Essen - "wie" statt "was"

Was kommt nach dem Vollstillen?

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amandaH
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Essen - "wie" statt "was"

Beitrag von amandaH »

Ich habe mal eine Frage, die ganz (oder fast) davon unabhängig ist, was wir unserem Sohn geben, sondern eher davon, wie:

Er ist bald 14 Monate alt und freut sich über seine selbst erworbenen Fähigkeiten, mit dem Löffel umzugehen und Krümelchen aufzupicken. Ich freue mich mit ihm und bin dafür, ihn so häufig und viel wie möglich selber essen zu lassen - nicht nur Brothäppchen und Obstschiffchen, sondern auch Frühstücksbrei, Nudeln mit Gemüse etc. Natürlich endet das immer mit einem völlig beschmierten Lätzchen, Klecksen auf dem Boden, u.U. dreckiger Kleidung und einem bisweilen duschreifen Kind. Obwohl wir ihm nie eine Nuckelflasche angeboten haben und nur in Ausnahmefällen unterwegs einen Becher mit Aufsatz, trinkt er aus dem Becher oder Glas auch nur inklusive Überschwemmung.
Mein Freund (er ist in Elterneit, d.h. 1. ist er häufig für die Verpflegung verantwortlich und 2. muss er danach sauber machen) ist Verfechter des sauberen Essens, d.h. er würde ihn am liebsten füttern, alles nur klein zermatscht bzw. in winzige Stücke zerschnitten anbieten und ihm das Essen wegnehmen, sobald er damit "spielt".
Unterwegs greift er dann also in jedem Fall zu Gläschen (die dann nur Gemüse enthalten, also keine ausgewogene Mahlzeit darstellen) oder Obst-Quetschies.

Hat jemand ähnliche Konflikte? Gibt es Kompromisse? Und wie haltet ihr es mit ähnlich alten Kindern? Traue bzw. mute ich ihm vll. zu viel zu?
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Katha
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Re: Essen - "wie" statt "was"

Beitrag von Katha »

ähm, wenn Dein Freund jetzt füttert, wird das Kind halt später mehr matschen.
So hat es den Dreh irgendwann einfach selbst rum (und matscht dann nur noch, wenn es gerade den Chaos-Schalter umlegt)
so in Kürze ein Kommentar
Katha mit dem Hasen *01/2012
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minikit
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Re: Essen - "wie" statt "was"

Beitrag von minikit »

Sehe ich genauso. Kinder müssen ihr Essen erkunden dürfen, also auch matschen und kleckern, Flugverhalten erkunden und schauen, ob es ins Wasserglas gestopft vielleicht hinterher besser schmeckt.
Katha hat recht, wenn nicht jetzt, dann wird er es später nachholen, wenn er "rebellisch" wird.

Einen Kompromiss gäbe es für mich in der Hinsicht nicht, da muss er durch, finde ich. Das Kind macht das ja nicht, um ihn zu ärgern, sondern, um zu lernen.

Übrigens, meine Tochter ist nun 20 Monate alt und saut eigentlich kaum noch rum. Mal fällt aus Versehen was runter oder etwas Joghurt landet beim Löffeln auf dem Shirt, das stört sie aber fast am meisten und muss sofort weggewischt werden.
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Siduri
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Re: Essen - "wie" statt "was"

Beitrag von Siduri »

Ich kann das Bedürfnis nach sauberem Essen verstehen, auch wenn ich der Meinung bin, Kinder müssen erkunden und entdecken dürfen. Aber wenn ich meinen seit mittlerweile fast einem Jahr selbst essenden Sohn an einem Tag zum vierten Mal dusche, umziehe, den Boden wische und den Stuhl putze, dann reicht es mir auch oft. Es gibt nämlich leider keine Garantie, dass ein selbst essendes Kind dann und dann "manierlich" isst. Und andererseits kenne ich durchaus Kinder, die mit zwei Jahren erstmals einen Löffel in die Hand bekommen und nach zwei Tagen Anfangsschwierigkeiten sauber und ordentlich essen.
Wie gesagt, mein Großer darf selbst (außer er fordert, gefüttert zu werden), aber ich glaube, ein Kompromiss (bei Mama selbst, bei Papa füttern/ entscheiden darf der, der putzt) ist durchaus möglich.
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Jule
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Re: Essen - "wie" statt "was"

Beitrag von Jule »

Ich finde schon, dass es Kompromisse geben kann. Generell darf Mini hier viel. Aber unterwegs/ in stressigen Situationen wähle ich auch mal den einfacheren Weg bzw. überlege WAS ich mitnehme und wo es gegessen wird. Und je nachdem helfe ich auch beim Essen - sie hat eine Gabel und ich eine :D Sie zeigt auch deutlich ob das ok ist oder eben auch nicht. Wenn nur noch rumgesaut wird, ist sie eigentlich satt und ich nehme das Essen weg. Zum Trinken lernen hatten wir hier ein Becher von Avent geholfen - da wird "normal" getrunken aber durch einen Deckel kommt nur etwas raus... also gab es weniger Überschwemmungen. Letztendlich ist die Sauereien aber auch hier schon weniger geworden!

