Ein drittes Kind?
- Thistle
- ist nicht mehr wegzudenken
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Ein drittes Kind?
Ich habe so eine ähnliche Frage schon einmal gestellt, nur bin ich jetzt an einem Punkt angekommen, an dem die Entscheidung doch recht nah rückt und frage mich, ob/wann wir noch einmal unser gewünschtes drittes Kind haben werden.
Wir beide wollten immer schon drei Kinder haben, der Wunsch hat sich auch nie verändert. Nun ist es so, dass ich spätestens im September meinen Uniabschluss haben werde und mein Mann Vollzeit arbeitet. Finanziell sind wir nicht wirklich gut aufgestellt. Rücklagen existieren nicht, mein Mann verdient nicht sonderlich gut und wie es mit mir aussehen wird, müssen wir sehen - noch sehe ich nicht einmal, welche Art von Job etwas für mich wäre. Ich habe seit meinem 16. Lebensjahr immer den einen oder anderen Nebenjob gehabt - so auch jetzt. Nur hauptberuflich? Ich hätte vermutlich eine andere Studienwahl treffen sollen. Nun ja.
Dieses Jahr werde ich 35. Das war eigentlich bisher meine persönliche Altersgrenze. Sehr viel älter möchte ich nicht sein, wenn ich mein letztes Baby bekomme. Nur vor September werden wir uns mit der Entscheidung nicht intensiver auseinandersetzen, also rückt das etwas nach hinten. Dann ist da auch noch unsere Wohnsituation. Wir wohnen auf minimalstem Raum zum viert. Das geht so nicht weiter und muss sich ändern, sobald ich einen neuen Job habe. Aber die Wohnungssituation hier bei uns ist wirklich katastrophal. Wenn ich mir die Mietpreise ansehe, wird mir ganz anders. Eine vernünftige Wohnung für uns hier ist schier unbezahlbar (in unserer Einkommenssituation).
Die Tatsache, dass wir keinerlei Unterstützung hier haben, ist bei alldem irgendwie nur noch Randgedanke. Wir haben keine Familie, die in welcher Form auch immer unterstützend zur Seite stünde.
Ich weiss auch nicht, eigentlich sprechen alle äußeren Umstände dagegen und wirklich über meinen Wunsch sprechen kann ich irgendwie mit niemandem - entgeisterte Blicke und die Frage, wieso wir denn ein drittes Kind wollen (und dazu noch Junge und Mädchen, was wollen wir denn noch??), da wir schon zwei haben, sind die Regel.
Emotional bin ich gerade an einem Punkt angekommen, an dem der leicht in den Hintergrund getretene Wunsch nach einem letzten Baby sehr präsent ist. Ich wünsche mir dieses dritte Kind so sehr und finde den Gedanken daran, den Wunsch aufzugeben, ganz furchtbar. Nur 'einfach so' kann und will ich diesen Wunsch auch nicht Realität werden lassen. Das treibt mich alles ziemlich um und ich drehe mich gedanklich im Kreis.
Habt ihr vielleicht Gedanken, Gefühle, Erfahrungen zu diesem Thema, die ihr mit mir teilen würdet?
Wir beide wollten immer schon drei Kinder haben, der Wunsch hat sich auch nie verändert. Nun ist es so, dass ich spätestens im September meinen Uniabschluss haben werde und mein Mann Vollzeit arbeitet. Finanziell sind wir nicht wirklich gut aufgestellt. Rücklagen existieren nicht, mein Mann verdient nicht sonderlich gut und wie es mit mir aussehen wird, müssen wir sehen - noch sehe ich nicht einmal, welche Art von Job etwas für mich wäre. Ich habe seit meinem 16. Lebensjahr immer den einen oder anderen Nebenjob gehabt - so auch jetzt. Nur hauptberuflich? Ich hätte vermutlich eine andere Studienwahl treffen sollen. Nun ja.
