Gucken wir uns mal die Daten an:

12.09. 3150 g, KH
14.09. 2940 g, KH, 15 ml PRE
15.09. 2900 g, KH, 30 ml PRE
16.09. 2960 g, Heb, 80ml PRE

Die Erstabnahme lag bei 8%. Das ist ein Bereich, in dem man das Stillmanagent anschauen und verbessern sollte. Ein Zufüttergrund ist es jedoch nicht. Auch das Stillverhalten Deiner Kleinem ist für ein Neugeborenes völlig normal. "Mahlzeiten" ergeben sich bei den meisten Babys erst mit der Zeit. Und schläfrige Babys muss man erst einmal nur zu effektiverem Stillen motivieren. Das reicht meist schon aus um die Milchproduktion anzuregen. Zufütterung von PRE kann diesen Prozess verlangsamen und gar verhindern, wenn es zu viel ist. Wenn Du etwas nachfüttern möchtest, dann empfehle ich Dir, Milch abzupumpen. Ich denke aber nicht, dass das nötig ist.

Ich würde tatsächlich das Zufüttern erst einmal einstellen und effektives Stillen mit Brustkompression und Wechselstillen (s.o.) empfehlen. Direkter Hautkontakt hilft bei der Milchbildung. Am besten, Ihr kuschelt Euch oben herum nackig ins Bett.
Ich kämpfe mit wunden Brustwarzen, habe folglich Schmerzen beim Stillen aber hoffe, dass das mit Pflege langsam abheilt.
Wunde Brustwarzen sind i.d.R. Folge falscher Saugtechnik. Optimal sollte es so aussehen:

- Babys Bauch an Deinem Bauch
- Mund weit geöffnet
- Zunge über der Kauleiste
- Lippen nach außen gestülpt
- viel Gewebe im Mund (mehr als die Brustwarze)

Achte darauf. Zusammen mit guter Pflege sollten diese wunden Brustwarzen verschwinden.
Aber jetzt nach dem Milcheinschuss (zumindest links) sehe ich wirklich sehr asymetrisch aus, die linke Brust ist deutlich größer und fester,da taste iche auch Drüsengewebe (Knoten).Die rechte ist klein,nur ein bißchen fester und sieht aus wie immer. Aber es scheint auch da Milch zu geben, wobei Babylein schon die linke favorisiert, dort viel länger trinkt.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass Brüste unsymmetrisch sind. Eine starke Differenz kann auf fehlendes Gewebe hinweisen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Du Dein Baby nicht vollstillen kannst. Es kann gut sein, dass Deine linke Brust alleine genügend Milch produziert oder mit der rechten zusammen auf 100% des Bedarfs Deiner Kleinen kommt. Von daher betrachte ich die Zahlen erst einmal ohne die Annahme, dass Du zu wenig Drüsengewebe hast, behalte es aber selbstverständlich im Hinterkopf.

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Der Verlauf bei Deiner Großen kommt mir sehr bekannt vor. Diese Verläufe gibt es ganz oft.
• Normale, komplikationslose und termingerechte Geburt, Kind fit.
• Gedeihprobleme schon im KH, Zufüttern nach 3 Tagen, zunächst mit Becher. Im KH Stillberatung erhalten, aber auch lauter widersprüchliche Ansagen auf der Wochenbettstation. .
Das war natürlich nicht hilfreich. :(
• Milcheinschuss nach ca. 5 Tagen.
• Geburtsgewicht erst nach 3 Wochen erreicht mit Vollstillen
Manche Babys brauchen tatsächlich etwas länger als die klassischen 2 Wochen. Ohne genaue Infornationen kann ich natürlich nicht beurteilen, ob die Zufütterung wirklich notwendig war und ob das Stillmanagement mit der richtigen Hilfe hätte verbessert werden können.
• Milchanregende Maßnahmen
• Baby war sehr schläfrig auch beim Stillen, es war schwierig 20 min pro Seite durchzuhalten bis zur Hintermilch, lange Schlafphasen ohne Stillen
Es gibt keine Vorder- und Hintermilch. Die Zusammensetzung der Milch verschiebt sich während des Stillens von laktosereich zu fettreich. Daher gibt es auch keine Zeit, die mindestens gestillt werden müsste um an die Hintermilch zu kommen. Ob das Baby genügend bekommt, erkennt man am Gewicht und den Ausscheidungen, nicht an den Minuten, die es trinkt.