Erklär ihm noch mal wieso es dir wichtig ist, dass dein Kind die Erfahrungen sammeln kann! Und überleg am besten auch, was du auch akzeptieren kannst...
Liebe Grüße von Jule mit den Mädels 06/05 und 08/07 und dem Mini-Weihnachtsmädel '13
amandaH
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Re: Essen - "wie" statt "was"

Beitrag von amandaH »

Das ist toll, dass ihr hier zusammen auch so ein Meinungsspektrum abbildet :)

Nee, erklären muss ich ihm glaub ich nix mehr. Wir hatten uns eigentlich darauf geeinigt, dass wir Schritt für Schritt das Füttern bis etwa zum ersten Geburtstag einstellen und er ab da ausschliesslich mit Fingern und Löffel (später Gabel) essen darf mit Hilfestellung, wenn er sie benötigt oder wünscht. Aber als mein Freund eben gesehen hat, was das an "Dreck" und Arbeit bedeutet, war er schnell wieder davon ab. Mein Argument mit der Lernphase quittiert er mit einem augenrollenden "Ja ja, ich weiss."
Aber ihr habt schon Recht: Ausser Haus ist Assistenz manchmal für alle Beteiligten ein gangbarer Kompromiss - wenn man eben eigenes Essen mitnimmt und nicht ein Gläschen pürierte Karotten für Babys ab dem 6. Monat...
Zum Trinken lernen hatten wir hier ein Becher von Avent geholfen - da wird "normal" getrunken aber durch einen Deckel kommt nur etwas raus... also gab es weniger Überschwemmungen.
Wir haben hier einen Camo Cup. Anfangs hat er sich super damit angestellt, aber inzwischen wir er oft um- bzw. weggestossen. Am liebsten trinkt er aus einem grossen Glas wie wir, aber das kann er halt nicht allein heben und halten.
Übrigens, meine Tochter ist nun 20 Monate alt und saut eigentlich kaum noch rum. Mal fällt aus Versehen was runter oder etwas Joghurt landet beim Löffeln auf dem Shirt, das stört sie aber fast am meisten und muss sofort weggewischt werden.
Das lässt ja hoffen! :)
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Re: Essen - "wie" statt "was"

Beitrag von anirahtaK »

haha das war und ist bei uns genauso - sorry ist nicht lustig, sondern hat mich unglaublich genervt, dass mein Mann so pingelig war.
Zum Glück habe ja morgens und mittags immer ich mit ihr gegessen, und abends hab ich dann die Woche über einfach eher mit ihr gegessen, um dem Gemoser zu entgehen.
Ich mochte zwar auch kein extremes Gematsche, Essen in den Trinkbecher etc das gabs hier nie. Aber erfühlen und ertasten und erkunden, das war bei mir erlaubt. Anfangs auch aufm Tisch zerbatzen etc.
Trotzdem wurde hier auch relativ lang gefüttert, genauen Zeitraum weiß ich nicht mehr genau, aber mit 14 Monaten noch. Und inzwischen isst sie wirklich sehr gut und ordentlich, Lätzchen gibts nur noch als Backup bei Suppen. Wenn sie anfängt rumzusauen, ist sie satt und dann kommt der Teller nach 2x nachfragen sofort weg.

was hier das Kleckern grad anfangs sehr vermindert hat: eine niedrige Sitzhöhe - dh kurzer Weg vom Teller zum Mund.
Und zum Trinken - da hilft dann wohl nur immer wirklich wirklich wenig einschenken.

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Re: Essen - "wie" statt "was"

Beitrag von Schnatzmama »

Hier hat der Sechsjährige noch einen Latz an bei Tomatensoße und Pudding, weil er sonst vollständig eingesaut ist. :oops:
Die Mittlere kann da schon zivilisierter essen.
Liebe Grüße!

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Re: Essen - "wie" statt "was"

Beitrag von FrauPferd »

Ist es böse wenn ich jetzt sage, mein 16 Monats Kind matscht gar nicht mehr & hat heute Spinat mit Ei & Kartoffel komplett Kleckerfrei gegessen [emoji15]. Aaaaaber, er hat als BLW Kind sehr sehr ausgiebig gematscht und ewig fast gar nichts gegessen. Mein Mann war und ist da auch immer sehr unentspannt. Hier hilft nur ihn immer wieder zu ermahnen: "Lass ihn alleine essen! Er kann alleine Trinken!" usw. Zum Trinken: bei uns hat es den Durchbruch gebracht den Mini üben zu lassen (nackig auf dem Balkon mit Wasser Schüssel und Bechern / beim Baden in der Wanne usw.). Jetzt klappt auch das zuverlässig Kleckerfrei.
Zu den Gläsern. Trinkt ihr doch einfach ne Weile aus Bechern. Dann wollen das die Kleinen plötzlich auch :)
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Re: Essen - "wie" statt "was"

Beitrag von Steffinchen »

Dem Papa vom kleinen Floh ist auch sauberes essen wichtig - zumindest beim Kleinen, er selber bröselt und patzt oft :roll:. Wenn der Kleine aber mal patzt wird er gleich von ihm geschimpft oder das Essen weg genommen. Ich seh das eher locker, obwohl mich das Putzen danach schon sehr stört. Dafür muss ich aber sagen, dass er bei mir manierlicher isst und Essen das von der Gabel fällt wieder aufs Teller legt bzw runtergetropftes mit dem Latzerl weg wischt.

Ach ja, die Gabel war bei ihm sehr früh gewünscht und ist in der Verwandtschaft nicht gern gesehen. Die angedrohten Verletzungen dadurch sind aber ausgeblieben.
Trinken darf er erst seit 2 Wochen selber und nur wenn er es einfordert. :oops: Beim Trinken selber tropft er von Anfang an nicht (dickwandiges Glas), aber wenn er genug hat leert er den Rest einfach über sich selbst aus.
Lg Steffinchen mit dem kleinen Floh (12/2013) und dem Bauchzwerg (5/2016)
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