Dieses Jahr werde ich 35. Das war eigentlich bisher meine persönliche Altersgrenze. Sehr viel älter möchte ich nicht sein, wenn ich mein letztes Baby bekomme. Nur vor September werden wir uns mit der Entscheidung nicht intensiver auseinandersetzen, also rückt das etwas nach hinten. Dann ist da auch noch unsere Wohnsituation. Wir wohnen auf minimalstem Raum zum viert. Das geht so nicht weiter und muss sich ändern, sobald ich einen neuen Job habe. Aber die Wohnungssituation hier bei uns ist wirklich katastrophal. Wenn ich mir die Mietpreise ansehe, wird mir ganz anders. Eine vernünftige Wohnung für uns hier ist schier unbezahlbar (in unserer Einkommenssituation).
Die Tatsache, dass wir keinerlei Unterstützung hier haben, ist bei alldem irgendwie nur noch Randgedanke. Wir haben keine Familie, die in welcher Form auch immer unterstützend zur Seite stünde.
Ich weiss auch nicht, eigentlich sprechen alle äußeren Umstände dagegen und wirklich über meinen Wunsch sprechen kann ich irgendwie mit niemandem - entgeisterte Blicke und die Frage, wieso wir denn ein drittes Kind wollen (und dazu noch Junge und Mädchen, was wollen wir denn noch??), da wir schon zwei haben, sind die Regel.
Emotional bin ich gerade an einem Punkt angekommen, an dem der leicht in den Hintergrund getretene Wunsch nach einem letzten Baby sehr präsent ist. Ich wünsche mir dieses dritte Kind so sehr und finde den Gedanken daran, den Wunsch aufzugeben, ganz furchtbar. Nur 'einfach so' kann und will ich diesen Wunsch auch nicht Realität werden lassen. Das treibt mich alles ziemlich um und ich drehe mich gedanklich im Kreis.
Habt ihr vielleicht Gedanken, Gefühle, Erfahrungen zu diesem Thema, die ihr mit mir teilen würdet?
Bean (05/08) & Sweet Pea (12/11)
- Lauretta
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Re: Ein drittes Kind?
Kurzer Gedanke zur Wohnsituation: Wie wäre es, wenn Ihr Euch bei einer der vielen Wohnungsbaugesellschaften bewerbt? Da sind die Wohnungen doch noch einigermaßen leistbar, oder?
Lauretta mit Sonntagskind 01/2009, Spätsommerkind 09/2011 und Sommerbaby 06/2015
zertifizierte Trageberaterin (ClauWi) und Mitglied im Tragenetzwerk e. V.
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- Thistle
- ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Ein drittes Kind?
Danke dir - das habe ich im letzten Jahr versucht. Leider nehmen die hier alle im Moment keine neuen Mitglieder auf.
Bean (05/08) & Sweet Pea (12/11)
-
Maja
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Re: Ein drittes Kind?
Ich kann nur beitragen, den Zeitdruck rauszunehmen - heutzutage ist es echt kein Problem mehr auch mit 36, 37 oder 38 ein Kind zu kriegen
und ich genieße mein Nachzügler-Baby mit dem großen Altersabstand echt total. Die Geschwister sind schon recht vernünftig und nicht mehr so "bedürftig" und das Kleine kriegt sooooviel Liebe von allen. Früher wäre das hier wegen deutlicher Platz- und Finanznot eben auch nicht gegangen, und nun ist es genau richtig wie es ist. Ich bin jedenfalls froh, dass ich nicht wegen einem Jahr älter oder jünger irgendwas anders entschieden habe!
2004/2006/2014
- Thistle
- ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Ein drittes Kind?
Hm...für mich war das die Deadline quasi aus Erfahrung - meine Eltern haben mich bekommen, als sie beide 40 Jahre alt waren und ich fand das aus verschiedenen Gründen schwierig. Aber natürlich hast du an sich Recht. Ich glaube, ich frage mich hauptsächlich auch, ob es vertretbar ist, ohne konkrete Aussicht auf deutlich höheres Einkommen in späteren Jahren ein drittes Kind in die Welt zu setzen.
Bean (05/08) & Sweet Pea (12/11)
-
suri
- alter SuT-Hase
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Re: Ein drittes Kind?
Ich war 33,35 und dann 39 beim dritten und kann mich Maja nur anschliessen.
Für mich persönlich war die existentielle Situation immer führend bei dem Gedanken ans dritte (!) Kind. Das war bei uns immer sozusagen das "Sahnehäubchen". Zwei Kinder wollten wir in jedem Fall und das dritte schon recht früh nach dem zweiten auch sehr mit dem Herzen, aber die Vernunft hat uns dann doch warten lassen.