Natürlich soll man trotzdem schläfrige Babys dazu animieren länger effektiv zu trinken. ;)
• Baby hat nach dem Stillen oft geweint
• Nach ca. 2 Wochen Zufüttern, nur ein Fläschchen am Tag, nach dem Fläschchen immer noch Stillen. Sie nahm gut zu.
• Gleichzeitig Pumpen mit Medela Doppelpumpe, gepumpte Milchmenge war gering, steigerte sich nur minimal.
• Nach und nach immer öfter Brustverweigerung, Stillen machte immer mehr Probleme, Zugefütterte Milch musste immer mehr erhöht werden. Ich habeparallel gepumpt, um die Milchmenge zu erhöhen/aufrecht zu erhalten.
• Stillberaterin konsultiert, hat zum BES geraten.
• Versuch mit dem BES. Hat einmalig gut geklappt. , war aber sehr kompliziert und ich konnte mir nicht vorstellen, das langfristig durchzuführen.
• Tagsüber dann nach ca. 8 Wochen nur noch Flasche wegen zunehmender Brustverweigerung und totaler Verzweiflung meinerseits.
• Nachts weiterhin gestillt bis 3. Lebensmonat, dann auch hier Verweigerung.
• Dann vollständig abgestillt.
Das war leider die ganz typische Spirale, in die Du geraten bist. Das passiert vielen Mamas. Aus ein bisschen zufüttern wird viel und die Saugverwirrung führt dazu, dass die Babys das Stillen immer mehr verlernen und die Milchmenge zurückgeht. Dann braucht man mehr PRE usw.

Das BES war eine tolle Idee, denn damit kann das Baby ohne durch den Sauger verwirrt zu werden, das Stillen üben und die Milchproduktion steigern. Ziel ist dann auch die Zufütterung so weit wie irgend möglich zu reduzieren. Sollte es mit dem Vollstillen nicht klappen, kann die PRE weiter mit dem BES oder auch mit Becher oder Löffel gegeben werden. Mit 4 Monaten kann man die PRE dann auch mit hochkalorischem Brei ersetzen. Von daher muss das BES gar nicht zum Dauereinsatz kommen.

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Hier noch einmal eine Zusammenfassung meiner Empfehlungen:

- mindestens 8-12 x stillen in 24 h
- tags alle 2h, nachts alle 3h (dazu auch wecken: Tipps für schläfrige Babys)
- Stilleinheiten mit 20 min effektivem Stillen
- Wechselstillen und/oder Brustkompression
- keine künstlichen Sauger

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Du machst das richtig klasse! :) Ich bin mir sicher, dass Du bald entspannt vollstillen kannst. Wir müssen nur die richtigen Weichen stellen.

Viele Grüße,
Teazer (ModTeam-Stillberatung)
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

"Mit einer Kindheit voller Liebe aber kann man ein halbes Leben hindurch für die kalte Welt haushalten." (Jean Paul)
AP estab. 2009, 2011 & 2014
Aria
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Registriert: 11.08.2015, 22:44

Re: Ein neuer Stillstart

Beitrag von Aria »

Hallo Teazer,

vielen Dank für den Fahrplan! Ich habe versucht ihn in den letzten beiden Tagen so auch umzusetzen...
Hier erstmal die Daten:

12.09. 3150 g, KH
14.09. 2940 g, KH, 15 ml PRE
15.09. 2900 g, KH, 30 ml PRE
16.09. 2960 g, Heb, 80ml PRE
17.09. kein Gewicht, 10x Stillen, 120ml PRE, 10x Urin, 9xStuhl
18.09.kein Gewicht, 12x Stillen, 70ml PRE, 10x Urin, 8x Stuhl
19.09 3000g Heb., bisher 9x Stillen (17.00 Uhr) 8x Urin, 8x Stuhl bisher kein PRE

Eine Waage können wir erst übermorgen ausleihen und ich bis auch in den letzten Tagen gar nicht dazugekommen, hier zu posten. Wir versuchen jetzt die Zufütterung herunterzuschrauben bzw. möchte das Baby gar nicht aus dem Becher trinken sondern sucht direkt wieder nach der Brust wenn ich ihr etwas geben will,, sie möchte (glaube ich) dann einfach weiternuckeln. Weil meine Brustwarzen noch etwas angegriffen sind habe ich sie heute nach ca 30-40 min STillen (Beide Seiten je 15min mindestens) abgedockt und sie ins Tragetuch genommen. Da schläft sie dann weiter, bzw nuckelt noch kurz am kleinen Finger. Der Papa gibt auch manchmal noch den Schnuller, ich habe heute nacht auch einmal selbst einmal darauf zurückgegriffen. Ich glaube ich muss ihn mal verstecken....
Brustkompression mache ich auch, das funktioniert ganz gut. Baby ist auch nicht mehr so schläfrig. Wechselstillen (alle paar Minuten wechseln) habe ich noch nicht versucht, weil die Brustwarzen noch so wund sind, dass ich froh bin, wenn Baby angedockt ist und nichts wehtut. Das muss ich bei jedem Anlegen immer noch ein paar Mal hintereinander probieren, bis es passt. Ich versuche übrigens sie assymetrisch anzulegen, das gelingt mir inzwischen auch ganz gut, so daß heute schon teilweise schmerzfreies Stillen möglich war. Was mich immer noch plagt sind manchmal brennende, stechende Schmerzen beim Stillen bzw auch danach (!!) die von der Brustwarze ins Brustgewebe einstrahlen und das zieht auch bis in den Rücken. Das habe ich an beiden Seiten und kenne das leider auch von meiner ersten Tochter....weisst DU was das sein könnte? Dehnung des Gewebes? Die Brust ist nicht blass oder bläulich verfärbt. Zur Pflege verwende ich Lanolin und Brustdonuts (nach der Anleitung hier im SUT hergestellt).
Ich habe immer noch Angst, daß das Baby nicht satt wird, weil sie oft nach dem Stillen noch "sucht", am Fäustchen lutscht oder schreit. Die Hebamme meinte auch die Zunahme von 40g seit Mittwoch sei "an der unteren Grenze" Sie lässt sich aber mit herumtragen meist ganz schnell (wenige Minuten) beruhigen und schläft dann im Tragetuch 2h, bis ich sie wieder wecke und wickle (es ist eigentlich in jeder Windel sowohl Stuhl gelblich/flüssig als auch Urin) dann schreit sie beim Wickeln und ich stille wieder. Pre habe ich heute noch gar nicht gegeben.Mal sehen ob sie heute abend noch was bekommt. Gestern abend habe ich ab ca 15.00 Uhr einen Stillmarathon betrieben.
Meine Hebamme war heute da, war mit allem zufrieden und meinte meine kleinere (rechte) Brust sei heute auch schon fester und deutete das als Zeichen, daß nun auch hier mehr Milch produziert werde. Die Hebamme meint übrigens, daß ich lieber weiter zufüttern solle weil die Zunahme eben "an der unteren Grenze" sei...ich bin diesbezüglich etwas unsicher. Vielleicht einen Mittelweg? Also ich gebe tgl max 80ml und warte ab? Oder lieber versuchen ganz ohne Zufütterung auszukommen. Was meinst DU? Ich will auf gar keinen Fall, daß mein Kind hungern muss!
Vielen Dank für Deine Hilfe,

Deine Aria
Aria (37) mit frecher Biene (2011) und Babylein (12.9.2015)
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