Ich hätte mir nicht vorstellen können unter Euren Umständen ein weiteres Kind zu bekommen. Dagegen war das Alter für mich komplett nachrangig. Was ist der Unterschied ob man 2-3 Jahre jünger oder älter ist als Eltern wenn man im Verhältnis dazu eine gesichertere Existenzgrundlage haben kann.
Wir sind jetzt knapp 2 Jahre Dreifach-Eltern und unserem Empfinden nach haut das dritte Kind in vielerlei Hinsicht finanziell ordentlich rein. Man eckt nicht nur in Sachen Auto an, sondern auch in Sachen Wohnraum, Ferien, Freizeitprogramm-Organisation, Elternschmuseeinheiten aufteilen etc...
Für mich persönlich war die existentielle Situation immer führend bei dem Gedanken ans dritte (!) Kind. Das war bei uns immer sozusagen das "Sahnehäubchen". Zwei Kinder wollten wir in jedem Fall und das dritte schon recht früh nach dem zweiten auch sehr mit dem Herzen, aber die Vernunft hat uns dann doch warten lassen.
Ich hätte mir nicht vorstellen können unter Euren Umständen ein weiteres Kind zu bekommen. Dagegen war das Alter für mich komplett nachrangig. Was ist der Unterschied ob man 2-3 Jahre jünger oder älter ist als Eltern wenn man im Verhältnis dazu eine gesichertere Existenzgrundlage haben kann.
Wir sind jetzt knapp 2 Jahre Dreifach-Eltern und unserem Empfinden nach haut das dritte Kind in vielerlei Hinsicht finanziell ordentlich rein. Man eckt nicht nur in Sachen Auto an, sondern auch in Sachen Wohnraum, Ferien, Freizeitprogramm-Organisation, Elternschmuseeinheiten aufteilen etc...
Ritter '07, Drachenbezwinger '09, Prinzessin '13
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suri
- alter SuT-Hase
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Re: Ein drittes Kind?
ist das denn wirklich so?Thistle hat geschrieben: Ich glaube, ich frage mich hauptsächlich auch, ob es vertretbar ist, ohne konkrete Aussicht auf deutlich höheres Einkommen in späteren Jahren ein drittes Kind in die Welt zu setzen.
Du könntest doch jetzt zwei Jahre arbeiten und dich ggf irgendwo etablieren und dann nehmt ihr das dritte Kind in Angriff?
Ritter '07, Drachenbezwinger '09, Prinzessin '13
- Thistle
- ist nicht mehr wegzudenken
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- Wohnort: Berlin
Re: Ein drittes Kind?
Hm. Ich sehe das irgendwie nicht. Ich bin Philologin im Hauptfach (Neuere deutsche Literatur/Magister). Aber wer weiß, vielleicht wird's überraschenderweise ja doch besser als vermutet 
Bean (05/08) & Sweet Pea (12/11)
- Sarafina
- alter SuT-Hase
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Re: Ein drittes Kind?
Ich habe auch Kind 1 und 2 mit 33 bzw. 35 bekommen. Nummer 3 mit 38 war nicht geplant und es war sehr schwierig, damit umzugehen, weil die Gesamtsituation nicht so einfach war. Ich war am Ende meiner Elternzeit, kurz vor Rückkehr in den Job (bin schwanger wieder zurück, nicht so toll...), Wohnraum war zu eng für 3 Kinder, selbst die 2 haben sich in ihrem einzigen Zimmer schon geprügelt. Wir hatten ein Miniauto, Viersitzer. Die äusseren Umstände sprachen alle gegen das Kind. Ich habe wochenlang geheult, ich wusste nicht, wie wir das schaffen sollen. Inzwischen haben wir eine große Wohnung, mit viel Glück bekommen (öffentlich gefördert, daher "günstig"), sind dafür aber auch 20km weiter weg gezogen (dafür aber ins soziale Netz meiner Familie). Wir hatten Glück im Unglück, aber das kann man nicht vorhersehen. Finanziell ist es schwierig, wir bekommen staatliche Leistungen, sparen geht nur langsam. Sollte jetzt mal was am Auto sein, ist das Geld wieder weg. Nummer 3 kostet noch nicht wirlklich viel, das Schulkind ist teurer, aber es summiert sich. Wir werden nie wirklich mehr Einkommen haben. Was ich in 2-3 Jahren verdiene, wird uns an staatl. Leistungen weggenommen.
Selbst mit Weiterbildung kann ich ja nur max. 30 Stunden arbeiten, solange die Kinder klein sind. Fakt ist - mit 2 Kindern wären wir finanziell besser gestellt, könnten besser sparen. Die Aussicht, für die nächsten x Jahre dauernd rumzuknapsen, ist nicht besonders vielversprechend. Aber es ist wie es ist.
Bewusst für ein 3. Kind entschieden hätten wir uns wohl nicht.
(Klingt jetzt sehr negativ... Selbstverständlich lieben wir unsere Kinder, auch Nummer 3, der hier ganz schön Stimmung reinbringt
)
Bewusst für ein 3. Kind entschieden hätten wir uns wohl nicht.
(Klingt jetzt sehr negativ... Selbstverständlich lieben wir unsere Kinder, auch Nummer 3, der hier ganz schön Stimmung reinbringt
LG,
Sarafina mit 3 Kindern (2008, 2010 und 2013)
Es ist nur eine Phase..........*omm*
Sarafina mit 3 Kindern (2008, 2010 und 2013)
Es ist nur eine Phase..........*omm*
-
EvaLilian
- Herzlich Willkommen
- Beiträge: 16
- Registriert: 14.10.2013, 17:29
Re: Ein drittes Kind?
Vielleicht mal eine andere Perspektive auf Deine Situation: Meine Mutter wurde nochmals überraschend schwanger, als ich 14 Monate und meine ältere Schwester drei Jahre alt war. Mein Vater hat damals sehr wenig verdient und meine Mutter war gar nicht erwerbstätig. Die Omas und Opas haben weit weg gelebt. Da waren wir nun, drei Töchter in einem kleinen Häuschen auf dem Land. Es war am Anfang sicherlich alles andere als einfach, gerade auch finanziell. Meine Eltern waren jedoch schon immer sehr kreativ und kommunikativ und haben sich ein wunderbares Netzwerk an Freunden geschaffen, denen es zum Teil ähnlich ging. Es war wahrscheinlich damals auch eine andere Zeit...mit wenig Geld wurde halt das Beste daraus gemacht, mit viel Kreativität und Gleichgesinnten. Ich habe jedenfalls meine Kindheit glücklich in Erinnerung. Gerade auch wegen meiner jüngeren Schwester, die natürlich keiner in der Familie je müssen möchte.
Im Laufe der Jahre ist es finanziell immer besser geworden. Meine Eltern konnten sich ein Haus in einer Kleinstadt kaufen und meine Mutter hat eine andere Ausbildung gemacht, als wir in der Pubertät waren. Jetzt geht es ihnen auch finanziell ganz passabel, auch wenn es einige Jahre gedauert hat. Meine Mutter sagt schon manchmal, dass es für sie schwierig war, ihr eigenes Leben zurück zu stecken. Auf der anderen Seite haben sich Freundschaften fürs Leben mit anderen Familien entwickelt.
Wenn man also den Weg insgesamt betrachtet ist es möglich, mit drei Kindern und wenig Geld...
Vielleicht eine kleine Ermutigung?
Im Laufe der Jahre ist es finanziell immer besser geworden. Meine Eltern konnten sich ein Haus in einer Kleinstadt kaufen und meine Mutter hat eine andere Ausbildung gemacht, als wir in der Pubertät waren. Jetzt geht es ihnen auch finanziell ganz passabel, auch wenn es einige Jahre gedauert hat. Meine Mutter sagt schon manchmal, dass es für sie schwierig war, ihr eigenes Leben zurück zu stecken. Auf der anderen Seite haben sich Freundschaften fürs Leben mit anderen Familien entwickelt.
Wenn man also den Weg insgesamt betrachtet ist es möglich, mit drei Kindern und wenig Geld...
Vielleicht eine kleine Ermutigung?
Zwei Wintermädchen (*1/2014, *1/2018)